end:spurt

Die christliche Kirche sollte für alle, welche gläubig sind offen sein. Unabhängig, welchen Status man innehat, ob als geweihter Priester, Bischof, Nonne oder Laie. Es muss erlaubt sein Fragen zu stellen. Auch die Dogmen zu hinterfragen und in Frage zu stellen. Mir bleibt manches unverständlich, warum hat sich die Offenbarung, die Menschwerdung Gottes nicht um einige Jahrtausende früher ereignet ? Schon einige Jahrtausende vorher hat es Hochkulturen in Südamerika, in China, im Vorderen Orient gegeben. Nach meinem Verständnis wäre dies sinnvoll gewesen, viele primitiven Religionen wären erspart geblieben. Könnte es sein, dass die Gottesvorstellungen nicht aus dem Jenseitigen kommen, diese sich mit der Zeit gewandelt haben? Bei einem bestimmten geistigen Entwicklungsstand des Menschen möglich geworden sind? Mit der Fähigkeit des Menschen, sich eine transzendente, eine jenseitige Welt vorzustellen. Ab diesem Zeitpunkt war die Zeit reif für einen transzendenten Gott. Losgelöst von den Geistern des Waldes, der Sonne oder des Wassers. Einen Gott des Herzen, der Barmherzigkeit, auszurufen und an ihn zu glauben. Mit dem Schicksal des Menschen ist für mich das Schicksal Gottes verbunden.

Warum weigert sich die katholische Kirche die Gottesvorstellung dem Wissenstand von heute anzupassen? Die Lesungen und Predigten während des Gottesdienstes wiederholen sich für mich seit fünfzig Jahren. Meine hellsichtigen Fähigkeiten erlauben es mir, zu wissen, was die nächsten Worte und Sätze sein werden. Andere Menschen haben Musik im Kopf, ich habe Sprache im Kopf.

Sprachartist

rot:grün II

Wer denkt bei solchen Augenblicken an das Draußen, welches man bewusst zurückgelassen hat, um sich im istrianischen Kosmos auszuspannen. Draußen patrouilliert die Polizei in London und Hamburg, als wäre Krieg, um zum Wochenende die Menschen vor Selbstmordattentäter zu schützen. Dazu kommen neue Berichte von ertrunkenen Flüchtlingen im Mittelmeer. Draußen schlägt eine zusehends in Bedrängnis gekommene Terrormiliz wild um sich. Um sich von allen abzugrenzen, von allen Freunden und Feinden.

Wo bleiben die Auswirkungen des christlichen Gebetes, der aktuellen Fürbitten in den katholischen Kirchen, die um Gotteshilfe für einen Frieden im Nahen Osten bitten?  Von unserer Seite ist es eindeutig an wem wir unsere Fürbitten richten, aber vielleicht versteht ER unsere Sprache nicht? Oder die Apostel und andere Kirchenväter haben IHN nicht richtig verstanden? Unser Manko besteht darin, dass wir glauben von IHM alles zu wissen, alles zu verstehen?  Über welche Kanäle soll dies möglich sein?  Allen voran haben wir alles in Konzepte und Regeln gesteckt, Formeln entwickelt, die wahrscheinlich für seine Bandbreite keine Gültigkeit haben. Wir bewundern seine Kreativität, welche wir in der Vielfalt und in den Lösungen der Natur finden. Selbst beschneiden wir unsere Kreativität, krasser, wir fürchten uns vor unserer Kreativität. Für uns ist es nahe liegend den Tagesablauf in bestimmte Sequenzen einzuteilen, jedem Wildwuchs einen Riegel vorzuschieben. Mit unseren Denkmustern wollen wir es schaffen, unsere Fürbitten an SEINEN Thron heranzutransportieren. Damit kommen wir höchstens bis an seine Haustüre.

