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	<title>Schlagloch &#187; Sonnseite</title>
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		<title>SELBST:wert</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 07:15:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schlagloch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenige Menschen stellen sich die Frage, wie steht es mit meinem Selbstwertgef&#252;hl. Vielen wird diese Frage nicht in den Sinn kommen, sie sind, also sind sie etwas wert. Diese Frage stellen sich vor allem jene, die viel bewegt und Anerkennung gefunden haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenige Menschen stellen sich die Frage, wie steht es mit meinem Selbstwertgef&#252;hl. Vielen wird diese Frage nicht in den Sinn kommen, sie sind, also sind sie etwas wert. Diese Frage stellen sich vor allem jene, die viel bewegt und Anerkennung gefunden haben. Von engen Freunden werden sie aufgefordert noch mehr zu leisten, mit noch mehr Perfektionismus. Andere verstecken ihre eigene Unzul&#228;nglichkeit, die unerreichten Ziele, in die Anforderungen an das Kind. Man m&#246;chte das perfekte Kind, die Erziehung zum perfekten Menschen. Es wird verlangt, dass sich das Kind f&#252;r das kleinste Vergehen entschuldigt und beim Verdacht einer S&#252;nde zur Beichte geht. Diese Art von Erziehung hat in den Internatsschulen Methode. Dabei kann es hilfreich sein, dass man sich selbst st&#228;rkt und f&#252;r eine Aufgabe, die man gut erledigt hat lobt, den Jahresverlauf positiv betrachtet. </p>
<p>W&#228;hrend der Zugfahrt durch das Inntal den Werkt&#228;tigen entspannt bei ihrer Arbeit zusehen. Der Railjet f&#228;hrt mit hoher Geschwindigkeit, die Menschen drau&#223;en wirken wie emsige Ameisen.</p>
<p>Ameisenhaufen.</p>
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		<title>ENERGIE:verbrauch</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 17:12:31 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es gibt Familien, Betriebe und D&#246;rfer in denen &#228;ndert sich nichts, die Tage verlaufen &#252;ber Jahre immer gleich. Nur die wechselnden Jahreszeiten verlangen nach einer kleinen Anpassung, diese  bestimmen die  Feiern im Haus und im Betrieb.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Familien, Betriebe und D&#246;rfer in denen &#228;ndert sich nichts, die Tage verlaufen &#252;ber Jahre immer gleich. Nur die wechselnden Jahreszeiten verlangen nach einer kleinen Anpassung, diese  bestimmen die  Feiern im Haus und im Betrieb. Dies ist auch in einem Papierwarengesch&#228;ft &#228;hnlich, die Feste bestimmen den Gesch&#228;ftsalltag. F&#252;r jedes Fest, wie Neujahr und Fasching, Nikolaus und Weihnachten, gibt es spezielle Produkte, sie werden als Saisonartikel bezeichnet. F&#252;r famili&#228;re Ereignisse wie Taufe, Firmung, Geburtstag und Hochzeit gibt es spezielle Geschenkartikel. Dieser Rhythmus ist gest&#246;rt, wenn sich bei der Nachfrage etwas &#228;ndert, wenn man merkt, dass verschiedene Artikel nur noch von &#228;lteren Kunden gekauft werden. Die Jungen verzichten oft auf Beiwerk, manche verzichten auf einzelne Feste.</p>
<p>So wird die Regelm&#228;&#223;igkeit in Frage gestellt, wie die Natur von uns in Frage gestellt wird, wenn sie auf uns Menschen hinhaut, sei es durch Erdbeben, Lawinen und &#220;berschwemmungen. Der Mensch versucht sie zu bezwingen, dabei kann die Essenz der menschlichen Forschen au&#223;er Kontrolle geraten, wie die Atomenergie.   Unsere Sehns&#252;chte und Ausschweifungen in Frage stellen, indem alles verstrahlt wird. Es bleibt die Frage offen, wie viel Energie braucht man zum Sterben und woher kommt diese?</p>
