26. August 2008
Dieses Jahr kann man beobachten, dass durch die langen Schönwetterperioden und die hohen Temperaturen das Obst um etwa vierzehn Tage früher reif ist als sonst. In der Schütt haben sich die Früchte der Ebereschen schon Ende Juli rot verfärbt, in anderen Jahren verfärbten sie sich Ende August. Dieses Jahr ist es um einen Monat früher. Dies gilt als erstes Zeichen für den nahenden Herbst. Es herbstet, ist ein oft gehörter Ausdruck, wenn eine Gewitterfront im Spätsommer die Blätter von den Bäumen weht und sie sich am Boden verfärben. Nicht jedes Jahr in der Natur verläuft gleich, dies gilt auch für die Lebensjahre. Es ist möglich, dass durch Hitzeperioden der Körper austrocknet, dass mehr Energie verbrannt wird als in anderen Jahren. Da kann es im Leben früher zu herbsten beginnen als in anderen Jahren.
Herbstbeginn.
Tags: Weinitzen
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22. August 2008
In der Sommerzeit fahren viele schneller als sonst. Sind es die sommerlichen Temperaturen, das helle Sonnenlicht, die drückende Hitze oder die vielen Termine? Vieles lässt uns im Sommer schneller und stärker auf das Gaspedal steigen. Dazu kommt, dass manche Autofenster geöffnet sind und die Musik alle Häuser entlang der Ortsdurchfahrt in Möselstein beschallt. Es kann oft nicht schnell genug gehen und so wird der Vordermann auch bei einer Sperrlinie oder in einer Ortsdurchfahrt überholt. Viele nützen die Sommermonate dazu, wenn es die Distanz erlaubt, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, um den Rasern auf der Strasse zu entkommen. Dabei kann man abseits der Bundesstrasse auf dem Gailradweg erleben, wie ein Hase über eine Waldlichtung springt oder ein Reh inmitten eines Feldes seinen Kopf hebt. Die Vögel haben am Morgen die schönste Stimme und die Stimmen werden immer kräftiger, je heller der Tag wird. Auf der Wiese blühen die Blumen in den Farben weiß, gelb, violett, hellblau. Dagegen sind die Rasen rund um die Wohnanlagen eintönig grün. Dort versucht man mit tropischen Blumen und Pflanzen Farbe auf den Rasen zu bringen.
Die Blumenwiese.
Tags: Hitzefieber
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19. August 2008
Ein Modewort in der heutigen Eventgesellschaft heißt, man lebt überdrüber. Damit will man sagen, dass man aufgrund seiner Beziehungen, seines Erfolges oder seiner Ideen sich von vielen anderen Mitmenschen abhebt. Es drückt manches Mal das Lebensgefühl aus, dass viele Leute vorgeben, keiner will ein normales Leben führen. Auch ohne besondere Leistungen entwickelt man ein Überdrüberimage. Im Sommer ist es chic von einem überdrüber Fest zum Nächsten zu wechseln. So können sich viele nicht mehr daran erinnern, bei welchen Partys sie in der letzten Woche gewesen sind. Die Tourismuszentren bieten für die Urlaubszeit eine Vielzahl von verschiedenen Events, ein vierundzwanzig Stunden Überdrüberprogramm an. Diese Eventhäufigkeit verdeckt die Beschwerden, die Frage zum Sinn des Daseins, die Zeit danach, für einen Sommer lang.
Zu meinen Mundartgedichten hat jemand gesagt: „Wir leben in einer Spaßgesellschaft, es darf nur Gaudi geben, alle haben wir einen Schmäh auf den Lippen und mit meinen Gedichten schaue ich hinter die Fassaden“.
Eine Sommernacht.
Tags: Sonnseite
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15. August 2008
KOTZ
Monche wochsn ols Kinda
mit Viecha auf, de kennan
an Hund, de Kuah,
dos Pferd bevor se zan
lafn onfongan.
Ondre hom mit de Viecha
ka Freid, se wochsn
im Lärm und im Vakehr
von da Stodt auf.
A jeda hot späta vül zan
tuan im Lebn, da Beruf,
de Frau und de Kinda.
Fir sich sölba wüll mon
a bissl Freizeit hobn.
