VERZERRTE . GESICHT

 Um ein verzerrtes Gesicht zu erreichen machen die Menschen verschiedene Anstrengungen. Sie lassen dafür viele verschiedene Gesichtsmuskeln spielen, ein gutes Training für eine glatte Gesichtshaut. Wer die Nackenmuskeln überdehnt oder die Kiefermuskeln verspannt, bekommt Gesichtsschmerzen. Der Maler Piere Moda hat seinen Kopf weit zurückgelehnt, wurde dabei fotografiert und hat dann die Konturen mit  einem Filzstift nachgezeichnet. So entstand eine Serie von Selbstbildnissen.
Die Furcht vor dem eigenen Gesicht befällt einem am Morgen im Bad. Wer noch nicht ausgeschlafen ist wird durch den Blick in das eigene Gesicht wach. Jetzt gibt es nur einen Ausweg, in die Dunkelheit der Nacht zurückzukehren.
 
Flucht vor dem eigenem Gesicht.    
                         

26.8.05 07:43 verlinken / kommentieren

 

SIMULIERTE . MENSCH 
Im Computerzeitalter ist es möglich durch Simulation am PC auf viele praktische Experimente zu verzichten. Es genügt, dass die Daten in den Computer eingegeben werden und das Programm gestartet wird.  Die verschiedensten Situationen können am Computer simuliert werden. Dies kommt in der Entwicklung von Flugzeugen, Motoren, aber auch bei chemischen Experimenten zum Einsatz. Es ist daher nicht überraschend, dass die Kinderärzte für jedes Baby ein Computermodell anlegen. Dies macht es möglich, nach einem Zeitraum von drei Jahren vorauszusagen, wie groß das Kind einmal als Erwachsener sein wird. Nach mehreren Jahren  gibt es dann bereits Voraussagen an welchen Krankheiten dieser Mensch einmal leiden wird und auch das voraussichtliche Alter kann das Computerprogramm errechnen. Bald wird es genügen das Leben als Computermodell zu starten
Der simulierte Mensch.   
23.8.05 22:06 verlinken / 1 Kommentar / kommentieren

 

FALSCHE . GEDANKEN

 Wer jetzt das Krastal bei Villach besucht, kann die Skulpturen der diesjährigen Teilnehmer des Bildhauersymposium besichtigen. Besonders vielsagend ist der Titel der Skulptur der Südtirolerin Erika Inger, „Falsche Gedanken“. Bei dieser Arbeit stehen schwere Marmorblöcke auf dünnen Stahlstäben. Falsche Gedanken erheben sich mit Leichtigkeit und schleichen umher, um dann mit der ganzen Schwerkraft des Marmor jemanden zu erdrücken. Bei der Arbeit von Michael Kos „Wiedergutmachung“  werden die Sprünge der Marmorblöcke mit Stahldrähten vernäht. Hier wird ,wie in einem Krankenhaus, versucht, die Verletzungen welche wir der Natur zugefügt haben mit einer Wundnaht Wiedergutzumachen.
Morgen ist auch noch ein Tag.

19.8.05 11:24 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

HOCH . WASSER

 In diesem Herbst  kam es in weiten Teilen von Österreich zu sintflutartigen Regenfälle. Am schlimmsten waren die Vermurrungen und Verwüstungen in Vorarlberg. Jetzt, drei Monate danach, ist die Eisenbahn über den Arlberg noch immer unterbrochen. An der Wiederherstellung wird gearbeitet. Auch entlang einiger Flüsse gab es Überschwemmungen. Vorbei sind die Zeiten wo es neben dem Flussbett Überschwemmungsgebiete gab. In diesen Bereich war es völlig normal, dass die Flüsse von Zeit zu Zeit über die Ufer traten, ohne dabei Schaden anzurichten. Welche wertvolle Aufgabe Moorgebiete als  Regulator bei sintflutartigen Regenfällen haben, kann man beim Moor in der Nähe von Moeselstein beobachten. Vier  Wochen nach den letzten großen Regenfällen steht das Wasser im Schilf noch immer sehr hoch. Der durch das Moor führende Steg ist wieder begehbar. Wäre dieses Wasser direkt in die Gail geflossen, hätte es mehr Hochwasserschäden gegeben. Jahrzehntelang wurden Überschwemmungsgebiete und Moorgebiete trockengelegt, jetzt muss man nach jedem Hochwasser die Kellerräume trockenlegen.
 
Wir sitzen im Trockenen.

12.11.05 16:13 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

FRÜH . PENSION

Seit der Pensionsreform müssen wir alle länger arbeiten, um dann weniger Pension zu erhalten. Sogenannte Frühpensionisten werden jetzt argwöhnisch beobachtet. Vor allem dann, wenn sie gerade fünfzig Jahre alt sind oder auch darunter, unterstellt man ihnen gerne Arbeitsunwilligkeit. Manchmal ist es nicht ausgeschlossen, dass sich welche krank stellen. Unter den Frühpensionisten  befinden sich auch kleine Gewerbe- und Handelstreibende, die in ihrer Selbstständigkeit gescheitert sind. Sie sind nicht nur geschäftlich gescheitert, sondern auch körperlich, weil das Eine das Andere bewirkt . Für die kleinen Selbstständigen gibt es keinen Arbeitsinspektor oder Gesundheitstrainer. Die einzige Vorgabe ist, arbeiten um zu leben, auch wenn dabei die Gesundheit zu kurz kommt.
Oftmals trifft es zu, dass Kleinunternehmer bei Aufträgen für große Konzerne  oder als Subunternehmer den Geschäftsmethoden der Grossen unterlegen sind und finanziell und körperlich scheitern. Manche möchten noch gerne arbeiten, sie können es aber nicht mehr. Sie kommen dann in die Frühpension.
 
