wirt:schaftlich II

Es rumort und phantasiert in ihm, seine Thesen zur Welt, zur Menschheit sind krude Ideen, aus zu vielen Büchern? Der landläufigen Meinung nach passt dies nicht zu einem Kaufmann. Gustiert wird eine herzeigbare Kultur, zu deren Genuss man sich schön machen kann, Aufführungen im Schauspielhaus oder im Kongresshaus. Er überrascht alle, als er sein kreatives Chaos durch strukturelles Wissen erweiterte. Seine kreativen Ideen und Texte einer wissenschaftlichen Ordnung, in eine universitäre Ordnung einbringt. Die Regeln für das Verfassen einer Seminararbeit einhält, auf vorhergehende Kenntnisse stufenweise aufbaut. Sich nicht mit dem Zuhören zufrieden gibt, es in bewertbare Texte gießt. Er gibt sich zurückhaltend und bezeichnet sich auf keinen Fall als wissend, im Gegenteil, er weiß noch deutlicher, wie wenig er weiß. Ein hinein schnuppern in eine andere Welt, ein Orientierungslauf.

Eine andere Ebene ist die Formulierungsgabe. Für ihn bedeutet Denken hinter einer gefalteten Stirn nichts abgeschlossenes, sondern einen fortlaufenden Prozess. Dieser kann sich beim Schreiben ständig entwickeln, fortwährend, wo es nicht darum geht recht zu behalten. Wo niemand recht hat, wo eines passiert, die verschiedenen Sichtweisen und Aussagen stellt man nebeneinander. Daraus kann jeder wählen was ihm weiterhilft oder zwei Sachen zu einer neuen Erkenntnis zusammenführen. Ein Erkenntnisstand zum jetzigen Zeitpunkt, in drei Monaten kann dieser anders aussehen.

Notizhefte

wirt:schaftlich I

Im privaten Leben gehört die Frage, ist diese Anschaffung wirtschaftlich oder kann dieser Mensch gut wirtschaften, zu den alltäglichen Abwägungen. Damit befindet man sich in guter Gesellschaft, auch auf Regierungsebene darüber diskutiert wird, welche wirtschaftlichen Kompetenzen hat der neue Bundeskanzler? Können seine neuen Minister in ihren Ressorts gut haushalten? Welche ökonomischen Maßnahmen werden vom Nationalrat beschlossen, um Österreich aus der wirtschaftlichen Rezension zu führen?

Was sind die Kriterien für einen wirtschaftlichen Menschen, was macht einen Menschen zu einem sparsamen Menschen? Jeder trägt seine Vorstellung von einem kaufmännischen Menschen in sich. Zumeist lösen wir uns nicht von unseren eigenen Vorstellungen oder sind es Vorurteile. Unsere Vorstellungen sind nichts anderes als eine Kopie von dem, was wir sind. Dabei halten wir unseren Weg zum Ziel, als für den einzigen Weg und übersehen dabei, dass ein Ort von mehreren Seiten erreichbar ist. Da wirkt das Festhalten an einer Straße engstirnig, das Gegenteil von weitläufig. Oft wird erfolgreich mit einem rücksichtslosen oder verhärteten Charakter gleichgesetzt. Dabei ist man mit der Vermutung schnell bei der Hand, dass jemand der kein kühler Rechner ist, keinen Betrieb, sei es ein Hafnerbetrieb oder ein Textilhandel wirtschaftlich führen kann. Ist es passiert, über mehrere Jahrzehnte einen Kleinbetrieb zu führen, ohne Sturheit oder Härte, dann sieht man darin die Ausnahme von der Regel. Im kleinen Ausmaß erfolgreich war, ohne seine Persönlichkeit zu verstellen.

Begeistert sich ein Wirtschaftstreibender für Kunstausstellungen und Bücher, dann steht diese Person außerhalb, ist nicht normal, normal im Sinne des Stammtisches. Für Kleinunternehmer nicht üblich,eigentlich komisch. Zudem schreibt er auch für eine Regionalzeitung, merkwürdig. Seine Fantasie ist überbordend, etwas außer Rand und Band. Zu den Kuriositäten zählt die Befruchtung lokaler kaufmännischer Vereine.