<p>Energielieferant.    </p>
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		<title>BRUT:st&#228;tte</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 05:26:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schlagloch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Zug f&#228;hrt an einer kleinen Siedlung im unteren Drautal vorbei und f&#252;r einen Moment sehe ich, wie auf dem Misthaufen der Hahn thront und rundherum ein paar  H&#252;hner sind. W&#228;hrend meiner Kindheit in Politzen sah ich es t&#228;glich, wie der  Hahn mit einer Schar von H&#252;hnern am Misthaufen im Hof  nach W&#252;rmern, K&#228;fern und Engerlingen geschart hat, es war ein Paradies f&#252;r H&#252;hner. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Zug f&#228;hrt an einer kleinen Siedlung im unteren Drautal vorbei und f&#252;r einen Moment sehe ich, wie auf dem Misthaufen der Hahn thront und rundherum ein paar  H&#252;hner sind. W&#228;hrend meiner Kindheit in Politzen sah ich es t&#228;glich, wie der  Hahn mit einer Schar von H&#252;hnern am Misthaufen im Hof  nach W&#252;rmern, K&#228;fern und Engerlingen geschart hat, es war ein Paradies f&#252;r H&#252;hner. Orte wo etwas Neues entsteht werden als „Brutst&#228;tten“ bezeichnet. Der Zug passiert als n&#228;chstes die Bahnstation Ferndorf, wo sich entlang den Geleisen das Heraklithwerk ausgebreitet hat. Beim Bahn&#252;bergang in der Ortschaft Rothenthurn, steht heute noch das Bahnschrankenw&#228;rterhaus, wo fr&#252;her die Bacher Mitzi gewohnt hat, von uns Kindern liebevoll die „Eiertante“ genannt. Hierher brachten wir die Eier zum Verkauf, welche uns die Mutter zu hause sorgf&#228;ltig im Rucksack verstaut hatte. Von Politzen Berg hinunter in die Beinten und dann der Bahnstrecke entlang nach Rothenthurn war ein weiter Weg, etwa sechs Kilometer. Je nach Witterung konnte der Marsch sehr beschwerlich sein. Nach mehreren Regentagen trat das „Bombachl“ &#252;ber das Ufer und setzte den Feldweg unter Wasser. Behelfsm&#228;&#223;ig wurden dann Bretter zum &#220;berqueren der Wasserstellen ausgelegt, trotzdem kamen wir oft mit nassen F&#252;ssen nach Rothenthurn. Die Strecke vom Bahnschrankenw&#228;rterhaus in Beinten bis zum Bahnschrankenw&#228;rterhaus in Rothenthurn war f&#252;r uns Kinder unheimlich, da es dazwischen keine H&#228;user gab, daf&#252;r viel Schilf, Str&#228;ucher und Auwald. Der Feldweg wurde von den Einheimischen kaum ben&#252;tzt, wohl aber von durchziehenden Scherenschleifer, Kesselflicker und Wanderburschen, die uns Kinder Angst machten. Vor ihnen wurden wir von den Eltern gewarnt und man erz&#228;hlte sich, dass schon Kinder von den Handwerksburschen verschleppt, „vazaht“ wurden. Einen Sommer lang soll sich angeblich ein M&#246;rder in den Auen versteckt haben.</p>