Von der Frühpension in die Depression.

12.8.05 07:48 verlinken / kommentieren

 

FEUER . STURM

 
Wer schon einmal von einem chinesischen Arzt oder Ärztin untersucht und behandelt wurde weis, dass die chinesische Medizin besonders auf den Fluss der Energien im Körper achtet und bei einer Blockade dieser Energieflüsse von Krankheit spricht. Auch mit den vier Elementen, Feuer, Wasser, Luft und Erde werden Krankheitsbilder beschrieben. Bei einer Untersuchung nach chinesischer Heilmethode fand die Ärztin, dass ich zuviel Feuer in mir habe. Diese Hitze verursache die Beschwerden. Mit Hilfe von Akupunktur könnte man die Hitze aus dem Körper ausleiten. Die Akupunkturnadeln wurden an folgenden Stellen angebracht: In der Kopfhaut, der Stirn, den Ohren, in der Bauchdecke,  im Unterarm und den Ober- und Unterschenkeln. Wenn ich die Muskeln anspannte schmerzten die Nadeln, es war wie im Fegefeuer. Nach zehn Behandlungen war das Feuer in mir noch nicht erloschen. Noch heute kämpfe ich mit dem Feuersturm in meinem Körper.
 
Der Feuersturm in mir.
 
  

10.8.05 17:07 verlinken / 4 Kommentare / kommentieren

 

STROM . FALLE

Was die Elektrizität, kurz gesagt der Strom, für eine Bedeutung im täglichen Leben hat merken wir immer dann, wenn er ausfällt und sei es nur für eine Stunde. In Möselstein ist am Samstagvormittag der Strom für eine Stunde unterbrochen gewesen und plötzlich war es in den Einkaufszentren dunkel. Dunkel im wörtlichem Sinne und auch im übertragenen Sinn, nichts war mehr möglich. In der Obst- und Fleischabteilung fielen die Waagen und Schneidmaschinen aus, die Türen konnten nicht mehr geschlossen werden und im Kassenbereich war für alle Kunden Stillstand und Endstation. Manche ließen die halbvollen Einkaufswagen stehen und verließen den Supermarkt. In einem Wohnblock war eine Frau in einem Lift eingeschlossen und musste händisch hochgekurbelt werden. Viele saßen plötzlich im WC in der Finsternis und der Schweinsbraten stand halb gebraten am Herd.
Der Stromausfall wurde zu einem öffentlichen Thema. Die Leute versammelten sich auf der Strasse und diskutierten über die Abhängigkeit vom Strom. Eine  geregelte Arbeit war ohne Strom  nicht möglich.
Der Mensch trägt sein Kraftwerk in sich, er versorgt sich selbst mit Energie. Zunehmend werden aus medizinischen und wissenschaftlichen Gründen in den Menschen Implantate eingesetzt die mit externer Energie versorgt werden müssen.
 
Wir sitzen in der Stromfalle.

7.8.05 09:34 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren

 

DIE . ANGST

 
Im Warmbad Villach bewegte sich eine Frau im Ozonbecken, mit beiden Händen an den Laufstangen festhaltend, von einer Massagedüse zur Nächsten. Die Wassertiefe beträgt 1.40 Meter. Sie konnte nicht schwimmen und hatte Angst im Wasser frei zu gehen. Jeder Schritt im Wasser ist ein Schritt gegen die Angst und viele kleine Schritte führen weg von der Angst. Der erste Schritt in die Angst ist auch der erste Schritt aus der Angst.
 
Die begehbare Angst.

4.8.05 21:35 verlinken / kommentieren

 

LEBEN . HEISST. HANDELN
 
Mit dem Motto, Leben heißt handeln, versuchen Greenpeace Aktivisten am Villacher Hauptplatz die Menschen über die Arbeit von Greenpeace zu informieren und neue Mitglieder zu werben. Das nach einigen Regentagen heute ein Tag mit viel Sonnenschein ist sieht man daran, dass einige Studentinnen auf den Schultern einen Sonnenbrand haben. Um 18 Uhr ist für die erste Partie der Werber Schluss, jetzt kommt die zweite Partie. Sie stellen sich den Leuten, welche von der Arbeit nach Hause eilen oder noch schnell einen Einkauf erledigen wollen in den Weg. Man sieht die unterschiedlichsten Menschen mit den verschiedensten Kleidern, aber fast niemanden ohne Handy. Das Handy ist heute ein Teil der Bekleidung. Ein Unterstandloser, welcher sich mit einer sechser Packung Bierdosen auf einer Bank gemütlich gemacht hat, kommt ohne Handy aus. Am Infostand von Greenpeace steht auf einem Plakat unter dem Zitat der Name Albert Camus. Als ich die Infodame frage, ob sie weis wer Albert Camus war, ist sie völlig unwissend. Sie kennt Camus nicht, noch hat sie ein Buch vom Literaturnobelpreisträger gelesen. Sie verspricht, wenn sie wieder zu Hause ist, dies nachzuholen. Ich empfehle ihr die Bücher „Der Fremde“ und „Die Pest“.
 
Handeln heißt auch, andere für ein Buch zu begeistern.    
2.8.05 19:20 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

BÄREN .  BRÜCKE II 

Ein Jahr nach der Eröffnung der Bärenbrücke über die Südautobahn ist bei den Naturfreunden der Bär los. Erstmals wurden auf der Bärenbrücke die Fußabdrücke von einem Braunbären entdeckt.

