DROGE.POLITIK

05.01.2004   DROGE . POLITIK 

Heute sind die Politiker die modernen Heilsverkünder. Sie werden von PR-Leuten gemanagt. Eine Werbefach-Frau sagte, es gibt keinen großen Unterschied zwischen einer Werbekampagne für Katzenfutter und einer Werbe-Kampagne für einen Politiker. Die Politiker verkaufen uns die Einsparungen bei den Sozialleistungen und das Wegnehmen von Pensionsrechten als einen Erfolg. Die Bürger wissen anderseits, dass das Leben nicht nur aus schönen Momenten besteht, sondern auch aus bitteren Zeiten. Es geht in der Politik um den Machterhalt. Niemand wird eine Partei wählen welche sagt, es muss gespart werden. Die Wahlversprechen und Ansprachen der Politiker sind die tägliche Droge für das Volk.

Die Politik ist eine Droge. 

Kommentare:
W. am 5. Januar 2004 um 15:33
Doch ich glaube schon, dass Politiker auch gewählt werden, wenn sie einem sagen das gespart werden muss. Aber sie müssen es einem heutzutage einfach geschickt verkaufen und das ist trotz der PR-Manager nun mal keine ganz so einfache Sache. Zu mindest bemerke ich erheblich mehr Staatsverdrossenheit als vor 30 Jahren.
schlagloch am 12. Januar 2004 um 11:42

Die Reformer sind immer im Recht, weil wenn eine Reform nichts nützt, dann gibt es eine Reform der Reform und eine Reform jagt die Nächste. Es gibt kaum Reformen die nicht sofort reformiert werden. Es braucht nicht Reformen für 2004 sondern Entscheidungen für 2040.

 

W. am 12. Januar 2004 um 17:11

Das sehe ich ganz genauso das Entscheidungen gefordert sind,  aber was erhalten wir denn? Doch wohl keine wirklichen Entscheidungen, sondern leider wirklich nur Reförmchen, die bald vom nächsten Reförmchen abgelöst werden, das stimmt leider wirklich. Dabei geht unsere gesamte Wirtschaft immer weiter den Bach runter

E. am 13. Januar 2004 um 19:30
Das ist richtig mit den Entscheidungen für 2040. Wird nur ziemlich viel Verlust an Lebenstandart bringen, nur das  will  keiner den Menschen sagen. Außerdem sind da auch noch starke wirtschaftliche Einbussen in allerlei Bereichen der Wirtschaft, ob nun Urlaub, Lifestyle oder Lebensmittel oder was auch immer. Dabei wird doch eigentlich eher noch mehr Konsum erwartet um Arbeitsplätze zu schaffen. Die 40Std. Woche wieder einzuführen, die Ausgaben des Staates zu senken, das allgemeine Sponsoring zu entwickeln/auszubauen.

07.01.2004   SKLAVEN . MARKT

Die vergangenen Jahre waren und auch die nächsten Jahre werden davon geprägt sein die Wahlversprechen und Wahlzuckerln der letzten Jahrzehnte zu kürzen. Vom Wohlfahrtsstaat zum Reduktionsstaat. Es hat den Anschein, dass dies nicht mehr genügt. Es gibt neue Belastungen und es werden Besitzwerte, welche allen Österreichern gehören, verkauft. Unter anderem die Post-Betriebe, die VÖEST und die Österreichischen Bundes-Bahnen. Der Verkauf wird mit dem Wort Privatisierung beschönigt. Manche Gemeinden verkaufen zur Geldbe-schaffung ihr Kanalnetz. Als Letztes wird man unsere Abgaben an einen Investmentfond verkaufen, wir Staatsbürger werden zu Arbeitssklaven.  

Am Rathausplatz Sklavenmarkt statt Eislaufplatz . 

Kommentare:  
E. am 9. Januar 2004 um 15:53
Das Privatisieren von Staatsbetrieben hat Deutschland schon teilweise hinter sich, eigentlich recht erfolgreich. Probleme, Stress, Ärger gibt’s  immer. Österreich war meines Wissens was die Vettern- und Parteibuchwirtschaft betrifft wohl noch etwas extremer als Deutschland oder irre ich mich?

09.01.2004   ZEITEN . WECHSEL 

Nach dem Dreikönigstag, wo sich der Wechsel von der Weihnachtszeit zur Faschingszeit vollzieht sieht man in den Restaurants, in den Schaufenstern und auf öffentlichen Plätzen in vielen Gemeinden noch die Weihnachtsdekoration und die Weihnachtsbeleuchtung. Es werden noch einige Tage vergehen bis die, jetzt als lästig und störend empfundenen, Weihnachtsdekorat-ionen und Beleuchtungen,  im Schlagloch der Jahreszeit verschwinden werden.

Im Januar gibt es viele Spaziergänger welche die Wasservögel füttern. Werden die Enten in der Wörther-Seebucht gefüttert, so kommt  es zwischen den Enten untereinander zu einem Kampf um jeden Bissen Brot welchen man ihnen zuwirft. Jede Ente, welche einen Bissen Brot ergattert, wird von fünf anderen Enten bedrängt, welche ihr diesen Happen abjagen möchten. Andere Vögel fliegen mit ihrer Beute hoch und werden dabei von anderen Vögel im Flug angegriffen. Es sind Bilder wie aus einem Kriegsfilm mit Kampfflieger.

Wer nichts besitzt kann nichts verlieren.

 

12.01.2004   KATZ . ENGEL 

Die Haltung von Haustieren hat gute Auswirkungen auf die Gesundheit der Hausbewohner, dies wurde in vielen medizinischen Studien nachgewiesen. Eine besondere Stellung unter den Haustieren nehmen die Katzen ein. Sie gehören zu den geheimnisvollen Tieren und der Umgang mit ihnen hat einen positiven Einfluss auf das vegetative Nervensystem, von blutdrucksenkend bis stressabbauend. Jede Katze hat ihre eigene Persönlichkeit und Seele. Prägt der Mensch die Katze oder prägt die Katze den Menschen?  Durch die Katze lässt sich gut Verhaltens-Forschung betreiben. Eine Katze sucht sich den Bezugs-Menschen in der Familie aus, welcher ihrer Wesensart entspricht. Ist die Katze besonders neugierig, dann wird ihr Lieblingsmensch ein aufgeschlossener Mensch sein. Eine Katze mit besonderer Ausdauer wird sich zu einem standfesten Menschen hinwenden. Im altem Ägypten waren die Katzen heilig und wer eine Katze getötet hat wurde mit dem Tode bestraft. 

Katzen sind  persönliche Schutzengel.

 

14.01.2004   SPIEL . TAG 

Die Wände des polnische Pavillon auf der Biennale 2003 in Venedig waren von Stanislaw  Drozdz mit Tapeten, auf denen Würfel mit verschiedenen Augenzahlen abge-bildet waren tapeziert. Die möglichen  Zahlenkombina-tionen übersteigen die Millionengrenze. Als Besucher hatte man die Möglichkeit zu würfeln und die erwürfelte Zahlenkombination auf den Wänden zu suchen.

Die meisten von uns  wollen gewinnen und sei es beim „Mensch ärgere dich nicht Spiel“. Keiner will verlieren. Deshalb beachten wir im Leben die Verlierer nicht, niemand will Kontakt mit ihnen haben. Alle drehen sich nach den Siegertypen um, im Beruf, beim Sport, in der Freizeit und auch bei der Partnerwahl. Das größte Spiel ist das tägliche Spiel gegen den Tod. Jeder will den heutigen Tag überleben, niemand will sein Leben verlieren.  