Sprachproblem.

rot:grün I

Der Wanderweg von Strunjan über Fiesa nach Piran erfordert einiges an Kondition. Zeitweise geht es steil bergan und es ist Ausdauer gefragt. In der Höhe genießt man einen schönen Blick auf die Bucht bei Triest. Bei einer Weggabelung, wovon ein Weg als Sackgasse gekennzeichnet war, sorgte eine mobile Verkehrsampel für Verwirrung. Der Weg war höchstens autobreit, wobei er nur von Radfahrern und Wanderern genützt wird. Unschlüssig harrten vier bis fünf Radfahrer vor dem Rot der Ampel aus. Sie waren unsicher, ob diese Verkehrsregelung ihnen gilt. Dazu gestoßene Wanderer diskutierten darüber, wie weit diese Verkehrsampel auch für sie Bedeutung hat. Dabei handelte es sich bei den Freizeitsportlern um Urlaubsgäste. Unser Vorschriftsdenken geht soweit, dass wir uns in einem Rad- und Wanderparadies, wo es kaum Autoverkehr gibt einspannen lassen, eine unverständliche Regelung einzuhalten. Es war nicht ersichtlich, von wem diese Ampel aufgestellt wurde und für wen sie gedacht war. Im besten Fall konnte ich mir vorstellen, dass die Ampel privater Natur ist, um die Zufahrt zu einer Baustelle zu regeln. Keiner öffentlichen Funktion diente. Bei einiger Vorsicht sah ich keine Gefährdung, wenn die Strecke von uns Radfahrern und Wanderern benützt wird. Die Benützung, der als gesperrt signalisierten Strecke, erwies sich für uns unbekümmert, weil es keinen Autoverkehr gab.

Wie schnell Vorschriften an Wirksamkeit verlieren und nur unserer Angst entsprungen sind, erlebte ich bei der Ankunft am Meeresstrand in Fiesa. Die Unbekümmertheit wie zwei Frauen und ihre drei Kinder sich in der Wiese auf einer Decke niedergelassen hatten, war ansteckend. Sie bedienten sich der mitgebrachten Getränke und Imbisse aus der Kühlbox. Die beiden Volksschulkinder vergnügten sich im Meer. Das Baby wurde, nachdem es sich kräftig zu Wort gemeldet hatte, an der Brust der Mutter versorgt. Alle fünf Personen strahlten und lachten um die Wette, eine ansteckende Stimmung. Bis hierher tönt die laute Musik eines nahen Imbissstandes. Den Blick auf das Meer kreuzen immer wieder Segler und schnittig dahin rasende Motorboote. Am Ende der Bucht von Strunjan geht das Blaue des Meeres und das Weiß der Segelmasten in das Grün der Abhänge über.

Aus dem Tagebuch…

ver:kehrt II

Zumeist resignieren die Mitbewohner vor dem lautstarken Auftreten der Zugezogenen und räumen ihnen kleine Vergünstigungen ein. Sei es ein kleiner Abstellraum oder ein mehr an Kellerabteil. Nach einem Monat kommt der Anspruch, der ganze Keller gehört nur einer Familie. Bei aller Nachsicht, ist man gut beraten, wenn man darauf besteht, dass sich auch Menschen aus anderen Volksgruppen die Regeln der Mehrheit einhalten. Ein Miteinander wird wahrscheinlich nur dann funktionieren wenn es gemeinsame Vereinbarungen gibt und nicht einfach der Aggressivere das Sagen hat. Bemüht sich ein einfühlsamer Mensch um einen Ausgleich, hat es zudem für ihn den Nachteil, dass er zumeist einige Tage darüber grübelt, wie Konflikte auf friedliche Art, nachbarschaftlich, gelöst werden können. Ungelöste Konflikte auch in die Träume einfließen und die Nachtruhe beeinträchtigen. Wahrscheinlich leidet er mehr darunter, als derjenige welcher die Übertretungen begangen hat.

Eine verkehrte Situation ist, wenn im Regionalexpress von Wiener Neustadt nach Vorau bei sommerlichen Temperaturen die Klimaanlage ausfällt. Zuerst vertröstet man sich, wenn der Zug in Fahrt kommt, dann wird sich die Klimaanlage schon aktivieren. Umgekehrt, nach einer Viertelstunde wird es im Abteil immer heißer. Bis jetzt, versichert mir eine Zugnachbarin, sie fahre regelmäßig mit diesem Zug, hat es noch keinen Ausfall der Klimaanlage gegeben. Auch in den Nahverkehrszügen ist laut ÖBB freies W-LAN verfügbar, die Klima funktioniert nicht. Während der Fahrt öffnet die Nachbarin eine Tragtasche und entnimmt dieser einen Karton mit einem Elektrogerät. Insgeheim habe ich gehofft, es könnte sich um einen Ventilator handeln, Steckdosen wären vorhanden. Stattdessen packt die Nachbarin einen mehrstufigen Föhn aus.

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