Wann kommt der nächste Bär.
 

ZER . STÖRT

 
Den größten Teil unseres  Leben befinden wir uns auf der Suche nach einem Lebenssinn. Worin liegt der Sinn unseres Leben? Jeder muss seinen Lebenssinn  bei sich, besser in sich suchen und nicht bei anderen Personen. Wenn einem der/die PartnerInn verlässt, verliert dann das Leben seinen Sinn?  Eine Trennung kann sehr schmerzen, aber es muss nicht bedeuten, dass das Leben zerstört ist. Eine Partnerschaft besteht, bei aller Zuneigung, aus zwei Teilen. Aus einem gemeinsamen Teil und einem ganz persönlichem Teil. Jeder sollte etwas für sich schaffen von dem er sagen kann, dies ist ein Großteil meines Lebens, meiner Persönlichkeit, die mir durch keine äußeren Einflüsse weggenommen werden kann. 
Wurde diese Vorsorge nicht getroffen, so ist dies eine persönliche Schuld. Einen Halt im Leben findet man in der Vergangenheit. Erlebnisse und Gefühle die man erlebt hat, kann einem niemand mehr wegnehmen. An diesen Erlebnissen kann man sich wieder aufrichten. Eine andere Möglichkeit für den Erhalt des Lebenssinn ist die Hoffnung auf die Zukunft. Der Gegenwart soll man keine große Bedeutung bei- messen. Wer es versäumt hat seinem Leben einen Sinn zu geben, kann dafür nicht jemand anderem die Schuld geben.
 
Das nächste Leben.  
 
 
 

14.7.05 12:03 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren

 

TERROR . RAND
In den letzten Tagen ist eine Fülle von Berichten über die Sprengstoffanschläge auf die U-Bahn in London über die Bildschirme geflimmert und in den Tageszeitungen veröffentlicht worden. Im Internet gibt es live Bilder vom Tathergang und persönliche Schilderungen. Überall wird über die Urheber und die Folgen der Terroranschläge diskutiert.
Auch bei einem so spektakulärem Ereignis, wie den Terroranschlägen in London, können die Wahrnehmungen ganz verschieden sein. Die persönliche Wahrnehmung eines so furchtbaren Ereignisses bestimmt die persönliche Befindlichkeit und Situation. Ein bekanntes Ehepaar ist am Wochenende von einem London Aufenthalt nach Österreich zurückgekehrt. Ihre Aufmerksamkeit richtet sich auf die Mutter, die nach einem Schlaganfall in das Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Terroranschläge waren für sie ein Randereignis.
Am Rande des Terrors.    
11.7.05 17:37 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

DIE . ALTEN

 
Zu oft reden wir „Alten“ die Welt schlecht und stellen die Zukunft hoffnungslos dar. Wir wollen, dass alles beim Alten bleibt, dann bleibt uns alles bekannt und auch unsere Vorteile bleiben beim Alten. Wir haben vergessen, dass wir 1968 aufgebrochen sind alles zu verändern, besonders alles was Alt war. Jetzt müssen wir den Jungen freie Hand lassen. Bleiben wir beim Alten, aber lassen wir Platz für das Neue. Die Jugend von heute wird schneller alt sein, als sie es heute glaubt.
 
Alles beim Alten.

10.7.05 21:06 verlinken / kommentieren

 

SCHI . LEHRER
 
Erstaunt zeigte sich die Rezeptzionistin eines Hotels in der Therme Loipersdorf als sie gefragt wurde, ob es möglich sei eine Schiausrüstung und einen Schilehrer  zu buchen. Über Nacht hatte es in der Thermenregion geschneit. Die Frau versuchte zu erklären, das diese Region  kein Schigebiet ist, die Umgebung bestehe nur aus Hügeln und es gibt keine Skilifte. Die Skigebiete liegen im Norden der Stermark. In der Thermenregion gäbe es kaum Schnee und er würde auch nicht für längere Zeit liegen bleiben. Für die nächsten Tage wäre es möglich einen Schwimmlehrer zu buchen.
 
Schwimmlehrer statt Schilehrer.
9.12.05 07:58 verlinken / kommentieren

 

BIO . GEDANKE

 
Manchmal wird vergessen wer für was zuständig ist. Dies zeigt ein Beipackzettel, der einer Vorratspackung Fleisch von einem Bio Bauern beigepackt war. Darauf war folgendes zu lesen: Mit diesem Vorratspaket haben sie Qualität vom Biobauer gekauft. Diesem Satz kann ich zustimmen. Dann wird mir ein schöner und erholsamer Sommer gewünscht, sowie viel Glück und Gesundheit. Sehr erfreulich.  Weiter steht geschrieben, wir möchten Ihnen diesmal ein paar Gedanken mit auf den Weg geben:
 
Suchen wir unser Licht
In unseren Gefühlen!
In ihnen liegt eine Wärme,
die viel Klarheit in sich schließt.  J. J.
 
Vielleicht sollten Biobauern einfach gesunde Produkte erzeugen und verkaufen, die Gedanken hole ich mir anders wo.
 
Der biologische Gedanke.