Einmal heißt es: Die Würfel sind gefallen. 

 

16.01.2004   SECHZIG . JAHRE 

An einem frostigem Sonntagvormittag spaziere ich von Warmbad Villach auf die Napoleonwiese. Sie liegt am  Ausläufer des Dobratsch. In diesem Bergrücken befinden sich die „Kardisch Höhlen“, die ob ihrer geschützten und sicheren Lage schon viertausend Jahre v. Ch. von Menschen bewohnt wurden. Dies sind sechstausend Jahre vor unserer Zeit. Niemand vermag sich diesen Zeitraum vorzustellen. Wir können uns konkret vor-stellen, was wir in den nächsten sechs Tagen tun werden und haben Einblick was uns die nächsten sechs Monate erwartet. Wir können Vermutungen aufstellen wo wir in sechs Jahren sein werden. Was mit uns in sechzig Jahren sein wird ist für viele rein vom Lebensalter unvorstellbar. Solche, die es biologisch erleben können, sind mit aktuellen Dingen beschäftigt. Berichte über das Leben vor sechstausend Jahren klingen für uns so, als sei es vor sechshundert Jahren passiert. Der Mensch bewegt sich in seiner Vorstellung im Zeitraum von sechzig Jahren. Am Rande der Napoleonwiese ist ein zugefrorener Teich. Um die vom Eis eingeschlossenen Hasselnussstauden ist die Eisdecke aufgeworfen.

Zu Eis erstarrte Schlaglöcher.

 

18.01.2004   SINN . KRANKHEIT

Jetzt, wo einige Wochen des Jahres 2004 vergangen sind und dieses Jahr noch als  das neue Jahr bezeichnet wird und man vom Jahr 2003 vom das alte Jahr  spricht, bin ich noch nicht in den Alltagstrott zurückgekehrt und habe gute Hoffnungen für das neue Jahr. Ich bin froh das alte Jahr losgeworden zu sein, persönlichen Ballast abge-worfen zu haben. Ich gehe in den ersten Wochen des neuen Jahres leichter und aufrechter, weil mir die Bürde des alten Jahres abgenommen wurde und die Bürde des neuen Jahres noch leicht ist. Die Freude über das neue Jahr kann  bei schlechten Nachrichten in das Gegenteil umschlagen, man wünscht sich dann, dass es bald vorüber ist. Manchmal ist dieser Wunsch verknüpft mit dem Wunsch, dass das Leben bald vorbei ist. Es gibt schwer kranke Menschen die den Wunsch gesund zu werden nicht mehr äußern und sich wünschen, dass das Leben bald vorbei ist. Ein gesundes Leben sinnvoll zu leben ist  schwer, noch schwieriger ist es ein krankes Leben sinnvoll zu leben.  

Was gibt der Krankheit Sinn. 

 

19.01.2004   EU . SPITZE

Wenn man von Spitzen hört ist Vorsicht angebracht. Bei einer spitzen Stange kann man sich aufspießen, von einer spitzen Lanze kann man durchbohrt werden. Ein spitzer Gegenstand kann das Auge verletzen, ein spitzes Messer kann jemanden töten. Ein spitzes Wort kann einen Streit auslösen, auch von einer versteckten Spitze kann man getroffen werden.  Die Spitze eines Eisberges brachte das Luxusschiff Titanic zum Untergang. Die Spitzen bei der  Verschwendung von Geld im Staat oder die Spitzen der Freundeswirtschaft  sind nichts Gutes.

Die Schlagzeile in den Nachrichten des österreichischen Rundfunks lautete, Österreich ist EU-Spitze. Über diese Meldung freut man sich als Durchschnittsösterreicher. Wer möchte nicht  das Eine oder das Andere mal zur Spitze gehören. Der Hintergrund warum Österreich  EU-Spitze sind ist für den normalen Staatsbürger kein Grund sich zu freuen. Die Bezüge der österreichischen Minister von monatlich ca. € 17.500.- sind die höchsten in der EU. Das Österreich als eines der kleinen EU Mitgliedsländer die bestbezahlten Minister hat ist eine Spitze, die sich in das Fleisch des Durchschnittsösterreichers bohrt. Diese Gehälter bewilligen sich die Minister selbst und dies ist die Spitze  der Rücksichtslosigkeit gegenüber den Wählern. Viele Arbeitnehmer in Österreich verdienen  im Jahr ca.  € 17.500.-. Sie haben  bei ihrer Arbeit ihre ganze Kraft gegeben.  

Diese Ministergehälter sind die Spitze der Ungerechtigkeit.  

 

24.01.2004   KONSERVE . LEBEN 

In den letzten Tagen hat es  Neuschnee gegeben. Soviel, dass die Bäume und Sträucher  weiß geworden sind. Ein Spaziergang führt mich auf ein kleines Hochplateau, auf eine Wiese. Ich gehe durch den frischen Schnee und meine Abdrücke sind die Ersten im neuen Schnee. Alles strebt heute in der Zeit des Massenkonsum nach Einzigartigkeit. Je älter man wird umso mehr sehnt man sich nach Unverbrauchtem. Wenn man nur aus Konserven lebt, dann begehrt einen nach frisch zubereiteten Speisen. Im Alter wird das Leben  in einer Konserve konserviert, es wird zu einer Konserve. Glück ist, wenn jemand die Konserve öffnet und am Inhalt Interesse hat. Das Alter sehnt sich nach der Jugend. Die Verursacher des Jugendkultes sind die alternden Modeschöpfer, Filmproduzenten und Werbemanager. Der Jugend ist der Jugendkult egal.  

Man ist jung. 

 

26.01.2004   HAND . LANGER 

Ist der Arzt ein Handlanger Gottes oder des Schicksal? Es kommt  auf die persönliche Sichtweise an, ob man Gott als Lenker der Dinge sieht oder das Schicksal. Bevor der Arzt die Diagnose stellt ob ein Geschwür gut oder bösartig ist, steht die Krankheit schon fest. Ist die Zukunft vorbestimmt und laufen wir unserem Schicksal  hinterher? Wo kann Gott an unserem Schicksal, einer schweren Erkrankung, etwas ändern. Beginnt nach der Diagnose ein offener Abschnitt in unserem Leben, sodass danach das Leben neu bestimmt werden kann? Schließt  eine schlechte Diagnose ein gutes Leben danach aus? Werden die Gebete um Gesundheit an andere übertragen und hilft uns ein fremdes Gebet. 

Hilft Gott nur im Zweifelsfall?

 

 02.12.2003   WO . LEBEN 

Nach acht Stunden Email- und Internettraining  gehe ich am Drauweg spazieren. Die Felder neben der Drau sind teilweise unbewirtschaftet. Es ist Spätherbst, ein warmer Föhn streicht über meinen Kopf, wo noch die An-strengungen vom Tag spürbar sind. Die Drau ist smaragdgrün und fließt ruhig dahin. Heute Morgen war es hier im Bereich des Technologiepark nebelig. Der Nebel lag schwer über dem Flussbett und man fühlte sich in den Fluss hineingezogen. Zu Mittag hat die Drau im Sonnenschein gelacht und die Menschen die spazieren gegangen sind waren gut gelaunt. Jetzt am späten Nachmittag hat die Drau etwas beruhigendes.

