Über schlagloch

Er hat es sich zur Aufgabe gemacht mehrmals die Woche eine kleine Studie zu verfassen und teilt dies per Weblog „schlagloch“ einer stetig wachsenden Internetgemeinde mit. Einzelne Leser treten auf der Internetplattform mit ihm auch in eine Diskussion über das Geschriebene ein. Vom Deutschen Literaturarchiv Marbach werden ausgewählte Online-Publikationen, so auch das Blog „schlagloch“ auf der Plattform Literatur-im-Netz langzeitarchiviert. Einige „Schlaglöcher„ hat er materialisiert und zu Büchern gemacht: Zeitenwandel (2009); Die Beobachtungen (2011); Bruchstellen (2015).

senior:sensor II

Die Entrüstung, über die Möglichkeit in Wirtshäusern zu rauchen, ist in der österreichischen Bevölkerung groß. Der Unmut richtet sich gegen die Politiker, weil sie einmal für ein totales Rauchverbot in allen öffentlichen Lokalen eintreten, dann wieder nicht. Die als umwelt- und naturbewußt heranwachsenden Jugendlichen beginnen heute wieder vermehrt zu rauchen.Teilweise in einem Alter, wo der Körper noch wächst und sich entwickelt. Ritzt oder raucht der beste Freund oder Freundin, dann macht man es ihnen gleich. Der Zuspruch und das Vorbild der Eltern wird von dem des besten Freund oder der Freundin abgelöst. In vielen Fällen macht man sich Sorgen, weil man etwas verbessern will. Dabei zerbricht man sich den Kopf darüber, was könnten sich die jungen Leute wünschen. Selbst vertraut man auf seinen guten Geschmack, hat aber Zweifel daran, ob man mit dem Geschenk den Geschmack der Enkel trifft.

Bei den Kinderbüchern gab es bekannte Titel, die man kaum noch in einer Buchhandlung findet. Spontan fallen mir Die Raube Nimmersatt, Unsere drei Stanisläuse und Die Hochreiterkiner ein. Ein Longseller sind die „Was ist Was“ Bücher aus dem Tessloff Verlag. Diese Wissensreihe war bei den jungen Lesern schon in meinen Buchhandelslehrjahren beliebt. Sie fehlten auch nicht bei der Buchausstellung in der Hauptschule Winklern im Mölltal. In den sechziger Jahren waren sie noch in schwarz/weiß, und händisch illustriert, heute sind sie bunt und interaktiv. Der erste Band der „Was ist Was“ Reihe trägt immer noch den selben Titel, Unsere Erde der blaue Planet.

Geschmacksnerven

senior:sensor I

Im Verhalten der jungen Generation sieht man nur die problematischen Seiten. Den jugendlichen Besuchern hält man vor, dass sie sich nicht mehr auf die Art und Weise unterhalten, wie man es selbst gepflogen hat. Dies war ein Gespräch im Kreis von Freunden. Heute passiert es oftmals so, man trifft sich auf der Bushaltestelle, in der Bahnhofshalle oder bei einer Familienfeier und jeder zückt sein Handy. Es wird mit irgendjemanden irgendwo gechattet, es hat sich aufgehört den Mund zu gebrauchen. Die Sprechwerkzeuge sind obsolet geworden, die neuen Sprachwerkzeuge sind die tippenden Finger auf dem Smartphon. Es hat den Anschein, dass die kleinen Sensoren am Smartphon geschaffen für die junge Generation sind. Die älteren Semester haben ein Problem mit ihren rheumatischen Fingern und dem eingeschränkten Sehvermögen eine SMS-Nachricht am Handy abzusenden. Die Kommunikation von früher hat sich verändert.

Der Trend, sich in die Haut der Unterarme zu ritzen, hat sich unter den Jugendlichen fast unbemerkt verbreitet. Betrachtete man dieses Verhalten früher als eine seelische Störung, so ist es momentan in, sich zu ritzen. Verbreitet ist es vor allem unter den weiblichen Teenagern. Vielleicht doch ein Signal an die bedarfsorientierten Eltern um mehr Aufmerksamkeit, ein Zeichen für ein Aufmerksamkeitsdefizit.

Berufsorientiert

drohne:fan II

Einer der Anknüpfungspunkte zwischen dem Drohnenfan und mir war sein Wunsch als Essens- bzw. Restaurantblogger Geld zu verdienen. An mich richtete er die Frage, was muss man beim Einstieg als Blogger beachten und wie verschafft man sich einen Namen in der Bloggerszene. Wie viele Besucher braucht es am Blog, dass man als Restaurantblogger von tollen Restaurants eingeladen wird? Obwohl ich nicht über Essen und Restaurant blogge, bekomme ich immer wieder Einladungen von Gourmettempel zu einem Bloggeressen.

Eine der wichtigsten Frage am Sonntagvormittag war, wie viel Geld kann man mit einem Blog verdienen, gibt es eine Möglichkeit schnell reich zu werden? Auch im Internet tummeln sich Glücksritter, die vergleichbar sind mit den Diamantschürfern in Australien. Diese haben zuhause Hab und Gut verkauft, um sich in Elis Spring einen Claim zu kaufen. Die Anschaffungen um im Web Geld zu verdienen, ein Laptop und ein Internetanschluss sind im Vergleich dazu ein Schnäppchen. Die Gefahr einer Blase ist hier ebenso groß wie beim Diamantfieber. Blasen hat es auch im stationären Handel gegeben, einmal waren Modeboutique en Vogue, ein andermal Blumengeschäfte und dann Handarbeitsgeschäfte. Dasselbe passiert bei Trendartikel, wer erinnert sich noch an das Familytennis oder den Zauberwürfel, an LCD Spiele und die Didelmaus?

Genussesser

drohne:fan I

Nach dem Internet, dem Tablet, dem Laptop und dem Handy droht uns zu ebener Erde der Einsatz von selbstfahrenden Autos und in der Luft der Einsatz von Drohnen. Die Dokumentarfilme und Zeitungen schwanken in ihren Meinungen noch zwischen Fluch und Segen. Apokalyptische Vorstellungen verbreiten sich. Sommers kann man im Garten die Sonne nicht mehr genießen, weil der Himmel von Drohnen verdunkelt ist. Eine anhaltende totale Sonnenfinsternis. Die Paketdienste, Onlinehändler und selbst die Post haben angekündigt, in naher Zukunft die Pakete mit den Drohnen zuzustellen. Ist dies die neue Invasion der Außerirdischen?

Bekommt man Besuch vom Enkel, muss man mit Überraschungen rechnen. Die große Leidenschaft des Enkels ist seine Drohne. Die surreale Angst der Oma, von in der Luft umherschwirrenden Drohnen, bekommt ein reales Gesicht, es ist die Drohne des Enkel. Die Drohne dient ihm zum Fotografieren und Filmen von Oben, vor ihm gibt es kein Geheimnis mehr. Die Überwachung des Privaten, dagegen sind die Videokameras im öffentlichen Bereich Zufallsgeneratoren, die hin und wieder einen guten Fang machen.

Fangfrisch