DACHAU . BRIEF III

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Konzentrationslager Dachau 3K, den 29. 1. 1945 , Gef.-Nr. 946..
Liebe Familie!
Die herzlichsten Grüße an Euch alle. Bin soweit gesund, was ich auch von Euch Dasselbe hoffe. Habe beide Briefe von Euch erhalten, vom 19. 12. und vom 5. 1. Es hat mich sehr gefreut ein liebes Schreiben von der Heimat zu bekommen.
Ich hoffe, daß Du meine Briefe wohl erhalten wirst. Das Du solange keine Schreiben von mir erhalten hast, ist darauf zurück zuführen, weil wir am 3. Dezember und erst wieder am 31.12. schreiben durften. Pakete habe ich bis jetzt alle zehn Stück bekommen und hoffe, daß Du nicht vergessen hast auf mich. Ein Zuschuß gibt sehr viel aus, überhaupt im Winter, wenn es sehr kalt ist. Kleider darfst mir keine schicken. Hoffe, daß Du noch welche Pakete aufgegeben hast vor der Sperre. Für weiterhin wird Dir schon die Frau P. Bescheid sagen. O. schreib viele Neuigkeiten und lange Briefe. Was sagt F.? Wie hast Du mit dem Vieh?, behalte nur alles was Du kannst. Hoffe, dass wir den Winter glücklich übertauchen und das wir uns doch noch Wiedersehen. Wenn Du noch was auf der Post anbringst, nütze es nur aus. Es freut mich, daß A. bei der Post Stellung bekommen hat und das jemand in der Nähe ist. Also O. sei nur rechtbehilflich der Mutter und klein H. auch brav sein, dann wird alles gut, wenn ich nach Hause kommen sollte. Schreibt mir auch wo V. und A. sind, hoffentlich wohl noch am Leben. Heute weiß man nicht, was der morgige Tag bringt. Ich lasse auch alle Beide herzlich grüßen und schreibe ihnen, daß sie trachten sollen sich durchzuschlagen. Ich grüße auch alle meine Nachbarn, Verwandte und Be­kannte, grüße auch an alle Frontsoldaten. Liebe T., sei nur stark, mag kommen was will. Hoffe, daß einst auch für uns zwei die Sonne scheinen wird. Also viele tausend Grüße nochmals von Eurem Vater.

Schicke bitte Knoblauch und Zwiebel.

27.4.05 07:55 verlinken / kommentieren

DACHAU . BRIEF II

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Dachau 3K, den 31.12. 1944; Gef. Nr. 946..

Liebe Familie !

Die herzlichsten Grüße noch im alten Jahr sendet Euch allen euer Vater und wünscht allen ein Prosit Neujahr. Ich bin soweit gesund, was ich auch von euch dasselbe hoffe. Ich gebe bekannt, dass ich die Pakete mit großer Freude bekommen habe und zwar ein großes und zwei kleine, acht Tage vor Weihnachten. Gestern, am 30.12. ein großes Paket, wo die Ohrenschützer beigelegt waren und in gutem Zustand erhalten. Meine Lieben, ich war sehr erfreut über alles was ihr mir geschickt habt. Ich grüße auch den Tabakpflanzer T. und seine Familie und wünsche allen einen guten 45ziger und noch eine bessere Ernte in diesem Jahr. Ich bedanke mich für seine Spende. Liebe T., Kleider braucht ihr mir keine schicken, wenn ich was brauche werde ich schon schreiben. Am liebsten sehe ich Brot, auf das dürft Ihr wohl nicht vergessen. Wenn es dir möglich ist, wenigstens alle vierzehn Tage ein Laib Brot.
Das letzte Schreiben habe ich am 5. 12. erhalten, warte sehr schwer auf die nächste Post. Wie habt ihr die Weihnachtsfeiertage zugebracht? Waren die Söhne auf Fronturlaub oder sind Ihr allein gewesen? Auch wir haben einen Baum gehabt, aber viel schöner wäre es doch bei Euch zu Hause. Grüße auch I. und L. , wünsche Ihnen alles Gute.  Sage Ihm er soll auch M. schön grüßen und das er immer so billigen Kauf gemacht hat, kann er sich wohl mit einem Pims und eine Pappenschmiere an uns erinnern. Die Imker sollen den Anerkennungszins in Natura bezahlen. Wenn du Honig bekommst, schickt in einer Bierflasche, vielleicht hat F. einen Sacharin übrig. Vergesst nicht ein paar Knollen Zwiebel und Knoblauch. Feuersteine sind auch im Laden, leg sie auch bei. Liebe O. ich gratuliere Dir alles gute zu deinem Geburtstag, sei brav wie bisher.
Liebe T. mach Dir keine großen Gedanken, tröste dich damit, wenn ich nicht hier wäre, wäre ich auch nicht bei Dir zu Hause. Was macht klein H., fest Schlittenfahren. Viele tausend Bussi aus der Ferne, ich warte auf eine baldige Antwort, die besten Grüße an Euch allen, Bekannte wie Verwandte.

25.4.05 10:47 verlinken / 4 Kommentare / kommentieren
DACHAU . BRIEF Ifficeffice“ />

Konzentrationslager Dachau 3K, den 30. 9. 1944 , Gef.Nr. 946..
Meine liebe Frau und Kinder!
Ich bin gesund und es geht mir gut, was ich auch von Euch dasselbe hoffe. Habe Euer Schreiben mit großer Freude erhalten. Das Paket wird wohl später kommen. Dieser Brief ist der Dritte, den ich Euch schreibe. Die Neuigkeiten haben mich sehr erfreut, dass im Betrieb auch diese Herrn einrüc­ken müssen. V. und T. helft der Mutter die schweren Arbeiten fertig zu machen, bevor Ihr einrückt.
Liebe Mutter und O., Kopf hoch, nicht verzagen, alles hat ein Ende, es kommt bald ein Wiedersehen. Gott gib, dass wir uns alle wieder zusammenfinden werden.
Was das Vieh betrifft, mach was Du glaubst, ist eine Kuh trächtig? Behalte die beste Kuh, mit einer wirst schon fertig werden. Im Winter wenn es kalt wird, gib sie zu der H. hinüber. Für mich macht Euch keine Sorgen, schaut nur, dass Ihr fortkommt. Es wäre recht jede Woche einen Laib Brot, bis zu zwei Kilogramm, ohne Begleitschein zu befördern. Das nächste mal schickt mir die Weste oder den Pullover, dann Mitte Oktober könnt ihr mir 60 Rm schicken. Der Freund kann sicher einwenig Eigenbautabak entbehren und mir zu­kommen lassen. Sacharin wäre auch recht, wenn Du nicht schon beigelegt hast, mit den Lebensmittel wird es auch sehr schwer sein. Wenn keine Zusatzkarten sind, kannst du den Verwandten keine Lebensmittel mehr geben und aushelfen. Man muss auf sich selbst schauen.
O. schreib recht viel und fleißig Neuigkeiten. Wenn V. Einrücken sollte, dann musst Du nach ihm eine Unterstützung beziehen. Solange sie nicht kommt, gehe nur zum Herrn P. einkaufen auf Kredit, wir werden schon bezahlen.
Viele herzliche Grüße an Euch alle, Mutter, V., T., O. und meine liebste kleine H. Ich komme bald wieder. Die besten Grüße auch an alle Verwandten und Bekannten, an meine Arbeits- und Schlafkollegen, besonders an W . Sag ihm er soll das Zeug vom Holzschlag heimbringen. Mit Grüssen Vater.