Wo ist das Leben? Ist das Leben im Internet, wo Informationen und Nachrichten von überall abrufbar sind. Vor mir taucht auf einer Anhöhe das Kloster Wernberg auf. Haben die Nonnen im Kloster das wahre Leben gefunden? Findet das Leben in der Arbeitswelt, in der Freizeit oder in der Familie statt. Die Natur lebt in ihren Gräsern, Blättern und in den Schwänen die auf der Drau schwimmen. Auf der Autobahnbrücke die den Fluss überquert fahren Busse mit Urlaubern vorbei. Bedeutet reisen leben?

Das Leben entsteht im Kopf.

03.12.2003   NEBEL . FEUCHT 

Es regnet, es ist nebelig und feucht. Ich bin in Villach und gehe durch die Italienerstrasse. Es erwartet mich heute viel Arbeit und  doch geht  es mir gut. Vor drei Jahren war das Wetter um diese Zeit schön, ich war in der selben Strasse und hatte nicht soviel Arbeit und doch war meine Lage schlechter. Das schlechte Befinden ver-ursachte ein Nierenstein welcher akut geworden war und irgendwo im Harnleiter steckengeblieben ist. Er verursachte Koliken und ich befand mich auf dem Weg zu Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen. Noch wusste niemand ob der Nierenstein, der jetzt ein Harn-leiterstein ist, spontan ausgeschieden wird oder ob ein Krankenhausaufenthalt notwendig sein wird. Was nützt in einer solchen Lage das schöne Wetter, wenn es nicht wahrgenommen wird. Warum scheint die Sonne auch für Kranke, Hungrige, Verzweifelte und Sterbende. 

Gerechtigkeit hat einen Namen, Sonne.

05.12.2003   KÖRPER . VERSTAND 

Unser Körper beweist oft größere Flexibilität als unsere Gedanken. Manchmal haben wir Angst vor jeder Veränderung und sehen jeder kleinen Umstellung mit Besorgnis entgegen. Bei einem Nichtbrillenträger kann das Tragen einer Brille  Befürchtungen auslösen. Ähnlich ergeht es Brillenträger die von einer Nah- oder Fernsichtbrille zu einer Gleitsichtbrille wechseln müssen. Man stellt sich die unmöglichsten Situationen vor, dass man die Leute verzerrt sehen wird, die Landschaft nur noch ein Schatten sein wird und man nicht mehr lesen wird können. Der Körper kann uns überraschen und das Zusammenspiel mit den Gehirnfunktionen ist besser, als man es sich vorher in den Gedanken vorgestellt hat. Nach drei Tagen bleibt von den Befürchtungen nichts übrig. Die Menschen, die Umwelt und die Zeitungen haben noch nie so klar ausgesehen als wie durch eine Gleitsichtbrille. 

Der Körper kann mehr als der Verstand.


10.12.2003   ALLTAG . LEBEN 

Ein Todesfall tritt oft plötzlich ein. Nichts überrascht einen so wie der Tod eines Verwandten oder Bekannten. Auf vieles kann man sich vorbereiten. Man bereitet sich immer auf etwas vor, auf den morgigen Tag, auf das nächste Wochenende, auf eine Prüfung oder auf einen Wohnungswechsel. Niemand bereitet sich auf einen Sterbefall vor, man hält den Tod  für unmöglich, den Eigenen wie den eines Anderen. Der Tod kommt so unerwartet wie eine Vollbremsung beim Autofahren. Der Tod ist immer eine Überraschung. Man findet keine Worte für den Tod, der Tod besteht in den meisten Köpfen aus einem Wort und dieses heißt Tod. Wenn man mit dem Tod konfrontiert wird, dann hat man  zwei Möglichkeiten, man redet über das Leben des Ver-storbenen oder über das eigene Leben. 

Der Tod bringt das Leben in den Alltag.

12.12.2003   NEBEL . ROT

Im Spätherbst kommt es im Villacherbecken und im Wörtherseebereich zu verstärkter Nebelbildung. Die Pendler, welche mit dem Auto in den frühen Morgen-Stunden zur Arbeit fahren, sind davon besonders betroffen. Beim Autobahnknoten Villach münden verschiedene Auffahrten in die Autobahn. Wer auf der Autobahn aus Richtung Italien kommt sieht parallel zur Autobahn eine Spur von roten Punkten. Plötzlich befinden sich die roten Punkte vor einem auf der Autobahn. Auf einmal ist der Nebel rot. Im Autoradio singt man von Hollywood, von der Liebe und vom Himmel. 

Wer nicht acht gibt ist im rotem Nebel tot.
13.12.2003   SCHLAGLOCH . ZEIT

Jetzt, um zweiundzwanzig Uhr, frage ich mich, wo die Zeit des Tages geblieben ist. In der Früh um sechs Uhr war die Zeit des ganzen Tages noch vor mir. Der neue Tag erschien mir unendlich lang und voller Über-raschungen. Ich hatte wenig vorgeplant. Es war viel Zeit für das Unvorhersehbare, für die Wünsche und Anliegen fremder Menschen vorgesehen. Von wem bekommen wir die Zeit für einen Tag geschenkt und für was? Hat die Zeit einen  bestimmten Auftrag von dem wir nichts wissen und woher kommt die Zeit? Die Zeit kommt aus einem der Schlaglöcher des Universum. Die Mittags-Glocken erinnern uns daran, dass die halbe Tageszeit verstrichen ist. Der Nachmittag erscheint uns dem Gefühl nach viel kürzer als der Vormittag, obwohl er gleich viele Stunden hat. Gegen siebzehn Uhr erreicht die Hektik in den Strassen und Einkaufszentren ihren Höhepunkt. Man versucht die  unerledigten Dinge des Tages noch zu erledigen. Man probiert die verlorene Zeit des Tages aufzuholen, ein unmögliches Unterfangen. Spätabends müssen wir feststellen, dass wir den Wettlauf gegen die Zeit verloren haben. Die verstrichene Zeit kommt nicht wieder, auch nicht am morgigen Tag. Die Zeit kehrt in das Schlagloch des Universum zurück und wird morgen jemand anderem zur Verfügung stehen. 

Die Zeit ist ein Durchlaufposten.

Kommentare:
Z. am 14. Dezember 2003 um 00:27
Wie wär’s, wenn Du nicht gegen, sondern mit der Zeit lebst. Lebe im Hier und Jetzt und die Zeit währt ewig .
schlagloch am 22. Dezember 2003 um 21:32
Woher kommt und wohin geht die Zeit ist eine zeitlose Frage.

Z. am 23. Dezember 2003 um 17:38
Zeit ist eine Frage der Gesichtspunkte. Getrennte Gesichtspunkte erschaffen Raum und Raum ist die Voraussetzung für Zeit.

15.12.2003   GUT .  BÖSE 

In der Weihnachtszeit  ist das  Bedürfnis  den Anderen zu  verstehen und von den Anderen verstanden zu werden besonders groß. Diese Erwartung ist bei den meisten Menschen vorhanden. Im Weihnachtstrubel ist es schwierig für die Anderen immer Verständnis und Geduld zu zeigen. Eine Fülle von Spendenaktionen werden gestartet um die in Not geratenen Menschen zu helfen. Es wird an unsere Menschlichkeit appelliert. Mehr Menschlichkeit kann man auch bei alltäglichen Dingen beweisen: So etwa beim Autofahren, wenn man einen anderen Autofahrer problemlos einreihen lässt oder ihm die Vorfahrt anbietet. Sich trotz knapper Zeit im Super-Markt bei der Kassa einreiht und sich nicht vor-schwindelt. Auch das man sich die Zeit nimmt und jemandem der keine Ansprache mehr hat mit Interesse zuhört. Kein menschliches Vorbild war ein Mitarbeiter der in den Ruhestand getreten ist und sich von den Kollegen mit der Bemerkung verabschiedet hat: „In Zukunft wird euch langweilig sein, denn ich gehe in Pension und dann wird niemand mehr hier sein der euch ärgert“.

