Artikel mit ‘Blickmuster’ getagged

VOLL:wert

Donnerstag, 02. Februar 2012

Es gibt viele Artikel, in der das Wort „Vollwert“ enthalten ist. Wir finden es bei den Nahrungsmitteln wie Vollwertbrot, Vollwertgemüse und Vollwerteier. Dies lässt den Schluss zu, dass vieles nicht vollwertig ist, somit nicht gesund. Vor Jahrzehnten war dies überhaupt kein Thema und wurde auch von niemanden nachgefragt. Erst der Überfluss hat dazu geführt, dass es trotz der Menge, an der Qualität fehlen kann.

Geht es um die Wiederherstellung der Gesundheit, dann wird in Österreich oft nicht das Originalmedikament,sondern ein Generika verschrieben. Es gibt das Bestreben, Menschen mit körperlichen Einschränkungen in den Arbeitsprozess einzugliedern, mit dem Slogan, er/sie ist ein vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft. Ähnliches passiert bei der Integration von Kindern, deren Muttersprache nicht deutsch ist, man will sie zu vollwertigen Österreichern erziehen. Oftmals widersetzten sie sich diesem Ansinnen und beharren auf ihren Minderheitenstatus. Was bringen zweisprachige Ortstafeln einer Minderheit, gibt es den vollwertigen Kärntner?

Im Industrieort mit Heraklitherzeugung gehörten die meisten Schüler der Arbeiter- und der Angestelltenklasse an, eine Minderheit dem Bauernstand. Dabei gab es bei den Jausenbroten einen wesentlichen Unterschied: Die Arbeiterkinder hatten in der Regel ein Brot mit Tirolerwurst mit, die Bauernkinder fast täglich ein Speckbrot. Welche Rituale braucht es, um in einer Klasse von den anderen als vollwertiger Mitschüler akzeptiert wird?  Als wir Bauernkinder einwilligten die Jausenbrote mit den Arbeiterkinder zu tauschen, halbe zu machen, waren wir anerkannte Mitglieder der Volksschulklasse. In der Adventzeit forderte eine junge Lehrerin, welche einige Jahre in Heiligenblut am Großglockner unterrichtet hatte, uns Kinder auf, für die Kinder in Heiligenblut Äpfel zu spenden. Die Arbeiterkinder verzichteten täglich eine Woche lang, auf einen Apfel und lieferten ihn der Lehrerin ab. Ich brachte in einem Leinensack ca. drei Kilo Äpfel von zu hause mit, welche ich vier Kilometer durch den Schnee schleppte.

Rucksacktourist.  

EIN:fluss

Dienstag, 20. Dezember 2011

Viele messen den Wert eines Menschen daran , wie viel Macht und Einfluss jemand ausübt. Man beneidet jene, die in der Gemeinde oder im Bezirk Einfluss besitzen. Im Vordergrund steht der politische Einfluss und dieser wird oft überschätzt. Den wirklichen Einfluss üben jene aus, die  wirtschaftliche Macht haben, jene die das Kapital haben und damit die politischen Mandatare beeinflussen. Sie nehmen die Arbeitnehmer als Geisel und lassen sie gegen Subventionen frei. Schon oft hat sich die sogenannte “starke Hand” der Gewerkschaft vom Kapital besiegen lassen. Das Militär spielt in Österreich keine bedeutende Rolle, in verschiedenen anderen Staaten, wie Ägypten oder Russland, schon. Die politischen Parteien streben nach der Führungsrolle, den Einfluss auf jeden einzelnen Bürger. Die Einflüsterer beginnen bei den Kindern mit der Werbung, der können sie wenig Widerstand leisten. Würde der durchschnittliche Bürger, den es nicht gibt, befragt werden, wer übt den stärksten Einfluss im Staat aus, dann würden wahrscheinlich die Namen der Regierungsmitglieder fallen. In Österreich auch der Name eines Kleinformatblattes, welches wegen seiner großen Verbreitung, die Politik und die Wirtschaftsgrößen beeinflusst.

