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KEIN:rasen

Freitag, 22. August 2008

In der Sommerzeit fahren viele schneller als sonst. Sind es die sommerlichen Temperaturen, das helle Sonnenlicht, die drückende Hitze oder die vielen Termine? Vieles lässt uns im Sommer schneller und stärker auf das Gaspedal steigen. Dazu kommt, dass manche Autofenster geöffnet sind und die Musik alle Häuser entlang der Ortsdurchfahrt in Möselstein beschallt. Es kann oft nicht schnell genug gehen und so wird der Vordermann auch bei einer Sperrlinie oder in einer Ortsdurchfahrt überholt. Viele nützen die Sommermonate dazu, wenn es die Distanz erlaubt, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, um den Rasern auf der Strasse zu entkommen. Dabei kann man abseits der Bundesstrasse auf dem Gailradweg erleben, wie ein Hase über eine Waldlichtung springt oder ein Reh inmitten eines Feldes seinen Kopf hebt. Die Vögel haben am Morgen die schönste Stimme und die Stimmen werden immer kräftiger, je heller der Tag wird. Auf der Wiese blühen die Blumen in den Farben weiß, gelb, violett, hellblau. Dagegen sind die Rasen rund um die Wohnanlagen eintönig grün. Dort versucht man mit tropischen Blumen und Pflanzen Farbe auf den Rasen zu bringen.

 

Die Blumenwiese.

ZU:fall

Freitag, 04. Juli 2008

Während eines Kuraufenthaltes in der Buckligen Welt kommt es zu  einigen Verknüpfungen nach Kärnten. Ein Benefizfest „Afrikanische Nacht” zugunsten des Jabulani Selbsthilfezentrums in Südafrika  wurde vom Vocalensemble mit einem Kärntner Lied eröffnet. Dort wird in einer Missionsstation, ohne nach dem Glauben zu fragen, etwa hundert Frauen aus den umliegenden Vorstadtsiedlungen verschiedene Arbeiten angeboten. Die Kinder der Frauen werden mit Essen versorgt und ihnen das Schulgeld bezahlt. Erlauben es die finanziellen Mittel wird für die Familien ein einfaches Haus gebaut, bestehend aus zwei Räumen. Das wichtigste dabei ist eine versperrbare Eingangstür. So sind die Bewohner vor Überfällen und im Besonderen die Frauen und Mädchen vor Vergewaltigungen geschützt. Die meisten Behausungen in den Vorstadtsiedlungen bestehen aus Spanplatten, Plastikfolien und Pappkarton. Die wenigsten haben eine Arbeit und ein regelmäßiges Einkommen. Sie wissen nicht, was sie am nächsten Tag essen werden. Viele Kurgäste haben Übergewicht und  werden zur Ernährungs- und Diätberatung geschickt. 

Die Sonnwendfeier im Kurort wurde vom Österreichischen Kameradschaftsbund am Kirchenplatz abgehalten. Neben dem Kirchenplatz ist auf einem Telegrafenmast ein Storchennest. Dieses Jahr gibt es drei Jungstörche. Die Segnung des Feuers erfolgt durch den Dorfpfarrer. Die Feier gestalten das „Dorfgsangl”, die Bläsergruppe und die Seniorenvolkstanzgruppe. Von einem Kameraden wird ein Gedicht von Ingeborg Bachmann vorgelesen. Das Storchenpaar ist auf Futtersuche. 

Bei der Sonntagsmesse predigte der Pfarrer vom Liebhaben, von der Umarmung eines Menschen, eines Tieres oder eines Baumes. Von der Aufgabe, dem Nächsten Liebe und Trost zu schenken. Dabei verweist er auf die Kärntner Schriftstellerin Christine Lavant und ihr Buch: „Aufzeichnungen aus einem Irrenhaus”. Darin beschreibt sie, dass es auch in der größten Verzweiflung, in dunklen Stunden, es noch Hoffnung geben kann. Christine Lavant hat geschrieben, was sie erlebt hat. Zum Schluss der Messe bedauert der Pfarrer, dass die Ministranten „verschollen” sind. Vielleicht kommen sie wieder, wenn er, der alte Pfarrer geht. 

Lichtpunkte.