<p>Als wir das Moped zum „Eierf&#252;hren“ ben&#252;tzen konnten, ging es viel schneller. F&#252;r die Mutter war es wichtig, dass wir die Eier sturzfrei zur Bachermitzi brachten. Die Mutter wollte es genau wissen, wie viel sie f&#252;r die Eier bezahlt hat. Dabei spielten zehn Groschen, die die Bachermitzi mehr oder weniger bezahlte eine gro&#223;e Rolle. Die „Eiertante“ bezahlte je nach Gr&#246;&#223;e der Eier und je nach Jahreszeiten unterschiedlich viel. Sie verkaufte die Eier am Spittaler Wochenmarkt. Vor dem Bahnschranken stauten sich im Sommer viele Autos, bis der Bahn&#252;bergang durch den Bau der Schnellstra&#223;e und sp&#228;ter durch den Bau der Tauernautobahn seine Bedeutung verlor. Durch die Verlagerung des Durchzugsverkehr aus dem Ort verlor auch das Gemischtwarengesch&#228;ft mit angeschlossener Tankstelle seinen Umsatz. Waren es in der Reisezeit etwa f&#252;nfhundert Semmeln, mit oder ohne Wurst, die an einem Tag verkauft wurden, so waren es nach der Fertigstellung der Schnellstra&#223;e gerade drei&#223;ig Semmeln. Es war eine Frage der Zeit, bis zum Erreichen des Pensionsalters und das Gemischtwarengesch&#228;ft wurde geschlossen. </p>
<p>Eiertante</p>
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		<title>TROST:pflaster</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Sep 2011 03:43:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schlagloch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Wahrscheinlichkeit krank zu werden ist genauso gro&#223; wie die Wahrscheinlichkeit gesund zu bleiben. Niemand wei&#223; genau warum jemand krank wird und der andere nicht, oder wo man sich angesteckt hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Wahrscheinlichkeit krank zu werden ist gleich gro&#223; wie die Wahrscheinlichkeit gesund zu bleiben. Niemand wei&#223;  warum jemand krank wird und der andere nicht, oder wo man sich infiziert hat. Unser Wissen &#252;ber Gesundheitsvorsorge und gesunde Ern&#228;hrung ist gro&#223;, sodass man oft nicht mehr unterschieden kann, was krank macht und was gesund erh&#228;lt. W&#252;rde man alle Gesundheitsvorschl&#228;ge befolgen, w&#228;re man am Ende krank. Wie krank man sich f&#252;hlt, h&#228;ngt von der eigenen Vorstellungskraft ab. Man kann sich gesund, aber auch krank denken. Spekulieren, was daran schuld ist, dass man sich nicht wohl f&#252;hlt, die kalte Luft, der Nebel oder der Wetterumschwung.  Ein breites Spektrum von Beschwerden l&#246;st die Nahrungsunvertr&#228;glichkeit aus, sodass man gezwungen ist, tageweise zu hungern.  Die sogenannten Hungerk&#252;nstler auf den Jahrm&#228;rkten im Mittelalter z&#228;hlten zu den ges&#252;ndesten und z&#228;hlebigen Menschen. </p>
<p>Hinter den Spekulationen &#252;ber Symptome steckt oft der Versuch sich einer Untersuchung zu entziehen, den Gang zum praktischen Arzt zu verz&#246;gern. Man gibt den Beschwerden eine Schonfrist, dass sie sich zur&#252;ckziehen und verschwinden k&#246;nnen. Meistens schlummern sie nur ein, um sp&#228;ter wieder zu erwachen. Als Erwachsener will man vieles &#252;berspielen und den Weg zum Facharzt vermeiden. Als Kind schreit man einmal zu oft, wenn einem etwas weh tut. Es hat gen&#252;gt, wenn ein Erwachsener ein wenig auf die wunde Stelle geblasen hat oder ein St&#252;ck Leukoplast &#252;ber die schmerzende Stelle geklebt hat. Ein sichtbares Trostpflaster.</p>