22.4.05 13:07 verlinken / kommentieren
KZ – DACHAU . HAFTfficeffice“ />

Dr. A. Walzl schildert in einem Artikel welche Bedeutung das KZ Dachau innerhalb der NS-Vernichtungsmaschinerie hatte und welche Bedeutung für Österreich und für Kärnten:
Das KZ Dachau hat für Österreich schon 1938 seine Wichtigkeit bekommen. Da hat die NS-Herrschaft in Österreich, somit auch in Kärnten, mit umfangreichen Verhaftungsaktionen bei den Funktionären des Ständestaates, den Spitzen der Vaterländischen Front, bei den jüdischen Mitbürgern und dann alle Funktionäre der Sozialdemokratischen und Kommunistischen Partei von denen man gewusst hat, begonnen. Somit war Dachau schon im Mai 1938 zum Bersten voll, so dass ein Teil der verhafteten Österreicher in andere KZ, wie Buchenwald, weitertransportiert wurden. In den folgenden Jahren sind sehr viele Kärntner nach Dachau gekommen die von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) unter dem Verdacht der Partisanenbegünstigung, des Hörens von Feindsendern oder wegen regimekritischer Äußerungen festgenommen worden sind. Andere Gründe für Verhaftungen waren die Hilfe für Verhaftete, die vermutete Mitwirkung bei Propagandaaktionen gegen das NS-System, vermutete oder wirkliche Mitwirkung bei Sabotageakten. Die Gestapo hatte Machtbefugnisse die weit über jene der Gerichte hinausgegangen sind. In vielen Fällen hat die Gestapo die Verhafteten nicht an die Gerichte zur Rechtssprechung abgegeben, sondern auf Grund des Schutzhaftgesetzes direkt in die KZ eingewiesen. Nach dem Hitlerattentat vom 20. Juli 1944 haben wiederum umfangreiche Verhaftungsaktionen eingesetzt und eine dieser Aktionen, die sogenannte Aktion „Gitter“ hat alle einstigen sozialdemokratischen  und kommunistischen Funktionäre erfasst.

Die Lebens- und Arbeitsbedingungen im KZ Dachau waren unterschiedlich.
Es hing vom Zufall ab in welchen Block man kam, in welches Arbeitskommando und im Bedarfsfall in welches Krankenrevier. So konnte der eine überleben andere hatten die Möglichkeit zum Überleben nicht. Die Ernährungssituation war katastrophal. Die Erfahrung des totalen Ausgeliefertseins ist sicher eine der schrecklichsten menschlichen Erfahrungen, welche man auch im KZ Dachau machen musste.

20.4.05 09:02 verlinken / 7 Kommentare / kommentieren
FUCHZG JOAHRfficeffice“ />

Fuchzg Joahr späta hot
a gebüldeta öltara Herr
gmant, dos de heitige
Jugend an Orbatsdienst
brauchat, so wia untan
Hitla.

Sechzg Joahr späta hom
de Hitlaonhänga behauptat,
dos von de Nazis kane Judn
in Viehwaggons in de KZs
vaschickt san woarn.
Se hom gsogt, dos noch
im vierevirzga Joahr
jidische Fraun in Pelzmäntl
im Speisewogn gsessn san
und noch Amerika ausgreist san…

FÜNFZIG JAHRE

Fünfzig Jahre später hat
ein gebildeter älterer Herr
gesagt, dass die heutige
Jugend einen Arbeitsdienst
brauchen würde, so wie zu
Zeiten vom Hitler.

Sechzig Jahre später haben
Hitleranhänger behauptet,
dass von den Nazis keine Juden
in Viehwaggon in die KZs
verschickt wurden.
Sie haben gesagt, dass noch
im Vierundvierziger Jahr
Jüdische Frauen in Pelzmäntel
gehüllt im Speisewaggon gesessen sind
und nach Amerika ausgereist sind…

19.4.05 18:43 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren

KZ – DACHAU . BESUCH

14. 5. 1993fficeffice“ />
 
Nachdem ich am Vortag eine Mustermesse in Salzburg besucht habe, fahre ich heute, am 14. 5. 1993 von Salzburg  nach Dachau. Am meisten fürchte  ich den Verkehr im Raume München, welcher dann  geringer als erwartet ist. Um elf Uhr treffe ich am Parkplatz vom Konzentrationslager Dachau ein . Die Zufahrt ist genau beschildert. Ich bin überwältigt von der Größe des Areals und den unüberwindbaren Lagermauern. Das Gelände war abgesichert durch einen  Wassergraben, Stacheldrahtverhau, Stacheldraht unter Strom, Betonmauern und Wachtürmen. Ich stehe am Appellplatz  wo sich viele Schicksale der Inhaftierten entschieden haben.

Das Konzentrationslager wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Pulverfabrik im Jahre 1933 errichtet. In der Amtssprache der Nationalsozialisten diente es für Sozialisten, Kommunisten, Zigeuner, Priester und Juden als „Anhaltelager“.  Nach der Machtübernahme durch Hitler  wurden die Juden gleich zu Feinden erklärt, enteignet, aus allen Ämtern verdrängt und ohne Gerichtsverhandlung hier inhaftiert. Die Propaganda der Lagerleitung lobte die guten Aufenthaltsbedingungen  im Lager,  die Verpflegung, die Arbeitsbedingungen und die medizinische Betreuung. Die wirklichen Zuständen im Lager waren ein Widerspruch wie Tag und Nacht. Der Lageralltag bestand aus minimaler Verpflegung, Schwerstarbeit und medizinischen Versuchen an den Inhaftierten. Die Schautafel in der Eingangshalle mit allen KZ in Europa und deren Außenlager  vergesse ich nicht. Hunderte von Lagern überzogen Mitteleuropa wie ein Hautausschlag bis in den Süden nach Kärnten.

Zirka 35.000 Menschen fanden in Dachau den Tod, weitere zigtausend  wurden zur Vergasung in andere Konzentrationslager verschickt. Die Toten, sei es durch Erschöpfung, Krankheit, Hunger und Erschießungen wurden im Krematorium verbrannt. Für diese Ziegelöfen wurden Baubewilligungsverfahren abgewickelt und die Firmen mussten über die Kapazität der Verbrennungsöfen vor Baubeginn Auskunft geben. Für die als Brausebad getarnte Gaskammer wurde auch eine Baubewilligung eingeholt. Vor der Verwendung der Gaskammer  kam das Kriegsende. Je länger der Krieg dauerte umso schlechter wurden die Haftbedingungen. In den Eingangstüren der Baracken stand der Spruch „Arbeit macht frei“ . In dreißig Baracken wo Platz für fünf- bis sechstausend Menschen war, wurden bis zu dreißigtausend Menschen zusammengepfercht.

Menschen aus allen Teilen der Welt besuchen das ehemalige Konzentrationslager. Einige fotografieren und filmen, andere sind gleichgültig, andere nachdenklich und manche brechen in Tränen aus. Ich fotografiere  mit dem Gefühl, ich störe damit die Totenruhe dieser gequälten und zu Tode geschundenen Menschen. Die Fotos sind  für  jene gedacht welche behaupten es hätte keine Konzentrationslager gegeben. Ich gehe in die Andachtsstätten der jüdischen, katholischen und evangelischen Religionsgemeinschaften. Gedenken ist mir zuwenig, man muss Widerstand leisten gegen das neu aufkommende nationalsozialistische Gedankengut und gegen die Verharmlosung der Verbrechen in der NS-Zeit. Die Lagerinsassen vom KZ Dachau wurden am 29.4.1945 von den Amerikanern befreit.

