kind:heit II

Das Bedürfnis nach Anleitungen für die Unterstützung beim Erziehen der Kinder schlägt heute in das Gegenteil um. Durch den leichten Zugang zum Internet wird bei jedem Konflikt mit dem Kind, bei jedem Furz des Sprösslings, im Internet gegoogelt. Kurz und bündig ausgedrückt, bei Problemen und Beschwerden mit Jugendlichen schlag nach bei Google. Googeln hilft immer, zumindest erhöht es die Zweifel. Nicht viel geändert hat sich an den Entwicklungsphasen der Jugendlichen, man könnte sagen Gott sei Dank.  Manche Abschnitte setzten um ein bis zwei Jahre früher ein.

Heute beklagt man, dass es zu wenige Psychologen, im speziellen Kinderpsychiater gibt, genauso wie Sozialhelferinnen. Vor fünfzig oder dreißig Jahren war die Ansage an das Kind, du kommst zu einem Psychiater, eine Drohung. Genauso wie man man den Kindern gedroht hat, wenn du nicht brav bist, dann holt dich der Krampus. In Kärnten gab es zwei Krampusgestalten als Psychiater, dies waren die Personen S&W.  Beide wurden sowohl für Kinder als auch für Erwachsene als Druckmittel eingesetzt. Ich glaube, diese Psychoruten an der Wand prägen bis heute das Verständnis und das Bild von Psychiatern und Psychologen bei der älteren Generation. Lieber am Operationstisch eines Chirurgen, als auf der Couch eines Psychiaters landen.

Krampuslauf

2 Gedanken zu “kind:heit II

  1. Hätte es vor 55 Jahren einen Psychiater in der Kleinstadt meiner Schule gegeben, wäre ich vermutlichr besser ins Leben gekommen. So blieb einfach nichts anderes als Duldung der eigenen Probleme.
    Man hat damals auch nicht genäht, wenn man eine tiefere Wunde hatte. Ich habe einen Schulkollegen, dessen Sehprobleme erst mit 13 Jahren entdeckt wurden.
    Schande!

  2. Hallo Gerhard!

    In der Wundversorgung bzw. Chirurgie hat sich bestimmt vieles verbessert. Bis jetzt bin ich von „größeren eingriffen“ verschont geblieben.

    Meine Sehschwäche hat sich dadurch gezeigt, dass ich die Buchstaben der gotischen Schrift nicht ordnungsgemäß abgeschrieben habe. Den Professor für Bildnerische Erziehung hat dies zur „Weißglut“ gebracht.

    Gruss schlagloch.

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