HAPPY . HOUR

Mittwoch, 15. August 2007

Die Aufklärung, dass man bei großer Hitze viel trinken soll, ist überall angekommen. Jeder hat seinen Tipp, wie sich der Durst bei hohen Temperaturen am besten löschen lässt. Aus gesundheitlicher Sicht empfiehlt man dabei Brunnenwasser, Mineralwasser oder Kräutertees. Von alkoholischen Getränken wird abgeraten. Trotzdem greifen die Menschen bei der Hitze, unter dem Vorwand den Durst zu löschen, vermehrt zu alkoholischen Getränken, vornehmlich zu Bier. Wer Bier trinkt ist in bester Gesellschaft und die Hitze gibt einem recht. In unserer Gesellschaft gehört bei den Erwachsenen das Trinken zum guten Ton. Mit Bedauern beobachtet man, dass immer mehr Jugendliche, Mädchen und Burschen, zum übermäßigem Alkoholkonsum neigen. Das Wort Komatrinken oder salopp ausgedrückt, Komasaufen, ist in aller Munde. Gemeint ist damit, dass sich Gruppen von Jugendlichen alkoholische Getränke, Wein, Bier, Schnäpse und Mixgetränke im Supermarkt kaufen, sich damit zu einer Fete an ein Flussufer, Autobushaltestelle oder Bahnsteigunterführung zurückziehen und sich vollaufen lassen. Über die Ursachen und die Verhinderung dieser Alkoholpartys wird viel diskutiert. Für viele Jugendliche sind die Zukunftsaussichten schlecht, dass sie diese nur mit der rosa Brille ertragen können.
 
Bei vielen Kirchtagen in Kärnten ist es üblich, dass es zur Einstimmung auf das Fest am Vorabend eine Happy Hour Zeit gibt. Hier kann man drei alkoholische Getränke bestellen, braucht aber nur für zwei zu zahlen oder es gibt  sie zum halben Preis.
 
Wem die Stunde schlägt.

KLIMA . WANDEL

Montag, 23. Juli 2007

Viel wird über die Klimaveränderung geschrieben und gesprochen. Die einen verleugnen sie, die anderen fürchten sie, man fragt sich, wie wird sich das Klima in Europa verändern. Für Österreich gibt es neue Untersuchungen, welche schon für den Zeitraum von 2040 bis 2050 einen Anstieg der durchschnittlichen Jahrestemperatur von bis zu drei Grad vorhersagen. Das bedeutet aber, dass es im Herbst und im Sommer einen deutlichen Temperaturanstieg geben wird. Im Herbst sollen die Temperaturen stark zulegen. Schon jetzt spricht man vom Altweibersommer. Die Sommertage sollen sich verdoppeln, dies würde bedeuten sechs Monate Sommer. Die extremen Hitzetage mit Temperaturen um fünfunddreißig Grad sich vervierfachen.
 
Wer die letzten Hundstage erlebt hat, Tage mit Temperaturen um fünfunddreißig Grad weiß, was dies für den Alltag bedeutet. Es ist schwer an diesen Tagen bei der Arbeit einen kühlen Kopf zu bewahren. Wenn vorhanden wird die Klimaanlage eingeschaltet und damit der Klimawandel zusätzlich beschleunigt. An solchen Sommertagen wird man in den klimatisierten Einkaufszentren vermehrt Senioren antreffen, die dort versuchen gesundheitlich zu überleben. Die Hitze ist eine große Belastung für das Herz- und Kreislaufsystem und die Venen. Zuhause können sich die wenigsten eine Klimaanlage leisten. Bei diesen Hundstagen werden viele Menschen die Kirchenräume zur Abkühlung aufsuchen und so einen unerwarteten Besucherstrom in die Kirchen auslösen. Dort wird man dann mit einer Predigt überrascht.
 
Prima Klima. 

