VIERZIG . KILOMETER
Der Besuch eines Faschingsball ist eine Möglichkeit mich wieder einmal in der „alten Heimat“ sehen zu lassen. Dies heißt, in dem Ort wo ich geboren, und aufgewachsen bin. Dort stehe ich manches mal vor einem Rätsel, wenn ich mit „ hallo und du“ begrüßt werde und nicht mehr weis, wer mein Gegenüber ist. Die ehemaligen Mitschüler und Jugendfreunde haben sich zum Teil stark verändert und vieles aus ihrem Leben ist mir unbekannt. Von manchen erfährt man, dass sie ebenfalls weggezogen sind oder besonders schmerzlich, bereits gestorben sind.

Sind diejenigen die Besseren und Klügeren, welche aus ihrem Geburtsort weggezogen sind und bleiben nur diejenigen im Ort, welche den Absprung nicht geschafft haben? Zu mir hat ein Jugendfreund gesagt, ich hätte es geschafft, weil ich in meinem Leben vom Heimatort weggezogen bin. Die Entfernung zwischen dem Geburtsort und dem jetzigem Wohnort beträgt vierzig Kilometer.

In der Jugend Fernweh, im Alter Heimweh.

 

RUTSCH . PARTIEDie erste Kälteperiode in diesem Winter beschert uns fünfzehn Grad minus. Viele Menschen leiden, schon wenn sie zum Einkaufen aus der Wohnung gehen, unter den Minusgraden. Im Supermarkt ist es angenehm warm und manche verweilen ein wenig länger um sich aufzuwärmen. Obwohl man annehmen müsste, dass die Arbeiter vom Wirtschaftshof, die beim Kanalnetz dringende Reparaturen durchführen oder die Monteure der Stromversorgung, welche die Freileitungen instandhalten müssen unter der Kälte leiden, so sind dies gerade diejenigen, welche am wenigsten klagen. Sie sind durch das ständige Arbeiten im Freien auch tiefere Temperaturen gewöhnt. Dazu kommt, dass es heute praktische, zweckmäßige und warme Kleidung gibt. In den Nachrichten werden zwei Temperaturen angegeben, die eine ist die gemessene Temperatur und die andere die gefühlte Temperatur. Unter gefühlter Temperatur versteht man, wenn zum Beispiel ein Wind weht, dass die Kälte noch um einiges schlimmer empfunden wird.
Wenn ich an die Minusgrade denke, so wird mir warm um das Herz, im Sinne von mich wohlfühlen. Die Minusgrade erinnern mich an meine Jugend, wo ich als junger Mensch körperlich gefordert wurde. Um halb sechs Uhr in der Früh aufstehen und vom unbeheiztem Schlafzimmer über die Stiege in die beheizte Küche zum Anziehen. In der Laben standen bereits die Milchkannen mit der frisch gemolkenen Milch und diese mussten zur Milchsammelstelle gebracht werden. Bei jeder Witterung, ob Schnee, Eis und tiefe Temperaturen, auch bei fünfundzwanzig Grad minus. Um den Weg nicht zu Fuß gehen zu müssen benützen wir Jugendliche das Moped. Auf dem Rücken die Milchkanne mit zwanzig Liter und am Tank des Moped die Kanne mit zehn Liter. Alles, was irgendwie einen Schutz gegen die Kälte und den eisigen Fahrtwind bot, wurde von uns angezogen. Die Hände und das Gesicht waren am schwersten vor der eisigen Kälte zu schützen. Die gestrickten Handschuhe und die gestrickte Mütze boten wenig Schutz gegen den kalten Fahrtwind. Ein wollenes Hemd wurde über das Gesicht gezogen. Die Fahrt mit dem Moped in der Finsternis auf der verschneiten und vereisten Strasse war eine Rutschpartie, dabei dienten beide Füße als Stützräder. Die Hin- und Rückfahrt betrug zirka acht Kilometer. Wieder zu Hause angekommen waren die Finger steif gefroren und das Kiefer konnte ich kaum bewegen, das ganze Gesicht war eingefroren. Danach musste ich schnell die Kleider wechseln, denn ich musste vier Kilometer zum nächsten Bahnhof laufen und mit dem Zug in die nächste Stadt zur Arbeit fahren.

Auf eisigen Wegen.

18.1.06 21:07 verlinken / 7 Kommentare / kommentieren

 

DIE . KATZEGeschichten und Berichte über Katzen gibt es im Internet viele. Es gibt eigene Homepage zu allen Katzenproblemen, Blogs in denen von den Erlebnissen mit Katzen berichtet wird und mit Bildern gezeigt wird, was die Katze gerade macht. Die Katze, er heißt Charly, kratzt gerade an der Wohnzimmertür und will, dass sie geöffnet wird. Es ist genau neunzehn Uhr. Zu dieser Zeit wandert er von der Küche in das Wohnzimmer zu der Fernsehsendung „Kärnten heute“. Er setzt sich auf den Receiver des Fernsehgerät und betrachtet die Familienfotos, welche auf einem Regal oberhalb des Fernsehers stehen. Diese Fotos betrachtet er täglich intensiv eine viertel Stunde, ohne sich zu bewegen. Danach rollt er sich am Receiver ein, legt seinen Kopf auf die Vorderpfoten und lässt seinen Schweif in den Bildschirm des Fernsehers hängen. Sein Schweif ist immer im Bild. Es ist, als träumt er vom Katzenhimmel.