Weihnachten beginnt beim menschlichem Umgang .

Kommentare:

M. am 16. Dezember 2003 um 14:16
Viele spenden Geld um sich von der Zuwendung zum nächstem freizukaufen.
K. am 16. Dezember 2003 um 20:38
„In der Weihnachtszeit ist das Bedürfnis den anderen zu verstehen und von den anderen verstanden zu werden besonders groß.“ Damit hast du mehr als recht, wer  wünscht sich nicht ein schönes friedliches  Weihnachtsfest. Gerade bei Singles kommt dann noch das Gefühl des Alleinseins hinzu, was das Bedürfnis nach Geborgenheit etc noch verstärkt.

17.12.2003   ADVENT . WACHE 

Im Advent erinnere ich mich an einen Todesfall  in unserer Nachbarschaft in Politzen. Das Leben auf dem Bauernhof ist im Winter ruhiger als zu anderen Jahres-Zeiten, es gibt weniger Arbeit. Zu den gleichbleibenden Arbeiten zählt das Füttern und Melken der Kühe. Rund um das Haus und den Stall waren in den Schnee schmale Stege ausgeschaufelt. Ich war Volksschüler und das Unglück passierte in einem Winter mit viel Schnee. In der Nachbarschaft lebte in einer Keusche ein Arbeiterehepaar mit einem kleinem Sohn und einer Kuh. Der Mann arbeitete im fünf Kilometer entfernten Heraklithwerk in Ferndorf. Er arbeitete dort im Schichtbetrieb und legte den Weg zur Arbeit zu Fuß zurück. Eine Woche vor Weihnachten ging der Mann von der Nachmittagsschicht, welche um 22 Uhr zu Ende ist, nach Hause und wurde dabei von einem Auto erfasst und getötet. Er wurde im Schlafzimmer der Keusche aufgebahrt. Mein Vater nahm mich zur Totenwache und zum Beten in die Keusche mit. Ein steiler Steig führte zum Nachbarn, der Himmel war sternenklar. Der Schnee glitzerte im Mondschein und  knirschte unter unseren Schuhen. Es war kalt und still. Wir brachten der Witwe Kaffee und Zucker mit. Das Zimmer, wo der Tote aufgebahrt war, war voll mit Blumen und Kränzen, überall brannten Kerzen und  es war ein intensiver Tannenduft im Raum. Schon viele Nachbarn hatten sich zum Wachen und Beten einge-funden. Manche saßen bei Kaffee und Kuchen in der Küche. Der Sohn vom tödlich Verunglückten spielte mit der Eisenbahn, welche ihm der Vater für Weihnachten gekauft und bereits aufgebaut hatte, in seinem Zimmer. 

Sein Vater war jetzt beim Christkind. 

Kommentare:
[unbekannt] am 17. Dezember 2003 um 08:44
Sehr ergreifend! Deine Wahrnehmung! So still und laut zugleich.

20.12.2003   REISE . ZIMMER 

Im Urlaub kann man beobachten wie Urlaubsgäste wegen einer fehlenden Serviette beim Frühstückstisch oder einer kaputten Glühbirne im Zimmer völlig außer sich geraten können. Die Wut richtet sich gegen das Personal, das Hotel oder den Urlaubsort im allgemeinen. Die Wut steht in keinem Verhältnis zum Anlass. Zu hause würde der Anlassfall keine Emotionen freisetzen. Wahrscheinlich verreisen wir mit zu großen Erwartungen an einen perfekten Urlaub, sodass der kleinste Anlass diese Erwartungen zerstören kann. Gleiches passiert im Urlaub bei schlechtem Wetter. Man gibt sich stur und will auch bei schlechtem Wetter keinen Schritt vom Urlaubsplan abweichen. Man sucht erst gar nicht nach alternativen Beschäftigungen. Man schiebt die schlechte Laune auf das schlechte Wetter. Wir sind nie so unflexibel wie beim Reisen. Man erwartet sich die selbe funktionierende Infrastruktur wie zu hause, nur in einer anderen Umgebung. Das selbe Essen, das selbe Kopfkissen und das selbe Zimmer wie zu hause. Die großen Hotelketten lassen kein individuelles Reisen zu. Der im Reisebüro gebuchte Urlaub in einem Feriendorf könnte überall stattfinden, ob in Europa, in Afrika oder in Asien. 

Mit dem eigenem Wohnzimmer verreisen.

22.12.2003   SUCHE . WEIHNACHT 

Ein paar Tage vor dem Heiligen Abend bin ich ratlos und auf der Suche nach Weihnachten. Zu meinen Erinnerungen an Weihnachten gehören viel Schnee und dieses Jahr gibt es bei uns im Süden von Österreich in den Tallagen noch keinen Schnee. Ich glaube, egal in welchem Alter man gerade ist, wir haben die Weihnachten unserer Kindheit vor unseren Augen und wünschen uns diese äußeren Umstände herbei. Zu meiner Kindheit gehörte das Leben mit Tieren. Zu meinen liebsten Freunden gehörten der Hofhund und der schwarze Kater, dann gab es noch Kühe, Pferde, Schweine und andere Tiere. Als der Hofhund „Wächter“ verendete, konnte ich Wochen lang nur bei geöffneter Zimmertüre einschlafen. In der Dunkelheit sah ich den „Wächter“ immer auf der Zimmerwand laufen. Am Tag des Heiligen Abend herrschte eine besondere Stimmung auf dem Bauernhof. In Haus und Hof wurde gekehrt, geputzt und gekocht. Mit der Fütterung der Tiere begann man etwas früher als an anderen Tagen. Es kam mir vor als spürten die Tiere etwas von der Stimmung dieses Abends, es gab auch für sie ein besonders leckeres Futter. Um Haus und Hof wurde es still.  Die Autogeräusche von der Landstrasse im Talboden verschluckte der Schnee. An unserem Hof fuhr ganz selten ein Auto vorbei. Es gab keine blinkenden und laufenden Weih-Nachtsbeleuchtungen, nur wenige Lichter in der ver-streuten Nachbarschaft. Mit dem Einbrechen der Dunkelheit kam die Stille über die Sonnseite. Der Christ-baum kam mir am Abend schön und wundervoll vor. 

In der Stille ist Weihnacht.

Kommentare:
Z. am 24. Dezember 2003 um 23:58
Das hast Du sehr schön beschrieben. Auch mir ist Weihnachten, wie ich es in Erinnerung habe, abhanden gekommen. Ich glaube manchmal, wir sind zu satt.