Freitag, 01. August 2003

 04.08.2003   BILDER . GLAUBE

Es fällt uns schwer an Dinge zu glauben die wir nicht angreifen und nicht sehen können. Dies  betrifft auch den Glauben an Gott. Es gibt aber auch immer mehr Zweifel an der Echtheit der Bilder die uns im Fernsehen gezeigt werden. Ein Beispiel dafür war die Veröffentlichung der Bilder von den getöteten Söhnen Uday und Kusay von Saddam Hussein. Viele Iraker vertraten die Meinung, die Bilder im Fernsehen seien gestellt gewesen, keine echten Aufnahmen von den toten Söhne. Das stärkste Beweis-mittel in der Medienlandschaft, das Foto, verliert in einer Zeit der Bilderflut seine Wirksamkeit. Das Sprichwort: “Ein Bild sagt mehr als tausend Worte” verliert seine Bedeutung. Auch im privaten Bereich kann durch die Digitalfotografie und die Möglichkeit der anschließende Fotobearbeitung am Computer die Wirklichkeit verändert werden. Unschöne oder störende Elemente werden aus den Aufnahmen wegretuschiert.

Wir beginnen die Wirklichkeit zu verfälschen und andere zu täuschen.

06.08.2003   BILDER . SCHWINDEL

In einer TV Dokumentation wurde die Echtheit der Mondlandung in Frage gestellt. Ich selbst habe die Fernsehübertragung von der Mondlandung der Amerikaner im Dorfgasthaus in Politzen erlebt. Hier gab es einen öffentlichen Fernseher. Viele Bewohner hatten sich in der Gaststube versammelt um bei der Mond-Landung dabei zu sein. Unter den Zuschauern gab es zwei Meinungen. Die einen waren von der technischen Leistung beeindruckt  und erhofften sich von der Mondlandung einen Fortschritt für die Menschen. Die anderen bezweifelten die Echtheit der Mondlandung und waren der Meinung, dies sind Filmaufnahmen aus einer Wüste in Amerika. 

Der Streit um die Echtheit der Mondlandung. 

O8.08.2003   HITZE . FLUCHT

In diesem Sommer, der uns täglich neue Temperatur-Rekorde beschert, frage ich mich wie unser Klima in Zukunft aussehen wird? Nach dem  Klima richten sich auch unsere zukünftigen Lebensbedingungen. Der Klimaforscher Prof. Mojib Latif sagt  für die Alpenländer in den nächsten Jahrzehnten steigende Temperaturen voraus. Die Mittelmeerländer werden bei noch höheren Temperaturen im Sommer unbewohnbar werden, der Sommertourismus wird unmöglich. Wird dann die Bevölkerung aus dem Mittelmeerraum nach Norden wandern und sich im Alpenraum niederlassen? Die  Völker aus dem Norden haben in der Vergangenheit immer wieder versucht in den Mittelmeerraum vorzu-dringen, erst als Touristen ist dies ihnen gelungen.

Die Zukunft unbekannt.     

Kommentare:

B. am 8. August 2003 um 19:54
Die Winter und Sommer werden wohl extremer. Hätte vor zwölf Monaten wohl auch niemand im Osten gedacht, dieses Jahr schier zu vertrocknen.

09.08.2003   MOZART . CHINESE

Wenn die Medien unter der Sommerhitze leiden, das Sommerloch bei den Nachrichten eintritt, dann starten sie Umfragen oder veröffentlichen Berichte wie diese: Wer ist der Beste, der Wichtigste oder der Größte. Das ZDF füllt sein Sommerloch mit der Fernsehshow “Wer ist der größte Deutsche”. In der Auswahlliste der größten Deutschen steht auch der Name von W. A. Mozart. Zu dieser Nennung gibt es heftige Reaktionen aus Öster-reich. Ist Mozart ein Deutscher oder ein Österreicher? Tatsache ist für mich, dass Mozart  eine wunderbare Musik geschrieben hat, die allen Menschen zugänglich ist. Seine Musik erfreut die Menschen, tröstet sie und heilt sie. Mehr kann ein Mensch für andere Menschen nicht tun.

Es ist  egal, ob Mozart diese Musik als Deutscher, Österreicher oder als Chinese komponiert hat.

Kommentare:
[unbekannt] am 9. August 2003 um 17:28
Na, so ganz egal scheint das aber nicht zu sein. Schließlich zieht sich jeder gerne ein Krönchen auf. Wie soll man sich aber eines aufziehen, wenn besagter Krönchengrund nicht Deutscher ist.