Die Welt als Foto.

16.1.06 19:00 verlinken / kommentieren

 

WC – INFORMATIONWer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, kann beobachten welchen vielfältigen Beschäftigungen die Mitreisenden nachgehen. Es gibt dabei Unterschiede ob die Fahrt am Morgen oder am Abend stattfindet. Auch die Bequemlichkeit ist beim Fahren im Bus, in der Straßenbahn oder in der Eisenbahn verschieden. Am bequemsten reist man mit der Eisenbahn. Im Frühverkehr sieht man viele Menschen die Tageszeitung lesen. Hauptsächlich werden die Schlagzeilen gelesen und die Bilder angeschaut. Für diese Kurzlektüre eignen sich besonders die kleinformatigen Tageszeitungen. Oft bestimmt die Schlagzeile vom Titelblatt den Gesprächstoff für den Tag. Damit ist die Meinung bei vielen schon vorgegeben. Manchmal ist eine solche Schlagzeile die Krone der Engstirnigkeit und bewegt ein Land einen ganzen Tag lang.
Ich schätze bei Bahnreisen das Lesen der Wochenendbeilage einer großformatigen Tageszeitung. Dazwischen beobachte ich, was der übernächste Nachbar macht. Zum Bahnreisen gehört für mich der Verzehr von einem Speckbrot, nirgends schmeckt das Speckbrot so gut wie beim Zugfahren. Eine andere Art und einen anderen Ort den Menschen das Lesen der Zeitung nahezubringen haben die „Salzburger Nachrichten“ gefunden. In einigen Hotels haben sie am WC, oberhalb vom Pissoir in einem Bilderrahmen, die ersten Seiten der aktuellen Ausgabe der Zeitung angebracht. Auch hier reicht die Zeit beim Pissen gerade dazu, die neueste Schlagzeile, „Der veruntreute Jesus“ zu lesen. Ob dadurch Jesus den Männern näher gebracht werden kann?

Das Informations-WC.

6.1.06 12:24 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

MAUS . GOTTES IIWie viel Wissen an Theologie und Philosophie braucht es, und wie viel Kirchgang und Frömmigkeit ist notwendig, um das Wesen Gottes zu verstehen? Gibt es die Gotteserfahrung und die Gottesbegegnung nur in den Klöstern oder in den überdimensionierten Kirchen. Wenn man genau hinsieht sind die großen Kathedralen nicht nur zur Ehre Gottes erbaut worden, sondern meistens auch zur Ehre des Erbauers. Die Kaiser, die Kardinäle oder Päpste wollten, dass ihr Name unsterblich sein wird. Weil Gott ist auch in den einfachen Hütten der Naturvölker, Gott braucht keine Tempel.
Gott zeigt sich in der Lebenserhaltung einer Feldmaus und auf der anderen Seite zeigt sich die Abwesenheit Gottes, wenn eine Eishalle einstürzt und fünfzehn Menschen tot sind. Wo bleibt da die Gerechtigkeit Gottes, das sind die Abgründe Gottes. Seine Gerechtigkeit werden wir nie verstehen, wir Menschen werden immer die Unwissenden bleiben.

Werdet wie die Kinder .

12.1.06 17:49 verlinken / 5 Kommentare / kommentieren

 

MAUS . GOTTESSeit einem Monat schneit es in Südkärnten fast jeden Tag. Die Schneehöhe beträgt schon zwei Meter. Wenn ich Möselstein verlasse und dem Länderdreieck zustrebe wird die Strasse immer schmäler. Die Schneemassen türmen sich rechts und links der Straßenränder. Die Fichten lassen unter der Schneelast ihre Zweige hängen, viele Stauden und Sträucher sind eingeknickt. Der Himmel ist mit Wolken verhangen, die Sonne wird auch heute nicht scheinen. Seit Wochen fehlt die Sonne und drückt auch die Gedanken und das Gemüt in den Schnee. Der Schnee ist im fahlen Licht aschgrau. Je höher ich komme, umso stiller wird es im Wald. Ich weis nicht wo die Vögel, die Waldtiere sich versteckt halten, vielleicht unter Bäumen, an schneefreien Stellen und wo gibt es diese noch? Beim Weg zur Heuhütte sinke ich bei jedem Schritt bis zur Hüfte im Schnee ein. Das Vorwärtskommen ist mühsam. Bei der Heuhütte kreuzen sich die Spuren der Waldtiere. Aus der Manteltasche nehme ich mehrere Äpfel und zerbreche sie in kleinere Teile und verteile sie auf dem schneefreiem Boden vor der Heuhütte. Plötzlich taucht zwischen dem Lattenrost eine Feldmaus auf, geht ein paar Schritte in das Freie, schnuppert mit der Nase in der Luft und beginnt an einem Apfelstück zu knappern. Mit den Vorderpfoten hält sie das Stück Apfel fest. Ihr Hunger lässt es zu, dass sie nicht davonläuft, als ich ein neues Stück Apfel neben sie lege. Sie frisst, macht dann eine kurze Pause und frisst dann wieder weiter.

In der Bibel steht, nehmt euch ein Beispiel an den Tieren des Feldes und des Waldes, sie säen nicht, sie ernten nicht und sie leben doch. Wie ängstlich sind wir Menschen manchmal, wenn wir in unserem Überfluss Probleme bekommen, wenn etwas weniger wird.

