kar:freitag

Bei der Karfreitagsdiskussion wurde in ökumenischer Eintracht, von den Spitzen der evangelischen und der katholischen Kirche vorgeschlagen, den Pfingstmontag für einen freien Karfreitag einzutauschen. Ob uns Katholiken die Institution Kirche, bei den Turbulenzen in Kärnten und den sexuellen Missbrauchsfällen durch ihr Kaderpersonal noch glaubwürdig nach außen hin vertreten kann, ist fraglich? Keiner der katholischen Würdenträger wurde von uns Kirchenmitgliedern in freier Wahl gewählt. Zumeist werden die Spitzenpositionen in den einzelnen Bistümern von Rom fremdbestimmt. Ein demokratischer Umkehrschluss wäre, dass die Bischöfe dereinst von den Gläubigen in einer freien Wahl gewählt werden. In Angleichung an das Prozedere in der Demokratie, könnten die Bischöfe dann in einer geheimen Wahl den Papst wählen.

Eine Variante wäre, den Österreichern die Möglichkeit zu geben, selbst darüber abzustimmen, wie sie es in Zukunft mit dem Karfreitag halten wollen? Ob sie zu einem Feiertagstausch bereit sind? Zum Wesen einer Demokratie gehört, dass die Regierungsvertreter von den Bürgern gewählt werden. Die Menschen haben die Möglichkeit eine Partei zu wählen, welche ihrer Lebensauffassung am besten entspricht. Zudem gibt es spezifische Interessenvertretungen wie Arbeiter- oder Wirtschaftskammer. Auch bei diesen Gremien werden die Funktionäre von den Mitgliedern in einer freien Wahl gewählt.

Bischofswahl

bistum:gurk II

Unter den Christen, welche die Gottesdienste oder kirchliche Vorträge besuchen, ist der Anteil von älteren Leuten groß. Die Verlagerung zum älteren Publikum irritiert mich beim Besuch der Sonntagsmessen. Erst unlängst hatte ich in Villach den Verdacht, beim Pfarrgottesdienst am Sonntagvormittag wurde an der Kirchentür ein Schild, Eintritt für Kinder und Jugendliche verboten, angebracht. Soweit mein Blick es erfasste, waren beim Gottesdienst keine Kinder oder Jugendliche anwesend. Der Priester handelte am Altar alleine, auch die üblichen Ministranten fehlten. Die Optik ist deprimierend, wenn im Altarraum, der etwa 80 Quadratmeter umfasst, ein einzelner Mensch, der Pfarrer, agiert. Trotz des seit dem 2. Vatikanischen Konzil üblichen Volksaltar ist die Ferne zwischen dem Zelebranten und den Kirchenbesuchern zu spüren. Zumeist sind die ersten Bankreihen leer. Sie sind sozusagen für die Kinder und die Jugend reserviert, dessen Reservierung es erst gar nicht bedarf. Die ersten Sitzbänke sind nur an vier bis fünf Sonntagen besetzt, wenn die Erstkommunion- und Firmungskandidaten vorgestellt oder in den Gottesdienst eingebunden sind. Die Jugend fehlt und die Erwachsenen nehmen lieber in den hinteren Kirchenbänken Platz. Es entsteht keine Nähe, keine nonverbale Kommunikation zwischen dem Priester und den Mitfeiernden. So besteht eine große Distanz. Den wenigsten Pfarrern gelingt es in der Predigt einen Kontakt herzustellen, die Gläubigen an sich heranzulassen.

Die Internatszöglinge des Marianum Tanzenberg verbrachten die Schulschiwochen im Ferienhaus des Bistum Gurk auf der Flattnitz. Bereits in den sechziger Jahren gab es dort eine Jugendherberge und einen Schlepplift. In den Sommermonaten fanden dort die Ferienlager der Jungschar statt.

