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Wer es im Leben geschafft hat eine gewisse Zufriedenheit und Lebensstandard zu erreichen, bei dem entsteht vielfach der Wunsch, dass alles so bleibt wie es ist. Gilt dies als Zeichen eines lustlosen Alten, der nichts mehr Neues wagen will? Einer der sich fürchtet, es könnte zu einer Verschlechterung der momentanen Situation führen? Davon betroffen könnte die Beziehung sein, die Gesundheit oder die harmonische Nachbarschaft. Es könnte finanzielle  Einbußen geben, dafür sorgen die besonders alarmierenden Nachrichten aus der Eurozone. Die Staatsfinanzen einiger Mitgliedsstaaten befinden sich in einem zerrütteten Zustand. Mir fehlt das Verständnis dafür, dass die  Europäische Zentralbank Schuldpapiere von Mitgliedsstaaten aufkauft und unkontrolliert neue Banknoten druckt. Diesen Aktivitäten der EZB stehen keine wirtschaftlichen Leistungen oder Sachwerte gegenüber.

Ist es ein Phänomen, besser gesagt ein Menetekel, dass ich mich als erstes den finanziellen Risiken zuwende? Ob dies eine Folge der Globalisierung ist?  In den Schönwetterreden der Politiker wird uns immer versichert, dass die Globalisierung unseren Wohlstand sichert, dass wir in Mitteleuropa Globalisierungsgewinner sind. Vorausgesetzt wird, dass wir einen bestens ausgebildeten Nachwuchs haben, der permanent wirtschaftstaugleiche Ideen und Produkte entwickelt.

Benützerfreundlich.

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In diesem Spannungsfeld eröffnet sich eine weitere Bedrohung. Die Einen hoffen mit Hilfe der Polizei und mit mehr Überwachung auf öffentlichen Plätzen die Bedrohungen herabzustufen. Andere setzen auf die staatlichen Geheimdienste und ihre Arbeit im Internet. Viele glauben daran, dass sie dabei fündig  werden. Zur Illustration eine Zahl, täglich werden zwei Milliarden Fotos in Internetforen hochgeladen. Ausgelöst wurde dieser Boom durch das Smartphone und dem Fotokanal  Instgram. So bekommt man eine Vorstellung wie viele Gespräche, SMS und Email täglich über das Internet getätigt werden. Bei dieser Fülle soll man der Einen, ich sage einmal dreitausend, vielleicht sind es auch dreißigtausend Gefahrenstellen habhaft werden? Wäre die Sicherheitslage nicht zu ernst, würde ich meinen, es ist gerade so, als würde man versuchen einen Brunnentrog mit einem Nudelsieb auszuschöpfen. Der eine und andere Tropfen bleibt dabei am Sieb hängen, aber selbst diese wenigen Tropfen müssen nichts mit einer Bedrohung zu tun haben.

Andere sehen sich dadurch bedroht, dass privates gespeichert und gesiebt wird. Der Mensch nackt vor Behörden und Firmen dasteht. Anhand der Kundenkarte, welche bei jedem Einkauf vorgelegt wird wissen die Handelsfirmen darüber Bescheid, was die bevorzugte Käsesorte und Dosenfleisch der Stammkundin ist. Oder auch die liebste Modemarke bei den Herrenhemden. Damit wird ein Grundrecht und die Schamgrenze des Menschen verletzt, seine Privatsphäre.

Nach meiner Sicht besteht die besondere Gefahr darin, dass wir alle ein Raster übergestülpt bekommen, was ist normal und was darf man tun. Wenn neunzig Prozent die Käsesorte Vellach kaufen, dann ist die Käuferin der Käsesorte Gerlitzen eine Außenseiterin. So könnte auch hier der Regulierungswahn, den wir von einigen Staatsbehörden kennen, eingreifen. Wie groß, schwer und reif muss eine gute Tomate sein? Die Größe und das Aussehen einer Tomate sagt noch nichts über deren Geschmack aus. So reif und groß die Tomaten aus den Glashäusern zumeist sind, so sind sie oft geruchs- und geschmacklos. Anders der Geruch und der Geschmack  beim Verzehr von Tomaten aus dem Familiengarten. Obwohl diese mit der Optik der Supermarkttomaten wenig gemein haben, sind sie ein Genuss.