Seht die Maus Gottes.

9.1.06 16:38 verlinken / kommentieren

 

WOHN . TRAUMAuf der Suche nach einer Wohnung, ohne Straßenlärm und Staubbelastung, wird von einer Wohnungssuchenden vieles besichtigt und geprüft. Eine passende Wohnung zu finden wird zu ihrer Leidenschaft. Wie ein Stier auf ein rotes Tuch zuläuft, so laufen alle Aktivitäten auf die Wohnungssuche zu. Es gibt keine Argumente welche für die Beibehaltung der jetzigen Wohnung sprechen, alles spricht dagegen. Alle Tätigkeiten werden der einen Tätigkeit, der Wohnungssuche untergeordnet. Alte Verbindungen werden gelöst und neue Verbindungen mit Menschen geknüpft, welche auf Wohnungssuche sind. Es ist wie die Abkehr von einer Religion zu einer Sekte. Für alle Einwände gibt es das eine Wort, glauben. Gegen dieses eine Wort ist die Vernunft machtlos. Der Wohnungsmakler, sprich Priester, hat die besseren Argumente. Am Ende des Traumes verwandelt sich der Immobilienmakler in einen Sektenpriester. Es ist der 1. Januar 2006.

Vor 150 Jahren wurde Freud geboren.

4.1.06 10:52 verlinken / 1 Kommentar / kommentieren

 

JAHRES . WENDE

Nach Wochen der Misstöne, Verabschiedungen, Beschimpfungen und Grabreden auf die Blogszene von www.20six.de hat sich die Blogszene stabilisiert. Mein Onlinetagebuch von fast drei Jahren im Nirwana des Internet zu verlieren wäre für mich ein schmerzlicher Verlust gewesen. Dies wäre so, als ob eine innige Freundschaft nach drei Jahren zerbrechen würde. Irgendwo gibt es Internetsurfer, die aus Interesse oder auch zufällig auf meinem Blog gelandet sind und landen. Über manche Gedanken von mir wurde nachgedacht, sie haben etwas verändert oder wurden abgelehnt. Für manche waren die Gedanken es wert dazu einen Kommentar zu schreiben. Nach dem Einrichten der „Startseite“ bin ich wieder beim Wesentlichem angelangt, dem Schreiben von Blogbeiträgen. Dies bedeutet schreiben über mich und meine Umgebung. Nicht zufrieden bin ich nach der Softwarenumstellung damit, dass in den „Archiven“ bei vielen Einträgen „Smileys“ eingefügt wurden oder dass die Namen der Kommentatoren entfernt wurden u. ä.

Schon im Sommer 2005 habe ich den Entschluss gefasst meine TagGedanken in Buchform zu veröffentlichen, teilweise mit den Kommentaren. Dieses Buch wird im Frühjahr 2006 bei BoD erscheinen: ALLES SCHLAGLOCH – TagGedanken.
Nach den Turbulenzen bei 20six.de war dies eine gute Entscheidung. Hurra ich lebe noch.

ALLEN MEINEN LESERNINNEN LESERN EIN GESUNDES ZUFRIEDENES 2006.

31.12.05 09:37 verlinken / 8 Kommentare / kommentieren

 

HUND . PAULI

Seit einigen Jahren findet man auf den Weihnachtsmärkten als Attraktion für die Kinder einen Streichelzoo oder eine lebende Krippe. Hier kann man beobachten, wie sich die Kinder anstellen um eines der Tiere, egal ob dies ein Hase, Meerschweinchen oder Schaf ist, anfassen und streicheln zu können. Dieser Andrang lässt den Schluss zu, dass sich viele Stadtkinder nach einem Kontakt mit lebenden Tieren sehnen. Gerade bei der Überforderung unter der die heutigen Kinder leiden, kann der Kontakt mit Tieren ausgleichend und entspannend wirken. Die Darstellung einer lebenden Krippe ergibt sich von selbst, wenn neben dem Streichelzoo auf einer Bank eine Türkin mit Kopftuch ihr Kind auf dem Arm wiegt, gerade so, wie wir es von den Abbildungen der Heiligen Maria in den Kirchen kennen. Dazu setzt sich eine Frau und teilt ihr Kebab mit der Türkin und ihrem Hund Pauli. Christlicher kann es auch im Dom nicht sein. Die Kinder streicheln den Hund, der sich über den Zuspruch freut.

Hund hilft Kindern.

27.12.05 19:42 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren
DAS . HANDY

Das Handy ist heute fast schon so weit verbreitet wie der Kugelschreiber. Es gibt bei uns kaum noch Menschen, welche nicht mit einem Handy telefonieren. So haben wir uns daran gewöhnt, dass in Fußgängerzonen, bei Bushaltestellen, in Zugabteilen oder am Badestrand viel telefoniert wird. Verboten ist in Österreich das Telefonieren im Auto ohne Freisprechanlage, was aber niemanden daran hindert. Hoffentlich wird man auf den Autobahnteststrecken, wo nächstes Jahr Tempo 160 km/h erlaubt sein wird, vorher die Autos anhalten und die Handys abnehmen. Bei Tempo 160 km/h sollte man sich auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren und nicht zu Hause nachfragen, was es zum Mittagessen gibt. Das Männer beim Einkaufen im Supermarkt dreimal zu Hause bei der Frau anrufen, um nachzufragen, welche Wurst- oder Käsesorte es sein soll ist normal. Ob die Leute, bei welchen während der heiligen Messe das Handy läutet, direkt mit dem lieben Gott telefonieren, weiß ich nicht.