<p>Die Erwachsenen waren zu Hause bei der Stallarbeit, das Vieh f&#252;ttern und die K&#252;he melken. Mein Bruder und ich waren am Acker bei der Roggenernte und dabei f&#252;gte er sich mit der messerscharfen Sichel eine Schnittwunde am Knie zu. Ich war etwa dreizehn Jahre alt, er noch j&#252;nger. Ich konnte die Gef&#228;hrlichkeit der Verletzung nicht einsch&#228;tzen und war nur von dem Gedanken beseelt, dass wir versuchen mussten den Bauernhof zu erreichen. Dies war mit  einem Fu&#223;marsch von etwa f&#252;nfzehn Minuten m&#246;glich. Die Wunde hat durch den Schock zuerst nicht geblutet, erst als wir in die N&#228;he des Bauernhauses kamen. Der Vater machte die Erstversorgung der Schnittwunde, die sich durch den Fu&#223;marsch vergr&#246;&#223;ert hatte. Der Bruder wurde von einen herbeigholten Nachbarn, mit seinem Auto, zum Arzt gefahren. Dieser schickte sie weiter in das Bezirkskrankenhaus. Dort wurde die Schnittwunde gen&#228;ht und der Bruder musste im Krankenhaus bleiben. Am Sonntag besuchten wir den Bruder mit dem Auto, wobei einige  Familienmitglieder zu Hause blieben, damit im Falle eines Verkehrsunfalles, die Versorgung der Viecher gesichert war. </p>
<p>Leukoplast.    </p>
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		<title>ME(E)R.sitzung</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Aug 2011 04:49:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schlagloch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei den S&#252;dl&#228;nder kann man beobachten, wie sie ein menschlicheres Leben f&#252;hren. Sie haben am Vormittag Zeit f&#252;r einen Kaffee auf der Piazza, f&#252;r ein Schw&#228;tzchen am Gehsteig. Sie benehmen sich als G&#228;ste nicht ungest&#252;m. Betreten sie eine Trattoria dann haben sie so lange Geduld, bis ihnen von der Bedienung ein Platz zugewiesen wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Bei den S&#252;dl&#228;nder kann man beobachten, wie sie ein menschliches Leben f&#252;hren. Sie haben am Vormittag Zeit f&#252;r einen Kaffee auf der Piazza, f&#252;r ein Schw&#228;tzchen am Gehsteig. Sie benehmen sich als G&#228;ste nicht ungest&#252;m. Betreten sie eine Trattoria dann haben sie die Geduld, bis ihnen von der Bedienung ein Platz zugewiesen wird. Im S&#252;den sollte man nicht den Fehler machen und sich eine Speisekarte von der Anrichte holen. Dieses Verhalten w&#252;rde einen strafenden Blick des Kellners mit sich bringen und die Folge w&#228;re, dass man bis zur Aufnahme der Bestellung lang warten m&#252;sste. Man durchschaut nicht, nach welchen Regeln die G&#228;ste bewirtet werden. Dem Chaos liegt ein s&#252;dl&#228;ndisches System zu Grunde. In den K&#252;stenorte von Istrien, wie in Strunja, gibt es die Minisuperm&#228;rkte &#8220;Mercator&#8221;. Dort bekommt man eine Semmel mit sieben Dekagramm Mortadella f&#252;r 66 Cent, wenn man die Geduld hat zu warten, bis sich die zwei Verk&#228;uferinnen &#252;ber die Pl&#228;ne f&#252;r das kommende Wochenende ausgesprochen haben.</p>
<p style="text-align: left;">So gem&#252;tlich nimmt es unser Gehirn nicht, es kontrolliert &#252;ber die Sinnesorgane im drei Sekunden Takt, ob es in der Au&#223;enwelt Ver&#228;nderungen oder neue Reize gibt. Dies ergibt am Tag 14400 Kontrollaufrufe. So beschreibt es der Hirnforscher Prof. P&#246;bbel in seinem verst&#228;ndlichen Buch: „Je &#228;lter umso besser, neues aus der Hirnforschung“. Diese Aktivit&#228;t hat einen Zusammenhang mit dem Wellenschlag des Meeres, der auch im drei Sekunden Takt erfolgt. Der Aufenthalt am Meer bietet eine gute Gelegenheit sich auf den Wellenschlag des Wassers einzulassen, um die Gehirnaktivit&#228;ten zu synchronisieren. Zwischen den Orten Piran und Strunjan gibt es am Uferweg viele Pl&#228;tze, wo man mit dem Rauschen des Meeres allein ist.</p>
<p style="text-align: left;">Eile mit Weile.</p>
