Artikel mit ‘Seelenrheuma’ getagged

NAH:tod II

Dienstag, 23. März 2010

Vor seinen Schilderungen über seine Nahtoderfahrung erzählt Herr Josef  Atzmüller von den äußeren Umständen die dazu führten, dass ihn die Ärzte für tot erklärten: „Ich bekam als 16jähriger HTL-Schüler, im Jahre 1964, über das Wochenende Bauchschmerzen. Am Montag kam der Hausarzt der die Eltern beruhigte und sagte, dies vergeht schon wieder. Auf Drängen der Mutter wurde ich aber doch in das Krankenhaus St. Pölten eingeliefert. Im Krankenhaus wurde festgestellt, dass ich einen Blinddarmdurchbruch und eine Bauchfellentzündung hatte, für eine Operation sei es schon zu spät. Der Primar sagte den Eltern zu, es trotzdem zu versuchen, ohne jede Erfolgsgarantie. Drei Tage später wurden die Eltern und Verwandte verständigt, dass ich kaum noch Überlebenschancen hätte, sie sollten kommen um sich von mir zu „verabschieden“. Ich lag im Koma.“

Was sich in ihm „innerlich“ abspielte beschreibt Herr Atzmüller so: „Ich habe trotz meiner Bewusstlosigkeit meine Eltern und Bekannten im Krankenzimmer gesehen und sprechen gehört. Ich habe es bedauert, dass meine Geschwister nicht da waren. Ich konnte nicht  verstehen, dass sich meine Eltern nicht darüber freuten, dass ich jetzt sterben konnte. Ich wollte allen Menschen verzeihen, die mir Unrecht zugefügt haben und auch die anderen für meine Vergehen um Verzeihung bitten. Ich konnte mich aber nicht mehr verständigen. Von einem Priester bekam ich die „Letzte Ölung“, die Eltern fuhren am Abend nach Hause, ich wurde kurze Zeit später für „Tot erklärt“. Ich erlebte, wie mein „Inneres“ aus dem Körper „abgesaugt“ wurde und sich mein Leben noch einmal vor mir abspielte. Bei Situationen in denen ein  Fehlverhalten von mir vorlag wurde ich von einer „Stimme“  gefragt, ob ich dies bereue. Bei Vergehen die ich schon zu „Lebzeiten“ gebeichtet habe, entfiel diese Frage. Der nächste „Schritt“ war, dass ich mich auf ein „Licht“ zubewegte und plötzlich hatte ich die Gewissheit, dass ich über das ganze Wissen des Universums verfüge, dass ich teilhabe  am Universalwissen. Die Zeit, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft,  erlebte ich gleichzeitig. Ich kam schwebend immer näher zum Licht. Da sagte die „Stimme“ zu mir, kehre zurück in deinen Körper.

In diesem Augenblick setzte mein irdisches Bewusstsein wieder ein. Ich erwachte mit Schmerzen und war in einem kleinen Raum auf meinem Bett. Ich versuchte zu rufen, Kopf, Arme oder Beine zu bewegen, nichts funktionierte. Nur meine große Zehe konnte ich abbiegen. Mit dieser habe ich mich bemerkbar gemacht, als am Morgen eine Schwester in den Raum kam. Ich wurde wieder zurück in das Krankenzimmer gebracht. Nach etwa einem Monat wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen“. 

Soweit die Kurzfassung von einem Vortrag des Herrn Atzmüller, den er in einem Gailtaler Pfarrhof gehalten hat. Für mich stellt sich die Frage, wo war die Seele, der Geist, von  Herrn Atzmüller in der Zeit, als  er von den Ärzten für tot erklärt wurde und wessen Stimme hat er gehört? 

Ansichtssache.

BEICH:ten

Freitag, 12. März 2010

In der Fastenzeit werden die Christen aufgefordert zur Beichte zu gehen. Seine Sünden zu bereuen und sich von seiner Schuld losprechen zu lassen. Wird man dadurch auch von der Schuld am Nächsten befreit? Für die Sünden gibt es eine Buße in Form von Gebeten. In Bad Vigaun  kann man sich die Art der Beichte aussuchen. Im Beichtstuhl gibt es zwei Möglichkeiten, das Beichtgespräch kann man sitzend führen, die Beichte muss man kniend ablegen. Für Verfehlungen, die wir gegen die Gesetze des Staat begehen, gibt es konkrete Strafen. Zwei Beispiele, bei einfachen Geschwindigkeitsübertretungen Geldstrafen, bei Einbrüchen Haftstrafen. Bei der Beichte ist die Reue gefragt. Was bessert den Menschen auf Dauer, die Reue oder die Geldstrafe.