Wir verändern mit unserer Lebensweise in immer stärkeren Maße die Abläufe der Natur und beeinflussen so die Umwelt, nicht immer zum Vorteil. Dem Einfluss des Menschen entzieht sich die Zeit. Es ist nicht möglich die Zeit, das verstreichen der Zeit, zu beeinflussen. Vom Gefühl her lässt sich die Zeit verschieden definieren, man sagt, dass die Zeit einmal schneller und dann wieder langsamer vergeht. An der gemessenen Zeit ändert dies nichts. Die Zeit würde es nicht mehr geben, wenn wir sie anhalten, beschleunigen oder bremsen könnten.

Zeitlos.

VERGÄNG:lich

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Bei den Schauspielerinnen und Schauspieler, in den Kreisen des europäischen Hochadels, kann man beobachten, dass alles getan wird, um „in Schönheit zu sterben“. Gemeint ist damit, dass alles versucht wird, um die Falten im Gesicht, am Hals und an den Armen im Alter zu verhindern. Weiters hält man in Adelskreisen an Traditionen und Ritualen festhält, die nur für diese Kreise Bedeutung haben. Vom Leben der Durchschnittsbürger sind sie weit entfernt und für diese sind die Illustriertenberichte eine willkommene Ablenkung von den Unzulänglichkeiten des eigenen Leben. Die Berichte über die aufwendigen Hochzeitsvorbereitungen, von Ronaldo & Irina, können für Tage darüber hinwegtrösten, dass man die Bekleidung für die Kinder und für sich beim C&A oder beim Vögele einkauft.

In manchem betrifft es die eigene Person, dass man „in Schönheit sterben will“. Man übergeht gesundheitliche Beschwerden und stellt sich gegenüber dem eigenen Körper taub, obwohl der Körper Warnsignale sendet, ändert man seine Lebensweise nicht. Man lebt in der Vorstellung, dass es kein Problem sei tonnenweise Papier zuzustellen, wie es viele Jahre üblich war. Plötzlich verursacht das Tragen der täglich benötigten Lebensmittel Probleme. Toleranter ist man zum Aussehen der Figur, dem Gesicht und den Haaren. Am Morgen sind beim Blick in den Spiegel die Falten der Nacht noch zu sehen, manche Falten lassen sich mit Schminke zudecken. Mit Geschick verteilt man die Haare so, dass die Kopfhaut bedeckt ist. Durch einen radikalen Schnitt könnte man sich eine Glatze zulegen, so wäre man alters- und geschlechtslos.

Den Alterungsprozess stellt man zuerst bei den Anderen fest, selbst bleibt man zeitlos schön. Es fällt schwer, die Vergänglichkeit des Körpers als Teil des Lebens zu sehen. Bei Fotos, die zwanzig Jahre zurückliegen, schwindelt man und denkt sich, ich habe mich nicht verändert. Ein Trost, den man sich selbst spendet.

Trostpflaster.

AUS:gemustert

Dienstag, 11. Oktober 2011

Seine stabile Gesundheit und seine paradoxe Denkweise machen aus ihm ein Gailtaler Urgestein. Er ist in die Jahre gekommen und muss Abstriche bei seiner Leistungsfähigkeit machen. Zu einer Vorsorgeuntersuchung hat er sich nie angemeldet, dafür hatte er kein Verständnis, er stammt aus der steilsten Region des Lesachtales, wo man die Zähne zusammenbeißt, bis man nicht mehr kann.

Bei meinem letzten Besuch war sein Gesicht blass und die Wangen eingefallen. Die Hände zitterten beim Kaffee-Einschenken und die Kraft von früher hat gefehlt. Vor einigen Wochen hatte er Schmerzen in der Brust und ihm ist übel geworden. Der Rettungshubschrauber hat ihn in das LKH geflogen. Dort wurden seine Arterien gedehnt, um einem Herzinfarkt zuvorzukommen. Seit drei Tagen ist er wieder zu hause und ärgert sich darüber, dass er noch nicht der „Alte“ ist, dass er nach ein paar Stunden müde wird.

