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SCHÖN:heit

Donnerstag, 08. Oktober 2009

Die natürlichen Abläufe des Lebens können Probleme verursachen. Eines der natürlichen Dinge des Lebens ist das Altern. Es ist schwierig, die richtige Einstellung zu seinem Alter zu finden. Manches mal sehnt man sich nach dem Älterwerden, weil man hofft, verschiedenen Torheiten aus dem Weg zu gehen, zum Anderem will man sich mit dem Altern Zeit lassen. Noch schwieriger ist es, wie man Menschen ab einem gewissen Alter begegnen soll. Es gibt verschiedene Alterstypen: Die einen sind stolz auf ihr Alter, geben ihr Alter offen zu. Diese gehören zu jenen, die gut aussehen und sehr aktiv sind. Hier zeigt es sich,  dass wir uns über Aktivität und Schönheit definieren, dass Aktivsein und Schönheit gefragt sind. Wer strahlt nicht, wenn er für sein Aussehen ein Kompliment erhält, es ist wie eine Vitaminpille. Ein Kompliment kann sein, dass man im Alter keine Pillen nehmen muss.  

Jede Frau hört es gerne, dass sie schön aussieht. Weniger angenommen wird der Spruch, „dass man für sein Alter noch gut aussieht“. Selbst sagt man von anderen Personen, „dass sie für ihr Alter gut aussehen und flott unterwegs sind“. Oder umgekehrt, „dass sie für ihr Alter viele Falten haben und älter aussehen, als sie wirklich sind“. Ein Leben ohne Pille. 

Viel Lärm um nichts.           

ALTERS:sorgen

Dienstag, 06. Oktober 2009

Die Wünsche älterer Menschen sind verschieden. Die einen sehnen sich nach Ruhe und Erholung, andere wollen verreisen und etwas erleben. Dabei kommt es auf den Zustand der Gesundheit, auf das körperliche Wohlbefinden und die finanziellen Möglichkeiten an. Andere engagieren sich in einem gemeinnützigen Verein und übernehmen verschiedene soziale Aufgaben. Für viele gehört der Umgang mit den Enkeln zum Schönsten. Manche erweitern ihr Wissen, besuchen Vorträge und Seminare oder beginnen ein Studium. Andere widmen sich ihrem Hobby, wie der Jagd, dem Töpfern oder dem Garten. Die Möglichkeiten sind so verschieden und vielfältig wie die Menschen. Im Trend liegen PC Kurse für Senioren, unter dem Motto: „Oma und Opa surfen durch das Internet“. Bei anderen bricht die Kreativität durch, sie brechen aus ihrer bisherigen sozialen Rolle aus und schaffen ein Alterswerk, wie der Schweizer Autor Gerhard Meier mit seiner „Amrainer Tetralogie“.  Eines ist den älteren Menschen gemeinsam, sie sprechen nicht darüber, dass die Zeit endlich ist, die ihnen für die Aktivitäten bleiben. Sehr oft sind ältere Personen, wenn es die Kräfte erlauben, rastlos.

Eine sechsundneunzigjährige Frau, die einen Teil ihrer Zeit  mit dem Fernsehen verbringt und dabei  mit vielen menschlichen  und wirtschaftlichen Katastrophen konfrontiert wird, hat mir gegenüber ihre Sorge geäußert, dass die Welt untergehen könnte, bevor sie hundert Jahre alt sein wird.

Jahrhundertmensch.   

TAUSCH:handel

Donnerstag, 17. September 2009

Auch an Orten, bei Wohnungen, wo die nächste Straße mehrere Hunderte Meter entfernt ist, kann man den Straßenlärm hören. An schönen Tagen, wenn der Wind weht und dazwischen aus einem angrenzenden Garten der helle Ruf eines spielenden Kindes. Gegen dieses Rauschen, das am frühen Vormittag und am späten Nachmittag am stärksten ist, gibt es keine Rechtshandhabe. Wir leben in einer Gesellschaft mit klaren Rechtsregeln, wir sind in einem stabilen Rechtssystem aufgewachsen. Es ist ein seltener Zustand, wenn es im Kopf völlig still wird, wir sind nicht nur dem Lärm von außen ausgesetzt. Die moderne Hirnforschung sagt, dass wir unsere Tätigkeiten unabhängig von unserem Willen ausführen. Wir bestätigen im Nachhinein die Entscheidung unsers Gehirn, dies ist der freie Wille. Wir haben die Möglichkeit etwas nicht zu tun, uns gegen unser Gehirn aufzulehnen.

Als Kind lernen wir, dass es menschliche Regeln gibt, jeder seine Freiheiten hat, aber keine endgültigen Freiheiten. Ohne Regeln würden wir ständig agieren, wir würden die Grenze des Nächsten überschreiten. Grenzenlose Freiheit würde uns in die Unfreiheit führen, das sichere Leben würde zur Unsicherheit ausarten. Jedes Lebensalter bietet andere Freiheiten, Lebensabschnittsfreiheiten. Die Freiheit der Jugend, bei Mode, Unterhaltung oder Verantwortung unterscheiden sich in vielen Punkten von den Freiheiten des Alters. Die unfreiste Zeit des Lebens ist die Zeit der Lebensmitte. Im Alter nützt man noch einmal die menschlichen Freiheiten aus, besitzt man ein gesundes Mass an Selbstbewusstsein und blickt auf sein Leben mit Selbstachtung zurück. Es ist die Zeit, sich noch einmal gegen gesellschaftliche Entwicklungen aufzulehnen, vieles nicht gut zu heißen. Sich nicht durch Jugend und Schönheit in das Abseits drängen lassen. Die einzige Grenze der Altersfreiheit ist die Grenze des eigenen Lebens, die Begrenztheit der Lebensjahre.