 


11.08.2003   WÄRME . LOS

In diesem Sommer klagen auch gesunde Menschen über die Temperaturen von über dreißig Grad. Noch mehr unter der Hitze leiden alte und kranke Menschen in den Pflegeheimen und in den Krankenhäusern. Die weißen Nachthemden und die weiße Bettwäsche lassen die Gesichter der alten Menschen noch blasser und kränker erscheinen als sie sind. Um die Krankenbetten stehen die braungebrannten Besucher und blicken in die einge-fallenen Augenhöhlen der Patienten. Die Hitze trocknet die alten Menschen aus, der Flüssigkeitsmangel bremst ihre Gedanken und Worte, bis zur Sprachlosigkeit. Das Ende des Universum wird eintreten, wenn die ganze Energie in Wärme umgewandelt sein wird.

Die Energie verströmt

16.08.2003   AUTO . SPASS

In den sechziger Jahren war es ein Spaß am Wochenende mit dem Auto ziellos in der Gegend herumzufahren. Diese Spaßleidenschaft hat auch die heutige Jugend. Das starke Verkehrsaufkommen und der Probeführerschein lassen dafür aber nicht  viel Platz. Es gibt Staus beim Berufsverkehr und  beim Urlauberverkehr. In Österreich will man etwas für die Spaßgesellschaft tun und die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen auf 160 km/h erhöhen, damit einige Raser und PS Protzen ihren Spaß haben. Mit vier km/h hat sich der Mensch zu Fuß über Millionen Jahre fortbewegt.

Das menschliche Maß aus den Augen verloren. 

17.08.2003   BLASTER . WORM          

Als Neugetaufter der Computerwelt habe ich vor dem Altar, dem Computerbildschirm, Platz genommen und wartete darauf in die weite Welt des Glaubens, das Inter-net, einzutreten. Da erscheint auf dem Bildschirm eine übernatürliche Botschaft, ein Textfeld mit dem Hinweis: “Sie haben noch sechzig Sekunden Zeit um Texte zu speichern und Programme zu schließen, dann wird ihr Computer heruntergefahren und abgeschaltet.” Einen Neugetauften trifft diese Botschaft unerwartet und unvorbereitet. Es wird kein Jahrhundert mehr vergehen und es könnte passieren das, wenn man morgens den Computer einschaltet  ein Inserat erscheint mit dem Text: “Sie haben noch sechzig Minuten Zeit um sich von ihrer Familie zu verabschieden und ihre Hinterlassenschaft zu regeln, dann wird ihr Leben heruntergefahren und abgeschaltet.”

Vieles, was in der Vergangenheit für die Zukunft gedacht worden ist, ist von der Wirklichkeit überholt worden.

Kommentare:
H. am 18. August 2003 um 22:34
Wie wär’s mit: Sie haben noch sechzig Sekunden, dann wird die Welt runtergefahren ?!

20.08.2003   MACHT . USA . EU

Nach den Terroranschlägen im Irak und in Israel stellt sich die Frage wie mächtig ist die USA. Ist G. Bush der mächtigste Mann der Welt und was ist Macht? Macht entsteht, wenn es ein gegenüber gibt, dass sich vor mir fürchtet. Der Selbstmordattentäter der den eigenen Tod nicht fürchtet ist mächtiger als der mächtigste Mann der Welt. Wir im Westen besitzen nicht soviel Macht, wie wir auf Grund unserer militärischen Ausrüstung und unseres wirtschaftlichen Potential glauben, weil nirgends ist die Angst vor dem Sterben und dem Tod so groß wie im Westen. Nelson Mandela hat als Einzelperson mehr Macht besessen als die ganze Apartheid Regierung Südafrikas. Seine Furchtlosigkeit hat ihn zum ersten schwarzen Präsidenten von Südafrika gemacht. Nicht die Mächtigen haben die Macht, sondern die Furchtlosen.

Sich vor den Mächtigen nicht fürchten. 

23.08.2003   MACHT . WORT

Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Niemand weis  wie lange Gott das Wort in sich getragen hat und was ihn dazu bewogen hat das Wort an die Mensch weiterzugeben. Wahrscheinlich war es die Liebe zu den Menschen. Mit dem Wort kam die Verständigung und die Macht zu den Menschen. Die größte Macht ist das Wort. Ein scharfes Wort kann einen Menschen verletzen, ein liebes Wort kann einen Menschen verzaubern, ein tröstendes Wort kann einen Menschen Hoffnung geben. Ein ausgesprochenes Wort kann nicht mehr zurückgenommen werden. Es pflanzt sich immer weiter fort. Das Universum ist erfüllt von Wörtern.