28.12.2003   ERFÜLLTE . ZEIT 

Jetzt ist Weihnachten vorbei und die beste Zeit um über Weihnachten nachzudenken. Man hat vieles über Weihnachten gehört, gelesen, gesehen und vieles selbst erlebt. In unserem Raum beginnt Weihnachten in den letzten Jahren schon drei Monate vorher, am 24. September. Mit Weihnachtsmusik, Weihnachtsaus-Stellungen und in den Regalen der Billa Supermärkte finden sich die ersten Weihnachtsmänner aus Schokolade. Das Versandhaus Quelle versendet die ersten Geschenk-Kataloge damit die Kunden in Ruhe etwas für Weihnachten aussuchen und bestellen können. Der Weihnachtsdruck wird  mit jeder neuen Woche größer. Es dauert nicht  lange bis die ersten Weihnachts-Dekorationen in den Schaufenstern zu sehen sind. Dann folgt die stillste Zeit im Jahr, dies bedeutet Weihnachten rund um die Uhr. Mit der Weihnachtsbeleuchtung auf allen Plätzen und Strassen wird die Nacht zum Tag. Die Events zur Besinnlichkeit  erreichen den Höhepunkt. Bei einem Adventsingen ist  der Gedanke von der erfüllten Zeit im Zentrum  der Betrachtungen gestanden. Ich glaube wir leben, um die Zeit mit unseren Gedanken, Vorstellungen und Taten anzureichern. Die Zeit hat viele Krüge und jeder gibt durch sein Leben etwas in einen dieser Krüge hinein. Die vollen Krüge werden in den Schlaglöchern des Universum abgestellt und lassen das Universum weiter wachsen. 

So erfüllt sich die Zeit.

29.12.2003   STILLE . NACHT  

Während der Zugfahrt durch das Gasteinertal nach Villach  wird es draußen dunkel. Es ist das einzige Stück Landschaft zwischen Salzburg und Villach wo jetzt in der Weihnachtszeit  Schnee liegt. Der Zug klettert den Berg hoch, die Lichter von Hofgastein bleiben im Tal zurück. In der Finsternis sind auf der gegenüberliegenden Talseite einzelne Lichter zu erkennen. Meine Augen sind, nach der üppigen Weihnachtsbeleuchtung in der Salzburger Altstadt, für die Finsternis am Berg dankbar. Die Gespräche  werden weniger, es wird stiller im Zugabteil. Die Sinne werden schärfer.

In der Kirche St. Andrä  in Salzburg sprach der Pfarrer bei der Christmette in der Predigt davon, dass Gott alle wichtigen Botschaften in der Stille der Nacht an die Menschen gerichtet hat. Dies gilt auch für die Ver-kündigung von der Geburt Christi. Nach dem Trubel des Tages wird der Mensch in der Stille der Nacht, wenn die Reize von außen abnehmen, hellhöriger und hellsichtiger. Die Nacht gehört den schöpferischen Menschen, den Künstlern. Die Stille der Nacht plagt aber auch die Schlaflosen mit düsteren Gedanken und Alpträumen. In der Stille der Nacht können Gedanken hochkommen, die wir während des Trubel des Tages verdrängen können. 

Die Nacht ist Schöpfungsphase und Alptraumphase.

Kommentare:
W. am 30. Dezember 2003 um 17:44
Du schreibst das sehr schön: Die Nacht ist Schöpfungsphase und Alptraumphase. Im Winter dauert mir die Nacht allerdings eindeutig zu lange! Also ist im Moment mehr Alptraumphase angesagt und das schon am späten Nachmittag.

schlagloch am 31. Dezember 2003 um 13:52
Mit dem neuem Jahr wird jeder Tag länger und die Nacht kürzer. Es gibt wieder mehr Licht.

31.12.2003   WEBLOG . BÜHNE

In der Silvesternacht gibt es in den meisten Dörfern und Städten ein Silvesterfeuerwerk. Um Mitternacht wird es taghell. Wir treten auf die Bretter welche die  Welt bedeuten. Jeder auf seiner Bühne und jeder ist ein Hauptdarsteller. Die einen treten in einem kleinen Theater auf, im Dorftheater, andere im Verborgenem, das ist die Kellerbühne. Wieder andere im Landestheater mit gekauftem Publikum. Eine kleine Schar von Menschen vor ausverkauften Plätzen und gelangweilten Zuschauern im Staatstheater. Sie stehen in der breiten Öffentlichkeit, sind schlechte Schauspieler und überschätzen ihr Talent. Sie sind von sich so eingenommen, dass sie die Buhrufe nicht hören. Die einen haben etwas wichtiges zu sagen und sagen dies so leise, dass sie niemand hört. Andere übertönen mit ihren leeren Worthülsen alle, jeder hat einen anderen Ton. Die Rollentexte sind unterschiedlich lang. Die einen sagen nur ein paar Worte, andere Texte nehmen kein Ende. Manche Theater sind fast leer, bei anderen Aufführungen verlassen die Zuschauer während der Vorstellung das Theater. Ist das Silvesterfeuerwerk zu Ende versinkt die Bühne in der Dunkelheit.

Weblog ist  Bühne.

Kommentare

E. 1. Januar 2004 um 11:27
So harte Worte am Neujahrstag! 

schlagloch am 8. Januar 2004 um 19:44

Niemand weis wie lange sein Feuerwerk brennt.

 01.11.2003   MODE . KATZ

Mit dem Herbst wechseln wir die Kleider. Von der Sommerbekleidung schlüpfen wir in die Herbstgarderobe und bereiten die Winterkleider vor. Von der Badehose in den Schianzug. Der schnelle Temperaturumschwung macht dies notwendig. Wir kaufen uns um gutes Geld neue Bekleidung, um sie nach kurzer Zeit wieder zu entsorgen, weil unmodern. Seit unserer Vertreibung aus dem Paradies sind wir gezwungen Kleider zu tragen. Um vieles einfacher haben es die Tiere, als Beispiel die Hauskatzen. Im Frühjahr verlieren sie viele Haare, sie erhalten dadurch eine leichte Sommergarderobe und im Herbst wachsen ihnen die Haare wieder verstärkt nach, sie erhalten einen Winterpelz. Sie haben immer die passende Garderobe, nicht zu kalt und nicht zu warm. Ihr Fell ist immer sauber und gepflegt, sie sind zu jedem Anlass modisch angezogen. 

Die Modeschöpfer brauchen die Mode.

Kommentare:
S. am 1. November 2003 um 21:20
Manchmal wäre es gut, ein Tier zu sein.

10.11.2003   ECHT .  ZEIT 

Wir haben heute den ganzen Tag Nachrichten non Stop, wir sind Echtzeitmenschen. Alles passiert für uns gleichzeitig, die Bearbeitung einer Rechnung, der Terroranschlag in Saudiarabien und die Geburt einer Nichte. Wir sind durch die modernen Kommunikations-mittel überall live dabei. Alles kommt zur selben Zeit in unseren Kopf. Unser Gehirn kennt kein gestern und kein morgen, kein Vergessen und kein Erinnern. Es ist voll-gestopft mit dem Augenblick. Wir sind Bewegungs-Menschen, wir sind immer in Aktion. Es ist eine Zeit, wo wir von den Terminen erdrückt werden. Ein Mensch ohne Terminkalender wird für einen Faulpelz gehalten. Wenn einem persönlich die Termine ausgehen, dann gibt es Einladungen von den Verwandten, verschiedene Termine aus dem Rundfunk und dem Veranstaltungs-kalender. Wer im Urlaub ohne Termine nicht sein kann, der landet in den Händen der Animateure. Muss man beim Postschalter länger als eine Minute auf die Abfertigung warten, so erscheint uns dies wie eine Ewigkeit. Auf die Frage, ob jemand eine Minute Zeit hat, wird man eine abschlägige Antwort bekommen.