Soloauftritt

bistum:gurk I

Wird der Name Bischof Schwarz genannt, wissen selbst kirchenferne Menschen in Kärnten und darüber hinaus in ganz Österreich, dass es einiges an Gerüchten und Fakten gibt. Seitdem der Bischof unerwartet von Kärnten nach Niederösterreich versetzt wurde, wurden kirchenintern viele seiner Tätigkeiten hinterfragt. Was das Bistum Gurk betrifft teilweise als unrechtmäßig angeprangert. Ausgeplaudert wurden diese Unregelmäßigkeiten vom höchsten kirchlichen Gremium, dem Gurker Domkapitel. Dieses hat in einer Presseaussendung von einem System Bischof Schwarz gesprochen. Weiters davon, dass er durch ein Naheverhältnis zu einer Frau, der Glaubwürdigkeit des Bischofsamtes schweren Schaden zugefügt hat. Obendrein so in Zölibats Angelegenheiten erpressbar wurde.

In meiner Erinnerung, ich habe ihn zwei oder dreimal bei einer Bischofsmesse in Villach erlebt, konnte er einnehmend predigen. Er hat die Menschen, auch mich, in seine Gedankengänge eingebunden. Ich hatte das Gefühl, seine Gedanken sind meinen Gedanken ähnlich. Hervorgehoben wird auch sein herzliches Zugehen auf die Menschen. Eine große Zahl von Radio Kärnten Hörern haben die Radiostunden mit Bischof Schwarz, zu Weihnachten und zu Ostern, sehnlichst erwartet. Die Hörer stellten Fragen an ihn, er hat ihnen zugehört, sie getröstet und ermutigt. Dies war seine Stärke. Jene Personen, welche in einem Familienverbund leben, mit seinen Schwächen und Fehlern, ahnen nicht, dass es viele Alleinstehende oder Alleingelassene gibt. Diese hungern nach jedem Wort der Zuwendung und dies konnte Bischof Schwarz auch über das Radio vermitteln.

Im Zusammenhang mit dem System Bischof Schwarz wird der Forstbesitz des Bistums erwähnt, der ca. zehntausend Hektar umfasst. Über deren Erlöse konnte der Bischof alleine verfügen. Zum Besitz gehört die Felfernigalm auf der Flattnitz. Auf dieser Alm kreuzten sich meine Wege mit dem Bistum Gurk.

Ansprechpartner

theo:logie

Eigentlich frage ich mich schon lange, wo bleibt das Echo / die Antwort von Gott auf die vielen Fürbitten, welche Sonntag für Sonntag während der Messfeier verlesen werden? Unter anderem nach Berufung für geistliche Berufe, nach Priesternachwuchs? Soweit zur Feststellung in der Kleinen Zeitung, dass das Durchschnittsalter der katholischen Priester in Österreich über dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter liegt. Das bedeutet das Durchschnittsalter liegt bei über fünfundsechzig Jahren! Eigentlich empfinde ich, dass die ergrauten, über siebzigjährigen Priester von der Administration der katholischen Kirche ausgebeutet werden. Wie sinnvoll sind andere Fürbitten, wenn  das Echo auf den Priesternachwuchs ausbleibt? Vielleicht versteht Gott unsere Sprache nicht.

Wahrscheinlich gehört der Ritus bzw. die Texte der Messfeier einmal „entrümpelt“, will man jüngeres Publikum ansprechen.

W: Schlagloch, das meinst du wohl nicht ernst, dass Gott ein bloßes Echo ist und schnellstens unsere Wünsche erfüllen soll! Beten ist genau das, was du als Mangel beschreibst, in diesem Fall Priestermangel. Nämlich sich Gottes Führung anvertrauen. Das gilt für Betende und für solche, die Christus nachfolgen. Deine Vorschläge zur Kirchenerneuerung habe ich schon in meiner Schulzeit gehört. Wir haben inzwischen neue Messbücher und Rituale, alles da. Auch umgesetzt. Aber das allein macht es  nicht aus. Jugendliche stört  nichts an der normalen Liturgie, meine Erfahrung. Sie sind nur am Sonntag genauso faul wie ihre Eltern und wollen genauso cool sein wie die Gleichaltrigen.

Glaube und Kirche ist halt kein Supermarkt, sondern persönliche private und öffentliche Entscheidung für Gott. W.