Die vielen Wörter haben Gott taub gemacht.

23.08.2003   REISE . ZEIT  

Man fährt heute mit dem Auto auf den Autobahnen weiter fort als je zuvor, in der Annahme, je mehr Kilometer, umso mehr wird man sehen. Wer auf einer Autobahn in Deutschland, Österreich oder Italien fährt, meistens ist es ein dahinrasen, sieht fast immer dasselbe. Es sind dies Lärmschutzwälle oder Lärmschutzwände. Zur Abwechslung tauchen in der Ferne Dörfer auf, manches mal nur die Dächer, überragt von einem Kirchturm. Der Name der Dörfer bleibt meist unbekannt. Wer mit dem Auto einen Sonntagsausflug macht, dabei etwas schönes oder interessantes entdeckt und sich dabei überlegt ob er stehen bleiben soll und wo die nächste Parkgelegenheit ist, der ist bei der Sehenswürdigkeit schon vorbei. So fährt man von einer Sehenswürdigkeit oder einem schönen Aussichtspunkt zum Anderen. Die versäumten Gelegenheiten sind das einzige Erlebnis. Landschaften und Dörfer erlebt man besser mit dem Fahrrad. Die Geschwindigkeit beim Fahrradfahren lässt ein Sehen während des Fahrens und ein schnelles Anhalten zu. Die schönsten Erlebnisse hat man beim zu Fußgehen, da sieht man die Landschaft und die Dörfer bei Schrittgeschwindigkeit .

Die Landschaft in den Beinen.

28.08.2003   KUNST . SCHRIFT

In den vergangenen Jahrhunderten gab es eine ausge-prägte Schreibkultur. Das Schreiben mit der Hand war eine Kunst. Alte Handschriften sind Kunstwerke. Diese Kunst wurde in den Schreibstuben der Klöster gepflegt. Handgeschriebene Bibeln und Messbücher sind Prachtstücke. Schriftsteller berichteten von ihren Reisen oder schrieben Briefe von Niveau. Wenn man in alten Kassenbüchern und Wareneingangsbücher von Firmen blättert, kann man die schöne Handschrift und die Form der Buchhalter bewundern. Schön und stilvoll zu schreiben war eine Lebensstil. Dies konnten Mönche, Schriftsteller und Buchhalter sein. Beim heutigem Schriftverkehr der viel über Emails, Fax und Sms vorgenommen wird verkümmern die Sprache und die Sätze. Es werden Abkürzungen und Symbole eingefügt die von geringer Qualität sind. Einen Sinnhaften Email Text zu schreiben wird bald zum Ausbildungsplan gehören wie das Aufsatzschreiben.

Viele Eintragungen im Weblog erfolgen in einer amputierten Sprache.

Kommentare:

G. am 28. August 2003 um 23:11
Ja, ja, da gebe ich Ihnen vollkommen und herzlichst Recht! Leider ist nicht jeder berufen dazu, ein James Joyce oder Heinrich Heine zu sein. So entstehen Sätze, die trotz ihrer Kürze an Wörtern nicht die Bedeutung beinhalten, die sie an Aufmerksamkeit erregen. Ob nun jedoch eine Sprache “amputiert” sein kann, dessen bin ich mir beim genauen Wortsinn nicht sicher. Ein Arm oder eine Hand können amputiert sein, eine Sprache jedoch ist ein menschliches Produkt der/zur Kommunikation. Entweder ist dieses Produkt vorhanden oder es ist nicht vorhanden. Organischer Teil des Menschen ist die Sprache jedoch nicht. Der Stil der Sprache bzw. der Schrift jedoch kann u.U. die Empfindung erwecken, “amputiert” zu sein.

31.08.2003   TRAUM . BILD

Auf beiden Seiten ist die Front ein langes Fließband. Pünktlich um sieben Uhr wird das Fließband eingeschaltet und die Soldaten bewegen sich auf den Sesseln, welche am Fließband befestigt sind, vom Hinterland in Richtung Front. Um neun Uhr ist eine kurze Vormittagspause, man verteilt gratis eine Schale Milch, dann wird wieder geschossen. Im Hinterland werden die Toten von ihren Sesseln genommen und durch neue Soldaten ersetzt. Abends um fünf Uhr ist Schluss und alle sechs Jahre Kollektionswechsel. Dann kommt die nächste Generation auf das Fließband.