Donn passiert epas,
a liaba Mensch valosst an,
a ondra stirbt oda es
passiert a Unfoll und
mon hot vül Zeit
zan nochdenkn. Do laft an
a Kotz zua und da Olltog
hot a neichs Gsicht…
VALOSSN
A jeda Urt wüll heit
an Gewerbepark.
So wearn auf da
greanan Wiesn Blechhalln
mit groaße Fenstascheibn
hingstöllt und runduma vül
grean zan aussponnan.
De Industrie ziagt
aufs Lond.
In da Stodt hot se ka
greans Fleckl freiglossn.
Durt wochsn aus de
valossanan Fabrikn Grosbischln,
Staudn und da Löwnzohn…
SCHREIBN
Nit fir olle scheinan in
da Nocht de helln Stern,
monche firchtn sich
vur da Dunklheit,
vur da Zukunft,
vur de schlechtn Tram.
Wonns um mi gonz still weard
fong i on zan Schreibn…
MundArt HörProbe
04-04-spur-4
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12. August 2008
Von der Erdkunde wissen wir, dass es auf der Erdoberfläche viele Bruchstellen gibt, die von Erdbeben oder von Hangrutschungen stammen. Durch Satelliten können diese Bruchstellen aus der Luft geortet werden. Am Bahnsteig kann man beim Warten auf den Zug in den Gesichtern der Menschen die Lebensbruchstellen ablesen. Die Mühen von zwei Kindern in den Gesichtern der Eltern, den straffen Blick von vier Radfahrern, der zeitlose Ausdruck von drei Trampern die ihren Schlafsäcken entsteigen. Das strahlende Gesicht von zwei Nonnen und ihr aufheiterndes Lachen nach allen Seiten. Eine überforderte Mutter mit einem Kleinkind. Das Mittelalter zeigt sich von der heiteren Seite, dem Altertum ist nicht nach Fröhlichkeit zu Mute.
Die Bruchstellen im Berufsleben der jungen Generation sind um vieles größer, als es die ältere Generation erlebt hat. Oft gibt es große Schwierigkeiten die richtige Auffahrt auf die Berufsautobahn zu finden, manchmal bedarf es einiger Versuche, um dann bei der nächsten Abfahrt die Autobahn, die Arbeitsstelle, wieder zu verlassen. Viele schaffen diese schwierigen Verkehrsverhältnisse nur mit einem Beifahrer, mit ausreichender Berufsberatung. Nach dem Schulabschluss erfolgte bei unserer Generation der Berufseinstieg meistens problemlos. Die Autobahn führte geradeaus durch das Berufsleben. Erst im letzten Jahrzehnt gab es auf der Autobahn Frostaufbrüche, unerwartete Baustellen und Umleitungen, die zur Neuorientierung gezwungen haben. Für eine Berufsberaterin hat, wer im Beruf glücklich und zufrieden ist, eine stabile Lebensgrundlage als ganze Person.
Die Hacklerregelung.
Tags: Lebenswarnung
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08. August 2008
Das Wort LehrmeisterIn hat viele Bedeutungen und jeder verbindet damit seine persönlichen Erfahrungen. Es kommt darauf an welche Schule man besucht hat, welchen Beruf man erlernt hat. Es gibt LehrmeisterIn im Sport, LehrmeisterIn in der Liebe, LehrmeisterIn im Beruf oder in der Lebensbewältigung. Früher war der patriarchalische Begriff Lehrherr gebräuchlich. Von meinem Lehrherrn in einer Buchhandlung am Bahnhof in Spittal an der Drau habe ich vieles gelernt. Genauer ausgedrückt hat er mir Raum gelassen vieles zu lernen, meine Neugierde und Wissenshunger nicht eingebremst oder eingeengt. Eine Buchhandlung ist ein Ort des Lernens, wie eine Bibliothek ein Ort des Wissens ist.
Zur Arbeit fuhr ich mit dem Zug. Damals waren die Übergänge von einem Waggon zum Nächsten offen und die Waggons mit Holzbänken ausgestattet. Heute ist der Zug eine geschlossene Einheit und man sitzt auf gepolsterten Sitzen in klimatisierten Abteilen, ohne Zugluft. Mir gegenüber setzt sich ein älterer Herr und packt aus seiner Frischhaltedose zwei Speckbrote aus. Speck vom Nachbarn, wie er mir erzählt. In meiner Lehrzeit waren zwei Speckbrote meine Jause.
Täglich Speckbrote.
Tags: Sonnseite
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