Überrascht hat mich das Handyläuten auf der WC-Anlage in einem Thermalbad und neben dem Pissen hat ein Herr per Handy über die Einstellung einer Verkäuferin entschieden.

Der Ort der Entscheidung.

28.12.05 18:00 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

IM . ANFANG

Im heutigem Evangelium zum Christtag heißt es :“ Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ Diese Fleischwerdung ist die Geburt Jesus, welche wir zu Weihnachten feiern. Dazu sagte der Dompfarrer: Gott hat die Menschen erschaffen weil er geliebt werden wollte und weil er sich nach einem Gegenüber sehnte, welches er lieben konnte. Gott sei der Erste gewesen, welcher die berühmten drei Worte zum Mensch gesagt hat : „ICH LIEBE DICH.“

War Gott einsam?

25.12.05 14:30 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren
WEIHNACHTS . WUNDER

HURRA , ICH LEBE NOCH.
Nach den wilden Diskussionen vor der Softwarenumstellung bei 20six, der Auflösung von virtuellen Blogfreundschaften, kam der Tag X., der Tag der Softwarenumstellung. Nach der Umstellung war mein Blog „Schlagloch“ im Schlagloch der Softwarenumstellung verschwunden. Da nützten auch keine Einträge im Supportblog wie:
Hallo Nico,
bis heute ist mein Blog unter „Deine Blog Seite“ nicht sichtbar, kann daher auch kein Passwort entfernen. Existiert mein Blog „schlagloch“ und die Einträge überhaupt noch? Ich zweifle schon daran. Mein Blog ist dann wohl ein „Unfallopfer“ der Softwarenumstellung. Zur Erinnerung deine letzte Auskunft:
nico (15.12.05 11:05)
@ schlagloch: wir haben das auf der bugliste. die techniker werden nachsehen, wieso dir dein blog nicht angezeigt wird.
Haben die „Techniker“ schon probiert mein Blog sichtbar zu machen?
Gruss schlagloch.
Meine letzte Hoffnung war Weihnachten, sozusagen ein kleines Weihnachtswunder im Internet, ein Ort, wo wir keine Wunder erwarten. Während des Warten habe ich bei den 20six Bloggern von ihrer Enttäuschung über die neue Software gelesen. Jetzt, acht Tage nach der Softwarenumstellung, ist mein Blog aus dem Internetschlagloch wieder aufgetaucht. Ein kleines Weihnachtswunder. Es ist zwar etwas ramponiert, aber es kann wieder gebloggt werden. Die „Ruine“ wird wieder aufgebaut.
Wichtig ist mir, dass die alten Einträge aus drei Jahren bloggen vorhanden sind. Ich hoffe, dass alte und neue „Verbindungen“ hergestellt werden und auf neue Kommentare.
PS. Im Frühjahr 2006 erscheint ein Buch: „ALLES SCHLAGLOCH“ , TagGedanken. Texte aus dem Internettagebuch „Schlagloch“
Gruss schlagloch.

22.12.05 10:27 verlinken / 1 Kommentar / kommentieren
ADVENT. ZEIT

Den meisten Menschen passiert es, dass gerade in der Adventzeit viele verschiedene Gedanken durch den Kopf gehen. Oft sind es Erinnerungen an die Kindheit, an verstorbene Familienmitglieder, an vergessene Bekannte oder Erinnerungen an frühere Weihnachten. Die Gedanken kommen oft kunterbunt, ohne jeden Zusammenhang, kreuz und quer. Manchmal sind es Erlebnisse, die man schon lange vergessen hat.
Wer einmal den Weihnachtsabend in einem Stadthotel verbracht hat, wo viele Gäste nur zwei bis drei Tage bleiben, wie es die Stadtbesichtigung braucht, wird die eigenartige Stimmung bemerkt haben, die zwischen den völlig fremden Menschen aufkommt, wenn die Hotelleitung am späten Abend zu einem Punsch in die Hotelhalle einlädt. Die Menschen kommen aus der ganzen Welt, aus Argentinien, Kanada, Japan, China, Russland oder Italien, manche sind Individualreisende andere kommen mit einer Reisegruppe. Es ist eine Sprachenvielfalt und alle versuchen einen schönen Platz in der Nähe des Christbaumes zu ergattern. Im Hotel treffen noch immer Gäste ein, während in einer Ecke eine Harfenspielerin Weihnachtsmelodien spielt. Die Gäste, mit einen Glas Punsch und ein paar Weihnachtskeckseen in der Hand stellen sich zu kleinen Gruppen zusammen. Wird das Hotel von einer Frau geleitet, so ist diese Frau meistens schlank, groß, blond und hat einen polnischen oder tschechischen Akzent.

Ein zum Nachdenken anregender Christbaum stand vor einigen Jahren am Heiligen Abend vor der St. Andrä Kirche, gegenüber vom Mirabellgarten, in der Stadt Salzburg. Der Christbaum war mit leeren Bierdosen behängt und mit roten Maschen geschmückt. Rundherum saß die „Liebe Familie“ am Boden, mit einer Dose Bier in der Hand. Beim Vorbeigehen murmelte ich „Frohe Weihnachten“.