7.7.05 09:42 verlinken / 7 Kommentare / kommentieren

 

ANGESAUGTE . KUH

 
Wer das Bild „Angesaugte Kuh“ von Maria Lassnig betrachtet wird in dem unförmigen Körper, mit einem dicken Filzstift gezeichnet, eine Kuh erkennen können.
Das Bild entstand im Jahre 1988. Ratlos werden manche die metallenen Ausstülpungen betrachten welche den Kühen aufgesetzt sind. Nur wer selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, wird darin den Stutzen einer Melkmaschine erkennen. Die Kuh ist reduziert auf das Abbild eines Euter mit zwei Stutzen einer Melkmaschine.
Maria Lassnig wurde 1919 in Kappel am Krappfeld im Kärntner Unterland, einer von der Landwirtschaft geprägten Landschaft, geboren. In ihrer Jugendzeit sind die Kühe noch mit der Hand gemolken worden. Während meiner Kindheit wurden die Kühe bei uns am Bauernhof von Hand gemolken. Ich saß als Kind während des Melken auf einem Melkschemel neben dem Vater und horchte seinen Geschichten zu. Als Schüler erzählte ich dem Vater was wir in der Schule gelernt haben. Nach der Installation einer elektrischen Melkanlage hörte man im Kuhstall nur mehr die Geräusche der stampfenden und saugenden Melkmaschine. Mit den Gesprächen während des Melken war es vorbei.
 
Der Melkautomat. 

12.8.05 21:16 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren

 

CHINA . MADEN

 

Es vergeht kein Tag, an dem man nicht mit einer Meldung über die wirtschaftlichen Erfolge von China informiert wird. So erfährt man, dass im ersten Halbjahr dieses Jahres über 160 Millionen Paar Schuhe aus China in die EU importiert wurden oder dass  80 % der Spielwaren weltweit in China erzeugt werden und das China die höchsten Wachstumsraten der Welt hat. Oft aber werden dafür die Frauen, da Mädchen als Nachkommenschaft noch immer unbeliebt sind, ausgebeutet. Die unerwünschten Frauen ziehen vom Land in die Großstadt, in die sogenannten Sonderwirtschaftszonen und versuchen dort eine Arbeit zu finden. Diese Notlage wird selbst im kommunistischem China von den Industrieunternehmen ausgenützt und die Frauen als billige Arbeitskräfte eingestellt. Bei einer Arbeitszeit von zwölf Stunden täglich, an sieben Tagen die Woche, verdienen die Arbeiterinnen gerade mal € 45.—pro Monat.

 

Sucht man in einem Spielwarengeschäft nach einem passendem Geschenk, dann kann es passieren, dass die Begleitung ein Funkauto in die Hand nimmt und sagt „Made in China“. Ich verstehe, „heute schaue ich „Made in China“ . Ich frage zurück, „wie lange dauert die Fernsehsendung? Die Begleitung fragt, „welche Fernsehsendung?, ich sage „Made in China“.

 

Die Chinamaden im Kopf.

 

 

 

29.6.05 21:29

REISE . FIEBER

 

An den heißen Junitagen werden die Felswände des Dobratsch durch die intensiven Sonnenstrahlen aufgeheizt und der Lärm der hochtourigen Motorräder wird als Echo in das Tal zurückgeworfen. So wird die Stimmung in Moeselstein, wenn die Motorräder auf der B83 durch den Ort brausen, angeheizt. Den Motorrädern folgen mit Folgetonhorn die Einsatzwagen der Polizei. Bei einem Verkehrsunfall auf der A2 Autobahn heulen die Feuerwehrsirenen, dann kommen die Sirenen des Notarztwagen und des Rettungsautos. Jetzt ist Sommer in Moeselstein und man bekommt Reisefieber.

 

Wohin geht die Reise?

28.6.05 14:09

SPÄT . HERBST

 

Wer jetzt auf einer Bank in der Schütt sitzt und einen Blick auf die Bäume und Sträucher wirft sieht, dass die Eichenblätter erdbraun, ausgetrocknet und verdorrt sind. Im Sturzflug fliegen die Blätter von den Bäumen, um vom nächsten Windstoß aufgewirbelt zu werden. Am blassblauen Himmel fliegt ein Segelflieger lautlos den Dobratsch entlang. Auf der Wiese weiden drei Pferde. Ein Pferd kann sich nicht beruhigen, es wiehert immer wieder und hebt seinen Kopf. Vielleicht will es schon in den Stall? Der nächste Windstoß wirft die Mähne hoch, von der Ferne klingen Kuhglocken. Ein Mann läuft die Strasse entlang und kämpft dabei gegen seine Kilos und gegen das Alter. Die Sonne steht tief über dem Länderdreieck. Leise drehen sich die Räder der Fahrradfahrer und von der Autobahnbrücke hört man das Schlagen der Autoachsen. Der Verkehrsstrom reist nicht ab.

 

Der Lärm kennt keine Grenze.  

4.11.05 18:26

ZUKUNFT . ÖSTERREICH

Die Kaiserin Maria Theresia steht auf einem großen Betonsockel mit Zepter und Krone am Neuem Platz in Klagenfurt. Von einem Plakat mit rot-weis-roten Streifen auf einer Liftfasssäule strahlt der Bundeskanzler für die Zukunft Österreichs und auch für seine Eigene. Am Neuen Platz ist eine große Wäschespinne aufgebaut und die unter Sechsjährigen üben sich im Bangcamping  Springen. Fünf Minuten kosten vier Euro. Auf einer Sitzbank verabschiedet sich eine Generation mit einer Flasche Bier. Die Sandleer von Klagenfurt trinken sich in den Tod. Wo zwei junge Leute am Tisch sitzen, da liegen drei Handys. Wenn der Herkules den Lindwurm erschlagen wird und das Wörtherseemandl sein Fass öffnen wird, dann wird Klagenfurt in den Fluten des Wörthersee untergehen.

 

Zukunftsfest für Österreich.