Verschenke eine Minute.
12.11.2003   STUMM . REDEN

Im Schwimmbad von Portoroz gibt es in der Badelandschaft ein großes Aquarium mit verschiedenen Meeresfischen. Die Badegäste können die Fische beim Schwimmen beobachten und die Fische können den Badegästen beim Schwimmen zusehen. Es kommt  zwischen den Menschen und den Fischen zu einem  Wettstreit  wer die besseren Schwimmer sind. Von Zeit zu Zeit kommen die Fische an die Glaswand des Aquarium und machen den Mund auf und zu. Es ist, als ob sie zu den Menschen sprechen wollen, sozusagen von Kollege zu Kollege. Wir können ihre Worte nicht verstehen, für uns sind die Fische stumme Wesen. Wie sollen wir die Tiere verstehen, wenn wir oft unsere Mitmenschen nicht verstehen. Es gibt das Sprichwort : „Dieser Mensch ist stumm wie ein Fisch.“ Zu recht wird Franz von Assisi als Heiliger verehrt, weil er redetet mit den Tieren und den Menschen. 

Wir reden viel und sind stumm wie ein Fisch.

Kommentare:

Z. am 12. November 2003 um 14:42
Ich glaube wohl eher das die Fische die Menschen insgeheim auslachen, weil die Menschen versuchen sie nachzuahmen, nur die Menschen wissen das nicht weil die Fische schließlich stumm sind.

schlagloch am 16. November 2003 um 21:32
Vielleicht lachen Fische und Menschen einmal gemeinsam.

16.11.2003   AUF . SCHWUNG 

Kommt morgen oder mit Beginn des Jahres 2004 der wirtschaftliche Aufschwung? Die Politiker und die Wirtschaftsforscher versuchen diesen Aufschwung herbeizureden wie früher die Medizinmänner versucht haben den Regen herbeizubeschwören. Die Medizin-Männer hatten dabei sicher öfter Erfolg als die heutigen Politiker. Die Wetterlage ändert sich öfter und schneller als die Wirtschaftslage. Gibt es den Aufschwung für alle ? Der Staat hat sich aus der Verantwortung verabschiedet für eine gerechte Verteilung von Arbeit und Einkommen zu sorgen. Gibt es den Aufschwung für eine kleine Gruppe von Aktionären? Zuwachsraten von drei Prozent im Tourismus oder im Handel bedeuten für den Kleinbetrieb nichts. Auch eine Prognose, das im diesjährigem Weihnachtsgeschäft für den Spielzeugkauf um fünf Prozent mehr Geld ausgegeben wird, ist für einen kleinen Spielzeugladen in einer Vorstadt ohne Bedeutung. Dieser Händler hat sich von Umsatz-Zuwächsen schon lange verabschiedet. Die Umsatz-Zuwächse gehören den großen Hotel- und Handels-Ketten. Die kleinen Tourismus- und Handelsbetriebe erfüllen die vielgelobte, aber unterbezahlte Funktion der Nahversorger. Sie sind die Landschaftspfleger für die Innenstädte. 

Null Prozente für die Politik.

Kommentare:
W. am 16. November 2003 um 21:14
Hi Schlagloch, ich stimme Dir in fast allem zu bis auf einen Punkt: Die großen Handelsketten sind diejenigen, die derzeit von der Rezession  und das ist hier doch eine oder nicht, kaum noch profitieren. Die kleinen Händler haben aber derzeit tatsächlich Umsatzzuwächse, wenn natürlich im bescheidenen Rahmen. Die großen Ketten haben jede Menge Personalkosten und andere fixe Kosten, die einfach weiterlaufen, aber der Umsatz steht dazu oft in keinem Verhältnis. Das beste Beispiel sind hier die großen Buchhandelsketten,  die haben wirklich ein Problem: viel Fläche, hohe Mieten in den Innenstädten und jede Menge Personal „am Hals“, das sie nicht so schnell loswerden.

schlagloch am 30. November 2003 um 15:54
Einspruch: a) Das Wachstum der großen Handelsketten beruhte auf der Verdrängung der kleineren Handelsbetriebe. b) Jetzt machen sie sich gegenseitig Konkurrenz. c) Die „Verstorbenen“, gemeint die kleinen Handelsbetriebe werden dadurch auch nicht mehr lebendig.

19.11.2003   ZEIT . FALLE 

Wer sich an seine Kindheit zurückerinnern kann, die zwanzig, dreißig oder mehr Jahre zurückliegt weiß, dass man damals als Kind viel Zeit zur Verfügung hatte. Es war eine sorglose Zeit in welcher man ohne Uhr und  Terminkalender ausgekommen ist. Meinen Schulweg von vier Kilometer legte ich zu Fuß zurück. Dabei hatte ich Zeit für das Beobachten von Käfern und den Arbeitern beim Hausbau zuzusehen. Eine beliebte Beschäftigung von uns Schulkindern war die Waggerl der Material-Seilbahn zu zählen. Die Materialseilbahn beförderte das Magnesit vom Bergbau in Radenthein zum Heraklithwerk nach Ferndorf. Die Waggerl tauchten bei der Ortschaft Rudersdorf auf und verschwanden am Insberg. Wir zählten die Waggerl und vergasen dabei auf das Nachhausegehen. Zu Hause erwarteten mich keine Termine. Die Zeit war damals für uns Kinder kein Begriff, schon gar nicht etwas kostbares. 

Heute schickt man die Kinder in die Zeitfalle. Man vereinbart für sie zusätzlich zum Schulalltag Termine bei einem Sportverein, Musikschule oder Tanzgruppe. Die Hektik der Erwachsenen überträgt sich auf die Kinder und sie werden zu Zeitfetischisten. Durch die Handys sind sie überall erreichbar und abrufbar. 

Das Kapital braucht den gestressten Menschen

24.11.2003   GEDANKEN . HIMMEL 

Zu Allerheiligen hat es in St. Paul während der Gräber-Segnung so intensiv geregnet, dass der Pfarrer das Ab-schreiten des Friedhofes auf den Hauptweg beschränkte, um den Besuchern das Ausharren im strömendem Regen abzukürzen. Auch wenn die Gedenktage an die Ver-storbenen, Allerheiligen und Allerseelen vorbei sind, so beschäftigt mich noch immer die Frage, wo die Gedanken, Vorstellungen und Gefühle der Verstorbenen heute sind. Bleiben die Gedanken hier auf der Erde, in den Werken, die sie zu Lebzeiten erbracht haben? Ist es egal ob diese Arbeit Öffentlichkeitsstatus erreicht hat oder ob sie im Familienkreis für den Partner und die Kinder gearbeitet haben? Übernehmen die Verwandten und die Bekannten die Gedanken der Verstorbenen? Geben die Verstorbenen im Augenblick ihres Todes ihre Gedanken, Gefühle und Vorstellungen an ihre Umwelt weiter? Bekommen die Gedanken einen Platz im Himmel und wer braucht im Himmel diese Gedanken? 

Im  Himmel einen neuen Körper und neue Gedanken.

27.11.2003   ADVENT . ZEIT 

Nach einem Spaziergang auf dem Klagenfurter Christkindlmarkt, der seine Tore schon vor dem erstem Adventsonntag geöffnet hat, sitze ich im  „Cafe am Platz“. Davor konnte ich am Markt einer Gruppe älterer Leute zuhören, wie sie sich über die laute und moderne Musik am Christkindlmarkt  beschwerten.  Überhaupt beginnt heutzutage der Weihnachtsrummel schon Anfang November. Das Cafe wird hauptsächlich von jungen Leuten besucht. Es tut gut unter jungen Leuten zu sitzen, die nicht über das Alter oder von den Krankheiten sprechen. Die jungen Leute sitzen meistens zu zweit an den kleinen Tischen, sind verliebt und haben strahlende Augen. Sie haben den größeren Teil ihres Lebens noch vor sich. Wahrscheinlich sehen wir Erwachsene die Zukunft voller Ungewissheit  und Probleme. Die Weih-nachtszeit feiert die Jugend heute fröhlicher, nicht mehr so bedrückend besinnlich. Diese Fröhlichkeit ist ansteckend. Mit Einbruch der Dunkelheit wird es am Christkindlmarkt noch bunter und lustiger. Wir Erwachsenen haben oftmals nicht mehr die Energie am Abend noch einmal durchzustarten. Man sollte sich als Erwachsener einmal in der Woche die Unbeschwertheit der Jugend gönnen.