Tomatenmark.

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Trotz enormer technischer Fortschritte hat die Menschheit die Bedrohungen nicht abschütteln können. Es hat den Anschein, als werden es immer mehr. Mit dem Expansion der Technisierung steigen die möglichen Risiken. Ohne die technischen Katastrophenfälle im Einzelnen aufzählen zu wollen, jeder kennt welche.

Seinerzeit konnte man beten und hoffen von den Unbilden der bösen Jagd verschont zu bleiben. Heute wird das Böse von den Mitmenschen definiert. Dabei sind die Auffassungen wer oder was das Böse sind, recht unterschiedlich. Zumeist ist jeweils der Andere der Unhold. Bei der Verdammung des Bösen berufen sich die Meisten auf eine göttliche Botschaft, auf ein Heiliges Buch. Zum Wiederholten Mal muss ich feststellen,dass der Einzelne für solche Vergehen gegen seine Mitmenschen bestraft werden würde. Wird das Morden und Plündern massenhaft und durch eine staatliche Macht ausgeführt, dann ist dies gebilligt. Solange diese Machtstrukturen bestehen.

Dabei kommt es zu einem Phänomen, gerade diese Strukturen haben oft eine lange Überlebenschance. Deren Vertreter versuchen mit allen diktatorischen Mitteln an der Macht zu bleiben. Einen Ausweg aus diesem Labyrinth sehe ich nicht, jeder kann für sich seine Lage einschätzen. Welches Gefährdungspotential besteht in meinem Umkreis? Ich glaube, dass für 95 Prozent von uns keine Bedrohung vom Terror ausgeht. Hängt von vielerlei Fakten ab, in welcher Ecke von Europa lebt man, wie oft hält man sich auf stark frequentierten Plätzen auf oder welche Verkehrsmittel benützt man.

U-Bahn.

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Nach dem Abfeuern von schillernden Raketen und dem Zünden von ohrenbetäubenden Papierböllern, davor und danach beschwingte Musik, dazu ein Gläschen Wein und einem zumeist üppigen Essen, glaubt man nicht an die Warnungen, dass unser Wohlstand gefährdet ist. Mit ein paar Urlaubstagen, zwischen dem 1. und dem 8. Jänner begann für die Glücklichen mit dem 9. Jänner der Berufsalltag. Für die Tage zwischen Weihnachten und Heiligen Drei König gibt es vielerlei Bezeichnungen. Sie werden Brückentage und in Österreich als Fenstertage bezeichnet. In den Alpenländern spricht man von den Rauhnächten, wo es nicht ratsam ist nach Mitternacht im Freien unterwegs zu sein. Dabei könnte man von der Habergas oder von der wilden Jagd überrascht und von ihnen vazaht werden. In früheren Jahrhunderten hat man die Bedrohungen realer angesetzt, in unmittelbarer Umgebung des Menschen. Im Kino gibt es die neueste StarTreck Fortsetzung, wo im Weltall Gute und Böse gegeneinander kämpfen.

Heute spürt  jeder, dass diffuse Bedrohungen, welche seit der Aufklärung für Aberglaube und bösen Zauber gehalten wurden, aufs Neue in das Leben eindringen. Ausgelöst durch Terroranschläge, wobei schon die kleinsten Unregelmäßigkeiten auf öffentlichen Plätzen, in Bahnhöfen oder auf Flugplätzen eine Kettenreaktion auslösen. Diesen Schrecken versucht man durch mehr Polizisten und Militärpräsenz Herr zu werden. Man reagiert auf Meldungen die unklar und noch nicht bewiesen sind und zumeist nachts akut werden. Gerade so wie die Warnungen vor der wilden Jagd.