Gerne hätte ich die Altstadt von Dachau besucht und die Ausstellung von der „Deutschen Malerkolonie“, aber der Tag ist schon zu weit fortgeschritten. An der Einfahrt zu Dachau steht : „Es grüßt sie das 1200jährige Dachau“.

17.4.05 19:14 verlinken / 4 Kommentare / kommentieren
GUMMI . CAMILLA
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Ich hatte in meinen Jugendjahren im Winter bei bitterer Kälte und viel Schnee kein ordentliches Schuhwerk. Dies bedeutete mit Halbschuhen eine dreiviertel Stunde von Zuhause zum Bahnhof zu gehen, sodass die Zehen halb gefroren waren. Jetzt frage ich mich warum braucht ein Mensch, wie es jetzt von Camilla anlässlich ihrer Hochzeit mit Prinz Charles berichtet wurde, 400 (vierhundert) Paar Gummistiefel. Diese  Stückzahlen werden auch auf  ihre andere Garderobe zutreffen.Während meiner Bundesheerzeit in Graz hatte ich zum Ausgehen ein paar „Sonntagsschuhe“ aus Plastik. Im letzten Monat der Militärzeit, im November, sind die Sohlen entzwei gebrochen. Ich hatte nicht soviel Geld um mir ein paar neue Schuhe zu kaufen. Es war zum Glück nicht sehr kalt und ich wurde beim Ausgehen nur nass an den Füssen. Endgültig zu Bruch gingen die Schuhe, als ich vom Bundesheer entlassen, vom Bahnhof zu Fuß nach Politzen ging. Dabei brachen die vorderen Stücke der Schuhe weg, so dass die Vorderfüße  aus den Schuhen in den Schnee ragten.

Viele Bewohner in den Oststaaten würden sich  wenigstens ein paar ordentliche  Schuhe  für den Winter oder für die Regentage wünschen. Bei uns wird im Fernsehen viele Stunden von der Hochzeit zwischen Prinz Charles und Camilla berichtet.

Opium für das Volk.

14.4.05 14:51 verlinken / 4 Kommentare / kommentieren

SELBST  .  HYPNOSE

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Auf Grund einer Woche fast völliger Fernsehabstinenz bin ich der Suggestion der Bilder, von den Begräbnisfeierlichkeiten für Papst Johannes Paul II, entkommen. Die Persönlichkeit und das Charisma des Papstes hat sicherlich dazu beigetragen, dass so viele Menschen an seinem Begräbnis teilgenommen haben. Kaum dürfte dazu seine Auslegung der Bibel und der Dogmen beigetragen haben, eher schon das Gesetz der Masse, die Massensuggestion. Wo viele Menschen sich versammeln, an einem Ereignis teilnehmen, da wollen viele andere auch dabei sein. Ähnlich verhält es sich mit der großen Liste der „trauernden“ Staats- und Regierungschef. Keiner wollte  in dieser „Hitliste der Trauernden“ fehlen.

Die Aussagen des verstorbenen Papstes zu vielen Problemen und Schwächen der Welt können nur ein Sirup, ein Konzentrat sein, welches erst in der Interpretation und Durchführung durch andere Menschen wirken können. So sind auch die Bibeltexte ein Sirup, ein Konzentrat,  welche ihre Wirkung erst durch die Anwendung des Menschen entfalten können. Es gibt vor allem jenen Hoffnung, die verzweifelt sind und keine Hoffnung durch andere Menschen erfahren, eine Art von Selbsthypnose. Gott braucht sich nie zu beweisen, ob er hilft oder nicht hilft.

Wenn ich Gott bei der Suche nach einem Arbeitsplatz um Hilfe bitte, dann kann ich diese Bitte um Hilfe nie bei ihm einfordern, auch dann nicht, wenn ich keinen Arbeitsplatz finde. Die Bitte an Gott ist sozusagen eine psychische Hilfe, ein Ort des Trostes, nicht mehr und nicht weniger.

Manchmal hat man den Eindruck, dass die Hierarchie der katholischen Kirche diese Ausbreitung des Sirup, des Konzentrat behindert.

Bibeltexte zur Selbsthypnose.

11.4.05 19:20 verlinken / kommentieren

KATZEN . MENSCH

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Zu meinem Blogbeitrag KATZEN . TREUE  hat  KatzenMensch von sich  folgende Geschichte erzählt. KatzenMensch schreibt:

„ Ich würde sagen übernatürlich sind Katzen schon, sie haben wirklich einen sechsten Sinn. Ich war etwa fünf Jahre alt und habe  mich im Schlaf verschluckt , keine Luft mehr bekommen und war kurz vor dem Ersticken. Meine Katze Gina, die bei mir geschlafen ist, hat gemerkt was mit mir los ist und ist zu meinem Vater in das Wohnzimmer gelaufen und hat miaut. Sie ist immer wieder in mein Zimmer zurück und wieder in das Wohnzimmer, so wurde mein Vater aufmerksam. Wenn damals Gina nicht gewesen wäre, dann könnte ich diesen Text hier nicht schreiben, ich wäre dann schon tot.
Also wie gesagt, Katzen sind etwas besonderes. Auch wir Menschen haben übernatürliche Fähigkeiten. Meine Gina, jetzt vierzehn Jahre alt, wäre vor einem Monat fast gestorben. Normalerweise kommt sie, wenn sie von mir gerufen wird, sofort. Aber diesmal kam nur ein ganz schwaches Miauen. Ich hob Gina auf meinen Arm, ihre Augen schlossen sich und es war schon soweit, das sie stirbt. Mir kamen die Tränen und ich sagte zu ihr, du darfst mich jetzt noch nicht verlassen. Nach etwa dreißig Minuten ging es ihr wieder besser, jetzt ist sie fast wieder die Alte, nur noch etwas schwach. Jetzt frage ich mich, hat sie neue Kräfte mobilisiert um für mich am Leben zu bleiben oder habe ich ihr neue Kraft gegeben ? Für mich war diese Situation übernatürlich genug. „

Natürlich das Übernatürliche.

8.4.05 10:59 verlinken / kommentieren

DIE . KARTÄUSERIN

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Alles hätte anders kommen können, dann wäre der Roman von Pierre Peju nicht geschrieben worden und ich hätte den Roman nicht lesen müssen, lesen können. Es ist gekommen wie es hatte sein müssen. Der Buchhändler Vollard  verspätet sich bei der Abfahrt  mit seinem Auto, die Mutter Therese verspätet sich bei der Abholung ihres Kindes Eva von der Schule. Eva steht allein im Regen am Gehsteig und läuft unkontrolliert auf die Strasse und Vollard kommt in diesem Moment mit seinem Auto. Eva wird vom Auto erfasst und auf den Gehsteig geschleudert. Für den Buchhändler und Buchliebhaber Vollard ist damit die Zeit vorbei,  „sich in den Buchseiten zu verlieren“.  Therese kommt „vom Fahren um zu fahren“ zurück und findet ihre Tochter im Krankenhaus wieder. Vollard findet die Möglichkeit bei den Besuchen im Krankenhaus „sich von sich selbst zu befreien“. Therese befindet sich noch immer in der Situation, dass sie „bloß hatte sie absolut keine Ahnung was sie wollte“. Eva bleibt stumm und Vollard  wandert im Grande Chartreuse, „um die gefährliche Energie loszuwerden“. Dann kommt „die entsetzliche Weihnachtszeit „ und noch einmal nimmt das Leben von Vollard, Therese und Eva eine Wendung wie es kommen musste, aber es hätte auch ganz anders kommen können.