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		<title>FREI:tod</title>
		<link>http://www.schlagloch.at/2011/08/19/freitod/</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Aug 2011 03:56:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schlagloch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fahre ich in den fr&#252;hen Morgenstunden am Drauradweg von Villach in Richtung Paternion, so werden in mir verschiedene Erlebnisse wach. Die Drau begleitet mich seit der fr&#252;hen Kindheit. Blickte ich aus dem K&#252;chen- oder dem Schlafzimmerfenster, so sah ich, wie sich die Drau in vielen Schleifen durch das Tal zog. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Fahre ich in den fr&#252;hen Morgenstunden am Drauradweg von Villach in Richtung Paternion, so werden in mir verschiedene Erlebnisse wach. Die Drau begleitet mich seit der fr&#252;hen Kindheit. Blickte ich aus dem K&#252;chen- oder dem Schlafzimmerfenster, so sah ich, wie sich die Drau in vielen Schleifen durch das Tal zog. Rechts und links die &#220;berschwemmungsgebiete, welche sich bei Regenf&#228;llen mit Wasser f&#252;llten. Die rei&#223;ende Drau, deren Wasser sich mit Gewalt in Richtung Villach ergoss, war eingebettet in gro&#223;e Auw&#228;lder. Je hei&#223;er es im Sommer wurde umso n&#228;her r&#252;ckten die K&#252;he zum Fluss, um sich vor den sengenden Sonnenstrahlen zusch&#252;tzen und aus den T&#252;mpeln zu trinken. Egal zu welcher Jahreszeit, der Wasserstand des Flusses war ein st&#228;ndiges Gespr&#228;chsthema. Einmal hatte die Drau zu wenig Wasser, ein andermal schwoll die Drau so stark an, dass sie aus den Ufern trat und die angrenzenden Felder &#252;berschwemmte. Bei l&#228;nger andauernden Regenf&#228;llen wurden die Keller der H&#228;user in Beinten &#252;berflutet, bei Hochwasser der ganze Talboden. Bis in die sechziger Jahre war die Drau ein unregulierter Fluss, der alle Freiheiten hatte. In den siebziger Jahren wurde die Drau reguliert, aufgestaut und zur Stromerzeugung gen&#252;tzt. </p>
<p style="text-align: left;">Nach dem Passieren des Bundesheeranlegeplatzes bei Oberwollanig erblicke ich am Rand vom Drau-Radweg eine Gruppe von Frauen, welche mit erhobenen und ausgebreiteten Armen, mit leicht gebeugten Knien und einem verz&#252;ckten Gesicht  in die gegen&#252;berliegenden Str&#228;ucher blicken. Vor Verz&#252;ckung bleiben sie von allen Geschehnissen vor und neben ihnen unber&#252;hrt. Die Innigkeit wie sie in die Str&#228;ucher blicken l&#228;sst, in der Zeit um den gro&#223;en und kleinen Frauentag, auf eine Marienerscheinung schlie&#223;en. Oder es zeigt sich eine der vielen Frauen, die in ihrer Ausweglosigkeit den Weg in die Drau gew&#228;hlt haben. „Wieda is ane aus da Sunnseitn ins Wossa gongan“, wurde zu uns Kinder gesagt, wenn eine Frau den Freitod in der Drau gew&#228;hlt hat.</p>
<p style="text-align: left;">Ebereschen.   </p>
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		<title>STRASSEN:fest</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Aug 2011 04:15:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schlagloch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sonnseite]]></category>

