...kein Parlament Stenograph.
Von meiner Psyche lässt sich positives vermerken, die lokale Freude über das Ende der Hüftschmerzen hat sich zu einer Ganzkörperfreude ausgeweidet. Ist das Training mit Freude verbunden und das Radfahren macht Spaß, so wartet auf mich nach einem sportlichen Vormittag die Zubereitung eines Mittagessens. Zu meinen Aufgaben im Haushalt gehört das Tiefkühlmenü zuzubereiten und dazu einen frischen Salat zu servieren. Der frühe Nachmittag endet mit dem Wegräumen der Geschirrutensilien und danach stellt sich eine Müdigkeit ein, welche ich nicht zur Seite schieben kann. Dagegen kann ich mich noch so kräftig wehren. Nach dem Hinsetzen am Relax Sessel und der Schlaf zwingt mich für ein Stündchen zum Innehalten. Manchmal ärgere ich mich darüber, zumeist akzeptiere ich diese Warnsignale. Ansonsten kommt es zu gefährlicheren Warnsignale, als eine Portion Schlaf.
Zum Werkzeug eines Schriftstellers, um seine Gedanken zu Papier zu bringen, gehört das Augenlicht. Bis zur Jahrtausendwende war es Usus, dass wer nicht von Geburt an blind war oder im Laufe des Lebens erblindet ist, er sich beim Niederschreiben der Hand und der Augen bediente. Eine Ausnahme bildete der Umweg über ein Diktiergerät, wobei der Text danach bei einer Sekretärin landete, welche den gesprochenen Text mit ihrer Sehkraft und Handfertigkeit zu Papier brachte. Bis in die sechziger Jahre gehörten Stenografie Kenntnisse zu den Fähigkeiten einer Sekretärin. In Tanzenberg gab es wöchentlich eine Stunde Stenografie im Unterricht. Warum der Professor für Mathematik auch Zeichnen und Stenografie unterrichtete kann ich nicht nachvollziehen. Sowenig er von meinem Zeichentalent überzeugt war, so wenig konnte ich ihn mit meinen stenographischen Leistungen überzeugen. Seine Beurteilung fasste er in einem Satz zusammen: „Supersberger, aus dir wird kein Parlament Stenograph“. Ich bin es auch nicht geworden.