warte:zimmer II

Ich will die Wartezeit nicht vergeuden, sondern sinnvoll gestalten, etwas Nützliches für andere oder für mich tun. Mich nicht dem Gerede über die Krankheiten anschließen, in diesem Fall über die Todesarten. Wie bei einem die Krankheit verläuft, wenn sie auch denselben Sammelbegriff hat, wie Husten, Gallensteine oder Gastritis, ist unterschiedlich. Es gibt viele Grautöne und bei jedem können sich die Beschwerden anders auswirken. Wir sprechen alle von dem einem Sterben, so wird das Sterben, denke ich, ganz verschieden sein. Jede Krankheit ist etwas individuelles, so ist auch der Tod etwas Individuelles. Martin Luther wird der Satz zugeordnet: Wenn er morgen sterben müsste, würde er noch heute einen Apfelbaum pflanzen. Heuer, im Lutherjahr wurde definitiv erklärt, dieser Ausspruch stamme keinesfalls von Luther.

In diesem Zusammenhang darf man sich nicht wundern, dass Menschen die sich im Wartezimmer des Sensenmannes befinden, manches Mal die Geduld verlieren. Sei es bei einem Projekt welches sie beginnen möchten oder wenn sie wegen ihrer Erfahrung zu einem Projekt eingeladen werden. Aus ihrer Erfahrung und ihrem Wissen heraus, nicht aus ihrer Kraft heraus, sehen sie, dass für manche Details keine Zeit vorhanden ist. Die nebensächlichen Details möchten sie gerne überspringen. Einerlei ob man Zeit seines Lebens oft oder eher selten in einem Wartezimmer eines Allgemeinmediziners gesessen ist, dem letzten Wartezimmer entgeht niemand. Es gibt keinen Umweg. Die Dankbarkeit gehört dafür, dass man in das Sprechzimmer des Todes nicht gestoßen wird, sondern langsam darauf zugeht.

Tag der offenen Tür

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