Ein Bockbier trinken.

21.12.05 18:04 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren
FRISCH . GEPFLÜGT
 
Bei einem Spaziergang am Lautenberg in der steirischen Thermenregion sehe ich Ende November die großen Traktoren mit sechs Pflugscharen die Äcker umpflügen. Beim Geruch der frischen Erde kommen bei mir Bilder vom Ackern in Politzen mit dem Pferd hoch.
 
Die Vorbereitung zum Ackern war vom unteren Rand des Ackers mit der Schaufel eine Furche breit die Erde in Ziegelform auszustechen. Mit dem Pferdekarren wurde sie an den oberen Rand des Ackers gebracht. Dies verhinderte, dass das Erdreich immer weiter nach unten wanderte. Dann wurde der Mist mit dem Gummiwagen vom Hof auf den Acker gebracht und mit der Mistgabel zerstreut. Jetzt kam der Tag des Pflügen. Zwei Pferde wurden vor dem Pflug mit einer Pflugschare gespannt. Die Aufgabe des Pferdeführers war die Pferde gleichmäßig, in einer geraden Linie,  in einem Zug durch, über den Acker zu führen. Die Pferde in der Spur zu halten war besonders wichtig, das  es sonst für den Pflugführer unmöglich war mit dem Pflug in der Spur zu bleiben und eine gerade Furche zu führen. Es war Schwerarbeit den Pflug in den Boden zu drücken. Trotz der kühlen Temperaturen kamen der Pflugführer und die Pferde zum Schwitzen.
 
Die Erdschollen in Politzen waren gegenüber denen hier in Lautenberg viel kleiner  und der Traktor kennt keinen Schweiß. Im Bildband von Johann Raunikar,  „Stilles Land um Fürstenfeld“, sind einige stimmungsvolle Bilder mit den schweren dunklen Ackerfurchen abgebildet. Auf einer Bank sitze ich in der Novembersonne  vor einem frischgepflügten Acker und bin betäubt vom Duft der frischen Erde.
 
Frisch gepflügt. 
 
1.12.05 11:38 verlinken / kommentieren

VER . GRABEN

Bei den Katzen können wir beobachten, dass sie nach dem großem Geschäft versuchen den Kot zu vergraben. Wer heute im Ortsgebiet zu Graben beginnt um einen Garten  anzulegen wird erstaunt sein, was wir alles im Boden vergraben haben. Man stößt bestimmt auf drei verschiedene Abwasserkanäle. Von einem kann man annehmen, dass er schon still gelegt ist, oder wird er von einem Nachbarn genützt? Man findet mehrere Erdkabel für die Stromversorgung und welcher steht wirklich unter Strom. Es kann auch vorkommen, dass man auf eine verschüttete Stiege  stößt, die zwei Stockwerke in die Tiefe führt, und im Bachbett des Dorfbaches endet. Das die Nachbarin beim Telefonieren plötzlich nichts mehr hört kann daran liegen, dass die entfernten Drähte aus dem Erdreich noch eine Funktion hatten.
 
Jedes Kabel eine Nummer. 
 

1.11.05 09:11 verlinken / kommentieren

 

KINDER . LOS

 
Bei der Kinderlosigkeit gibt es verschiedene Facetten. Es gibt die ungewollte Kinderlosigkeit oder die gewollte Kinderlosigkeit oder einfach das Schicksal und die Lebensumstände haben zur Kinderlosigkeit geführt. Für die Partnerschaft mit Kindern kommt einmal auch die Zeit der Kinderlosigkeit, dann wenn die Kinder das Elternhaus verlassen. Plötzlich ist der Alltag zwischen den Partnern kinderlos. Haben früher den Familienalltag und die Gespräche die Wünsche, Erlebnisse und Probleme der Kinder beherrscht, so fehlt plötzlich ein großes Stück der Familie.  Auch ein großer Teil des Gesprächstoffes zwischen den Partnern. Man muss erst wieder einen neuen Lebensinhalt und eine Gesprächskultur zwischen den Partnern finden. Manches mal  führt das Loslassen der Kinder auch zu einer Loslösung zwischen den Partnern.
 
Von der Kinderlosigkeit zur Partnerlosigkeit.        
 

24.11.05 17:16 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

ANSICHTS . KARTE
 
Auf einer Hotelterrasse, welche direkt am Uferweg „Franz Josef I“ liegt, sucht ein Herr einen passenden Tisch, mit Blick auf die nächste Bucht. Er findet einen freien Tisch, setzt sich nieder und zieht aus seiner Tasche ein Buch, einen Kugelschreiber und Papier zum Schreiben. Er vermittelt den Eindruck als würde er an einem Text für einen Vortrag oder für eine Veröffentlichung schreiben. Um ihn herum unterhalten sich andere Gäste sehr laut, sodass er an einen etwas im Abseits gelegenen Tisch wechselt und schreibt dort intensiv weiter. Beim Vorbeigehen will ich einen Blick  auf seinen Text werfen und mich bei ihm erkundigen, an welchem Thema er arbeitet. Beim Näherkommen sehe ich, dass er vor sich einen Stapel von Ansichtskarten hat, an denen er fleißig schreibt. Ein zweiter Blick  zeigt auf einer Ansichtskarte eine Adresse in Velden. Da kann ich ihm anbieten, diese Karte mitzunehmen, und die Karte bei meiner Heimreise in Velden zuzustellen. 
 