Wirksamer als Medikamente, ohne Nebenwirkungen.

Kommentare:

P. am 28. November 2003 um 13:01
Bedrückend besinnlich muss ja nicht sein. Aber wann sind denn junge Leute sonst überhaupt mal besinnlich? Natürlich nicht alle, aber oftmals werden aufkommende Gefühle doch durch ne „coole“ Bemerkung unterdrückt. Meine Tante meinte, wieso vor Totensonntag Discos erlaubt seien, es wäre pietätlos. Die Antwort, die Toten wollen keine traurige Jugend trifft es nicht ganz, denke ich.. Einmal im Jahr sollte es besinnlich sein. Zur Weihnachtszeit nicht in Melancholie ausartend ok, aber nachdenklicher als gewöhnlich find ich schön.

30.11.2003   FÜNFZEHN . GRAD 

Bei Temperaturen von plus fünfzehn Grad im November, bei frischem grünem Gras auf der Wiese und wenn die Blumenzwiebeln im Garten wieder austreiben, denkt man an den heißen Sommer dieses Jahres zurück. Man fragt sich, gibt es statt eines Winters einen zweiten Sommer? Fällt bei uns in den Alpen der Winter in das Wetterschlagloch. Von verwurzelten Alpenbewohner wird behauptet, dass  ein Winter ohne Schnee und ohne minus Temperaturen   für die Menschen und die Natur ungesund wäre. Dann wäre im Mittelmeerraum, wo es keinen Winter in dieser Art gibt, alles krank und ungesund. Das Gegenteil ist der Fall, die Mittelmeer-Bewohner sind die gesünderen Menschen und die Natur ist viel üppiger als bei uns in den Alpenländer. 

Sonne und Wärme als Naturheilmittel.

 04.10.2003   KUNST . KINDER 

Nach dem Besuch der Länderpavillons auf der Biennale 2003 in Venedig mache ich eine Pause auf einer Bank in den Giardini. Auf den Bäumen tummeln sich die Vögel, zwischen den Parkbänken jagt eine Katze die Andere. Wie entspannend ist es dem Treiben der Vögel und den Katzen zuzusehen. Das Beobachten der Menschen welche vorbeigehen und das Beobachten der spielenden Kinder im Park bringt viel Abwechslung. Im Vergleich dazu verhielten sich die Kunstobjekte in den Pavillons statisch. Die Ausstellungsobjekte sind die künstlichen Kinder der Künstler. Eine Form der Reproduktion, mit der Hoffnung auf ein Weiterleben nach dem persönlichen Tod. Am Nachmittag treffen sich die Venezianer im Park vor dem Biennale Gelände zur Siesta. 

Der nächste Ausstellungsort, das Arsenal.

06.10.2003   PAMPERS . PARTY

Die Finanzierung der Pensionen  in Österreich wird im-mer schwieriger. Die Bezieher von Pensionen nehmen in den nächsten Jahrzehnten zu und die Zahl der Erwerbs-tätigen wird abnehmen. Wir werden ein großes Altersheim. Die Politiker fordern die heutige Jugend auf mehr Kinder großzuziehen. Wenn man die Politiker- und die Funktionärspensionen auf das durchschnittliche Pensionsniveau zurückschrauben würde, dann könnte man dadurch auch einige Pensionen sichern.

Statt Hallowendparty eine Pampersparty.

11.10.2003   HOFFNUNG . PENSION 

Im Fernsehen oder in Zeitschriften wird viel über die jungen Alten berichtet. Gemeint sind damit Menschen ab dem sechzigstem Lebensjahr. Gezeigt werden sportlich aktive,  reiselustige und braungebrannte Senioren. Es entsteht der Eindruck, dass das Pensionsalter die goldenen Jahre des Lebens sind. Die Wirklichkeit ist, dass ab dem fünfzigstem Lebensjahr die körperlichen Be-schwerden und Erkrankungen zunehmen. Der Körper baut ab und ist durch die Arbeitsjahre verbraucht. Man könnte sagen, nach so vielen Betriebsstunden braucht der Körper eine Generalüberholung wie eine Wasserturbine. Deswegen sind auch die Kuranstalten ausgebucht. Man kauft sich mit dem erspartem Geld oder der Pension ein Stück Gesundheit und gleichzeitig die Hoffnung, dass die Therapien Wirkung zeigen werden. Die Hoffungs-Verkäufer, die Tourismusmanager, verkaufen die Hoffnung Dekaweise zu einem hohen Preis. Ob sich die Hoffnungen erfüllen zeigt sich erst Wochen nach dem Kuraufenthalt. Die Hoffnung als Ware ist nicht einklag-bar und die Hoffnung in Form von neuen Behandlungen kostet neues Geld.

Ein Werbeplakat der österreichischen Regierung lautet: „Freuen sie sich auf das Älterwerden, es gibt einen staatlichen Zuschuss zur Pensionsvorsorge.“ Mit diesem Werbespruch verdrängt man die Tatsache, dass es keine Hoffnung mehr auf eine gesicherte Pension gibt.

In der Pensionshoffnung.

Kommentare:
B. am 12. Oktober 2003 um 08:20
Da mag ich gar nicht drüber nachdenken. Bis ich in Rente gehe gibt es, wenn überhaupt, nur noch die Einheitsrente und ich möchte nicht wissen, wie hoch diese sein wird. Am Besten, man wird nicht alt.

 

13.10.2003   BLUT . WERT

Die Einweisung in ein Krankenhaus wird hinausgezögert bis sie unvermeidbar ist. Bei einem Unfall hat man als Unfallopfer keine Wahl und  wird zwangseingewiesen. Wenn man sich einer Vorsorgeuntersuchung unterziehen muss, dann wird die Angst mit dem Näherrücken des Aufnahmetermins in das Krankenhaus  immer größer. Von den Bekannten erfährt man die verschiedensten Geschichten über die Untersuchungsmethoden und die Krankheitsfälle. Von nichts anderem erzählen die Leute soviel, als von den Krankheiten. Jeder hat seine Erfahrungen mit Krankheiten. In der besseren Lage sind jene Personen deren Erkrankung man messen kann oder deren Krankheit man durch Ultraschall, Röntgen-aufnahmen und MRT bildlich darstellen kann. Es gibt Erkrankungen die aus den Blutwerten erkannt werden, da sind die praktischen Ärzte gefragt. Die Chirurgen haben mit dem Skalpell die Möglichkeit die Krankheit aus dem Körper herauszuschneiden. Von einer konkreten Krank-heit kann man den Angehörigen berichten. In der schlechteren Lage sind diejenigen Menschen, die an einer unsichtbaren und nicht messbaren Krankheit  wie Schwindelanfällen, Schweißausbrüchen, Angstzuständen oder Verstimmungen leiden. Man kann nichts handfestes vorweisen. Die Ärzte sind ratlos weil die Erkrankung durch den Einsatz von medizinischen Geräten nicht sichtbar wird. Man ist als Patient gleich unglaubwürdig und schweigt. 

Die schweigsamen Patienten sind die Kranken.