Die Beichte ist die Voraussetzung für den Empfang der hl. Kommunion, beides wird im Kindesalter mit der Erstkommunion eingesetzt. In einem katholischen Internat gehörte die Beichte zum wöchentlichen Ritual. Der minimale Spielraum den wir Zöglinge hatten, die Gedankenfreiheit, wurde noch einmal reguliert. Es ist normal gewesen, dass man sich ein Stammregistersündenblatt angelegt hat und dieses abwechselnd einmal bei dem einen Beichtvater und die nächste Woche bei einem anderen Beichtvater vorgetragen hat. Nach einer schlechten Schulnote haben die Zweifel an Gott  zugenommen.

Fromm.

GE:fängnis

Dienstag, 25. August 2009

In der menschlichen Gemeinschaft dient das Gefängnis  dazu, Leute wegzusperren, um für ihre Straftaten Buße zu tun. Im Gefängnis ist jeder, der sich von schlechten Gedanken nicht lösen kann, sich von verschiedenen Emotionen zu sehr beherrschen lässt. Dies können negative Emotionen wie Hass, Wut, Angst oder Eifersucht sein, oder positive Emotionen wie Freude, Glück, Hoffnung oder Liebe. In einem Gefängnis lebt man, wenn man sich nur der Arbeit oder dem Gegenteil, nur dem Spiel widmet. Zu bedenken ist, dass  Mathematiker, Philosophen, Mediziner, für ihre Forschungsarbeiten  ein freiwilliges Gefängnis auf sich nehmen. Ohne dem wären die Leistungen nicht möglich. Ähnlich ergeht es den Malern, Komponisten oder Dichtern. In Ausnahmefällen wird der freiwillige Gefängnisaufenthalt von der Umwelt akzeptiert. Es ist nicht immer die wissenschaftliche oder künstlerische Leistung die wahre Leistung, sondern das Durchhaltevermögen bei den Projekten, entgegen den äußeren Umständen. Die kreativen Anlagen befinden sich im Körper, sie brauchen nur befreit werden, Raum und Zeit zum Wachsen. Es ist wie bei den Universen, auch wenn dadurch  ein anderes Universum verdrängt oder in seinem Wachstum behindert wird. In der Regel ist nur ein Universum möglich, nur ausnahmsweise vertragen sich zwei gleichwertige Universen nebeneinander.

Körperuniversum.

VITAL:kirche

Dienstag, 23. Juni 2009

 „Von der Volkskirche zur Individualkirche” bezeichnete Dr. Peter Deibler seinen Vortrag. Bei dem Wort Individualkirche ist mir der heutige Mensch eingefallen mit seinen persönlichen Bedürfnissen. Egal, welchen Bereich man heranzieht, dort, wo man es sich leisten kann, geht es um die Individualität. Das fängt beim Essen an, Bioessen, Vitalessen oder Schlemmermenü, betrifft die Kleidung, jedem sein Designermodell. Ein neues Auto mit individueller Ausstattung, auf die Fahrgewohnheiten des Käufers abgestimmt. Die medizinische Forschung verspricht für die Zu-kunft Medikamente, die ganz spezifisch auf die Schwingungen jedes Einzelnen und seine Beschwerden wirken.  

Die Individualkirche stelle ich mir so vor, dass sie für jeden ein persön-liches, maßgeschneidertes Angebot bietet, je nach Lebensverlauf. Für die verschiedenen Lebensläufe sowie für die verschiedenen Berufe, wie Tischler, Automechanikerin oder Verkäufer. Es gibt unterschiedliche Persönlichkeiten und Hobbys, wie Läufer, Musiker, Imker oder Feuer-wehrmann, mit unterschiedlichen Sorgen und Freuden. Die Menschen haben verschiedene Gesichter, so könnte man für jeden von Gott ein ein-zigartiges Profil erstellen. Für verschiedene Volksschichten eine unter-scheidbare Kirche, für die Jugend eine rockige Kirche, für junge Eltern eine Kirche, die anpackt, für die Senioren eine vertrauenswürdige, eine bodenständige Kirche.