Die Saligen.

alles:beim alten II

Persönlich schmerzt es, wenn man spürt, dass bei der Körperverfassung nicht alles beim Alten bleibt. Wie sagt man so schön, Alter allein ist nicht gut genug. Kaum merkbar hört man nicht mehr so gut, versteht manches schlecht und muss sich dem Gesprächspartner zuwenden. Unterhalten sich bei einer Tischgesellschaft mehrere Personen gleichzeitig, ist es plötzlich schwierig dem Gespräch zu folgen. Ähnlich schleichend verläuft es beim Sehvermögen, die Linse trübt ein, bei Bestellungen und Verträgen kann man das Kleingedruckte nicht mehr entziffern. In der Tageszeitung kann man nur noch die Schlagzeilen und das Fettgedruckte leicht lesen, damit wird die Anschaffung einer Sehhilfe unerlässlich. Eine weitere Schwachstelle sind die Zähne. Viele Jahrzehnte war man durch die Fülle an Zähnen verwöhnt und ist damit recht sorglos umgegangen. Solange, bis vermehrt Beschwerden einsetzten und sich die Zähne durch Zahnfleischschwund verabschiedeten. Beim ersten Überschlag wird man sagen, diese Beschwerden kann man relativ einfach beheben. Dafür gibt es heute erprobte technische Hilfsmittel, zumeist noch von Eleganz. Die meisten Menschen im fortgeschrittenen Alter glauben, dass die Medizin für jeden Mangel, für jedes Gebrechen einen künstlichen Ersatz hat. Egal ob künstliche Herzklappe, Knieprothese oder Zahnersatz, alles lässt sich in den Körper implantieren. Um kein Fremdkörper zu sein müssen sie exakt funktionieren, wie im Urzustand. Manche plagen sich für den Lebensrest mit Rehaaufenthalten. So kann man in das Lamento einschließen, hoffentlich bleibt alles beim Alten.

An den Verlust der Beweglichkeit beim Hineinschlüpfen in die Sonntagshose, beim Zuschnüren der Festtagsschuhe gewöhne ich mich langsam. Ohne das es mir selbst bewusst wird. Ähnliches passiert beim täglichen Spaziergang. Vor Jahren gehörte zumindest eine steile Wegstrecke dazu, heute kann ich darauf auch verzichten. An manchen Tagen lasse ich den Spaziergang bewusst aus und ergebe mich der trügerischen Gewissheit, es ist immer noch alles beim Alten.

Sonntagsstimmung.

alles:beim alten I

Die meisten Menschen gehen davon aus, dass im Neuen Jahr mit der Gesundheit alles beim Alten bleibt. Trifft man sich mit Freunden heißt es auf die Frage, wie geht es dir:„Alles beim Alten.“ Diese Antwort wirkt beruhigend, wo man heute aufgefordert wird, sich ständig neu orientieren. Es gibt neue Erfindungen, Veränderungen in der Kommunikation, neue soziale Entwicklung und überhaupt bleibt im Weltgeschehen nichts beim Alten. Bei diesen rasanten Veränderungen verschließt sich der Eine und der Andere gerne den Neuerungen und bleibt seinem alten Kühlschrank, seinem alten Auto, seinem alten Koffer und seinem alten Handy treu. Verwendet für die laufenden Zahlungen weiterhin den Erlagschein und verweigert die Erteilung eines Abbuchungsauftrages. Es könnte einmal sein, dass etwas zu Unrecht vom Konto abgebucht wird, da behält man lieber die Kontrolle über die Finanzen. Mit dem Onlinebanking freundet man sich nicht an, darin sieht man keine Moderne Art des Zahlungsverkehrs, sondern rückt es in die Nähe von Internetkriminalität.

Man schätzt noch die persönliche Beratung in einem Reisebüro und wagt sich nicht auf das unsichere Terrain des Webs. Bei der Buchung im Reisebüro haben die Reisekataloge zumeist ausgedient, die Angestellten recherchieren selbst im Internet. Zur Information bekommt man den Bildschirm mit der Webseite zugedreht. Dabei kommt einem der Ärger hoch, den Weg in das Kundencenter hätte man sich sparen können, um gleich im Web zu surfen.

Drohnen.

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