( Die kleine Kartäuserin, Pierre Peju, Piper Verlag, ISBN 3492-046193)

Lesen, lesen.

5.4.05 12:29 verlinken / kommentieren

01.03.05 KATZEN . STEUER
Heute, am 1. März, konnte ich in der Tageszeitung lesen, dass die österreichische Bundesregierung die Einführung einer Luxussteuer für die Haltung einer Hauskatze beabsichtigt. Jeder Katzenhalter wird in Zukunft eine Katzensteuer entrichten müssen, die etwa die Hälfte der Hundesteuer betragen wird. Als Begründung für die Einführung der Steuer wird angegeben, dass Katzenhaare bei vielen Menschen eine Allergie auslösen und die Behandlung von Allergien große Kosten verursachen. Die hohe Besteuerung von Zigaretten und Alkohol wird schon mit dem Argument, das Zigaretten und Alkohol zu gesundheitlichen Schäden führen, begründet. Sollte das Prinzip der Verursacherbesteuerung auf weitere alltägliche Dinge ausgedehnt werden, dann wird es in Österreich zu einer Welle von neuen Steuern kom-men. Wie wäre es mit einer Spitzensteuer auf Rasier-klingen? Beim Rasieren kommt es immer wieder zu schweren Schnittverletzungen. Oder mit einer Steuer auf Wasserkocher ? Das heiße Wasser kann Verbrennungen verursachen und Brandverletzungen sind nur mit großem medizinischem Aufwand zu heilen. Man könnte auch die Einführung einer Extrasteuer beim Kauf eines Hammers ab einer Größe von fünf cm erwägen, jeder weitere cm erhöht die Steuer um einen Prozent. Beim Hantieren mit dem Hammer passieren immer wieder Verletzungen im Handbereich, aber auch Kopfverletzungen sind möglich. Das Finanzministerium ersucht die Steuerzahler weitere Vorschläge zu machen.
„Om erstn März schick ma an Esl um a Schissale Sterz“.

Kommentare:
H. am 1. März 2005 um 15:57
Du solltest deine Ideen bei unserer Regierung einreichen, gegen Bezahlung versteht sich, ich glaube die wären dir dankbar. Ich bin so eine Hundesteuer Zahlerin und ich bin froh das ich seit gestern keine Mieze mehr habe, für die ich evt. auch noch Steuern zahlen sollte. Wobei meine Mieze nicht rausging, also keine Gefahr für Allergiker darstellte.

T. am 1. März 2005 um 22:55
Was ich mich eigentlich generell frage: Wie will die Regierung kontrollieren ob ich einen Hund oder eine Katze in meinem Haus habe. Ich meine, die kommen ja nicht zu mir nach hause und fragen: „Hast du irgendwelche steuerpflichtigen Haustiere zuhause?“ Die Hundesteuer sehe ich irgendwie ein, da ein Hund ins Freie geht, dort auch sein Geschäft erledigt und das macht auch Dreck usw. Aber bei einer Hauskatze die nie ins Freie geht kann ich das überhaupt nicht verstehen. Wie du schon sagst Schlagloch, wenn sie schon mit der Katzensteuer anfangen, dann können sie wirklich auch Steuern für Messer, Hämmer usw. verlangen, da alles Gefahren in sich birgt. Na ja, ich denk mir immer die machen so und so was sie wollen, da nützt kein Ärgern und kein Toben. In diesem Sinne mach so weiter mit deinem Blog, Schlagloch. Deine Tag-Gedanken sind echt interessant zum Lesen.

H. am 2. März 2005 um 00:22
Wenn man zum Beispiel so Doof ist wie ich, auch ehrlich genant und seinen Hund bei der Stadt anmeldet, was eigentlich auch Vorschrift ist. Sicher geht man mit seinem Hund raus aber ich und alle Hundebesitzer die ich kenne machen die Haufen weg, Tüte bei jedem Gassigang dabei. Wer kann das schon von freilaufenden Katzen sagen, die nebenbei in die Sandkisten machen.

D am 2. März 2005 um 12:32
Am meisten bedauere ich, dass ich am gestrigen 1. März niemanden geschickt habe. Auch bei meinem Chef war ich zu feig, da hat mich wohl sein akademischer Titel abgeschreckt. „Ran an die alten Bräuche, koste es was es wolle, nur nicht den Job“

schlagloch am 2. März 2005 um 19:42
Eure Kommentare bestätigen mir, dass wir österreichischen Staatsbürger schon auf das Schlimmste gefasst sind und mit allen möglichen neuen Steuern rechnen. Der letzte Satz von meinem Eintrag lautet: „Am ersten März schickt man den Esel um eine Schüssel Sterz“ , das bedeutet, einen Scherz machen.

schlagloch am 1. März 2017

Die Einhebung der „Katzensteuer“ war ein Gag von mir. Heute, zwölf Jahre später denkt die Bundesregierung diese einzuführen. Alles braucht seine Zeit…

03.03.2005 AUF . LADEN
Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass der Akku eines Rasierapparates, eines Notebook oder die Autobatterie von Zeit zu Zeit aufgeladen werden. Wo Energie ver-braucht wird, muss nachgeladen werden. Mit zunehmen-dem Alter der Akkus verringert sich die Ladefähigkeit und es werden nicht mehr 100% erreicht. In gleicher Weise verhält es sich mit der Erholung der Menschen. Wenn Energie im Alltag verbraucht wird, dann muss nachgeladen werden. Täglich passiert dies in den Arbeitspausen, im Schlaf oder im Urlaub. Oft wird man nach dem Urlaub gefragt, ob man sich erholt hat. Ich gehöre nicht zu denen, die um des Optimismus wegen eine Antwort geben. Meine Antwort ist, dass es mit zunehmendem Alter unmöglich ist, sich ganz zu erholen. Es ist nur mehr eine Teilerholung möglich, es bleibt ein Rest von Müdigkeit. Wenn man noch 70% Erholung schafft, dann erreicht man einen guten Wert. Bei 30% Erholung ist der kritische Punkt erreicht. Manche Schmerzen und Beschwerden richten sich ein zum Bleiben. Die Wahrheit wollen die wenigsten hören. Der Umgang mit den Nächsten besteht aus Halbwahrheiten.
Ein halbes Leben.

Kommentare:
D. am 3. März 2005 um 17:09
Jene Leute, welche die von Dir beschriebenen Halbwahrheit von sich geben und sei es nur höflichkeitshalber sind mir seit jeher ein Dorn im Auge und doch ist ein Großteil der Leute so. Ich persönlich schließe mich da nicht an. Selten gebe ich bei der Frage „wie geht es Dir“ ein gut zur Antwort. Oft ein „solala“ oder „es muss gehen“. Ich versuche auch auf alltägliche Fragen ehrlich zu antworten, auch wenn es der Gegenüber nicht hören will. Lobet diejenigen, die ehrlich sind.

07.03.2005 VER . SPANNUNG
Vielen von uns ist der Reflex zur natürlichen Entspan-nung verloren gegangen und immer mehr Menschen leiden unter Verspannungen, vor allem im Nacken- und Schulterbereich. Es ist in unserer Gesellschaft nicht mehr möglich diese Spannungen bei körperlichen Arbeiten abzubauen. Es kommt besonders dann oft zu Verspannungen im Nackenbereich, wenn wir etwas einstecken müssen. Dies heißt auch zurückstehen müssen, aus Höflichkeit nicht impulsiv reagieren können. Selbst dann, wenn wir von anderen Menschen zu Unrecht angegriffen werden erlaubt es oft der Arbeitsbereich nicht, dass wir uns wehren. Heute sind wir eine Gesellschaft der Einstecker, weil wir um den Arbeitsplatz fürchten müssen oder Umsatz verlieren könnten. Die meisten von uns befinden sich in Geiselhaft von Drohnen. Einmal wird die Spannung unter uns Geiseln so groß sein, dass wir uns mit einem Erdstoß aus der Haft befreien werden.
Körperbeben entspannt.