Ein Ansichtskartengeist.
21.11.05 14:20 verlinken / kommentieren

 

LEI . LEI. FROHES . FEST
 
Drei Wochen vor Nikolaus & Krampus und sechs Wochen vor Weihnachten ist es unmöglich in den Supermärkten die Aufsteller mit den Schokonikolos und dem Weihnachtsschmuck zu übersehen. Sie sind zumeist das Erste und das Letzte was man beim Einkauf zu sehen bekommt und wahrscheinlich zu Weihnachten nicht mehr sehen will. Es überrascht nicht, wenn eine Verkäuferin in einem Handelshaus, wo seit Wochen die Weihnachtsware präsentiert wird jetzt, Anfang November, auf die Frage: „Ob sie schon in Weihnachtsstimmung ist“, antwortet, „ Sie wird froh sein, wenn Weihnachten vorbei ist“.
Ein Besonderheit ist heute, am 11. 11. um 11.11 Uhr das Faschingsaufwecken in der Lei Lei Narrenhochburg von Kärnten. Um 11 Uhr bevölkern, angeführt vom Faschingsprinzenpaar für das Jahr 2006 eine stattliche Zahl von Hofnarren und sonstigen Narren den Hauptplatz um die vorbeieilenden Menschen zur kommenden Faschingssaison einzuladen. Ein Narr ist, wer trotzdem lacht.
 
In der heutigen Post befindet sich ein Prospekt von der XXL Möbelkette welche einem ein „Frohes Fest“ wünscht. Aber welches Weihnachtsfest ist gemeint, dieses von 2005 oder sind dies schon Weihnachtswünsche  für 2006.
 
Lei Lei, ein Frohes Fest 2006.
 
11.11.05 18:29 verlinken / kommentieren

WASSER . HART 
Religiöse Feste im Freien haben eine andere Ausstrahlung als solche in den Kirchen. Bei einer Gospelmesse in einem Park konnte man aus einem Korb einen Zettel mit einem Sinnspruch ziehen. Mein Zettel war blau und es stand darauf der Spruch : „Nicht Schwäche, Mut gehört dazu, seine Schwäche zu zeigen.“
Eine beliebte Aufmerksamkeit für andere Menschen sind kleine Geschenkbücher mit den verschiedensten Sinnsprüchen. Die Sprüche finden fast immer Zustimmung. Im Alltag wird es schwierig mit den Sinnsprüchen umzugehen. Es hat fast niemand den Mut, seine Schwächen zu zeigen, anderen gegenüber einzugestehen, dass die Anforderungen zu hoch sind, dass man überlastet ist und einem Vieles zu viel ist. Manchmal ist dieses Verhalten kurzsichtig. Es kommt aber auch auf das Gegenüber  an, ob einem Verständnis entgegengebracht wird oder ob nur darauf gewartet wurde, den Anderen zu demütigen, ihn herabzusetzen, ihm seine Arbeit wegzunehmen. Solche hohen Forderungen zu stellen, dass der Schwächere aufgibt, aufgeben muss.
 
Wasser ist härter als Stein. 
 
25.10.05 18:29 verlinken / kommentieren

 

KINDER . LÄRM 
Grosses mediales Echo hat die Ankündigung eines Hoteliers am Wolfgangsee ausgelöst, ab nächstem Jahr keine Urlauber mit Kindern unter zwölf Jahren zu beherbergen. Es gab für diese Aussage Befürworter und Kritiker und solche, welche aus dieser Aussage schnell mediales und wirtschaftliches Kapital schlagen wollen. Im Prinzip ist es einfach geklärt, so wie es Babyhotels oder Wellnässhotels oder Seniorenhotels gibt, hat dieser Hotelier sein Hotel, keine Kinder unter zwölf Jahren, positioniert. Umgekehrt gibt es viele familienfreundliche Hotels, welche Familien mit Kindern umwerben. Auch der Urlaub am Bauernhof gehört dazu. Ein Urlaub am Bauernhof ist für Kinder ein schöneres Erlebnis als ein Urlaub in einem fünf Sterne Hotel.
Persönlich empfinde ich es eine Bereicherung wenn in einem Hotel, Kinder und Jugendliche, junge und ältere Erwachsene bunt gemischt als Gäste anzutreffen sind. Gestört fühle ich mich, wenn der Verkehrslärm rund um das Hotel zu groß ist.
 
Kinderlärm statt Verkehrslärm.
23.10.05 22:24 verlinken / kommentieren

 

BAU . SAISON

 

Wenn der Verkehr der Sommersaison vorbei ist, kommt auf den Strassen die Bausaison. Dort, wo man aus Rücksicht auf den Urlauberverkehr mit der Sanierung der Strassen oder der Verlegung von Stromkabeln und Abflussrohren zugewartet hat, wird jetzt abgesperrt, umgeleitet und aufgegraben. Manchmal kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen den Baufirmen, wer bei den Grabungsarbeiten Vorrang hat. Hat die Verlegung des Abwasserkanal oder die Verlegung des Telefonkabel Vorrang. Ein Teil der Straßenfläche  muss für den Autoverkehr zur Verfügung stehen.
 
