schlaf:zyklus

Ein zweischneidiges Thema sind die Schlafgewohnheiten. Das Gerede über das Schlafverhalten beginnt schon im Babyalter. Die frischgebackene Mutter wird von den Bekannten nach den Schlafgewohnheiten des Neugeborenen gefragt. Bald schon ist man bemüht dem Baby einen Schlafzyklus zu verordnen. Zu unstabil ist der Zyklus in den ersten Monaten, irgendetwas lässt das Babys zumeist nicht schlafen. Einmal ist es in der Umgebung zu laut, zu warm oder zu hell. Kleine Beschwerden machen sich im Körper bemerkbar, vom Bauch bis zu den Ohren. Wer nächstens, wenn das Neugeborene zum Greinen anfängt nachsieht, ist von Familie zu Familie verschieden. Zumeist ist es die Mama, die vom Muttergefühl die stärkste Bindung zum Kind hat. Bald versucht man das Kleinkind soweit zu sozialisieren, dass es nachts durchschläft. Die Schlafphasen tagsüber werden zurückgeschraubt. Hat man seinen Schlafrhythmus gefunden, kommt der Moment, wo man bewusst wahrnimmt, dass es Nacht wird. Die Finsternis als Bedrohung erkennt. Dies kann ein Grund dafür sein, dass man sich gegen das Einschlafen wehrt, sich beim Einschlafen mit einem Lichtschein sicherer fühlt.

Fürchtet man sich vor dem Einschlafen, kann dem ein Ereignis vorausgegangen sein, ein Trauma würde man heute sagen. Während der Volksschulzeit vermisste ich den Hofhund nach einigen Tagen, auf meine Frage sagte man mir: „Er war sehr krank, jetzt ist er tot und lebt mit der vermissten Hauskatze und dem gestorbenen Hasen auf einem Bauernhof im Himmel“. In den nächsten Wochen sah ich abends beim Einschlafen den Hofhund die Zimmerwand entlanglaufen. Die Mutter ließ in dieser Zeit die Zimmertür ein wenig offen, damit vom Flur etwas Licht in das Zimmer fiel.

Türspalt

2 Gedanken zu „schlaf:zyklus

  1. Hallo Gerhard!
    Dieses Bild, der Hofhund läuft die Wand entlang, sozusagen sein Schatten, ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Irgendwo gibt es in meinem Tagebücherarchiv ein Buch, nur mit Träumen….

    Gruss schlagloch

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