Kuriositätenkabinett

X:machen II

Etwas aus den Schlagzeilen gefallen sind die beiden Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten (BP), da der bisher regierende Bundeskanzler in Österreich die Lust am Regieren verloren und alles hingeschmissen hat. So haben sich die Scheinwerfer der medialen Welt von den Bundespräsidentschaftsanwärtern abgewendet und dem scheidenden Bundeskanzler nachgeleuchtet. Versucht auszuleuchten, wer der neue Bundeskanzler und Parteivorsitzender der sozialistischen Partei wird. Kaum gefunden und im Amt, wird er schon mit einer Fülle von Wünschen überhäuft. Dem Neuen wird alles zugetraut, dass er alles durchsetzt und alle Reformen, in der Verwaltung und Wirtschaft, im Schul- und Pensionwesen, umsetzt. Alles läuft in den Medien und bei den Bürgern ab wie immer. Kommt ein Neuer an das Ruder, erwartet man von ihm ein Feuerwerk an Ideen und Taten, ein Wunder. Nach dem Pfingstfest ist man mit dem Begriff Pfingstwunder schnell bei der Hand. In drei Tagen sind wir, Staatsbürger, aufgerufen am amtlichen Stimmzettel ein Kreuzerl zu machen. Inzwischen dürften die meisten Wählerinnen und Wähler ihre Entscheidung getroffen haben, wen sie ankreuzen werden. Die Wahl zwischen zwei Kandidaten macht die Entscheidung leicht. Trotzdem führt kein Weg daran vorbei, dass dies in geheimer Wahl, in einer Wahlzelle, erfolgt. Die Zeiten des öffentlichen Kreuzerl machen sind vorbei.

Von Hotels, Behörden, Firmen, Universitäten oder von Krankenhäusern werden die Kunden und die Patienten immer öfter aufgefordert ein Feedback zu geben. Über viele Jahrzehnte befanden sich zu meist in der Eingangshalle  Gästebücher wo man seine Meinung zu den Leistungen hinterlassen konnte. Diese wurden durch kurze Fragebögen zur Kundenzufriedenheit, welche man anonym in einen Beschwerdekasten einwerfen konnte, abgelöst. Im Zeitalter Social Media kann man seine Bewertungen zum Service einer Flug- oder Bahngesellschaft, eines Hotels oder Firma zumeist online abgeben. Neuerdings kommunizieren die Firmen mit den Kunden und Kundinnen auf ihrer Webseite über eine Kommentarfunktion oder über das Netzwerk Facebook. Dort kann jeder selbst entscheiden, ob er sich anonym oder persönlich outet. Etwas anarchistisch mutet es an, wenn man von einem Wellness Center aufgefordert wird, seinen Kommentar in einem Protokollbuch einzutragen. Der Betreiber hat die Absicht die Meinungen dann auf Facebook zu posten. Ob hierbei ein Missverständnis über die Regeln der Social Media vorliegt.

Öffentliches Kreuzerl

X:machen I

Die Österreicher befinden sich im Wahlfieber, der Wahlkampf für das Amt des Bundespräsidenten (BP) befindet sich in der heißen Phase. Bei dieser Wahl gab es schon eine Vorentscheidung, eine Ausscheidungsrunde. Von den sechs Kandidaten sind zwei Kandidaten übrig geblieben, diese treten am kommenden Sonntag zur entscheidenden Stichwahl an. Diese Wahl entscheidet wer BP wird. Bei den letzten TV-Auseinandersetzungen gab es zwischen den beiden Kontrahenten recht heftige Angriffe auf die Positionen des Anderen. Beide versuchten den jeweils anderen in ein schlechtes Eck zu stellen. Im schlimmsten Fall im Gegner eine Gefahr für Österreich zu sehen. Dabei wurden alle Verbindungen zu Parteien, Burschenschaften oder Weltanschauungen schlecht gemacht. Es ist immer der Andere, welcher die Aufgaben eines Bundespräsidenten nicht erfüllen wird können. Stimmt nur ein Teil der Aussagen, dann muss man sich um Österreich Sorgen machen.

Anderseits beteuern beide Bewerber, dass sie, wenn für Österreich Gefahr in Verzug ist, einschreiten würden. Die Parteichefs zu sich in die Präsidentschaftskanzlei, prunkvolle Räume aus der guten Kaiserzeit, einladen würden und dort den Ministern in das Gewissen reden. Ob gutes Zureden bei Männern & Frauen über fünfzig noch Sinn macht? in diesem Alter sind die meisten schon auf Schiene. Sie haben ihre Standpunkte und Meinungen, da fährt die Eisenbahn drüber. In einer ganz brenzligen Situation würden sie sogar bereit sein, die Bundesregierung zu entlassen und Neuwahlen auszuschreiben. In den letzten Jahrzehnten haben die Bundespräsidenten zumeist freundlich aus dem Fernsehen gelächelt, ebenso in den Schulen, von den Wänden der Klassenzimmer. Ein freundlicher älterer Herr, Adolf Schärf, wie ich dies in Erinnerung habe. Die Arbeit der BP ist bisher sehr zurückhaltend verlaufen, aber beide Kandidaten bekunden, sie wollen einen aktiven Präsidenten abgeben.

Kampfstimmung

Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...176 177 178 weiter