10.03.2005 KRAMPF . ZEHEN
Um den Kreislauf der körperlichen Verspannungen zu durchbrechen ist es manchmal notwendig fremde Hilfe anzunehmen. Die meisten Menschen leiden unter Verspannungen im Schulterbereich, aber auch in den Füssen. Andere berichten von Verspannungen bei den Zehen, weil sie bei Problemen oder bei schwierigen Aufgaben sich mit den Zehen in den Schuhsohlen festkrallen. Dies führt zu Krampfzehen. Infolge einer Blutabnahme kam es bei mir zu einer Entzündung und Verhärtung der linken Armvene. Ich konnte den linken Arm nicht mehr durchstrecken und die verhärtete Vene verursachte bei jeder Armbewegung Schmerzen. Bei einem Gespräch mit einem Venenspezialisten und Chirurgen schlug dieser eine Durchtrennung der verhärteten Armvene vor. Sein Trost war, die Funktion der durchtrennten Vene würden andere Venen über-nehmen. Der Radiologe empfahl mir abzuwarten und es mit Salben, Bewegung und Massagen zu versuchen. Die Befolgung dieser Ratschläge und eine gute Masseurin vollbrachten das Wunder der Heilung. Nicht wundervoll war es bei einer Sihatsu Massage. Dabei hatte ich das Gefühl, dass der Masseur seine Finger mit Metallkappen bestückt hat, so schmerzte es mir, als er die Wirbelsäule und die Schulterblätter entlang massierte. Zum Abschluss stellte er sich mit seinen Füßen auf meinen Rücken und bewegte sich vor und zurück. Die nächsten drei Tage schmerzte der Rücken so, dass ich nur auf dem Bauch schlafen konnte.
Glück und Elend der Massage.

13.03.2005 KÄLTE . KAMMER
Eine neue Therapieform gegen Rheumaschmerzen ist die Ganzkörperkältetherapie, sie wird in sogenannten Kälte-Kammern durchgeführt. Dabei ist man nackt und befindet sich für wenige Minuten in einem Raum bei minus 110 Grad. Eine andere Therapieform gegen Schmerzen ist das Schreiben. Das Schreiben viel mit Kälte zu tun hat habe ich selbst erlebt. Die Kindheits- und Jugendjahre verbrachte ich auf einem Bauernhof. Während der Schulzeit und während der Lehrzeit war es selbst-verständlich bei den täglichen Arbeiten in der Landwirtschaft mitzuhelfen. Besonders anstrengend war es an den Sommerwochenenden bei der Heuernte. In den Herbst- und Wintermonaten gab es für uns Jugendliche andere Arbeiten. Eine Aufgabe war das Weiden der Kühe, oft bei Regen und kaltem Wind. Den einzigen Schutz fanden wir in einer selbstgebauten Laubhütte. Bekleidet mit einer dünnen, geflickten Hose, einem Hemd und einem alten Rock und die Füße umhüllt mit Fußfetzen in kalten Gummistiefel saßen wir in unserer Laubhütte und gaben auf die Kühe acht. Das Schöne daran war die Ruhe und dass man Zeit hatte ein Buch zu lesen oder den Tagträumen nachzugehen. Der einzige beheizte Raum auf dem Bauernhof war im Winter die Küche. Die Stube wurde nur zu den Festtagen beheizt, unsere Schlafzimmer waren nicht beheizt. Als Bettwärmer diente bei großer Kälte ein Dachziegel, der im Backofen aufgewärmt und mit einem alten Hemd umwickelt wurde. An den Sonntagen im Winter, die arbeitsfrei waren, zog ich mich in das Schlafzimmer zurück und begann an meinen ersten Geschichten und Gedichten zu schreiben. Zwischendurch wärmte ich mich in der Küche auf. Ein Buch zu lesen und Gedichte zu schreiben stieß auf Unverständnis, weil es diente keinem Zweck, man konnte damit kein Geld verdienen, noch war es notwendig.
Während der Lehrjahre in Spittal an der Drau konnte ich die Mittagspausen im Winter mit Erlaubnis des Präsens im Speisesaal des Kolpinghauses verbringen. Wenn in der Küche vom Mittagessen etwas übrig blieb, erhielt ich gratis einen Teller Suppe, manchmal sogar eine Haupt-Speise. An den Wintertagen, wo der Aufenthalt im Kolpinghaus nicht möglich war, ging ich in der Stadt spazieren und wärmte mir von Zeit zu Zeit über einem Kanalgitter meine Füße und Hände auf. Auch heute noch ist das Schreibzimmer der kälteste Raum in der Wohnung. Schreiben als Therapie gegen äußere und innere Kälte.
In der Kältekammer.

Kommentare:
D. am 16. März 2005 um 15:16
Deine Kindheitserinnerungen werden, wie ich vermute, schon längere Zeit zurückliegen. Aber ich glaube, dass noch heute ähnliche Bedingungen in Österreich herrschen. Als ich im Jahre 1997 meine Freundin kennen lernte staunte ich nicht schlecht, als sie mich das erste Mal mit nach Hause nahm. Ich selbst wuchs in einer niedrigen Einkommensschicht auf, aber bei ihr war es noch um einiges kärger. Eine alleinerziehende Mutter mit fünf Kinder, von mehreren Operationen, bei denen sie des öfteren von der „Schaufel“ gesprungen ist, gezeichnet. Der Vater, schon lange nach fortgeschrittener Leberzierrose verstorben.. In dieser verlassenen Landwirtschaft wurde nur die Küche mit einem alten Holzofen geheizt. Die Schlafzim-merfenster waren im Winter zentimeterdick vereist, sowie Teile der Bettdecke steifgefroren. Kein Bad und keine Dusche im Haus und der kleine Fernseher in der Küche flimmerte, dass einem nach fünf Minuten die Augen schmerzten. Nie hatte dort jemand eine Beihilfe oder dergleichen beantragt noch bekommen. Zu diesem Zeitpunkt waren bis auf meine Lebensgefährtin alle anderen Kinder ausgezogen. Die Mutter konnte jederzeit wieder ins Krankenhaus eingeliefert werden und zeitweise war sie auch sehr launenhaft. Ich war damals arbeitslos und von höherer Schulbildung, ich spürte beinahe von allen dort Misstrauen und indirekte Ablehnung. Kein leichter Start für die Zukunft. Heute lebt die Mutter bei einer der Töchter und der Bruder renoviert das ihm überschriebene Haus. Jeder geht seine eigenen Wege. „Leben Leute zurückgezogen, weiß davon schon der dritte Nachbar nichts mehr“

schlagloch am 18. März 2005 um 19:23
Es stimmt, dass meine Kindheit schon einige Jahre zurückliegt. Aber vieles hat sich, wie deine Erfahrungen zeigen, nicht verändert. Wenn man abseits der Ballungsräume in Kärnten unterwegs ist, so in den Seitentälern des Rosen- oder Gailtales oder im Maltatal, dann trifft man überall auf Keuschen und dort hat sich das Leben und die Wohnsituation nicht viel verändert. Es ist oft so, dass Menschen in schwierigen Lebenssituationen nicht den Weg zum Sozialamt finden oder sich auch schämen fremde Hilfe anzunehmen. Wer bestimmt, in welche Familie man hineingeboren wird, bleibt für immer ein Rätsel.

