Die Wahrheit…

Im dritten Jahrtausend nach Christus müssen die Hüter des echten Christentums ihren alleinigen Wahrheitsanspruch religiosa vera massiv verteidigen. Seit der Aufklärung wird dieser alleinige Wahrheitsanspruch von vielen Seiten in Frage gestellt, durch andere Thesen ersetzt. Zuerst durch die Philosophen der Aufklärung, wie René Descartes und Gottfried Wilhelm Leibniz, durch Kant und in der Neuzeit durch die Naturwissenschaften mit der Planetenlehre und der Evolutionstheorie. Josef Kardinal Ratzinger fragte als Präfekt der Glaubenskongregation zu Beginn seines Essays, Der angezweifelte Wahrheitsanspruch[1]:  „…ob der Begriff Wahrheit sinnvollerweise überhaupt auf die Religion angewandt werden könne, mit anderen Worten, ob es dem Menschen gegeben ist, die eigentliche Wahrheit über Gott und die göttlichen Dinge zu erkennen?“[2]

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Das wir leben…

Martin Heidegger sieht in seinem Werk Sein und Zeit den Menschen als hineingeworfen in die Welt. „Darüber hinaus aber verleiht das Bild vom Wurfe, dem Ganzen der so begonnenen Existenz eine Qualität des Dynamischen. (…) Es gibt Vergangenheit und Zukunft, woher wir kommen und wohin wir eilen, und die Gegenwart ist nur der Augenblick der Erkenntnis selber…“[1]  Dazu merkt Hans Jonas an, wenn es ein hineingeworfen gibt, „was ist der Wurf ohne den Werfer und ohne einen Ort woher.“ [2]Die gnostische Geworfenheit ist meinem Denken nach eine humanere Vorstellung, als die Vorstellung des Existenzialismus, die Absurdität des Daseins oder des Nihilismus, die Nichtigkeit alles Seienden.

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Gott ist…

Die Lehre der Gnosis, welche in den ersten Jahrhunderten nach Christus stark verbreitet war besagt, dass Gott und der Mensch zusammengehören, aber durch die Welt getrennt sind. Die Welt ist durch einen Demiurg erschaffen. Mit dem Pneuma hat der Mensch, als Teil der Welt, einen „göttlichen Funken“. Das Bestreben des Pneumas ist, zu Gott zurückzukehren. Hans Jonas folgert, „…dass in mehr als einer Hinsicht die griechisch-römische Welt der ersten christlichen Jahrhunderte Parallelen mit der Moderne aufweist. (…) Der gemeinsame Zug, den es zu betonen gilt, ist die radikal dualistische Stimmung, die der gnostischen Haltung als ganzer zugrunde liegt…“[1] „Der Dualismus besteht zwischen Mensch und Welt und parallel zwischen Welt und Gott.  (…) In dieser dreigliedrigen Polarität gehören Mensch und Gott gegenüber der Welt zusammen, sind aber, dieser wesenhaften Zusammengehörigkeit zum Trotz, eben durch die Welt getrennt. (…) In Ihrem theologischen Aspekt besagt diese Lehre, dass das Göttliche der Welt fremd ist und keinen Anteil am physischen Universum hat; dass der wahre Gott, absolut transmundan, durch die Welt weder offenbart, noch auch nur angezeigt wird…[2] (…) „Die positive Ergänzung liegt in der Tatsache, dass das wahre Wesen des Menschen das Wissen ist, das Wissen um sich selbst und um Gott.“[3] 

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Christbaum…

…Hoffnungsbaum

Dem Gefühl nach habe ich vor ein paar Tagen die letzten Weihnachtsdekorartikel in Kartons verpackt und im Kellerabteil verstaut. Die gläsernen Engel, welche für eineinhalb Monaten die Wohnung geschmückt haben in Zeitungspapier eingewickelt, um sie vor einen Bruch zu schützen. Die dekorativen Kerzen mit Wellpappe umhüllt, um sie vor Macken zu bewahren. Für die Christbaumkugeln, welche den lebenden Christbaum auf der Loggia schmücken, haben wir zur Aufbewahrung leere Eierkartons. Die etwa eineinhalbmetergroße Fichte ist vor über einem Jahrzehnt von einer Woche zur anderen aus einem Blumentrog auf der Loggia gewachsen. Als zartes Bäumchen, besser Pflänzchen, hat sie den ersten Winter überstanden und ist von Jahr zu Jahr größer geworden. Sommer für Sommer trägt der Wind verschiedene Samen von Bäumen und Sträucher aus dem naheliegenden Wald auf die Loggia. Im Frühjahr sprießen alle möglichen Pflänzchen aus der Erde vom Blumentrog, manche verdorren mit Ende des Sommers, andere werden von mir entfernt. Als Experiment habe ich einer kleinen Pflanze eine Chance gegeben zu wachsen. Aus dem Bäumchen wurde eine Fichte mit einem schönen Wuchs, dieser Baum dient uns seit ein paar Jahren als Christbaum.

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Romane von Karl May…

…langweilten mich.

Zwischen den Studierstunden spielten wir auf den Wiesen rund um das Schloss Tanzenberg Fußball. Ich war ein schlechter Fußballer. Während die Mitschüler der Lederwuchtel nachliefen, lag ich in der Wiese und träumte vor mich hin. Dabei träumte ich von einem Bauernhof im Tal, mit Kühen und Pferden und der Schulfreundin als Bäuerin. Einmal in der Woche konnten wir aus der Internatsbibliothek Bücher ausborgen. Sie befand sich im Turm Stüberl vom Schloss, welches über eine Wendeltreppe erreichbar war. Schon in der Volksschule habe ich gerne gelesen und mir wöchentlich ein Buch aus der Klassenbibliothek ausgeborgt. Anders als viele meiner Klassenkameraden in Tanzenberg konnte ich mich für die Bücher von Karl May nicht begeistern. Vielleicht war der Zugang zu den Karl May Büchern ein falscher? ich habe mir als Erstes den Band „Durch die Wüste“ ausgeborgt und fand die Geschichte total langweilig. Besser wäre es gewesen mit dem Band, „Der Schatz im Silbersee oder Winnetou I“, zu beginnen. Ein Schulkamerad war ein begeisterter Karl May Leser und hat uns abends, nachdem der Präfekt im Schlafsaal das Licht abgedreht hat, die Abenteuer von Winnetou und Old Shatterhand nacherzählt.

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