22.6.05 21:11
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FÜNFZIG . JAHRE

 

Neben den offiziellen Feiern „Fünfzig Jahre 2. Republik  Österreich“, wo sich die regierenden Politiker oftmals selbst feiern, gibt es die „privaten Fünfziger“. Dies sind Frauen und Männer welche im Jahre 1955 , dem Jahr der Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrages geboren wurden. Ihnen kann man den Stolz ansehen, dass sie in einem „historischem Jahr“ geboren wurden, obwohl sie zur Erlangung der Unabhängigkeit nichts beigetragen haben. In die weitere Entwicklung des Staates waren sie voll eingebunden. So verlaufen die Fünfzigjahrfeiern ganz unterschiedlich.

 

Eines ist gewiss, dass der Staat mit den Jahren mehr Gewicht bekommt, während die Zeit der Fünfzigjährigen weniger wird. Viele Menschen leiden mit den Jahren an einem Zeitdefizit, obwohl sie weniger Aufgaben zu bewältigen haben. Meine Wünsche für die Fünfziger lauten, Zeit für die restlichen Dinge des Lebens und soviel Gesundheit wie zum Leben notwendig ist.

 

Gesunde Lebenszeit.  

19.6.05 22:05

DIGI . FOTO

 

Wer sich ein Jahrzehnt zurückerinnert weis, dass man bei einem Urlaub am Meer oder in den Bergen vom Urlaubsort Ansichtskarten an Verwandte und Freunde verschickt hat. Bei den Souvenirläden hat man die Kartenständer vor- und zurückgedreht und die schönsten Ansichtskarten ausgesucht. Entweder hat man laut oder leise für sich alle jene Leute aufgezählt, denen man eine Karte schicken will. So sah man die Urlauber im Gastgarten bei einem Getränk oder am Abend im Hotel beim Abendessen sitzen und dabei die Ansichtskarten schreiben.

Heute kann man beim Abendessen im Hotel beobachten, wie rundherum die Fotohandys gezückt werden und man sich gegenseitig fotografiert. Es wird so lange fotografiert, bis die Aufnahme allen gefällt, auch demjenigen, welcher fotografiert wurde. Heute ist alles wiederholbar, bis es keinen Spaß mehr macht. Das Foto wird als digitale Ansichtskarte versandt.

 

Das Ende der Spaßgesellschaft. 

 

17.6.05 10:26

 

KIRCH . SCHLAG
Im Schlagloch meiner Erinerungen gibt es einige Begebenheiten aus Kirchschlag i. d. Buckligen Welt. Die Burgruine Kirchschlag ist trotz eines kleinen Aufstieg, zwecks der schönen Aussicht, diese Mühe wert. Es bietet sich ein rundum Blick auf die Bucklige Welt mit den vielen Waldstücken, den weiten grünen Feldern auf den Leiten und dazwischen die Bauernhöfe, mit ihrem eigenen Stolz. Dazwischen wogen die Gedreitefelder im Wind und dahinter wölbt sich der nächste Buckel.
Alle fünf Jahre haben die Kirchschläger schwer an der Welt zu tragen, wenn sie bei den Kirchschlagerpassionsspielen für Christus das Kreuz tragen. Das Kreuz tragen ist nicht etwas Vergangenes oder Geschichte. Es wird heute nur totgeschwiegen, dass auch heute im Computerzeitalter jeder von uns sein Kreuz zu tragen hat. Man braucht nur in den Onlinetagebüchern zu lesen und trifft auf viele Blogger, welche an ihrem Leben leiden. Das Leiden ist stärker in der Welt anzutreffen als sonst einmal.
Einen ganzen Sommer spielt die Bevölkerung von Kirchschlag bei den Passionsspielen die Geschichte vom Leid, vom Hass, dem Neid und der Angst. Die Passion bleibt aber nicht im Leid festgefahren, zum Schluß kündet ein strahlendes Licht aus dem leeren Grab vom Frieden für den leidenden Menschen.
Das Kreuz tragen.  

14.6.05 21:03

 

ZE . HENT
Man spricht oft von der Macht der Politiker. In der heutigen Situation der Globalisierung, wo jeden Tag Firmen aus dem EU-Raum abwandern, muß man von der Machtlosigkeit der Politiker sprechen. Wenn sie Macht haben, dann wird ihnen diese Macht von den internationalen Konzernen zur Verfügung gestellt. Die Macht und der Einfluß verschiedener Adelsgeschlechter ist heute noch grösser als die eines Landeshauptmann. Wer das Burgenland besucht trifft überall auf die Schlösser und Besitzungen des Geschlecht der Esterhazy. In Lockenhaus ist es ebenso.
Wir sind heute von der Adelsherrschaft befreit, dafür aber die Leibeigenen des Staates. Früher mußte man einen Zehent (10 Prozent) von seinem Einkommen an die Gutsherrschaft abliefern, heute zahlen wir 30 bis 50 Prozent Einkommensteuer an den Staat. Der Einfluß des Landehauptmann von Burgenland ist geringer als der Einfluß der Esterhazy.
In einem Gasthof in Lockenhaus, wo vor kurzem auch der Landeshauptmann gespeist hat, kann man gut speisen. Die Sprache der Burgenländer hat einen schönen melodischen Klang.
Wohltat Zehent.