Der herbstliche Garten verlangt nach verschiedenen Arbeiten, die er zur Zeit nicht bewältigen kann, er möchte sie aufschieben. Der Garten nimmt auf menschliche Befindlichkeit keine Rücksicht. Im Gebirgstal können die Herbstnächte frostig sein und die Kübelpflanzen zerstören. Die Pflanzen müssen in das Haus gebracht werden, die Frau telefoniert nach dem Bruder in Tirol.

Urgestein.

GRUSS:worte

Montag, 03. Oktober 2011

Vielleicht erleben es andere ebenso, dass sie am „Tag danach“, zu Wochenbeginn, eine Leere verspüren, weil am Wochenende etwas außergewöhnliches passiert ist und dann kommt wieder der gewöhnliche Alltag. Ein bemerkenswertes Ereignis kann die Geburt eines Kindes, die bestandene Meister-, oder Führerscheinprüfung sein, eine Hochzeit oder die Feier zu einem runden Geburtstag.

Bei einer runden Geburtstagsfeier warten manche Gäste schon auf den Moment, um dem Jubilar ihre Glückwünsche und Grußworte zu überbringen. Dazu werden schriftliche Aufzeichnungen, die sich mit dem Leben des Geburtstagskindes auseinandersetzen, mal in ernster oder heiterer Form vorgetragen. Oft wird beim Vorlesen von den Anwesenden laut gelacht. Feierlicher wird es, wenn ein Vertreter einer öffentlichen Körperschaft zu einer Lobeshymne ansetzt. In der Rede wird spürbar, dass nicht nur der Jubilar gelobt wird, sondern auch die Institution, für die er gewirkt hat. Dabei kann es vorkommen, dass man sich überschätzt fühlt, oder hat sich aus Bescheidenheit tiefer eingestuft. So kann man sein Wirken, die Nachhaltigkeit für einen Verein und für den Ort, neu einschätzen. Es gibt Menschen, die lassen sich auf die Lobesworte ein, andere lehnen sie ab. Oft wird man für das Neue und das Ungewohnte, welches man vor Jahren gegen viel Widerstand durchgesetzt hat, gelobt.

Einzigartig.

WASSER:geist

Montag, 05. September 2011

In Kärnten gibt es eine Vielzahl von großen und kleinen Seen, so zahlreich sind auch  die  Sagen  von Nixen und Wassergeistern.  Je größer der See, wie der Wörther-, der Ossiacher- oder der Milltstättersee, umso mehr Erzählungen gibt es.

Kaum vermutet man eine Begegnung mit einem Wassergeist im Gebirge. Unter der Kirche von Gaschurn befindet sich eine Oase nach dem Motto: „Wasser und Geist“ . Neben den Sitzbänken gibt es zwei Brunnen , darauf Zitate aus der Bibel : „ Wer aus diesem Brunnen trinkt, wird niemals Durst haben.  Der Geist der über dem Wasser schwebte und dem Kosmos seine Ordnung gab.“  Hier kann  man zu sich selbst finden.  An der Stützmauer reifen die Weintrauben heran.

Räumlich ist es schwierig den Geist schweifen zu lassen,  da der gegenüberliegende Hang nur eine Armlänge entfernt ist. Es ist nicht möglich über die Berge zu blicken. Ein Ausweg ist, den Blick talauswärts zu richten. Dort wartet die Freiheit  und die Jungen gehen  zur Arbeit und zur Unterhaltung talauswärts. Die Hoffnungen, aber auch die Gefahren lauern dort. Solange wie möglich stellt man den Weg aus dem Tal als schwierig dar, eine Versuchung der man widerstehen soll. Wiedersagt ihr dem Teufel, ja wir wiedersagen. Draußen liegt das Verderben und mancher ist den Versuchungen, wie Drogen, Alkohol und Spielsucht erlegen. Dort leben die Einflüsterer die sagen, dass man beim Glücksspiel sehr reich werden kann.

Saureich.

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