frühjahr:putz I

Beim Frühjahrsputz  mitzuhelfen fühle ich mich verpflichtet. Zudem ist es körperlich angenehm zwischendurch die Bewegungsabläufe zu ändern. Gemeint ist die sitzende Haltung beim Schreiben von Blogtexten. Vor einem Jahr habe ich mir ein mobiles Stehboard angeschafft, wo gleichzeitig Platz für den Drucker und für Ordner ist. Es hat auch die ideale Höhe um stehend am Laptop zu schreiben, bis heute habe ich dies kaum genützt. Am liebsten schreibe ich sitzend, bequem, wobei alle Parameter passen müssen. Die Höhe des Bürostuhles, aber auch eine Abschottung von den übrigen Aktivitäten in der Wohnung. Im Frühjahr freut sich mein Auge über den Blick auf die Obstbäume in Nachbars Garten. Etwas entfernter, aber gut positioniert, der Mittagskogel, immer auf demselben Fleck. Diese Idylle steht im Gegensatz dazu, dass in nächster Nähe, zu Fuß etwa zwanzig Minuten, Villachs größtes Shoppingcenter steht. Das Einkaufszentrum Atrio, Mediamarkt, Bauhaus, Leiner und Andere. Von den Einkaufstouristen, egal ob zu Fuß oder per Auto bleibt unsere Wohnanlage völlig unberührt, nimmt an dem Trubel keinen Schaden. Es ist für mich eine fremde Welt, wenn ich ab und zu im Atrio bin. Dort sehe ich künstliches Grün und Frühlingsdekorationen aus Plastik, begegne trotz des großen Warenangebots eher mürrischen und unzufriedenen Gesichtern. Wahrscheinlich ist es der Überfluss, dass sich nicht entscheiden können, was man ob der großen Auswahl kaufen soll. Im Alltag schätzt man das Kleid oder die Weste kaum, weil so günstig. Beim Kauf  denkt man schon darüber nach, was wird diese Weste in kurzer Zeit ersetzen. Heute kauft man Bekleidung nicht mehr im Bewusstsein auf Dauer, sodass man das Stück persönliche schätzt, sondern im Bewusstsein, es wird bald entsorgt. Spätestens in der nächsten aktuellen Jahreszeit. Die Vorstellung ein Kleidungsstück nur kurz in Gebrauch zu haben, senkt auch die Freude am Kauf. Durch die Kurzlebigkeit der Konsumgüter haben wir uns selbst die Freude am Besitz abgegraben.

Frühlingserwachen.

3 Gedanken zu “frühjahr:putz I

  1. Auch Bücher sind zu Konsum geworden!
    Viele werfen ungelesene Bücher weg, aus verschiedensten Gründen. Es muß Platz geschaffen werden für Neues 🙂

  2. Hallo Gerhard!

    „Auch Bücher sind zu Konsum geworden“, diesen Aspekt greife ich in den nächsten Einträgen auf. Werde ich auf Umweltschutzthemen angesprochen, dann verweise ich darauf, dass die Reduktion unseres Konsum um dreißig Prozent der effektivste Umweltschutz wäre.

    Gruss schlagloch.

  3. Jesus sagt, wer Jesus sieht, sieht den Vater. Somit ist ein Vatertag sinnlos, wie ihn unsere Gratiszeitung „DER GRAZER“ zu feiern suchte, denn niemand wird mit einem andern Vater feiern, wenn er mit Jesus feiern kann, der mit ihm ist alle Tage „bis an der Welt Ende“, wie Jesus im Evangelium des Besatzungsmachtsteuerbeamten Levi sagt, „Mt 28,20“. Aber was für eine Perle muß dann der Kaufmann erst kaufen – „Mt 13,45-46“?

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