13.6.05 11:23

 

RAND . STEIN
Am Sonntagvormittag trifft man die Jugend beim Kirchgang, am Nachmittag liefern sich die Burschen auf der engen und kurvenreichen Landstrasse zwischen Zöbern und Krumbach mit ihren Sportwagen ein Strassenrennen. Die Autos sind schon lange bevor sie zu sehen sind, zu hören. Es ist wie das Grollen von Donner, die tiefen Bässe der Schlager bringen die Luft zum Vibrieren. Sie rasen mit ihren tiefliegenden Autos vorbei an den privaten Marterln, welche hier am Straßenrand an die Opfer des Straßenverkehrs erinnern.
„Hier mußte am 16. 10. 1970 das Mädchen  G. im Alter von dreizehn Jahren unschuldig ihr Leben lassen.“ Den Betonsockel schmückt ein Engel mit gefalteten Händen.
„Hier verunglückte am 26. 1. 1952 Herr J.A. “ Ein Sockel mit Kreuz.
Würde man an den Straßen für alle Verkehrstote Marternl aufstellen, könnte man sich die Randstein ersparen.
Am Straßenrand.

9.6.05 17:07

LICHT . BLICK
Ein Lichtblick im Kuralltag war das Gitarrenkonzert der Musikschule Scheiblingkirchen im Museumsdorf Krumbach für den Verein Lichtblick Krumbach. Sie musizierten für einen wohltätigen Zweck. Der Erlös aus dem Konzert kommt der Errichtung einer „Beschützten Werkstätte“ für Kinder & Erwachsene mit besonderem Förderungsbedarf zu gute. Gespiel wurden Kompositionen von Klassik bis Pop, von M. Langer bis G. Telemann. Das Gitarrenquartett bzw. -Quartett stand unter der Leitung von Renate Hofer. Bei manchen Musikstücken konnte man sich völlig entspannen und die Augen schließen. Der Alltag wurde ausgeblendet, der fand woanderst statt.
Berührend war auch die Geschichte von einer Mutter eines mongoliden Kindes, wie sie mit ihrem Mann beschlossen haben dem Verein beizutreten. Es war ein paar Tage vor Weihnachten, als sie sich entschlossen auf gegenseitige Geschenke zu verzichten und dafür dem Verein Lichtblick eine Geldspende zu überweisen. Sie gingen gemeinsam zur Bank und verbrachten danach einen gemütlichen, statt stressigen, Vorweihnachtsvormittag im Cafe beim Reden und Cafetrinken.
Ein Lichtblick.
 

7.6.05 08:15

VER . REISEN
In einem Kurhotel ist es unvermeidbar, dass unter den Kurgästen auch ältere und gebrechliche Menschen sind mit Gehhilfen, Krücken und im Rollstuhl. Bei einem Tischgespräch stellte sich die Frage, ob es erstrebenswert ist, so alt und gebrechlich zu werden oder ob es besser wäre mit vierzig oder fünfzig Jahren „gesund“ zu sterben?
Mein Einwand gegen den „gesunden Tod“ war, dass man  vieles erst in den späteren Jahren erlebt. Gerade das Verreisen können sich viele Menschen erst in späteren Jahren leisten, oft erst nach der Pensionierung. All diese, meistens interessanten und schönen Erfahrungen hätte man bei einem frühen Tod nicht machen können. Meine Frage ist, welche Auswirkungen würde das Fehlen dieser Erfahrungen nach dem Tod haben?
Erfahrungen und Erlebnisse für das Jenseits.
 

4.6.05 13:20

SELBST . SUCHT

Es ist eine unpersönliche Welt, in der ich das Gefühl habe, dass der Tod eines Freundes mir die Zeit stiehlt. Ich hatte für mich eine Woche vorgeplant, endlich hatte ich das Gefühl, dass ich einmal für mich persönlich ein wenig Zeit haben werde und dann erreicht mich die Nachricht, dass der Freund gestorben ist. Der Wochenplan ist hinfällig. Jemand, welchen ich gerade an diesem Tage anrufen wollte um mich zu erkundigen, welche Feste anlässlich von hundert Jahre Relativitätstheorie geplant sind?  Ich habe dann doch nicht angerufen, weil die Zeit schon fortgeschritten war und eine Fahrt zum Bahnhof bevorstand. Er hat gerne telefoniert und man weiß nie wie lange wir gesprochen hätten.

Heute würde ich mich gerne mit ihm sprechen, aber es ist leider zu spät. Jetzt ärgere ich mich darüber, dass ich persönlich zu kurz kommen könnte, er kann es nicht mehr.

Selbstsüchtig bis zum Tod.

LEBENS . CHANCE

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In diesen Tagen, der schönsten Zeit des Jahres, vor sechzig Jahren, wurde das Hitler-Regime besiegt und der zweite Weltkrieg fand sein Ende. Die Söhne und Töchter der NS-Generation kann man nicht für die Greultaten der Väter verantwortlich machen, man kann aber auch die Väter nicht von ihrer Schuld reinwaschen und freisprechen. Wie sehr diese Verbrechen beschönigt, bereinigt oder verdrängt werden, zeigte in diesen Tagen eine Aussage eines österreichischen Bundesrates, der die Frage, ob es im Dritten Reich Gaskammern gegeben hat, „prüfen lassen will“.
 
Es war nicht nur ein „gewöhnlicher Krieg“, es war ein Ausrotten und Verfolgen von ganzen Volksgruppen, dies waren nicht nur Juden, sondern alles was nicht „gesund“ war. Hier greift diese Ideologie nach den Menschen von heute. Man will den gestylten, perfekten und gesunden Menschen, für die Kranken und die Alten bereitet man die „Sterbepille“ vor. Aber kein Mensch ist vor dem Alter und einer Krankheit geschützt. Daher ist es heute so wichtig, dass man die Folgen der NS – Ideologie in Erinnerung bringt. Dies ist ein Aspekt, es gibt noch viele andere.
 