Kommentare:
Z. am 31. August 2003 um 10:24
Straff organisierte Sache, musste nichts denken nur hinsetzen, einfacher geht’s nun wirklich nicht mehr.

Dienstag, 01. Juli 2003

06.07.2003   ERD . RUTSCH

Lange Regenperioden führten im Drautal in den sechziger Jahren zu Überschwemmungen und im schlim-msten Fall zu einem Hochwasser. Auf der Sonnseite des Drautal lösten starke Regenfälle Erdrutsche aus. Mitte der siebziger Jahre gab es eine verregnete Osterwoche. Von den Hängen  kamen Bäche herab, versickerten auf ebenen Ackerböden, brachten Straßenböschungen ins Rutschen und verlegten die Straße. Oberhalb von einem Haus löste sich eine Erdmure, durchbrach die Hausmauern und rauschte durch das Schlafzimmer auf die Strasse. Es klaffte im Haus ein riesiges Loch und dieses war jahrelang zu sehen. Ein anderer Erdrutsch riss eine Wohnbaracke mit auf die Strasse. Wo vor einer Minute ein Haus stand war plötzlich nichts. Am Politznerberg  öffnete sich, wo der Steilhang in eine Hochebene übergeht, eine große Erdspalte. Viel Wasser floss in die größer werdende Spalte, sammelte sich darin und es drohte der ganze Hang abzurutschen. Mehrmals am Tag stiegen die Bewohner den Berg hoch um die Erdspalte zu beobachten. Viele Häuser standen in der Gefahrenzone. Es war als wollte sich die Sonnseite mit dem Talboden vereinigen.

Die Regenfälle hörten auf.

13.07.2003   HITZE . WELLE

Die Hitzeperiode in diesem Sommer ist ein Unwetter, obwohl sie keine Schäden anrichtet wie ein Hagelschauer oder ein Gewitter mit Überschwemmungen, es ist einfach heiß. Viele Menschen in Österreich empfinden Temper-aturen über dreißig Grad als unangenehm. Vor allem für ältere Menschen sind sie unerträglich. Trotzdem wünschen sich fast alle Menschen ein schönes Wetter. Einen blauen Himmel mit Sonnenschein und eine Klimaanlage, wo man die Temperatur auf an-genehme zweiundzwanzig bis fünfundzwanzig Grad einstellen kann. Die Spaßgesellschaft applaudiert den heißen Temperaturen. Man kann baden gehen, am Strand sich sonnen und sich bei heißer Musik noch mehr aufheizen. In den schwülen Nächten gibt es Partys, Grillfeste und Musikveranstaltungen. Man hat den Ein-Druck alle sind im Urlaub und selbst die Arbeit ist ein Event. Viele verbringen die heißen Tage bei der Arbeit auf dem Felde, am Bau, in einer Werkstatt oder im Büro. Über diese Menschen wird nicht berichtet.

Wir haben Spaß bis zur Trockenheit.

Kommentare:
P.C. am 16. Juli 2003 um 09:52
Auch wenn man bei dem geilen Wetter im Büro sitzt ist es trotzdem besser als tagelang Regen, da macht das Arbeiten noch weniger Spaß.
D. D. am 17. Juli 2003 um 13:45
Also bei 30°C ist es schon zu warm, aber bei uns gibt es 36°C und bei der Hitze müssen wir in die Schule! Im Moment regnet es hier und es ist 100 mal besser als die ewige Hitze mit Sonnenschein! Ich vertrag so viel Sonne nicht!

16.07.2003   TROCKEN . HEIT

Die langanhaltende Hitze und  das Ausbleiben von Regenfällen führt in südlichen Ländern zu Wassermangel und Dürreschäden. In den Alpenländern ist die Situation besser. Hier bilden die großen Waldgebiete und die Alpengletscher eine natürliche Wasserreserve. Die Substanz der Gletscher wird durch die Erwärmung der letzten Jahre angegriffen. Das die Gletscher stark geschrumpft sind, sieht man bei der Pasterze am Groß-glockners deutlich. Konnte man vor fünfzig Jahren mit dem Schrägaufzug direkt auf die Pasterze gelangen, so muss man jetzt einen langen Fußmarsch auf sich nehmen um die Pasterze zu erreichen. Das Abschmelzen der Gletscher erfolgt immer schneller. Jeder von uns ist an diesem Klimawandel mitbeteiligt.

