Dampflock…

Die Printmedien haben ihre Titelseiten ganz flächig mit den Bildern von den Waldbränden vereinnahmt, diesmal war es von der Feuersbrunst in Europa. Vor Jahrzehnten kannten wir aus der Berichterstattung die Buschbrände in Australien. Der Waldbrand im Kanaltal kam der Grenze von Kärnten schon sehr nahe. Die Berichterstattung in den Regionalzeitungen wird umso ausführlicher, je näher ein Geschehen dem Bundesland rückt. Über die Jahrzehnte habe ich zu meiner Zufriedenheit noch keinen Waldbrand größeren Ausmaßes erlebt. In der Kindheit konnten wir vom Politzner Berg aus beobachten, wie im Frühjahr und im Herbst entlang der Bahnstrecke von Zeit zu Zeit an der Böschung ein Brand aufgeflammt ist. Diese lokalen Brände wurden vom Funkenflug der Dampflock ausgelöst und erloschen von selbst. Bei einer Fahrt in die Steiermark, zu einem Ferienlager von der Jungschar, wurde der Zug von einer Dampflokomotive angetrieben. Damals konnte man die Zugfenster noch händisch öffnen und schließen, je nach Bedarf. Keinesfalls durfte im Waggon Zugluft herrschen, dann wurde man von den Mitreisenden zurechtgewiesen. Aus dem offenen Fenster habe ich mich hinausgelehnt, um möglichst hautnah die Landschaft zu erleben. In der Unterkunft habe ich beim Hemdenwechsel gesehen, dass das weiße Hemd schwarz von dem Rußpartikel der Dampflock war.  

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Mandl…

…geformt und trocknen.

Der Vater trug immer stabile Arbeitsschuhe und um die Füße wickelte er Sommer wie Winter seine Fußfetzen, die höheren Temperaturen im Sommer spielten keine Rolle.  Die Fußfetzen waren größere Stücke von einem verschließenden Hemd. Er trug, mit Ausnahme am Sonntag, keine Socken. Auch ich trug Werktags Schuhe und dazu von der Schwester handgestrickte Wollsocken. Im Sommer gehörte eine kurze Lederhose dazu, sie war unempfindlich und komfortabel beim Tragen. Mit ihr konnten wir uns überall hinsetzen, egal ob auf den Grasboden, einen Stein oder auf einen Ast. Auch unsere schmutzigen Hände konnten ihr nichts anhaben. Nach einer Speckjause massierten wir die Speckscharte in die Lederhose ein, dies hielt das Leder geschmeidig. Auf den Feldern verstreut gab es mehrere Wasserquellen mit kühlem Trinkwasser. Zumeist ein kleiner Tümpel, welcher aus der Erde mit Wasser gespeist wurde. Mit den Händen oder mit einem Blechhäferl schöpften wir daraus kühles Wasser um unseren Durst zu stillen. Bei der Feldarbeit gehörte es zu unseren Aufgaben als Kinder, die Erwachsenen mit Wasser zu versorgen. Eine Dreiliter Blechkanne füllten wir bei einer Wasserstelle ab und machten die Runde bei den Erwachsenen.

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Der Vater…

…verschwitzt und abgekämpft.

Es gibt Zutaten, welche im Kopf einen Schub in die Vergangenheit auslösen. Dies kann ein Bild, ein Gegenstand, ein Geräusch, ein Duft oder die Begegnung mit einer Person sein, welche man schon lange nicht mehr gesehen hat. Beim Spaziergang, im Villacher Stadtpark hinter der Evangelischen Kirche, ging ich an den Mitarbeitern vom Gartenbauamt vorbei. Diese sind gerade mit dem Servicewagen vorgefahren und haben verschiedene Gartengeräte ausgeladen. Mechanische Handmähmaschinen, Holzrechen, Krampen und auf der Wiese stand ein fahrbarer Rasenmäher. Eine braungebrannte Arbeiterin war dabei den Benzintank des Rasenmähers zu befüllen. Ich roch den Duft von Benzin und sah, wie sie aus einem Kanister mit Hilfe eines Trichters das Benzin in den Tank füllte. Zu dem Benzingeruch kam das Glucksen und Schlappern des Benzins wie es in den Trichter floss. Augenblicklich erinnerte ich mich an ähnliche Situationen bei der Heumahd, den Geruch des Benzins, weiters das Schlappern und Glucksen. Ähnlich war es im Sommer vor sechzig Jahren, vormittags auf dem Feld, auf der Sonnseite von Politzner Berg beim Benzinnachfüllen in den Reform Motormäher.

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Lockruf…

…der Waghalsigkeit.

Eine Tafel warnte davor, den Abstieg bei Schnee oder Nässe zu wagen. Je jünger ich war, umso mehr Risiko war ich bereit einzugehen. Damlas konnte ich keine Hilfe herbeitelefonieren, nicht in dem Ausmaß von überall und jederzeit Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen. Für die Entscheidung, den Abstieg zu wagen oder nicht zu wagen, blieb der innere Dialog. Im Kopf zwei Welten, eine abenteuerlustige und eine risikobereite und das Gegenüber, die vernünftige und die besonnene. Was wäre, wenn ich am Steig ausrutschen würde und irgendwo in der Schlucht aufschlagen würde? Verletzt, unfähig den Weg fortzusetzen, eventuell im Bachbett gelandet, benommen, nass und unterkühlt. Nicht fähig nach Hilfe zu rufen, nach wem auch? Es würde abends werden, bis sich die Verwandtschaft Gedanken über meinen Verbleib machen würde. Morgens gab es nur eine vage Nachricht, welchen Weg ich für meine Tour wählen werde. Es könnte ein elendiger Tag werden, eine Nacht die vielleicht keinen Morgen mehr kennt. Diese Aussichten entsprachen nicht meinem Lebensgefühl, meiner Lust am Leben.

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Benützung…

…auf eigene Gefahr.

Wir begnügen uns oftmals mit Schlagwörtern oder Worte werden zu geflügelten Sätzen und Redewendungen zu ganzen Lebensweisheiten. Will heißen, ich habe eine Sache auf den Punkt gebracht. Zerpflückt man einen Spruch, klopft ihn auf die Alltagstauglichkeit ab, so zeigen sich oft Lücken oder Engpässe tun sich auf. Wo man den Weg hindurch nicht schafft. Es wird darauf vertraut, dass der Weg in Stand gehalten wird und plötzlich reißt er ab. Wer die Herausforderung liebt, der kann auch solche Wege benützen, wo zu Beginn ein Schild vor der Benützung warnt: Der Steig durch die Schlucht wird nicht betreut, die Benützung erfolgt auf eigene Gefahr. Heute minimiert sich fast jede Gefahr, weil man für den Notfall das Smartphone bei sich führt. Ich glaube, dass bei einer Tageswanderung die meisten ein Smartphone dabeihaben. Den Tag über sind nicht mehr als eine Handvoll Wanderer welche kein Handy dabeihaben. Fördert dies heute Risikobereitschaft? Manche Tragödien, welche sich in den letzten Monaten in den Bergen abspielten, lassen diesen Schluss zu. Nach dem Motto, komme ich in Bergnot, dann kann ich einen Notruf absetzen. Danach wird mich die Bergrettung oder die Flugrettung schon aus der Gefahrenzone bringen. Dies trifft auch auf das Wandergebiet im inneren Montafon zu. An eine Wanderung um die Osterzeit im inneren Montafon, zu Beginn des neuen Jahrtausends, erinnere ich mich.

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