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		<description><![CDATA[Es schmerzt, wenn die Partnerin, mit der man &#252;ber Jahrzehnte zusammengelebt hat, stirbt. Obwohl das Zusammenleben nicht immer einfach war, wird die Verstorbene in den h&#246;chsten T&#246;nen gelobt. Sie fehlt in der Wohnung, wo viele St&#252;cke an sie erinnern, dies tut weh.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Es schmerzt, wenn die Partnerin, mit der man &#252;ber Jahrzehnte zusammengelebt hat, stirbt. Obwohl das Zusammenleben nicht immer einfach war, wird die Verstorbene in den h&#246;chsten T&#246;nen gelobt. Sie fehlt in der Wohnung, wo viele St&#252;cke an sie erinnern, dies tut weh. Die Fotoalben werden hervorgeholt und darin gebl&#228;ttert,  sowie Bilder aufgestellt. In Zukunft wird es schwieriger sein, da die Fotos auf CD gespeichert sind, und die CD als Grabbeigabe beigelegt werden. Deshalb erfreuen sich die Herstellung von digitalen Fotob&#252;chern immer gr&#246;&#223;erer Beliebtheit. Es spricht einiges daf&#252;r, dass man die Verstorbene &#252;ber das Geschehen und die Ver&#228;nderungen in der Wohnstra&#223;e weiterhin informiert. Am Fu&#223;e des Dobratsch ist  die Frau eines Nachbarn verstorben, sie waren &#252;ber Jahrzehnte verheiratet. Damit die Verstorbene &#252;ber die Ereignisse in der Stra&#223;e weiter Bescheid wei&#223;, geht der Mann einmal in der Woche, das Bild seiner Frau in der Hand, durch die Stra&#223;e und erz&#228;hlt ihr, was sich in der letzten Woche zugetragen hat. Dabei l&#228;sst er nichts unerw&#228;hnt: Bei einem Haus wurde die Fassade neu gestrichen, beim N&#228;chsten hat sich das Kind beim Spielen verletzt. Die Familie aus dem &#252;bern&#228;chsten Haus ist in den  Sommerurlaub gefahren und von der Familie gegen&#252;ber hat die Tochter jetzt einen festen Freund. Bis er die ganze Stra&#223;e abgeschritten ist, dauert es eine Weile, so wird die verstorbene Frau &#252;ber vieles informiert.</p>
<p style="text-align: left;">Aus den Berichten von Bekannten gelingt es den Frauen zumeist leichter &#252;ber den Verlust von ihren Partner hinwegzukommen und den Alltag zu meistern. Sie haben mit der Instandhaltung der Wohnung und dem Zubereiten der Mahlzeiten eine Aufgabe. Dazu kommt die Grabpflege und erlaubt es die Entfernung wird es t&#228;glich besucht. Am Friedhof kann man erleben, dass Frauen ein leises, manchmal  ein lautes Zwiegespr&#228;ch mit dem verstorbenen Mann f&#252;hren, bei ihm ihren Kummer und die Sorgen abladen.</p>
<p style="text-align: left;">Nachbarschaft.</p>
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		<title>VOLL:kommen II</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jul 2011 09:08:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schlagloch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sonnseite]]></category>

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		<description><![CDATA[Die letzten Jahre vor der Pensionierung sind schneller vergangen, als ich es mir vorgestellt habe. H&#228;tte jemand mich vor drei Jahren darauf hingewiesen, dann h&#228;tte ich geantwortet: „ Ich will nicht daran denken“. Vor einem Jahre habe ich mich bei der Pensionsversicherung erkundigt, ab wann eine Pension m&#246;glich ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Die  Jahre vor der Pensionierung sind schneller vergangen, als ich es mir vorgestellt habe. H&#228;tte mich jemand vor drei Jahren darauf aufmerksam gemacht, dann h&#228;tte ich geantwortet: „ Ich will nicht daran denken“. Vor einem Jahre habe ich mich bei der Pensionsversicherung erkundigt, ab wann eine Pension m&#246;glich ist. Da sich  bei den Gesetzen nichts ge&#228;ndert hat, kann ich mit f&#252;nfundvierzig Versicherungsjahren in Pension gehen. Diese Regelung wurde von der Politik immer wieder in Frage gestellt. Heute beginnen die meisten jungen Menschen nach dem Schulbesuch ihre Berufslaufbahn mit  vierundzwanzig Jahren. Zu diesem Zeitpunkt habe ich schon seit zehn Jahren Beitr&#228;ge in die Pensionsversicherung eingezahlt.</p>