Die Trockenheit der Natur greift auf die Menschen über. Man geht den geistigen Anstrengungen aus dem Weg. Man wendet sich den Dingen zu, die leicht verdaulich und unterhaltsam sind. Zerstreuungen die den Kopf nicht belasten. Viele Menschen trinken  zu wenig, dies lässt die Gedanken eintrocknen.

Trockenheit wirkt.

17.07.2003   HITZE . FIEBER

Seit dem Klimawandel spüren wir im Sommer auch in den Alpen mehr von der Hitze als in den vergangenen Jahrzehnten. Dies ist eine Hitze die wir auf der Haut spüren. Es gibt aber auch eine innere Hitze, ein Feuer, das in unserem Kopf brennt. Ein Hitzefieber, ausge-löst von schlechten Erlebnissen, von Schicksalsschlägen oder Schockerlebnissen. Dieses Hitzefieber kann sich im ganzem Körper ausbreiten. Zu deren Eindämmung braucht es viel Energie. Dies ist ein Feuer, das den Schweiß ausbrechen lässt, den Pulsschlag beschleunigt und den Atem wegnimmt. Diesem Hitzefieber begegnet man als Sonnenanbeter mit einem Sonnenbad.

Die unreinen Gedanken verbrennt die Sonne.

19.07.2003   HITZE . PUNKT

Als Bewohner der Alpenländer haben wir kaum Erfahrung mit der Hitze. Die Hitzeperioden der letzten Sommer sind für uns eine neue Erfahrung. Heiße Temperaturen waren eine Sache des Süden, etwa in Afrika. In den sechziger Jahren lernte man die Hitze im Urlaub an den Badestränden der oberen Adria kennen, später bei den Urlaubsreisen nach Nordafrika oder in den Vorderen Orient. Dies war jeweils für eine kurze Zeit und freiwillig. Jetzt ist diese Hitze mitten in den Alpen. Wir versuchen uns der Hitze zu entledigen, indem wir uns der Kleider entledigen. Damit entledigen wir uns auch unseres Hautschutzes. Die Gefahr der Sonnenstrahlung wird heruntergespielt, wie auch andere Gefahren der Natur. Wir setzen den Wert der Technik über den Wert der Natur. Eine Aufgabe der Technik sehen wir darin, die Belastungen der Natur zu korrigieren. Wir legen den Körper frei und glauben frei zu sein. Freiheit bedeutet nicht bei allen Trends mitzumachen.

Freiheit  ist  bei Hitze Salzgurken zu essen, keine süßsauren.

Kommentare:
Z. am 19. Juli 2003 um 12:30
Also bei mir zuhause ist es gar nicht so heiß, bin halt nicht von Beton umringt wie in den Städten. Und überhaupt, so können wir uns die Fahrt in den Süden sparen, was schlussendlich auch wieder der Natur zugute kommt.

21.07.2003   BITTERE . PILLEN

Einem Bericht in einer Tageszeitung über den durch-schnittlichen Pillenkonsum pro Jahr ist zu entnehmen, dass Menschen zwischen zwanzig und dreißig Jahren sieben Packungen Medikamente schlucken, Menschen zwischen vierzig und fünfzig Jahren vierzehn Packungen. Menschen zwischen fünfzig und sechzig Jahren siebenundzwanzig Packungen und Menschen zwischen sechzig und siebzig Jahren schlucken siebenundvierzig Packungen Medikamente pro Jahr. Wenn ich diese Zahlen lese und mir diese Menge vorstelle, dann sind dies für mich bittere Pillen für diejenigen, welche sie nehmen müssen und  bittere Pillen für die Krankenkasse welche sie bezahlen müssen. Wir betreiben  vielfach keine eigene Gesundheitsvorsorge, sondern wollen unsere Gesundheit kaufen. So verkaufen wir  unsere Eigenständigkeit an die Ärzte und die Arzneimittelindustrie. Ein gesundes Leben führen steht nicht auf der Hitliste von Umfragen, wohl aber der Wunsch nach Gesundheit.

Der beste Weg zur Gesundheit ist der Fußmarsch .