Eine Lebenschance für die Gebrechlichen, Kranken und Alten.

2.5.05 20:31 verlinken / kommentieren

 

WÖRTER . SEEfficeffice“ />
 
Drei Tage  vor dem GTI -Treffen in Maria Wörth am Wörthersee blicke ich vom Hang in Auen bei Schiefling über den Wörthersee. Auf der gegenüberliegenden Seite durchschneidet die Wörtherseeautobahn wie ein überdimensionaler Betonträger die Nordseite und endet bei der Wörtherseeraststation. Das schönste Geräusch ist das Geräusch des fahrenden Zuges auf der Südbahn nach Triest. Schon hört man das Aufheulen der Motorräder auf der Süduferstrasse. Dazwischen das Zwitschern der Vögel in den Bäumen. In ein paar Wochen wird es im Geräusch der sprechenden Urlauber untergehen.
 
In einer Amadeus Buchfiliale wurde der Gedichtband „Der Wörtersee“ von Robert Gernhardt bei den Wanderführern vom Wörthersee eingereiht.
 
Vom Wörthersee zum Wörtersee.        
4.5.05 19:14 verlinken / kommentieren

 

BLOG . GEBURTSTAG

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Teilhard de Chardin hat die These aufgestellt, dass das Universum aus einem Gedanken und einem Willen entstanden ist und diesen Zeugungsakt nennt er Gott. Dieser These kann ich mich gut anschließen, so ist alles von diesem Urgedanken durchdrungen, alle Lebewesen, alle Pflanzen und alle festen Stoffe. Wir kommen bei unserer Geburt aus diesem Gedanken und Willen und kehren nach unserem Tod wieder dort zurück. Kardinal Schönborn sagte anlässlich des Todes von Papst Johannes Paul II : „ Wir können hoffen und glauben, dass er auferstehen wird.
 
Schon wenn ein Surfer täglich auf dieses Weblog zugreift, dann leben meine Gedanken weiter fort. Dies ist ein Gedanke zu meinem

2. BLOGGEBURTSTAG.

Laut Nedstetbasic  besuchen monatlich zirka  achthundert Surfer die Startseite dieses Weblog, laut interner 20six Statistik sind es ca. dreitausend Zugriffe.
 
Ein Weiterleben im Blog.
 

7.5.05 07:55 verlinken / 1 Kommentar(e) / kommentieren

 

TAG . GEDANKE

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Der US – Computerpionier  Joseph Weizenbaum sagte über das Internet:

 

„Das Ganze ist ein riesiger Misthaufen, der Perlen enthält.“

 

Wo sind die Perlen?

11.5.05 20:26 verlinken / 2 Kommentar(e) / kommentieren

 

HERZ . RHYTMUS

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Wer sich zur Vorbeugung gegen körperliche Beschwerden oder zur Heilung von Krankheiten in einem Kurhaus befindet oder wie man heute sagt in einem Wellnesthotel weiß, dass dies nicht bedeutet das es keine  Termine  und keine Uhrzeit mehr gibt. Wer ansonsten im Alltag einen lockeren Umgang mit der Zeit hat muss jetzt erleben, dass Pünktlichkeit, Termine und Zeit eine große Rolle spielen. Die Zeitmessung, bei der man mit Sonnenaufgang und Sonnenuntergang das Auskommen gefunden hat, sind lange vorbei.
 
In der Zeit um Jahrzehnte zurückversetzt fühlt man sich im Kneippkurhaus der Barmherzigen Brüder in Schärding. Die Uhrzeit wird dort von großen runden Uhren angezeigt, wie sie früher  in den Schalterhallen der Bahnhöfe zu sehen waren.  Die Uhren haben keinen Sekundenzeiger und sie strahlen den Hauch der zwanziger Jahre aus.  Beim Warmlaufen der Füße nach den Kneippanwendungen  in der Wandelhalle bekommt man das Gefühl, dass hier die Zeit stehen geblieben ist.
 
Ein anderes Zeitklima herrscht in der Rheumasonderkrankenanstalt in Baden bei Wien. Die Wanduhren sind allgegenwärtig und es ist unmöglich den Blick vom Boden zu heben, ohne das einem nicht eine moderne Uhr anblickt. Der Sekundenzeiger verkörpert unsere hektische und nervöse Zeit. Wer hier ausgeglichen ankommt wird durch die allgegenwärtigen Uhren und die zuckenden und ruckenden Sekundenzeiger nervös und gestresst. Die Atmosphäre des Hauses und der Umgangston der Therapeuten ist sachlich und nüchtern, der Stil der neunziger Jahre. Hier ist Gesundheit eine Abfolge von richtigen Bewegungen.  Der Mensch eine defekte Maschine und Krankheit eine heilbare Sache im Sekundentakt.
 
Im Kurhotel in Bad Schönau muss man lange suchen um eine Wanduhr zu finden. Dies ist der erste Schritt um die Termine und Probleme des Alltags zu vergessen. Man befindet sich in einem Haus mit Weite, mit wohltuenden Farbtönen in orange, gelb und braun. Hier kehrt man nach einigen Tagen Aufenthalt zur Zeit des Herzens, zum eigenen Herzrhythmus zurück, die ursprünglichste Form er Zeitnehmung. Eine Zeitnehmung welche jeder  in sich trägt. Hier kann jeder zu seinem Herzrhythmus zurückfinden. Dies wollen alle  Kurgäste, welche in  dieser hektischen und lauten Zeit außer Atem gekommen sind. Den eigenen Rhythmus für Körper und Seele bei einem Kuraufenthalt wiederfinden.
 