<p style="text-align: left;">Ich stelle mir manches mal die Frage wie ich es geschafft habe, vierzig Jahre selbstst&#228;ndiger Kaufmann zu sein. Die Situation im Handel hat sich immer wieder ver&#228;ndert. Schon oft haben f&#252;r die Einzelhandelskaufleute die Sterbeglocken gel&#228;utet, zuletzt durch die Anbieter im Internet.</p>
<p style="text-align: left;">Um dies zu schaffen braucht es Menschen die einen unterst&#252;tzen, wenn die Spontanit&#228;t der Jugend nachl&#228;sst oder, wenn  Tiefschl&#228;ge auf der Haut nicht abprallen. In manchen Bereichen gibt  es Spr&#252;nge, zum Einen, wie die Umgebung einen wahrnimmt und zum Anderen, wie man sich selbst wahrnimmt. Da braucht es Vermittler, die sich nicht f&#252;r den Perfektionismus sondern f&#252;r die Unvollkommenheit stark machen.</p>
<p style="text-align: left;">Ausgleichszulage.</p>
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		<title>ZWERG:bumsti</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Dec 2010 03:40:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schlagloch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich in meinen Kindertagen einen Adventkalender besessen habe, wenn, dann h&#228;tten wir mehrere Geschwister zusammen einen besessen. Es k&#246;nnte sein, dass wir vom Lagerhaus, oder von  einem Landmaschinenh&#228;ndler einen geschenkt bekommen haben. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Ich kann mich nicht  erinnern, ob ich in meinen Kindertagen einen Adventkalender besessen habe, wenn, dann h&#228;tten wir mehrere Geschwister gemeinsam Einen besessen. Es k&#246;nnte sein, dass wir vom Lagerhaus, oder von  einem Landmaschinenh&#228;ndler Einen geschenkt bekommen haben. Auf keinen Fall die heute weitverbreiteten Adventkalender, welche mit Schokolade gef&#252;llt sind. Aus dem Weihnachtssonderheft der „Wunderwelt“ haben wir eine Weihnachtskrippe gebastelt. Die Wunderwelt war f&#252;r uns Kinder eine Fundgrube, mit vielen Geschichten zum Lesen und verschiedenen Bastelb&#246;gen. Gut erinnern kann ich mich  an die Bildgeschichte in Fortsetzungen: „ Zwerg Bumsti“  Sp&#228;ter hat dann die Mutter f&#252;r ihre Enkel einen Adventkalender in der kleinen Auszugsk&#252;che aufgeh&#228;ngt und sich &#252;ber deren Besuch gefreut und es zugelassen, dass sie ein Fenster &#246;ffnen. In der K&#252;chenkredenz oder in der Tischschublade,  zwischen den alten Ausgaben des „K&#228;rntner Bauern“, der „Wochenschau“ und dem Bauernkalender hatte sie Schokolade, Kekse und Erdn&#252;sse zum Mitgeben.</p>
<p style="text-align: left;">Daf&#252;r, dass ich die H&#252;hnereier im Rucksack vom Berg in das Gemischtwarengesch&#228;ft ins Tal  gebracht habe, durfte ich mir die Zeitschrift „Fix und Foxi“ kaufen. Vom „Eiergeld“ musste ich nach Mutters Einkaufsliste, Zucker, &#214;l, Maggi, Salz, Backpulver und Kaffee kaufen. Am Heimweg, der etwa zwei Stunden dauerte, habe ich bei jeder Rast ein paar Seiten im &#8220;Fix und Foxi&#8221; gelesen. Darin gab es auch die Geschichten vom Erfinder Daniel D&#252;sentrieb, der es mir mit seinem Einfallsreichtum angetan hatte. Weiters  Berichte &#252;ber Kinder aus  fernen L&#228;ndern.  Bin ich in die N&#228;he der Materialseilbahn, die das Magnesit von Radenthein nach Ferndorf zum Heraklithwerk bef&#246;rdert hat gekommen, dann bin ich in Gedanken mit dem einen oder anderen Waggerl in eine ferne Welt mitgefahren.   </p>