S. am 16. März 2005 um 17:19
Mich friert schon beim Lesen deiner Zeilen, bei der Erwähnung der kalten Schreibstuben. Gottseindank immer mit Zentralheizung aufgewachsen.

schlagloch am 23. März 2005 um 08:51
Manchmal ist das Leben eingefroren, es kommen wärmere Zeiten.

16.03.2005 ES . OSTERT
Es schneit, es regnet, es scheint die Sonne, es ostert in Villach. Damit es richtig ostert gibt es eine Lämmer-Schau, ein Ponyreiten, einen Streichelzoo und die Ostertbahn. Wem es zu wenig geweihnachtet hat, der Fasching zu kurz war und die Fastenzeit verschlafen hat, der findet jetzt beim Ostern das Passende. Der heutige Mensch weis oft nicht mehr was er sucht , er sucht immer nach etwas Neuem. Die erste Frage bei einem Treffen mit einem Bekanntem ist, „Was gibt es Neues“? Viele betreten ein Geschäft mit dem Gruß, „Haben sie etwas Neues“? Das Stadtmarketing versucht es mit neuen Schlagwörtern. Wer interessiert sich heute noch für Ostern ? , es muss ostern. Ostern feiern kann man später.
Lauf Hase, lauf.

21.03.2005 NAH . VERSORGER
Darüber, dass wir in einer Informationsgesellschaft leben, wird viel diskutiert. Das wir eine Autogesellschaft sind ist für uns schon selbstverständlich. Ein Teil unseres Leben spielt sich auf den Strassen, den Tankstellen und den Parkplätzen ab. Es ist naheliegend einmal die Menschen eine Halbestunde lang an einem Samstagnachmittag auf einem Supermarkt Parkplatz zu beobachten. Der Supermarkt liegt neben einer Autobahnabfahrt und hat am Samstag bis siebzehn Uhr geöffnet. Ein Auto hält auf dem Parkplatz, die Frau steigt zum Einkaufen aus, der Mann mit Anzug und Krawatte lockert seine Krawatte, klappt den Fahrersitz zurück und macht seinen Mittagsschlaf. Drei Auto weiter ist die Heckklappe geöffnet und im Kofferraum wird das Baby gewickelt. Die nassen Windeln werden im Abfallkübel vor dem Supermarkteingang entsorgt. In einem anderem Auto liest die Tante auf dem Rücksitz einem Kleinkind aus einem Bilderbuch vor. Ein Mann kommt mit zwei Bierkästen aus dem Markt, die Frau hat im Auto die Sonnenblende heruntergeklappt, frisiert und schminkt sich neu. Zwei Männer benützen die Wartezeit auf dem Parkplatz für eine Rauchpause und marschieren in der Sonne auf und ab. Im Führerhaus eines LKW verzehrt der Fahrer seine Jause und blättert in der Tageszeitung. Unter einem Lieferwagen liegt ein junger Mann mit einem Werkzeug und rüttelt an den Autorädern, um dann noch weiter unter das Auto zu kriechen. Plötzlich verwandelt sich der Parkplatz in eine Openair Veranstaltung. Aus den offenen Autofenster eines VW Golf dröhnt die Musik Die Kassiererinnen stehen hinter der Glasfassade im Blickfeld der Autofahrer. Der Supermarkt ist nur mit dem Auto zu erreichen. Die nächsten Häuser liegen zwei Kilometer entfernt.
Dein Nahversorger.

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W. am 22. März 2005 um 16:43
Bei mir passieren nie so spannende Sachen auf dem Parkplatz vorm Supermarkt. Das einzig Aufregende ist da das alltägliche Verkehrschaos, da der Supermarkt ziemlich stark frequentiert wird, es aber relativ wenig Parkplätze gibt. Das Chaos ist also vorprogrammiert und es kracht auch regelmäßig beim Ausparken, oh ja! Dann ist es höchstens spannend, wenn deswegen die Polizei gerufen wird.

schlagloch am 23. März 2005 um 08:47
Vom Verkehrschaos sind wir am Land noch weit entfernt, ausgenommen die Autobahnen. Wohl auch deshalb, weil noch genug unbebautes Land zur Verfügung steht und noch fleißig am Straßennetz gebaut wird. Es könnte ja dreimal im Jahr ein größeres Verkehrsaufkommen geben. Da die Ortszentren immer mehr an Anziehungskraft verlieren, werden die Parkplätze und Tankstellen zur zweiten Heimat.

24.03.2005 MAHL . ZEIT
Neben der Bestattung von den Verstorbenen, dem Totenkult, zählen die gemeinsamen Mahlzeiten zu den ältesten Ritualen der Menschen. In vielen Kulturen ist es üblich, an den Sonntagen und am Tag des Toten-Gedenken auf dem Friedhof, am Grab der Verstorbenen, ein Picknick zu machen. Dabei trifft sich die ganze Verwandtschaft um mit dem Verstorbenen eine gemeinsame Mahlzeit einzunehmen. Es gibt ein Sprich-wort: „Sie leben getrennt von Tisch und Bett“. Meistens erfolgt zuerst die Trennung bei Tisch. Dies bedeutet, dass es unter den Ehepartnern keine gemeinsamen Mahlzeiten mehr gibt. Bald darauf kommt es zur Trennung im Bett. Nicht ohne Grund betonen Politiker oder Manager, dass sie versuchen wenigsten einmal am Tag gemeinsam mit der übrigen Familie zu essen. In der Marienkirche „Maria, Heil der Kranken“ in Bad Schönau hängt im Altarraum das Bild vom „Letztem Abendmahl“, in einer Größe von ca. zehn Meter mal drei Meter. Auch Jesus versammelte seine Jünger zu den Mahlzeiten um sich. Aus heutiger Sicht sprechen wir vom „Letztem Abendmahl“, weil es dabei zu der Begebenheit kommt, dass Jesus zu seinen Aposteln sagt: „Wem ich dieses Brot reiche, der wird mich für dreißig Silberlinge verraten“. Dies war der Beginn von der Leidens-Geschichte Jesus und seiner Auferstehung.
Selig wer sein Brot mit anderen teilt.

26.03.2005 AUF . ERSTEHUNG
Zum Osterfest, wo die verschiedenen Rituale im Christentum Hochsaison haben und viele Menschen an den kirchlichen Feiern teilnehmen, denke ich über folgendes nach: Was nützt es manchen Menschen, wenn sie an den Ritualen der Kirche teilnehmen, wenn sie aber im Alltag mit den Mitmenschen böse umgehen. Schon bei kleinen Unklarheiten ungehalten sind oder bei kleinen Fehlern auf die Mitmenschen zornig reagieren. Begegne ich solchen Christen im Alltag, dann will ich mich nicht zu den Christen zählen. Von meiner Seite versuche ich es mit Nachsicht und Verständnis, wenn es bei anderen Menschen zu Fehlern kommt. Ein zentraler Punkt in der Bibel und in der Heilslehre der christlichen Kirchen ist die Lehre von der leiblichen Auferstehung Jesus nach der Kreuzigung am Karfreitag. In einem vorösterlichem Seminar sagte der Theologe Dr. Konrad K. es ist für den Glauben nachrangig, ob Christus körperlich auf-erstanden ist oder ob es sich um eine geistige, eine gedachte Auferstehung und Wiedergeburt handelt. Entscheidend sind die Worte und Taten Jesu. Ähnlich verhält es sich bei der Beschäftigung mit Künstlern. Manche bleiben beim Leben des Künstlers hängen, bei seinen Affären, seinem Äußerem. Die wirkliche Aus-einandersetzung muss mit dem Werk des Künstlers, mit seinen Texten, Kompositionen oder Bildern, stattfinden.
An ihren Taten werdet ihr sie erkennen.