Im Rhythmus des Herzens. 

14.5.05 07:50 verlinken / 3 Kommentar(e) / kommentieren

 

GOTT . SEI . DANK

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Während der Zeit vor, bei und nach der Papstwahl hat es auch von Sonntagschristen viele Äußerungen zum Amt des Papstes und zur katholischen Kirche gegeben. Die wenigsten äußerten sich zu Glaubensfragen, auch Katholiken nicht, weil diese hinter den Fragen der kirchlichen Karriere oder den persönlichen Auftritten von Kardinälen im Fernsehen zurückstehen. Die Spekulationen um den neuen Papst hatten auch bei den Feiertagschristen eingesetzt und wenn die Favoriten in den Zeitungen abgebildet waren, die Weißen und die Schwarzen, dann haben sich viele Leute gewundert, dass es Kardinäle der schwarzen Hautfarbe gibt. Für sie ist das Christentum eine europäische Angelegenheit. Ihnen ist nicht bekannt, dass zweidrittel der Christen in den 3. Welt Ländern leben. Nach der Papstwahl konnte man erleichterte Ausrufe hören: „Gott sei Dank, kein schwarzer Papst“.
 
Ein Weißer Gott.     

16.5.05 14:56 verlinken / kommentieren

 

PAPST . KATZENfficeffice“ />
 
Bei den vielen Berichten über den neuen Papst Benedikt XVI ist eine Meldung kaum beachtet worden, dass mit dem Papst auch zwei Katzen in die Papstgemächer des Vatikan einziehen. Ratzinger hatte als Kardinal zwei Wohnungskatzen, die Namen sind nicht bekannt und diese sind ebenso wie die deutsche Haushälterin, eine Musikprofessorin, mit Ratzinger umgezogen. Die Haushälterin hat auch die Funktion einer Tischdame für gehobene Tischgespräche. Ratzinger ist bekannt für seine theologische Strenge, aber diese beiden Umstände verleihen ihn in meinen Augen menschliche Züge. Es ist an der Zeit den Papst als einen ganz gewöhnlichen Menschen zu sehen und in ihm nicht nur ein unfehlbares und unnahbares Wesen.
 
Vielleicht verliert in den nächsten Jahrzehnten auch Gott etwas von seiner Unnahbarkeit und bekommt menschliche Züge. Vor allem würde ich dem lieben Gott eine Frau wünschen, weil wenn er erkannt hat, dass Adam eine Frau braucht und daher Eva erschaffen hat, dann müsste dies auch für Ihn gelten.
 
Eine liebe Frau für den lieben Gott.
19.5.05 15:30 verlinken / 2 Kommentar(e) / kommentieren

 

KUNST . WEG 
Auf die Frage des Journalisten Peter Seewald: „Wie viele Wege es insgesamt zu Gott gibt“, antwortete Kardinal Ratzinger, jetzt Papst Benedikt XVI folgendes: „Es gibt so viele Wege wie es Menschen gibt.“ Diese Antwort  findet sich in dem Buch „Salz der Erde“, ISBN 3453-879422, ein Gespräch zwischen Joseph Kardinal Ratzinger und Peter Seewald über Christentum und katholische Kirche im neuen Jahrtausend.
 
Eine schönere und freiere Antwort habe ich noch nirgends gelesen und gehört. Vielleicht befreit Kardinal Ratzinger, jetzt Papst Benedikt XVI, die Gläubigen von den Zwängen und Ritualen die ihnen durch die Institution Kirche über die Jahrhunderte auferlegt worden sind.
 
Zur Kunst sagt Ratzinger: „Kunst ist mit der Wissenschaft die höchste Gabe, die Gott dem Menschen gegeben hat.“
 
Der Kunst die Freiheit.
 
  
21.5.05 07:46 verlinken / kommentieren

 

ZER . STÖRUNG

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In den letzten Wochen gab es viele Berichte über das Kriegsende vor sechzig Jahren. Damit verbunden waren die Absichtserklärungen der europäischen Politiker die demokratischen Spielregeln zu beachten und miteinander friedlich umzugehen. Wenn man genau hinsieht, dann wird die Wahrheit bzw. die Realität von den Politikern hinter schönen Worten verborgen. So haben sich die europäischen Staaten verpflichtet  drei Prozent des Staatshaushaltes für Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig geben die Staaten zehn Prozent für die Rüstung aus. Das bedeutet, dass man dreimal soviel für die Zerstörung ausgibt, als für die friedvolle Entwicklung. Die ganze Wahrheit ist, dass die meisten Staaten nur ein Prozent für die Entwicklungshilfe zur Verfügung stellen und damit zehnmal mehr für die Zerstörung.
 
Eine gestörte Welt.

23.5.05 17:10 verlinken / 2 Kommentar(e) / kommentieren

 

DIE . ALTEN

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Zu oft reden wir „Alten“ die Welt schlecht und stellen die Zukunft hoffnungslos dar. Wir wollen, dass alles beim Alten bleibt, dann bleibt uns alles bekannt und auch unsere Vorteile bleiben beim Alten. Wir haben vergessen, dass wir 1968 aufgebrochen sind alles zu verändern, besonders alles was Alt war. Jetzt müssen wir den Jungen freie Hand lassen. Bleiben wir beim Alten, aber lassen wir Platz für das Neue. Die Jugend von heute wird schneller alt sein, als sie es heute glaubt.
 
Alles beim Alten.

24.5.05 18:17 verlinken / kommentieren