katzen:glück II

Für unsere Neugierde, was verbirgt sich hinter der Frucht vom Baum und was ist außerhalb des Paradieses los, wurden wir von Gott mit Erkenntnis und Bewusstsein bestraft. Würden wir, hätten wir noch einmal die Wahl, das Paradies gegen Erkenntnis und Bewusstsein eintauschen?  Vorsorglich hat uns Gott eine letzte Hürde eingebaut, wir sind nicht allwissend. Die Triebfeder alles menschlichen Tuns ist das Streben nach Allwissenheit. So großzügig war Gott nicht. Etliche Male glaubte man schon, in der Vergangenheit und in der Gegenwart, dass wir das Tor vom Wissen zur Allwissenheit aufstoßen können. Mit jeder frischen Entdeckung, mit jeder neuen wissenschaftlichen Formel glaubten wir, das Tor zur Allwissenheit aufzustoßen. Wenig später mussten wir feststellen, dass wir vor einem weiteren, verschlossenen Tor stehen. Wiederum bemühen wir uns den Code für dieses Tor zu entschlüsseln. Sind wir zu überheblich, weil wir wie Gott sein wollen? Im ersten Gefühlstaumel hat uns der Allmächtige das Gefühl vermittelt, wir sind jetzt allwissend, wir können für uns selbst sorgen. Mit den Schätzen der Erde können wir uns ein Himmelreich auf Erden schaffen. Zuweilen scheitern wir mit unserem Wissen und unserem Erfindergeist.Gott hält eine weitere Trumpfkarte in der Hand, so geschickt wir beim Kartenlegen sein mögen, soviel Glück wir beim Glücksspiel haben, egal ob im Lotto oder im Casino. Er hat es in der Hand, wann unser Leben zu Ende ist. Wir können alle Trumpfkarten in unserer Hand vereinen, einen Stich um den anderen machen, die letzte Karte spielt Gott aus. Eine Karte die alles übertrumpft, die mit unserem Sterbedatum.

Erhebe ich Gott gegenüber falsche Vorwürfe? Wollte er uns schonen, indem wir nicht wissen, wann der Tod eintritt? Um uns nicht Jahrzehntelang über Gebühr zu belasten. Ein Wissen, welches für mich unerträglich gewesen wäre. So sehe ich darin eine gewisse Ordnung, die, könnte ich sie ändern, nicht ändern würde.

In dieser Hinsicht hat der Schöpfer die Tiere bevorzugt, sie besser gestellt als uns Menschen?  Er hat ihnen das Bewusstsein nur für den Moment gegeben, nicht für die Vergangenheit und nicht für die Zukunft. Befinden wir uns auf einem biologischen Holzweg, wenn wir glauben, im Tierverhalten menschliche Verhaltensweisen zu entdecken. Durch die Forschung wollen wir uns beweisen, dass wir höher entwickelt sind als die Tiere. Dies tut unserem Selbstwertgefühl gut. In einem Faktor sind alle Lebewesen gleich, keines weiß im Vorhinein wie lange es hier auf Erden leben wird. Der eine und andere Mensch, das eine und andere Tier spürt möglicherweise, dass seine Lebenszeit zu Ende geht.

Abschiedstränen

2 Gedanken zu “katzen:glück II

  1. „Wollte er uns schonen, indem wir nicht wissen, wann der Tod eintritt? “
    Wir wissen doch, daß er eintritt, Franz. Und zwar einen recht abgesteckten Rahmen kennen wir..
    „Er hat ihnen das Bewusstsein nur für den Moment gegeben“
    Man hat beobachtet in Versuchen, daß bestimmte Tiere (Krähen wohl) auf eine Leckerspeise verzichten, wenn sie wissen, daß eine grössere auf sie wartet. Nähmen sie die kleinere Probe, bekämen sie nicht die grössere, die nach geraumer Zeit für sie erreichbar wäre.
    Also denken diese Tiere in die Zukunft.

    Abschiedstränen erleben wir jetzt, wo wir vital sind. Gestern las ich einen erschütternden Bericht über russische Kriegsgefangene in einer Zitadelle in den 40er Jahren. Einer von den Verhungernden schrieb an die Wand: „Dauert das Sterben lange!“. Ich glaube, wenn das Ende unausweichlich ist, kehrt der Mensch zuletzt innerlich um und möchte es schneller. Doch auch da ist man ausgeliefert.

  2. Hallo Gerhard!

    Dass „der Rahmen“ für den Todestag sehr weit gesteckt sein kann, zeigen mir zwei Menschen, welche ich gekannt habe. Der eine Bekannte ist mit 64 Jahren verstorben, die andere Bekannte mit 104 Jahren. Für menschliche Verhältnisse eine große Zeitspanne.

    Natürlich denken Tiere in die Zukunft, wenn wir zum Beispiel das Ansammeln von
    Vorräten für den nächsten Winter dazuzählen. Aber wie halten es eigentlich Tiere mit den Plänen über mehrere Sommer und Winter hinweg…?

    Gruss schlagloch.

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