<p style="text-align: left;">Nicht gefallen haben mir die Micky Maushefte, weil dort Dagobert Duck die beherrschende Figur war und ich f&#252;r seine Vorliebe f&#252;r Geld kein Verst&#228;ndnis hatte. Au&#223;erdem wurden von ihm seine zwei Neffen unter Druck gesetzt. Mir war sein Baden in einem Geldspeicher zuwider. So betrachtet  war er in seiner Gier ein Anstifter zu den Spekulationsgesch&#228;ften, welche die Banken- und Wirtschaftskrise ausgel&#246;st haben.</p>
<p style="text-align: left;">M&#252;nzenallergie.</p>
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		<title>FROH:botschaft</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 11:10:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schlagloch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sonnseite]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor kurzem bin ich mit dem Fahrrad an der Villacher Stadthalle vorbei geradelt und sah wie aus mehreren Seitenstra&#223;en, Frauen und M&#228;nner, M&#228;dchen und Burschen, in allen Altersstufen, auf den Eingang der Stadthalle zustr&#246;mten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Vor kurzem bin ich mit dem Fahrrad an der Villacher Stadthalle vorbei geradelt und sah wie aus mehreren Seitenstra&#223;en, Frauen und M&#228;nner, M&#228;dchen und Burschen, in allen Altersstufen, auf den Eingang der Stadthalle zustr&#246;mten. Am meisten aufgefallen ist mir, dass sie in farbenfrohen Kleidern, gut gelaunt und mit einem heiteren Gesicht unterwegs waren. Auf dem Gehsteig begr&#252;&#223;ten sich kleine Gruppen herzlichst untereinander, und redeten angeregt miteinander. F&#252;r mich, einen Au&#223;enstehenden, der zuf&#228;llig vorbeigekommenen ist, war ersichtlich, dass diese Menschen von etwas begeistert sind, das ihnen Lebensmut gibt. Ich hatte das Gef&#252;hl, das dies ansteckend sein kann, dass sie  in der Stadthalle eine frohe Botschaft erwartet. Wie ich erfahren habe hielten an diesem Wochenende die „Zeugen Jehovas“ ihren Jahreskongress ab. </p>
<p style="text-align: left;">In der N&#228;he der katholischen Kirchen vermisse ich am Sonntag, dass junge und &#228;ltere Menschen gemeinsam, mit Heiterkeit auf die Kirche zustr&#246;men. Man n&#228;hert sich der Kirche mit einem ernsten Gesicht, mit Andacht, in sich gekehrt. Uns Christen konfrontiert man zuerst mit der S&#252;nde, mit allem was wir falsch machen, an dem wir scheitern. Soll uns etwas Hoffnung machen, dann erreichen wir dies nur durch Reue, Askese und  Verzicht. Die Gl&#252;ckseligkeit muss uns schwerfallen, muss schmerzhaft sein. Der Ablauf der  Messliturgie wird dramatisiert, wirkt fast bedrohlich. Mit ernsten Gesicht folgen die Kirchenbesuchern, in den zumeist schlecht ausgeleuchteten, d&#252;steren Kirchen dem Ablauf der Handlung, nie kommt Fr&#246;hlichkeit auf. Auch das Liedgut ist durchzogen von Opfer und Schmerz. Manchmal frage ich mich, ob ich bei der richtigen Glaubensgemeinschaft bin, oder kommen die Signale, die sie aussendet bei mir falsch an.</p>
<p style="text-align: left;"> Aus heiterem Himmel.</p>
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