Kommentare:
J. am 21. Juli 2003 um 07:50
Mit den Unmengen Medikamenten hast du völlig recht und auch damit, gesünder zu leben. Bloß das ist auch schon der Knackpunkt. Ich habe eine kleine Familie und obwohl mein Freund viel arbeitet haben wir nur wenig Geld und gesund leben ist einfach teuer, das ist wirklich so! Ich weiß was gut wäre für meinen kleinen Sohn, kann es mir aber nicht leisten! Da muss man sich dann echt anstrengen um einen akzeptablen Kompromiss zu finden.

J. am 25. Juli 2003 um 22:54
Sag das mal jemanden, der zum Beispiel sein Leben lang aufgrund ererbter Krankheiten oder Krankheiten, die man schwer verhindern kann, Pillen schlucken muss. Die schlucken nämlich in der Regel mehr Medikamente und das treibt die Statistik ein wenig in die Höhe. möglicherweise enthält ja die Statistik auch die Medikamente, welche die Kassen nicht zahlen? Auf jeden Fall wird ein an Krebs oder an einer ähnlichen Krankheit leidender Mensch diese nicht durch einen Fußmarsch verhindern können. Statistiken sind interessant, aber beinhalten selten Weisheit.

25.07.2003   FREI . HEIT

Die größte Freiheit erwarten wir uns in der Freizeit. Wir sehnen uns alle nach Freiheit und legen uns meistens neue Fesseln an. Wo bleibt die Freiheit, wenn wir unsere Freizeit nach einem Freizeitplan organisieren, die sportliche Betätigung sich den neuesten Trendsportarten zuwendet und der Gedanke an das gesundheitsbewusste Leben das Wochenende bestimmt? Dies ist keine Freiheit wenn der Beruf, die öffentliche Stellung es erfordert bei verschiedenen Veranstaltungen dabei zu sein und es Pflicht ist, an bestimmten Festen mitzuarbeiten.

Die Freiheit wird zur Zwangfreiheit.

26.07.2003   GEDANKEN . FREIHEIT

Eine schöne Redewendung sagt, “Die Gedanken sind frei”. Meistens befinden wir uns in dem Zustand, dass wir denken und träumen können von was und von wem wir wollen. Die Freiheit in den Gedanken gibt es wirklich. Es gibt aber auch Situationen und Ereignisse die zu einer Blockade der Gedanken führen. Dies sind oft unliebsame Vorfälle die man nicht vergessen kann. Die guten Erlebnisse bleiben nicht so lange im Gedächtnis. Zu den schlechten Vorfällen kehren die Gedanken immer wieder zurück und verhindern neue Eindrücke und Erfahrungen. Auch die Angst schränkt die Gedankenfreiheit ein. Die Angst vor der Zukunft, vor einer Aufgabe, vor einem Ereignis, von dem man nicht  weiß, ob und wie es stattfinden wird. Diese Ungewissheit kann die Freiheit der Gedanken beeinträchtigen. Wie erlangt man Gedankenfreiheit?

Loslassen und nicht anhaften.

28.07.2003   REISE . FREIHEIT

Die Wartezeit für die  Autofahrer  vor dem Tauern-Tunnel in Richtung Süden beträgt an den Ferienwochen-Enden im Sommer bis zu fünf Stunden. Ähnliche Verhältnisse gibt es auch auf  anderen Auto-Bahnen in Mitteleuropa während der Hauptreisezeit. Die Freizeit beginnt mit einer Zwangsanhaltung. Der Verkehrsstau vom Weg zur Arbeit setzt sich im Urlaub fort. Unsere vielgelobte Mobilität wird zur Unmobilität. Niemand will diesen Umstand zur Kenntnis nehmen, die meisten sehen darin eine Ausnahmesituation. Jeder fährt noch schnell drauflos und sei es um eine Zeitung an der nächsten Straßenecke zu kaufen. Statt Gaszugeben wird in Zukunft das Gaswegnehmen gefragt sein, nicht nur beim Autofahren. In keiner Fahrschule wird das Gaswegnehmen unterrichtet. Auch in anderen Lebens-Bereichen wie Energieverbrauch, Landschaftsverbrauch oder Rohstoffverbrauch könnte das Gaswegnehmen zu einer neuen Haltung werden.

Hände weg vom Gas.

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