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D. am 29. März 2005 um 14:07
Gut gesprochen, geschrieben. Es verhält sich heute so wie in den letzten Jahrhunderten. Die künstlerische Schaffenskraft kann oft nur nebenberuflich ausgeübt werden, man ist ein Gefangener der Gesellschaft.

03.02.2005 HASEN . MOBIL
Die Faschingssitzungen, welche jetzt überall in Kärnten stattfinden, werden oft zu vier langen Stunden in denen man gegen den Schlaf ankämpfen muss. Nur weil das Publikum immer wieder zum Aufstehen, zum Mitklatschen und zum Mitsingen aufgefordert wird, wird ein kollektives Schlafen verhindert. Jetzt, wo der Fasching seinem Höhepunkt zu steuert sagen die Einen, es ist gut, wenn der Fasching vorbei ist und die Anderen meinen, er ist zu kurz. Der Fasching verstellt den Blick auf die wirklichen Verrücktheiten des täglichen Lebens. Eine dieser Verrücktheiten ist, dass der Mensch als einziges Lebewesen zu seiner Fortbewegung verschiedene Ver-kehrsmittel, wie Fahrrad, Auto , Zug oder Flugzeug benützt. Alle anderen Lebewesen benützen zu ihrer Fortbewegung nur ihre eigenen Körper und begnügen sich mit dem Lebensraum, welchen sie aus eigener Kraft erreichen können. Ein Drittel seiner Lebenszeit verbringt der moderne Mensch heute in einem Verkehrsmittel um letzten Endes doch wieder daheim anzukommen.
Der Hase im Hasenmobil.

 
06.02.2005 FRISCH . BLUT
Am Sonntagvormittag bin ich beim Langlaufen am Gailufer, von Nötsch nach Vorderberg. Die Bäume und Sträucher sind mit Raureif überzogen und in der Kälte erstarrt. Der Schnee knirscht unter den Schiern. Unter den Eisplatten ist das Leben gestorben. Wer sich nicht bewegt erfriert. Es ist still. Die einzigen sichtbaren Lebewesen sind Rehe auf einem Maisacker und aus der Entfernung leben sie nicht mehr, sie sind zu Skulpturen erstarrt. Der Himmel ist dunkelgrau und die Sonne dämmert vor sich dahin. Die Felswände des Dobratsch sind aschgrau, wie das Gesicht der Seele. Die Bergspitzen der Julischen Alpen färben sich rot. Jeden Tag werden die Bergspitzen mit frischem Blut neu gestrichen. Das Blut der Toten vom Gebirgskrieg reicht für Jahrhunderte. In weiter Entfernung liegt die Spitze des Nassfeld im Sonnenschein.
Sonnenschein im Skiparadies.

 
07.02.2005 LACHEN . VERBOTEN
Ein Grund, warum der Modeschöpfer Moshammer und seine Mutter so beliebt waren liegt darin, dass beide durch ihre extravagante Kleidung und ihr schrilles Auftreten oftmals unsere geheimen Wünsche ausgelebt haben. So überrascht es nicht, dass gerade zum Faschingsausklang viele die letzte Chance nützen, um einmal in eine andere Person zu schlüpfen, sich verkleiden und sich ausgelassen benehmen. Es gibt jetzt die tollsten Kostüme und Masken bei den Faschingsumzügen zu sehen. Ob als Geist, Teufel, Neandertaler, Japaner, Spiderman, Nonne oder Hippe, die Fantasie kennt keine Grenzen. Die Ausgelassenheit und Fröhlichkeit auf den Gschnasfesten in den Dorfgasthäusern hat Hochsaison. Dagegen herrschte am Wiener Opernball eine Atmosphäre wie bei einem Abendessen in einem Internat.
Lachen verboten.

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M. am 10. Februar 2005 um 12:40
Klingt ja schaurig angesichts der Tatsache, dass ich hier in Tokio beim Wiener Opernball eine von den Schülern bin, die tanzen. O Mann, Mann, worauf hab ich mich da nur eingelassen? Die Choreographie ist absolut lächerlich, zumal ich ständig dran denken muss, dass wir beim tatsächlichen Aufführen weiße Kleider und Krönchen tragen.

 

08.02.2005 SEX . SECHZIG
Der Zuwachs bei den Internet-Tagebüchern, auch Weblog genannt, hat die Journalisten der Print- und TV-Medien auf den Plan gerufen und den Wahrheitsgehalt der Blogs in Frage gestellt. Die Journalisten behaupten von sich, dass ihre Meldungen genauer erhoben werden und der Wahrheit nahe kommen, während von den Bloggern viele Unwahrheiten im Internet verbreitet werden. Oftmals findet man bei den Einträgen in den Weblogs nur eine Ansammlung von Links zu Berichten in den Print-medien. Die Überschriften auf der Titelseite einer Zeitschrift versprechen oft einen interessanten Bericht in der Zeitschrift, was dann nicht eingehalten wird. So kündigt „Das österreichische Frauenmagazin“ auf der Titelseite folgenden Bericht an: „Barbra Streisand über Sex ab sechzig“. Barbara Streisand erzählt im Exklusiv Interview das Sex ab sechzig immer besser wird. Wer darin etwas über Sex ab sechzig Jahren erfahren will und das Interview aufschlägt kann folgendes lesen:
Frage: „Wird Sex mit dem Alter besser“ ?
Streisand: „ Sex ist im Alter witziger, freier und hemmungsloser“.
Das war auch schon alles. Für diesen einen Satz gibt man € 3,5o aus. Da haben manche Blogs mehr an Sex zu bieten.
Ab sechzig frei und hemmungslos.

Kommentare:
D. am 9. Februar 2005 um 15:47
Leider kann ich nicht nachvollziehen, dass jemand die Zeitschrift aufgrund dieser Schlagzeile kauft, da mich dieses Thema wohl sehr wenig interessiert und ich aufgrund dessen sehr schmunzeln muss. Aber bei der W. ist es auch so üblich, dass die Schlagzeilen am besten sind und nicht der Inhalt. Auch persönliche Erfahrung gemacht. Gruß von der Next Generation.
M. am 10. Februar 2005 um 12:38
Klingt ja wie die BILD . xD. Aber wen interessiert schon Barbara Streisand? Hat hier wer Something’s Gotta Give gesehen? Das nenn ich einen schönen Film! Endlich mal ne Seniorenromanze! Muhaar xD.

 
10.02.2005 TERROR . FAHNDER
Es gibt immer weniger Bereiche im öffentlichen Leben, wo man nicht von einer Videokamera überwacht wird. Wer glaubt, dass er heute unbeobachtet über einen Hauptplatz spazieren kann, irrt. Selbst Kleinstädte überwachen ihre Fußgängerzonen mit Kameras. Wer bei einer Bank vorbeigeht kommt ganz sicher in das Visier der Terrorfahnder. Während man mit den Über-Wachungskameras brave Bürger beim Spaziergehen beobachtet werden jene, die etwas straffälliges vorhaben, dafür kaum den Hauptplatz oder die Fußgeherzone benützen. Nichts ist oft so nutzlos wie das Nützliche.
Im Visier der Terrorfahnder.

