GOLD:grube

 Vor kurzem ist der Computerwissenschaftler Joseph Weizenbaum gestorben. Er war Mathematiker und Entwickler von Softwareprogrammen. Er sah sich als Warner vor der bedingungslosen Wissenschafts- und Zukunftsgläubigkeit. Über das Internet meinte er: „ Es ist ein Misthaufen. Neunzig Prozent sind Schrott, es finden sich aber auch ein paar Perlen und Goldgruben darunter.“

In allen Lebensbereichen haben wir es mit den unterschiedlichen Qualitäten zu tun. Nehmen wir die Vielfalt bei den Zeitschriften und bei den  Fernsehsendungen. Jeder muss für sich entscheiden, was für ihn Schrott und was für ihn eine Perle ist. Man kann damit argumentieren, dass Schrott eine Fundgrube für Rohstoffe ist. In einer Recyclinganlage werden aus Schrott wertvolle Rohstoffe gewonnen. In einer Müllverbrennungsanlage gewinnt man aus dem Müll Energie. Ob mein Blog eine Schrott- oder Goldgrube ist,  kann jeder Besucher selbst entscheiden.

Die Internetmüllverbrennungsanlage.    

VER . GOOGELT

Wer etwas über eine Person erfahren will, auf der Suche nach einer Information ist oder etwas plant benützt dazu in den meisten Fällen die Suchmaschine Google. Wer etwas zu verbergen hat wird versuchen keine Spuren bei Google zu hinterlassen. Viele weisen in ihren Webseiten darauf hin, welches Ranking sie bei Google erreicht haben. Jede Suchanfrage bei Google wird gespeichert und so bekommt jeder Internetsurfer sein Profil. Das Profil umfasst Höhen und Tiefen des eigenen Leben. Alle kennen die Eingabetaste für das Web, aber die Löschtaste leidet an einer Unterfunktion. Ein Eintrag bei Google über die eigene Person ist eine Existenzbestätigung, ersetzt die Geburtsurkunde. Die Suchmaschine ist allwissend, da fragen nur wenige nach dem Wahrheitsgehalt. Wer stellt dem Allwissenden noch Fragen. Er weis von jedem Alles.
 
Wer googelt lebt.  
 

Kommentar(e)     

Gerhard (19.9.07 23:55)
Soweit ich weiß, gibt es mittlerweile Agenturen, die sich um das Löschen bestimmter Inhalte zu einer Person gegen Bezahlung kümmmern.
Das wird vermutlich immer mehr ein lukratives Geschäft.
Modernes-am -Pranger- stehen.
Gruß
Gerhard
schlagloch
Hallo Gerhard.
Die Leute sind erfinderisch. Gestern abend bin ich im Park beim Spaziergehen auf jemandem Gestossen, welcher etwa zehn Fernrohre aufgestellt hatte. Für fünf Euro konnte man den Nachthimmel beobachten, inklusive der Erklärungen.
Gruss schlagloch.

Gerhard (21.9.07 18:25)
Gute Idee! Da würde ich mich auch mal instruieren lassen – man ist ja manchmal so unwissend!
Deine Erzählung erinnert mich an eine vergessene Begegnung vor etwa 20 Jahren, als jemand privat irgendwo ein Hightech-Teleskop aufgestellt hatte und man auch mal durchgucken konnte, für lau. Das war fast wie ein Spaziergang auf dem Mond.
Was habe ich noch alles vergessen?