Wer zuerst gräbt, gewinnt.  

22.10.05 07:42 verlinken / kommentieren

 

HERBST .  SAISON

 
Um etwas zu bewerben oder zu verkaufen verwendet man oft das Wort „Saison“. Jetzt ist Herbstsaison. Es gibt eine Fülle von Ereignissen, welche jetzt Saison haben. Bekleidung und Schuhe haben immer Saison, das Angebot ist aber immer eine Jahreszeit voraus. Wenn man jetzt  Bekleidung für den Herbst einkaufen will, dann kann es sein, dass man in den Geschäften die Winterbekleidung vorfindet, die Herbstware ist schon ausverkauft. Oft hört man vom Verkäufer den Satz, „da hätten sie drei Monate früher kommen sollen“. Die Badesaison an den Seen ist zu Ende, dafür hat die Kursaison in den Thermalbädern begonnen. Rechtzeitig mit Saisonbeginn gibt es höhere Übernachtungspreise. Hier hat der Euro Saison, man hätte im Sommer kuren können, zu saisonal günstigeren Preisen.
 
Speisen hat immer Saison und jetzt gibt es  Wildgerichte mit Pilzen. Auf Grund des Regenwetter sind  die Pilze geschmacklos und bei den Wildgerichten kann es sein, dass das Wild nicht im Wald, sondern auf der Strasse erlegt worden ist. Der Wildwechsel hat im Herbst Saison.
 
Die Herbstsaison ist eröffnet.
 

20.10.05 17:50 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren
BUCH . VORSTELLUNG
 
 
Supersberger, Franz
An schean Tog
MundArt
(Books on Demand)  ISBN 3-8334-3251-9
108 Seiten – 12 × 19 cm
 
 
 
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3833432519/qid%3D1129450015/302-5598531-9707263

 
 

 

 

 
 
 
 
 
 
„Eine gewisse Schwermut durchzieht wie ein roter Faden die Gedichte von Franz Supersberger. Verwurzelt im Land Kärnten, schreibt er über Tradition, Alltag, Einsamkeit, Sein und Schein in seiner Umgebung. Die Gedichte enden bisweilen unerwartet lapidar.“ Eurojournal
 

16.10.05 10:10 verlinken / 1 Kommentar / kommentieren

 

MARKUS . PLATZ
 
Wem das Treiben auf dem Markusplatz in Venedig zuviel wird, der kann sich auf eine kleine Piazza, in ein ruhigeres Stadtviertel, San Polo, zurückziehen. Hier unterscheidet sich das Leben in keiner Weise vom Leben auf einer Piazza in einer italienischen Stadt auf dem Festland. Am wildesten treiben es die Kinder beim Ballspielen, Radfahren oder beim Skaten. In einer Ecke der Piazza versuchen ein paar Kinder bei einem Flohmarkt ihre gebrauchten Spielwaren weiter zu verkaufen. Auf den Bänken rund um die Bäume sitzen Frauen mit einer Strickerei oder einem Buch. Andere kommen mit den Einkaufstaschen aus dem Coop und genießen für zehn Minuten die Herbstsonne. Junge Mütter spazieren mit dem Kinderwagen und dem Hund rund um die Piazza. Unter einem Ahornbaum befindet sich der alte Ziehbrunnen. Vor der Trattoria sitzen ältere Herrn bei einem Glas Grappa.
 
Hier ist das Leben unverfälschter als am Markusplatz, wo die Touristen das Bild prägen und der Dogenpalast als statischer Zeuge Künstlichkeit verbreitet.
 
Das italienische Leben. 
 
12.10.05 12:44 verlinken / kommentieren

 

ICH. BLEIBE

Vielen BlogggernInnen wird es ähnlich gehen wie mir, dass ich bzw. sie von den Problemen bei 20six nichts bemerkt haben, bis ich bzw. sie ein Email von 20six erhalten haben, wo der Umstieg auf eine neue Software angekündigt wird. Ich möchte keinen „Stein“ auf die Betreiber von 20six werfen, weil von sogenannten „Hackern“ sind schon größere und sichere Systeme geknackt worden, wie z.B. das Pentagon oder Microsoft usw.
VORSICHTSMASSNAHME: Mein Weblog auf meinem PC abspeichern.
VORANKÜNDIGUNG: Im Frühjahr 2006 erscheint eine Auswahl von meinen BlogBeiträgen  als Buch:
ALLES SCHLAGLOCH  – TagGedanken   (ISBN 3833438371)
 
Ich bleibe.

10.12.05 16:57 verlinken / kommentieren

 

SCHMERZ . REICH

Der Tod eines Nachbarn im August war ein trauriges Ereignis. Im Sommer denkt man nicht an das Sterben, man erfreut sich an den die schönen, sonnigen Tagen. Von den meisten älteren Menschen wird der Winter als Belastung empfunden und sie sind froh, wenn der Frühling und der Sommer kommt. Ich halte die Sonne und die Hitze für eine Medizin. Aber keine Regel ohne Ausnahme und die Hitze kann auch zuviel werden.  
Beim Gebet für den Verstorbenen wurde der „schmerzreiche Rosenkranz“ gebetet. Der Vorbeter hat während der Gebete immer wieder den Vergleich zwischen dem Leiden Christi während der Kreuzigung und dem Leiden des Verstorbenen in den letzten Wochen hergestellt. Es sei jetzt eine Gnade Gottes, dass er von der Erde abberufen wurde. Mir hat der Verweis auf die Freude die dem Leben innewohnt gefehlt. Schmerzen erleben wir zu allen Zeiten unseres Leben. Manchmal ist der Wille und die Freude am Leben gerade während einer Krankheit am größten. Der Nachbar ist bis in das hohe Alter ein lebenslustiger Mensch, mit einer großen Portion Humor gewesen.
 