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H am 10. Februar 2005 um 22:19
Ja mag sein, aber wer kein schlechtes Gewissen hat braucht sich 1. nicht darum kümmern und 2. sich doch eigentlich keine Gedanken darüber machen. Ich bin zum Beispiel beruflich bedingt immer überwacht, im Wettcafe und mich stört so was schon lang nicht mehr, im Gegenteil ich fühl mich sicher ! PS. Was auch noch keinen Wahnsinnigen vor einem Überfall abgehalten hat, zweimal schon.

D. am 11. Februar 2005 um 09:46
Mir sind die Überwachungen natürlich auch aufgefallen, allerdings sind viele Kameras gar nicht so offensichtlich montiert, hab schon danach gesucht. Ich muss dem Schlagloch recht geben, denn es ist wohl ein großer Unterschied zwischen einem öffentlichem Platz und einem Wettbüro oder einer Bank. Ein Besucher des Wettbüros muss ja damit rechnen gefilmt zu werden. Weiß man ja, was da für dunkle Gestalten rumrennen . Mir persönlich ist es nicht recht, wenn ich beim Pinkeln in einer Seitengasse von drei Kameras gefilmt werde, womit ich noch lange kein Terrorist oder Verbrecher bin.

schlagloch am 11. Februar 2005 um 20:24
Solange die Filme der Videokameras, wenn nichts vorgefallen ist, täglich gelöscht werden ist es vielleicht vertretbar und solange die Kameras nicht mit Programmen arbeiten, die auf Grund von verschiedenen Gesichtsmerkmalen nicht schon Unschuldige zu Täter stempeln. Aber die Bürokratie neigt dazu alles zu speichern und aufzubewahren. Die Schuldscheine der Kaiser, denen die Fugger Geld geliehen haben sind heute noch erhalten und dies liegt schon ein paar Jahrhunderte zurück. Wehret den Anfängen.

 
15.02.2005 ÜEBER . WACHUNG
Wenn man heute ein öffentliches Bad besucht oder in ein Postamt geht, dann hat man Augenkontakt mit einer Videokamera. Gegen diese weitverbreitete Überwachung von der Privatsphäre der Bürger gibt es von Seiten der Grünparteien heftigen Widerstand. Das Privatleben des Bürgers sollte nicht angetastet werden, sodass man sich ungezwungen bewegen kann. Die Befürworter sind der Meinung, dass wer nichts böses vorhat, hat auch nichts zu verbergen. Andere Zeitgenossen sind so mitteilsam, dass ihr Privatleben für eine Fernsehserie gefilmt wird. Manche Männer haben sich an die totale Überwachung gewöhnt. Ihre Frau weiß sofort, wenn sie ein Stück Wurst oder eine Mozartkugel gegessen haben.
Die Wohnraumüberwachung.

 
17.02.2005 BE . FREIUNG
Im Prinzip ist es so, dass Krankheit, Leid, Unglück, Unzufriedenheit, Streit und Hass bei den Menschen überwiegen. Ansonsten würde man nicht soviel darüber reden und schreiben wie man gesünder, glücklicher, zufriedener, schmerzfreier und friedlicher leben könnte. Auch die Religionen und die Philosophie beschäftigen sich mit dem Glück des Menschen schon seit tausenden von Jahren. Wenn es überwiegend gesunde, zufriedene und glückliche Menschen geben würde, dann würden sich die Religionen, Sachbücher, Symposien und das Fernsehen nicht mit diesem Thema auseinandersetzen. Die Schuld, dass man nicht glücklich, zufrieden und gesund ist, bleibt immer bei der einzelnen Person hängen. Es ist egal von wem man sich Heilung oder Glück erhofft und wen man sich zuwendet. Es können dies Yoga, Kontemplation, Fitness oder die Religionen sein. Wenn man nicht glücklich und gesund ist, dann hat man eben zu wenig meditiert, geübt oder gebetet. Zum Schluss fällt die Schuld immer auf den Einzelnen zurück. Was der Mensch braucht ist eine Befreiung aus dieser Schuldfalle, eine Stärkung seines Selbstbewusstsein. Der Mensch muss zur Kenntnis nehmen, dass es Krankheit, Unglück und Krieg gibt, ohne zu verzweifeln.
Ein schuldbefreites Leben.

Kommentare:
D. am 22. Februar 2005 um 17:40
Es liegt viel Wahrheit in dem was du geschrieben hast. Doch vieles geschieht aus Unwissenheit oder einfach so im Laufe der Zeit. Viele Geschehnisse können durch die Stärkung des Selbstbewusstseins nicht korrigiert oder rückgängig gemacht werden und man hat sein Leben lang daran zu nagen. Äußere Einflüsse, wie Krieg, Politik, Gesellschaft, Katastrophen nimmt man mehr oder weniger anteilshalber hin. Doch persönliche unabwendbare, unabänderbare Dinge können einen Menschen zugrunde richten. Sicher einer Deiner besten Einträge bisher. „Jede Stunde bringt Kampf, die letzte den Frieden“.

schlagloch am 28. Februar 2005 um 19:23
Mensch sein bedeutet kämpfen. Kämpfen um das eigene Leben, kämpfen um das Leben von Angehörigen und kämpfen um das Leben von Unbekannten. „Der Friede sei mit Euch“, ist eine Verheißung.

 
20.02.2005 VER . LETZT
Bereits am frühen Sonntagnachmittag steigt der Nebel aus dem Feistritzer Moor auf und verschluckt die Skilangläufer welche sich zu weit in das Moor gewagt haben. Die Sirenen der Feuerwehren schneiden eine Bresche in den Nebel und verschwinden im Nachbarort. Dort steigt eine dunkle Rauchwolke auf und bedeckt den Südhang des Dobratsch. Ein Hubschrauber kreist über den Ort, wie ein Raubvogel bei der Suche nach einer Beute und stößt dann in die Tiefe. Die Einsatzfahrzeuge von Polizei, Rettung und Feuerwehr rasen auf der Kreuzung auf einander zu. Ein Sägeofen brennt und der ganze Ort sieht gespannt zu. Der Nebel steigt immer höher, verschluckt zuerst die Spaziergänger mit dem Kinderwagen und dem Hund, dann die Heuhütten und die Strommasten. Zuletzt verschwindet die Kirch-turmspitze.
Ein Verletzter wird geborgen.

 
22.02.2005 ZU . FLUCHT
Das der Winter noch nicht vorbei ist merkt man in Ostösterreich, in der Buckligen Welt, bei einem Spaziergang vom Ort Bad Schönau nach Maierhöfen. Hier bläst ein eiskalter Wind in Orkanstärke. In der Höhe, im Leitenviertel, hat man Mühe sich auf den Beinen zu halten. Ein frostiger Ostwind, der den hartgefrorenen Schnee aufwirbelt und vor sich hertreibt. Ein Weitergehen ist unmöglich und es folgt die Rückkehr nach Bad Schönau. Als erstes erreicht man die Marienkirche, „Maria Heil der Kranken“. Zum Glück ist die Kirche nicht abgesperrt und man erlebt es körperlich, was es heißt ,irgendwo Zuflucht zu finden. Eine Zuflucht im Hause Gottes vor den klirrenden Windböen. Als Mensch ist man ständig auf der Flucht vor den Gefahren des Menschsein. Nicht immer findet man eine Tür, ein Haus oder einen Menschen der einem Zuflucht gewährt. Oft sind die Türen versperrt und es bleibt einem nichts anderes übrig als weiter zu fliehen bis man eine offene Tür findet. Flucht als Schicksal.