Dazu ein Softwareprogramm für den PC, das für den Einzelnen zu seinen Angaben eine maßgeschneiderte Auslegung der Bibel liefert. Jedem seinen persönlichen Glauben, wie seine persönliche E-Mail-Adresse.

Die Breitbandinitiative.

STÜTZ:punkt

Samstag, 06. Juni 2009

Es macht beim Sport, beim Radfahren, Spass, wenn man sich ein Ziel setzt. Man soll sich nicht überfordern, aber  ein Ziel, welches über der Bequemlichkeit liegt, über der menschlichen Trägheit. Es soll sich eine Zufriedenheit einstellen, wenn man das Ziel erreicht hat und keine Überforderung. Dieses Ziel kann zu einem Stützpunkt, zu einer Orientierung für das Leben werden. Ein solches Ziel ist für mich beim Radfahren die St.Georgs Kirche in Faak am Faakersee. Bei der Hinfahrt muss ich einige Steigungen überwinden, freue mich aber während der Mühen auf die Rückfahrt, wo ich das leicht abfallende Gelände genießen werde. Der Platz vor der Kirche wird von einer Linde geprägt, mit einer Bank um den mächtigen Stamm. Von hier gibt es eine Rundsicht auf die Karawanken, den Dobratsch und das Finkensteiner Moor. An der Außenwand der Kirche ist ein Fresko mit dem „ Hl. Christophorus “  zum Verständnis des Lebens, vom Tragen und vom Getragen werden.

 

Ein weiterer Rastpunkt ist der Brunnen in der Oberschütt. Hier besteht die Möglichkeit die Gedanken, den Unrat der Seele, andere würden sagen, das Böse, auszumisten. Es ist wie das Entrümpeln der Wohnung von dem Müll des Überflusses, der sich in den Nischen eingenistet hat. Man fühlt sich befreit, wenn überschaubare Verhältnisse herrschen. Ist es um einen lichter, wird es auch im Inneren leichter. So geschehen im Innenhof, wo ich die Bäume und die Sträucher ausgelichtet habe. Es war vieles zu üppig, zu viel grün, die Seele konnte nicht mehr frei fliegen. Jetzt sieht man wieder die Kieselsteine, die Schmetterlinge und die Weite, für einen Rundumflug der Seele.

 

Durchforsten.

 

 

Kommentar von Gerhard :
Schöner Artikel !

JENSEITS:universum

Dienstag, 18. November 2008

Zeichnet sich der Tod eines Menschen über einige Monate oder Wochen ab, dann ist man zum Zeitpunkt des Todes meistens gefasst. Kommt jemand durch ein Unglück unerwartet zu Tode, dann bedeutet dies für die Angehörigen einen seelischen Schock. Das plötzliche Herausgerissen werden aus dem Leben, aus der Familie, von einer Minute auf die andere ist schwer zu verkraften. Meistens liegen konkrete Pläne für die nächsten Wochen oder Monate vor. Hier stellt man den Hinterbliebenen oft eine psychische Stütze zur Seite, eine Krisentherapeutin oder eine geschulte Person einer Glaubensgemeinschaft. Wie kann der Trost aussehen, wenn der Ehepartner, ein Kind, ein Verwandter, durch einen Unglücksfall zu Tode kommt?  Eine Pastorin für Krisensituationen erklärte, dass es an erster Stelle darum geht die Hinterbliebenen dabei zu unterstützen, dass sie wieder Fuß fassen, dass sie Mut haben zum Weiterleben. Mit ihnen bespricht welchen Aufgaben sie sich in nächster Zeit zuwenden können, um über den Verlust hinwegzutrösten. Es geht weniger darum über das Jenseits zu reden, das je nach Glauben verschieden ist. Der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tod ist in solchen Situationen am größten

 

Teihard de Chardin schreibt, dass Gott in jedem Teil des Universums ist, es eine Evolution Gottes gegeben hat. Gott lebt nicht außerhalb unseres Universum, sondern innerhalb des Universum, so ist er dem Menschen nahe. Der Himmel, das Jenseits, in welcher Form es auch immer existieren wird, wird innerhalb unseres Universum sein.

 

Für immer daheim.

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