wahl:spitze I

In den letzten Monaten gab es einige entscheidende Wahlen außerhalb und in Europa. So die Wahl zum amerikanischen Präsidenten, wobei die Vielfalt an Berichterstattung und Kommentaren in den heimischen Medien alles übertroffen hat, was ansonsten bei einer ausländischen Wahl abläuft. Es ist nicht auszuschließen, dass die politischen Fähigkeiten des neuen amerikanischen Präsidenten mittelmäßig sind. Ihm wird vorgehalten, er hat in keiner Partei so lange gebuckelt, wie es die Politikkaste es gerne hätte. Zum Anderem wird ein Staat von einem  Führungsstab gesteuert. Da passiert es schon einmal, dass die Küste Chinas mit der Küste Australiens verwechselt wird. Das wahre Desaster ist, ähnlich wie bei der österreichischen Präsidentschaftswahl, das Abschneiden der Kandidaten von den etablierten Parteien. Jene, die sich über Jahrzehnte in fast allen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen breitgemacht und Einfluss verschafft haben, war desaströs. Große Erfolge feierten Kandidatinnen und Kandidaten ohne Parteizugehörigkeit, welche ein Jahr vor den Wahlen noch niemand gekannt hat.

Noch einmal wiederholt sich dieses Phänomen bei der französischen Präsidentschaftswahl. Die meiste Unterstützung von den etablierten Parteien erhält jene Kandidatin oder jener Kandidat, von der oder dem angenommen wird, dass man als etablierte Partei mit einem grünen Auge davonkommt. Der neue Präsident oder Präsidentin wird umworben, um darüber hinweg zu schummeln, dass es die eigenen Kandidaten einer selbsternannten Volkspartei es nicht geschafft haben. So gelingt es, trotz einer Niederlage das Parteihemd nicht zu bekleckern,  das Debakel verschwindet wortlos im Untergrund. Die herrschenden Parteien verstehen es geschickt an die Sieger, an die neuen Hoffnungsträger, anzudocken um keine ihrer Positionen oder Privilegien zu verlieren.

Froschauge

gesund:fressen

Die Beziehung zwischen Katze und Mensch wurden und werden auf vielfältigste Art und Weise beschrieben. Katzen genießen auch bei den gewöhnlich Sterblichen viele Vorzüge. Zuweilen lassen sie das gut gemeinte Festmenü, eine Delikatesse, unberührt, um sich das banalste und billigste Fressen aus dem Diskontmarkt einzuverleiben. Zu gerne würden wir Katzenbesitzer unseren Samtpfoten ein Gesundes Fressen in den Napf füllen. Gut für den Magen, die Nieren oder für die Gelenke. Zumeist werden diese etwas teuren Fertigfutter in den Tierarztpraxen angeboten. Etliche Male musste ich feststellen, dass die Mieze um das Gesunde Fressen einen großen Bogen machte oder sich angewidert abwandte. Gerade so, wie notorische  Fleischliebhaber um Sojalaibchen einen großen Bogen machen und es weit von sich schieben. Bei Veganer Kost sollen Sojalaibchen das Wienerschnitzel ersetzen. Katzen lassen sich auch durch hartnäckiges Beharren von Menschenseite für gesunde Kost nicht weichklopfen. Sie antworten mit hartnäckiger Sturheit, bis das Personal, gemeint ist der Mensch, nachgibt und das Gesunde Fressen entsorgt.

Eine Spur vornehmer werden die Hauskatzen der Oberen Zehntausend versorgt. So war der Schriftsteller Mark Twain ein Katzenliebhaber, genauso wie die Königin Viktoria von England. In manchen Königshäuser gibt es für die Katzen oder Hunde eigene Köche. Der Kater Sock vom Präsidenten Bill Clinton war, der Zeit entsprechend, mit einer eigenen Webseite präsent. In Erzählungen oder auf Bildern sind Katzen gelegentlich in der Literatur und in der Kunst zu finden. Mitunter habe ich in meinen Blogbeiträgen von den Politzner Kampfkatzen berichtet.

fleisch:weihe

Es sind gerade zehn Tage vergangen, da drehte sich zwischen den arrangierten Frühlingsblumen vor dem Villacher Rathaus, die Kindereisenbahn. Rund um die Stadtpfarrkirche reihten sich Standln mit Kunsthandwerk und Dekoartikeln, Eine an das Andere. Dazwischen gab es welche mit dem Versprechen, alles für die Kärntner Osterjause. Damit gemeint sind gekochter Speck und Schinken, Rippalan und Hauswürste, Eier und zum Würzen die Krenwurzen. Dies alles bekommt den richtigen Geschmack durch den Segen von Oben. An allen Ecken findet am Karsamstag die Speisenweihe, in Kärnten kurz Fleischweihe genannt, statt. Massenhaft strömen Junge und Alte zu den Weihepunkten, seien dies Kapellen, Marterln, Wegkreuze oder ganz profan der Gastgarten eines Wirtshauses. Die Osterspeisen werden mit bestickten Deckerln zugedeckt, obligatorisch zeigt man kein nacktes Fleisch. Die Weiheträgerinnen kommen mit tief ausgeschnittenen Dirndlkleidern und zeigen den üppigen Busen, einmal wohlgeformt, ein andermal weniger straff, Shirts bauchnabelfrei. Hierher strömen Burschen mit Tätowierungen am Hals und Unterarm, in der Hand den Weihekorb mit einer traditionell gestickten Decke „IHS“. Ehepaare schieben einen Kinderwagen vor sich her, die Sportlichen kommen mit dem Fahrrad und am Gepäckträger die Osterjause.

Bevor der Pfarrprovisor zur Fleischweihe schreitet bittet er die ganz Durstigen, die Bierflaschen während der Heiligen Handlung am Tresen abzustellen. Die große Zahl an Teilnehmern macht es notwendig, dass er sich durch Menge zwängt, um auch die entfernten Speisekörbe mit einem Spritzer Weihwasser zu versehen. Am Ende stichelt der Provisor: Er möchte einmal so viele Besucher bei einem Sonntagsgottesdienst in der Kirche sehen.

Aus dem Tagebuch…

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