Artikel mit ‘Wohntraum’ getagged

ENT:sorgt

Donnerstag, 26. Mai 2011

Manche Tätigkeiten ordnet man mehr dem weiblichen, andere dem männlichen Geschlecht zu, obwohl heute viele Tätigkeiten von beiden Geschlechtern ausgeführt werden. In den traditionellen männlichen Berufen wie Tischler, Automechaniker oder Glaser gibt es schon längst einen großen Frauenanteil die diese Arbeit ausführen.  Auch bei der Polizei und dem Bundesheer melden sich immer mehr Frauen um einen Job , genauso wie bei der ÖBB als Lockführer.

Zu den Tätigkeiten die man mehrheitlich mit Frauen verbindet, gehört das Aufräumen und Saubermachen im Haushalt und im Büro. Dabei besteht das Personal bei den Reinigungsfirmen aus mindestens ein Drittel Männer. Es braucht nur einen kleinen Anstoß, um als Mann in einem Magazin oder im Keller Ordnung zu machen. Zuerst ist man der Meinung, dass man sich in viele Details verlieren wird, dass dies viel Zeit kosten wird und vor allem, dass man sogenanntes wichtigeres zu tun hätte. Ist man mittendrin in der Arbeit, dann erkennt man, dass männliche Eigenschaften wie Rationalität oder Planungskompetenz beim Aufräumen eine große Hilfe sind. Die Freude an der Arbeit stellt sich ein, wenn die ersten Regale aufgeräumt sind und überflüssiges entsorgt wurde. Man kann sich von manchen Kuriositäten, die technisch überholt und nicht mehr gebraucht werden, trennen. Manche Dinge sind für den Flohmarkt. Die unvermeidbare Staubentwicklung macht einem, der unter einer Hausstauballergie leidet, das Atmen schwer. Die Freude bleibt.

Sauberland.

KATZEN:buckel

Dienstag, 23. Februar 2010

Manches können wir von den Verhaltensweisen der Tiere lernen. Es ist nicht so, dass wir Menschen in allem schlauer sind. Gesundes Verhalten lässt sich bei den Hauskatzen beobachten. In einer Stadtwohnung, wo Katzen und Menschen in einer Wohngemeinschaft zusammen leben, sind sie ein Vorbild beim Aufstehen. Die Katze erhebt sich von ihrem Schlafplatz und führt Dehn- und Streckübungen durch, den bekannten Katzenbuckel. Bei uns verläuft es ganz anders. Durch den Wecker werden wir beim Aufstehen in den Alarmzustand versetzt. Wir wenden uns schleunigst der Morgentoilette und dem Frühstück zu. Uns bleibt keine Zeit den Körper hochzufahren, den menschlichen Motor aufzuwärmen. Wir fahren mit dem dritten Gang los.

Eine Katze putzt sich nach dem Fressen ausgiebig, sucht ihren Lieblingsplatz auf, rollt sich zusammen und hält einen Verdauungsschlaf. Einfach dem Genuss des Essens nachhängen und dem Magen die nötige Zeit zur Verdauung zu gewähren. Bei uns handelt es sich oft um einen Schnellimbiss im Stehen. Haben wir Zeit für ein Mittagessen so suchen wir nach möglichen Nebenbeschäftigungen. In vielen Restaurant sind an vier Wänden Flachbildschirme installiert und überall läuft ein anderes Programm. Die ständige Musikberieselung ist Alltag. Fehlt der Bildschirm und die Musik, dann suchen wir nach einer Tageszeitung. Wir blättern darin, während wir den Löffel in den Mund schieben. Dauert das Servieren der Hauptspeise etwas länger, dann blicken wir ungeduldig auf die Uhr. Die meisten werden durch einen Telefonanruf bei ihrem Mittagessen gestört. Beim Zahlen ist man gedanklich schon bei der Arbeitsstelle. Eine Pause nach dem Mittagessen, um dem Magen mehr Energie für die Verdauung zur Verfügung zu stellen, ist nicht vorgesehen. Dafür leiden wir an Sodbrennen und Magendrücken.

Das warme Buffet.

NOT:ruf

Donnerstag, 14. Januar 2010

Es gibt viele Möglichkeiten mit anderen Menschen in das Gespräch zu kommen. Die einen probieren es an der Bushaltestelle, beim Einkaufen, im Schwimmbad oder auf einer Ballveranstaltung. Im Berufsleben gibt es die meisten Anknüpfungspunkte. Egal ob man in einer Spedition, als Zugbegleiter, als Fußpflegerin oder in einer Schleifmittelfabrik arbeitet oder neue Telefonanschlüsse herstellt. Beratungsintensive Berufe wie Serviererin, Friseur, Verkäufer oder Versicherungsvertreter haben mehr Kontakte mit anderen Leuten. Bei ihnen hängt der Erfolg damit zusammen, wie gut sie sich in den Kunden hineinversetzten können. Wie weit sie sich gegenüber dem Kunden, der Kundin, öffnen. Jeder Beruf, Tischler, Mechaniker oder Glaser hat seine schwierigen und erfreulichen Seiten. Die Freude darüber, dass man helfen konnte und der Kunde mit der Arbeit zufrieden ist.  Der Umgang mit fremden Menschen im Berufsleben ist eine Praxis, die man auch im privaten Bereich einsetzten kann.