Hier wurde von der Kirche die Botschaft übermittelt, dass das Erdenleben eine Qual ist, der Tod eine Erlösung und jetzt kommt die schöne Zeit im Jenseits.
 
Leben im Diesseits oder Jenseits?
 
    

8.10.05 08:10 verlinken / kommentieren

INN . OVATION

 
Ein oft gebrauchtes Wort in unserem Berufs- und Alltagsleben ist das Wort Innovation. Vom heutigem Arbeitnehmer verlangt man, dass er innovativ ist. Es ist dies eine neue Selbstständigkeit, in der jeder aufgefordert ist, sich  Gedanken über seine Arbeit zu machen. Selbst über den Fortgang der Arbeit nachzudenken und nicht nur nach Anweisung oder Plan zu arbeiten. Dazu muss man kein schöpferischer Mensch sein, oftmals genügt es,  die Gedanken schweifen zu lassen. Von einem Verkäufer oder einer Verkäuferinn erwarte ich, dass sie mir eine Problemlösung anbietet und nicht nur ein Produkt verkauft. Auch bei der Verlegung eines Abwasserkanals ist es ein Vorteil, wenn sozusagen die vorderste Spitze, der Baggerfahrer innovativ ist und bei den Aushubarbeiten selbst Lösungen findet, wenn irgendwo unvorhergesehene Hindernisse auftauchen, ohne dass der Vorarbeiter gerufen werden muss. Oftmals ist es ja so, dass die Grabarbeiten an mehren Stellen in einem Ort oder Stadtteil stattfinden und zur Überwachung gibt es nur einen Vorarbeiter. Fast ein jeder hat sich schon gewünscht, dass ein Handwerker mehr Fantasie hätte. Gerade weil wir so ungeduldig beim Auto fahren sind, ärgern wir uns oft über Baustellen im Straßenverkehr, die manchmal schlecht geplant sind und auch vermeidbar wären.
Noch anspruchsvoller wird es, wenn es um die Entwicklung von neuen Produkten geht. Der Ruf nach intelligenten Produkten, die uns den Alltag erleichtern, vom intelligenten Dosenöffner bis zur mitdenkenden Waschmaschine erschallt täglich. Von den intelligenten Produkten im medizinischem Bereich und in der Kommunikation  hört man jeden Tag neue Erfolgsmeldungen.
 
Eine andere Art von Innovation beeindruckte  mich bei einem  Ausflug in der Nähe der Stadt Sopron  in Ungarn. Die Kreativität, wie man aus Sperrmüll neue Ge-brauchsgegenstände geschaffen hat. Diese Art von Kreativität ist in unseren westlichen Ländern verloren gegangen. Auf dem Gelände des Reiterhofes  „Vadon Lovas Club“  stand ein ehemaliger Wachturm, wobei auf der Plattform Heuballen gelagert wurden und das Skelett der Füße diente als Futtertrog für die Schweine. Auf einer Weide wurden Ziegen und Schafe gehalten.  Der Unterstand für die Ziegen und Schafe wurde aus alten Presspanplatten zusammengefügt. Als Stempel für den elektrischen Weidedraht  dienten alte Wasserleitungsrohre an denen ausgediente Akkumulatoren angeschweißt wurden. Als Tränke diente eine verrostete Badewanne.
 
Die Ziege in der Badewanne.
 

  

5.10.05 20:46 verlinken / kommentieren

 

LEBENS . ZEIT

 
Die monatlichen Kosten für den Durchschnittshaushalt, wie Wohnungsmiete, Lebensmittel, Heiz- und Autokosten werden immer höher. Es bleibt immer weniger Geld für Sonderwünsche zur Verfügung. Je weniger die Menschen konsumieren können, umso mehr werden sie mit Reklamezettel beworben. Der Postbote unterscheidet beim Austragen der Werbezettel nicht, ob er die Werbesendungen in einem Haushalt abgibt, der sich gerade die günstigen Lebensmittel vom Penny Markt und die Selbstbaumöbel von Möbellix  leisten kann, oder ob dies ein Haushalt ist, wo mehr Geld zur Verfügung steht, als nur für den täglichen Bedarf. Die Flugzettel der Bekleidungsdiskonter, wie Vögele, H&M und New Yorker aus der Stadt werden auch zum Textilhändler im Dorf getragen. Beim kleinen Händler wird die Kundschaft immer weniger, so hat er Zeit die Flugzettel durchzublättern und darüber nachzudenken, wie viele Jahre es noch bis zu seiner Pensionierung sind. Er erinnert  sich an den Busausflug wo die Frauen schon davon schwärmten, dass das größte Einkaufszentrum im Adria Alpenraum in wenigen Monaten seine Pforten am Stadtrand öffnen wird.
 
Die Lebenszeit verrinnt.    

1.10.05 07:50 verlinken / 4 Kommentare / kommentieren