Altersfreiheit gegen Jugend.

IM:gespräch

Montag, 10. August 2009

Währenddem ich in einem Straßensteilstück das Fahrrad schiebe, kann ich zuhören, wie junge Menschen miteinander in das Gespräch kommen. Auf dem Gehweg ist ein junges Paar unterwegs, beide in Freizeitkleidung, er mit einem Rucksack auf dem Rücken. Sie zu ihm: „Wir sollten etwas schneller gehen, es könnte bald zu regnen anfangen“. Er dreht sein Gesicht zu ihr und schaut sie fragend an?  Sie deutet auf sein Ohr und gibt ihm zu verstehen, er soll den Kopfhörer aus dem Ohr nehmen. Er sagt: „Der Rücken tut mir weh.“ Sie schaut ihn fragend an und er deutet, auf ihr Ohr, der Kopfhörer . Beide bleiben stehen und nehmen jeweils einen Kopfhörer aus dem Ohr, der Zweite bleibt im anderem Ohr. Sie wiederholt den Satz: „Wir sollten etwas schneller gehen, es könnte bald zu regnen anfangen“.  Er antwortet: „Der Rücken tut mir weh.“  Dann geben beide den Kopfhörer wieder in das Ohr und gehen weiter.

Im Gespräch bleiben.

SELBST:wert

Montag, 15. Dezember 2008

Was ist ein Mensch wert? Man zögert diese Frage zu stellen, dieser Gedanke macht  Angst. Von welchem Wert spricht man, von einem wirtschaftlichen oder  ideellen Wert. Von dem Nutzen den ein Mensch im Rahmen einer Beziehung hat, wie lassen sich Gefühle und Unterstützung in Euro bewerten? Eltern sprechen davon, wie viel ein Kind kostet, wie viel ist mir mein Kind wert. Dazu gibt es wirtschaftliche Berechnungen, was ein Kind im Durchschnitt bis zum achtzehnten Lebensjahr kostet. Errechnet sich für den Staat der Wert eines Menschen aus dem, was er im Laufe seines Lebens an Steuern abliefert? Umgekehrt, gibt es einen Minuswert, wenn im Laufe des Lebens viele Sozialleistungen in Anspruch genommen werden und eine lange Rente bezahlt wird.

 

Gehören die freiwilligen Leistungen in einem Verein, bei einer Hilfsorganisation oder für die Nachbarschaft zum Wert eines Menschen? Wo liegt der Wert von Menschen, die es nicht schaffen im Leistungswettbewerb mitzuhalten? Womit sollen sich Senioren beschäftigen, damit sie nicht an Selbstwert verlieren. Manche entdecken ein Hobby, entwickeln einen eigenen Stil in der Malerei. Täglich ein Bild zu malen hat für sie den größten Wert. Von der Familie heißt es, dies sind Farbspielereien ohne größeren künstlerischen und finanziellen Wert. Der Wert des Malens liegt in der Beschäftigung gegen die Langeweile und Einsamkeit. Jeder soll seinen Wert selbst erkennen.

 

Wertvoll.               

VER:lassen

Dienstag, 16. September 2008

Im Volksmund heißt es wenn einem ein Unglück widerfährt, „man ist von allen guten Geistern verlassen“. Jeder hegt in seinem Innersten den Wunsch, dass er nicht alleine die Aufgaben des Lebens meistern muss, dass es eine unsichtbare Hilfe von außen gibt. An welche Art von Hilfestellung dabei gedacht wird, ist von Person zu Person verschieden. Die Einen denken an ihre verstorbenen Eltern, Verwandte oder Freunde, die Anderen an Heilige oder Schutzengel, wieder Andere wenden sich an ihren Gott. Es gibt Anliegen wo man sich an Behörden wendet, an öffentliche Sozialeinrichtungen oder karitative Vereine. Besonderer Bedarf für Hilfe besteht bei Naturereignissen, wie Vermurrungen und Überschwemmungen oder Lawinen. Die Auswirkungen des Klimawandels in den Alpen machten in diesem Sommer immer öfter den Einsatz von der Feuerwehr und Nachbarschaftshilfe notwendig.

 

Sich auf den engeren Familienkreis verlassen zu können ist ein Glück,  ohne diesen Rückhalt würde man viel Energie damit binden, andere soziale Strukturen aufzubauen. Vom Lebenspartner verlassen zu werden kann eine menschliche Krise auslösen. In der Werbung klingt es oft so, als könnte man alle Sorgen an die Versicherung abgeben. In einem Slogan  von einer Versicherung heißt es, „ihre Sorgen möchten wir haben“. Gemeint sind damit wohl nur die Sorgen die aus einem Schadensfall eintreten. Nicht alle können sich eine ausreichende Versicherung leisten. Von den Politikern erwartet man, dass man sich auf ihre Wahlversprechen verlassen kann.

 

Die Hinterlassenschaft.                     

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