19.10.2003   ALT . JUNG

Nichts ist so unbestimmt wie das Alter. Ob man alt oder jung ist entscheidet sich oft nach dem Aussehen. Von den einen Mitmenschen wird man älter eingeschätzt, von den Anderen jünger. Auch der Arbeitsplatz  wirkt auf das Alter. In einem Modegeschäft wie bei H&M wird eine vierzigjährige Verkäuferin den meisten Kunden als alt erscheinen, in einem Geschäft für Krankenbehelfe wird die selbe Verkäuferin den meisten Kunden  jung vor-kommen. Als Konsumenten sind die älteren Menschen gefragt, als Arbeitskräfte stellt man sie oft vor die Tür. Die internationalen Handelsketten beschäftigen wegen der niedrigeren Lohnkosten  hauptsächlich junge Ver-käuferinnen als Teilzeitkräfte. Verkäuferinnen über funfunddreisig  Jahren haben kaum eine Chance einen Arbeitsplatz zu bekommen. Man sollte als Konsument von über fünfunddreißig  Jahren solche Handelsketten boykottieren und nur in solchen Geschäften einkaufen, welche auch älteres Verkaufspersonal beschäftigen. Der selbe Herr der in einer Diskothek als Gruftie bezeichnet wird, wird als Vierzigjähriger in einem Kurheim als Jüngling betrachtet werden. 

Mit der Geburt beginnt das Leben und das Alter.

21.10.2003   URTEIL . DIAGNOSE 

Ein Krankenhausaufenthalt ist eine Ausnahmesituation. Man fährt von zuhause weg und weis nicht wann man wieder zurückkommt und mit welcher Diagnose. Der Hausarzt und die Sprechstundenhilfe wünschen einem viel Glück. Viel Glück für was? Die große Unsicherheit liegt in der Ungewissheit. Die unklare Diagnose des praktischen Arztes lässt alle Möglichkeiten offen, auch für die schlimmsten Krankheiten. Als Laie kennt man nur den harmlosen Schnupfen und den tödlichen Krebs. Es ist wie in der Musik, der Laie hört nur die hohen und die tiefen Töne, die Zwischentöne erkennt nur der Musik-liebhaber. So ist es auch bei der Medizin.

Die Fahrt in das Krankenhaus erinnert an eine Fahrt zu einer Gerichtsverhandlung. Vor dem Aufnahmezimmer im Spital ist man machtlos und stumm. Wenn die Tür vom Aufnahmezimmer hinter einem zufällt ist man von der Außenwelt getrennt. Hier empfängt einen das medizinische Gericht. Alles was man vorher an Titel und Funktionen, an Besitz und Vermögen hatte, ist wertlos. Die Zukunft wird vom ärztlichem Gerichtsurteil bestimmt. Auch die familiären Bindungen verlieren an Bedeutung. Die ersten Tage im Krankenhaus, mit den verschiedenen Untersuchungen können zu den schlimmsten Tagen des Lebens werden. Der Tag mit einer menschlichen Diagnose ist ein Geburtstag, eine Wiedergeburt. 

Wie viele Geburten verträgt der Mensch?

Kommentare:

E. am 21. Oktober 2003 um 17:27
Hallo Schlagloch, sehr schön rausgearbeitet. Schon mal dieses Buch gelesen: Oliver Sacks, Der Tag an dem mein Bein wegging. Beschreibt sehr gut, was einem als Patient so alles widerfährt.

24.10.2003   KATZ . MAUS 

Nach einem Besuch im Krankenhaus sitze ich in der Internatskirche von Tanzenberg. Die Seitenwände des Kirchenschiffes sind völlig kahl. Die Wände des Altar-Raumes sind in den Neunzigerjahren von Valentin Oman mit Fresken gestaltet worden. In den Fresken sind die Menschen nur schemenhaft erkennbar. Sie kommen aus dem All, werden hier auf der Erde zum Menschen und richten sich auf. Die Menschen schreiten auf den Altar zu, wo zuoberst der Christuskopf, der wie auf dem Turiner Grabtuch aussieht ist und verschwinden hinter dem Altar wieder in der Weite des Weltalls. Ich spreche mit Christus, der für mich die Verkörperung  des Leid ist. Er hat von sich gesagt, dass er gekommen ist um den kranken und hoffnungslosen Menschen  beizustehen. Niemand  kann Leid und Schmerzen besser verstehen als er, auch kein Arzt. Die Ärzte sprechen immer von Heilung, für sie gibt es kein Versagen. Wo können sich jene hinwenden bei denen die Medizin versagt hat. Sind wir Menschen die Versuchskaninchen Gottes, der uns fallen lässt und uns dann wieder auffängt? Sozusagen ausprobiert wie viel Angst verträgt der Mensch? 

Spielt Gott mit uns Katz und Maus?

Kommentare:
E. am 24. Oktober 2003 um 23:28
Ne bestimmt nicht. Entweder wir machen die Angst und daraus den Schmerz selber oder liebende Mitmenschen der Umwelt machen uns Angst, daraus die Krankheit, den Schmerz. Alle Krankheiten entstehen vermutlich aus Angst, auch Krebs, unser eigenen oder von anderen gemachter Angst. Keine oder  wenig Angst zu bekommen ist das beste Medikament. Vor allem sich keine Angst machen zu lassen.

M. am 5. Dezember 2003 um 18:25
Bleibt die Frage, wer  war früher die Katze oder die Maus? Braucht die Katze die Maus oder die Maus die Katze.

29.10.2003   VERSUCH . ANSTALT

Ein Krankenhaus ist eine Versuchsanstalt und Lehrwerk-Stätte. Als verunsicherter Patient trifft man auf unsichere Jungmediziner. Jede Behandlung ist ein Versuch mit der Hoffnung auf Besserung. Die jungen Ärzte und Ärztinnen lassen die meisten Patienten älter aussehen. Der Ruhepool im Krankenhaus sind die Stations-Schwestern und die ausländischen Putzfrauen. Sie sprechen zwar schlecht deutsch, lächeln aber den Patienten freundlich zu. Sie haben oft ein entbehrungs-reiches Leben hinter sich, bevor sie eine Aufenthalts-bewilligung bekommen haben und kennen den Schmerz. Die bunten Pillen sind  den Patienten unbekannt. Hat  man eine Vorliebe für grün, dann wird man zu den grünen Pillen greifen, hat man eine Vorliebe für gelb, so wird man sich von den gelben Pillen die Heilung erwarten.  

Die Farben sind im Kopf.

Kommentare:

A. am 31. Oktober 2003 um 18:18
Ich weiß auch nicht, ob wir alle nur Versuchskaninchen sind oder ob eine garstige Gottheit ihr Spielchen mit uns treibt. Das ist aber auch völlig egal . Wichtig ist nur, was ich selber aus meinem Leben mache. Ich kann an einer Krankheit zerbrechen und zugrunde gehen, ich kann sie aber auch als Warnung verstehen, etwas in meinem Leben zum Besseren zu ändern. Ich denke jeder Mensch hat das Potential in sich Eigenver-antwortung zu übernehmen und wenn er das tut, ist er schon nicht mehr ein Spielball irgendwelcher widrigen Mächte. Ich hab ja eine tatsächlich schwere Krankheit, aber selbst wenn ich hin und wieder in ein Tief falle, denke ich nicht daran, mich ausgeliefert zu fühlen. Selbst wenn eine Krankheit zum Tode führt, was bei mir Gottlob nicht der Fall ist, kann ich die verbleibende Zeit in Würde und Freiheit gestalten, ausgenommen mein Verstand ist kaputt.