Es gibt Menschen, denen fehlen die Worte, um sich anderen mitzuteilen. Ein gelernter Koch lebt völlig für sich allein. Der einzige Kontakt ergibt sich beim Einkauf im Supermarkt. Da geht es ihm darum anderen einen Fehler nachzuweisen, einen fehlenden Artikel oder ein abgelaufenes Haltbarkeitsdatum zu reklamieren. Beim Essen in einem Restaurant wird die Speise so lange gedreht und probiert, bis er einen angeblichen Mangel im Geschmack oder in der Zubereitung findet. Selten ist es der Fall gewesen, dass er sich über das Essen nicht beschwert hat. Das Hobby des Kochs ist, alle Postwurfsendungen der Handelsketten zu studieren, die Gutscheine auszuschneiden, zu sammeln, sie einzulösen oder an Bekannte weiterzureichen. Sollte ein Artikel nicht mehr lagernd sein, wird  lautstark beanstandet. Gibt es das Katzenfutter, das Waschpulver oder verschiedene Kosmetika im Sonderangebot wird von ihm darüber die Verwandtschaft informiert. Ein anderes mal gibt es eine Information über einen günstigen Stromanbieter oder über einen Abverkauf in einem Geschirrhaus in der Innenstadt. Seine Art im Gespräch zu bleiben ist die Verwandten per Handy über seine Recherche zu informieren. Sein Sprachschatz lautet: Sonderpreis, Sonderangebot, Vitaminrabatt, Räumungsverkauf und Bonuszahlung.

Ein Signal.

GE:fängnis II

Freitag, 28. August 2009

Eine andere Art von Gefangene sind während der warmen Jahreszeit die Blumenliebhaber mit eigenem Balkon oder Garten. Egal, wann man sie besucht, ob am späten Abend oder am Wochenende, man trifft sie im Garten an. Es ist kaum möglich, dass man sie zu einer Unterbrechung ihrer Arbeit an den Blumen, Sträuchern und Gemüse bewegen kann. Es ist immer noch jenes und dieses zu tun, man hat als Besucher den Eindruck, es gibt keinen morgigen Tag und keine nächste Woche. Kommt es zu einem Gespräch, dann zwischen Rosensträuchern und Geranien. Plant man einen gemeinsamen Ausflug, dann muss man damit rechnen, dass sich die Abfahrt bis zu einer halben Stunde verzögern kann. Es müssen noch einige Pflanzen umgepflanzt und die Blumen gegossen werden. Die Heimfahrt kann nicht früh genug erfolgen,  weil die Sonne hat tagsüber die Erde ausgetrocknet. Der Tag endet mit dem Gießen. Die Einzigen, welche den Garten genießen, sind die Gartenzwerge und die Schnecken aus Ton.

Gefangen im Garten.

GE:schlossen

Dienstag, 19. Mai 2009

Zu einfachen Dingen kann man innerhalb einer Partnerschaft verschiedene Einstellungen haben, die auf den ersten Blick unwesentlich sind. Der eine liebt in einem Gastgarten den Platz in der Mitte mit einem rundum Blick, der andere sitzt lieber am Rand, ein Platz um gut zu beobachten. Der eine liebt die Kaffeetasse randvoll, weil er seinen Durst löschen will, der andere genießt den Kaffee in einer dreiviertelvollen Tasse mit Schaum. Zum Frühstück will jeder als Erster die Tageszeitung lesen. Beim Spazierengehen will der eine einen schnelleren Schritt, der andere schlendert gemütlich dahin. Für den einen gehören zu einer Jause dicke Brotscheiben, der andere begnügt sich mit dünnen Broten. Nach dem Mittagessen geht der eine hinaus, er braucht Bewegung, der andere findet die Ruhe auf dem Sofa. Es gibt eine Vielzahl von täglichen Vorkommnissen, die verschieden gehandhabt werden, die für die Existenz völlig unbedeutet sind, aber einmal aus ihrer Bedeutungslosigkeit hervorgehoben werden.

 

Für das Zusammenleben mehr Bedeutung hat die Einstellung, sollen die Vorhänge am Abend geschlossen sein, obwohl es keine direkten Nachbarn gibt oder nicht. Ist es besser, man blickt in die Dunkelheit und findet verschiedene Lichtquellen in der Umgebung oder man schiebt einen Vorhang vor, zwischen draußen und herinnen.

 

Wozu.   

 

 

LOTTO:gewinn

Freitag, 15. Mai 2009

Das neueste Event  in Österreich ist die Verlosung von Wohnhäusern oder Eigentumswohnungen. Zu einem Lospreis von 49 Euro hat man die Chance eine Penthousewohnung oder ein Eigenheim zu gewinnen. Fenster auf, fliegt Glück herein. Eine andere Möglichkeit ist, sich mit Aktien an einem Industrieunternehmen zu beteiligen, die Arbeit sein lassen, und die Anderen für sich arbeiten zu lassen. In einem Gespräch hat der Philosoph Sloterdijk darauf aufmerksam gemacht, dass nach der Event- und Spaßgesellschaft, ohne Verantwortung und Aufgaben, wo man glaubte, es genügt Lotto zu spielen und das Leben ist leistbar, wieder Verantwortung und Pflichtbewusstsein gefragt sein wird. In der Zeit nach der Krise muss wieder vermehrt angepackt werden, vor allzu viel Muse sei gewarnt. 

 

Der Muse entgeht man, wenn man bei der Autowäsche zur gründlichen Reinigung der Zwischenräume bei den Felgen einen Pinsel verwendet. Muss statt Apfelmus.   

 

Ich muss, also bin ich.

Seite: 1 2 weiter