Lockruf…

…der Waghalsigkeit.

Eine Tafel warnte davor, den Abstieg bei Schnee oder Nässe zu wagen. Je jünger ich war, umso mehr Risiko war ich bereit einzugehen. Damlas konnte ich keine Hilfe herbeitelefonieren, nicht in dem Ausmaß von überall und jederzeit Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen. Für die Entscheidung, den Abstieg zu wagen oder nicht zu wagen, blieb der innere Dialog. Im Kopf zwei Welten, eine abenteuerlustige und eine risikobereite und das Gegenüber, die vernünftige und die besonnene. Was wäre, wenn ich am Steig ausrutschen würde und irgendwo in der Schlucht aufschlagen würde? Verletzt, unfähig den Weg fortzusetzen, eventuell im Bachbett gelandet, benommen, nass und unterkühlt. Nicht fähig nach Hilfe zu rufen, nach wem auch? Es würde abends werden, bis sich die Verwandtschaft Gedanken über meinen Verbleib machen würde. Morgens gab es nur eine vage Nachricht, welchen Weg ich für meine Tour wählen werde. Es könnte ein elendiger Tag werden, eine Nacht die vielleicht keinen Morgen mehr kennt. Diese Aussichten entsprachen nicht meinem Lebensgefühl, meiner Lust am Leben.

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Benützung…

…auf eigene Gefahr.

Wir begnügen uns oftmals mit Schlagwörtern oder Worte werden zu geflügelten Sätzen und Redewendungen zu ganzen Lebensweisheiten. Will heißen, ich habe eine Sache auf den Punkt gebracht. Zerpflückt man einen Spruch, klopft ihn auf die Alltagstauglichkeit ab, so zeigen sich oft Lücken oder Engpässe tun sich auf. Wo man den Weg hindurch nicht schafft. Es wird darauf vertraut, dass der Weg in Stand gehalten wird und plötzlich reißt er ab. Wer die Herausforderung liebt, der kann auch solche Wege benützen, wo zu Beginn ein Schild vor der Benützung warnt: Der Steig durch die Schlucht wird nicht betreut, die Benützung erfolgt auf eigene Gefahr. Heute minimiert sich fast jede Gefahr, weil man für den Notfall das Smartphone bei sich führt. Ich glaube, dass bei einer Tageswanderung die meisten ein Smartphone dabeihaben. Den Tag über sind nicht mehr als eine Handvoll Wanderer welche kein Handy dabeihaben. Fördert dies heute Risikobereitschaft? Manche Tragödien, welche sich in den letzten Monaten in den Bergen abspielten, lassen diesen Schluss zu. Nach dem Motto, komme ich in Bergnot, dann kann ich einen Notruf absetzen. Danach wird mich die Bergrettung oder die Flugrettung schon aus der Gefahrenzone bringen. Dies trifft auch auf das Wandergebiet im inneren Montafon zu. An eine Wanderung um die Osterzeit im inneren Montafon, zu Beginn des neuen Jahrtausends, erinnere ich mich.

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Oberhalb von Hochegg…

…auf der Schattseite.

Die Waldarbeit gehörte in einem landwirtschaftlichen Betrieb schon in den sechziger und siebziger Jahren zu den gefährlichsten Arbeiten. Der Vater hat in den Wäldern des mittleren Drautal Holzschlägerungsarbeiten übernommenem, um zu den Einkünften aus dem Bergbauernhof etwas dazuzuverdienen.  Die Einkünfte aus der Landwirtschaft waren bescheiden und erlaubten keine zusätzlichen Ausgaben. Der Bruder und ich waren fünfzehn und siebzehn Jahre alt und halfen an den Wochenenden dem Vater im Holzschlag. Ein Schutzhelm und andere Sicherheitsbekleidung waren nicht üblich, außer massive Arbeitsschuhe, zumeist arbeiteten wir im steilen Gelände. Eine Stihl Motorsäge war der Stolz des Vaters er pflegte sie wie seinen Augapfel. Dazu weiteres Werkzeug wie Hacken, Zapin, Keile und Schepser. Der Schepser war unser Arbeitsgerät, damit mussten wir die Nadelbäume entrinden, umgänglich schepsen. Der Vater hat mit der Stihl Motorsäge die Bäume gefällt, die Äste entfernt und zu vier Meter langen Bloch abgetrennt. Unsere Arbeit war die Baumstämme mit dem Schepser zu entrinden. Um diese rundum zu Schepsen, wurden sie mit dem Vater gemeinsam mit dem Zapin gedreht. Die geschäpsten Stämme waren extrem rutschig und das Drehen im steilen Gelände ein kritischer Moment.

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In den Waggons der 60er…

…waren Holzbänke.

Die Faszination von der Koralmbahn geht für mich von der Reduktion der Fahrzeit von Villach nach Graz aus. Die durchschnittliche Fahrzeit von Villach nach Graz beträgt jetzt drei Stunden, mit einmal Umsteigen in Bruck an der Mur. Ab jetzt beträgt die Fahrtzeit von Villach nach Graz eine Stunde, ohne Umsteigen. Es werden auch mehr Zugsverbindungen angeboten, so dass es möglich ist, nicht nur in Kärnten Veranstaltungen an einem Tag zu besuchen, sondern auch in Graz. An verschiedenen Veranstaltungen teilzunehmen und abends wieder nach Villach, nach Hause, zu fahren. Das kulturelle Angebot der Landeshauptstadt Graz werde ich näher ansehen, es könnte das eine und andere Gustostückerl für mich dabei sein. Fraglich, ob auch die Regionalzeitung darauf reagiert und ein wenig aus dem Stadtleben von Graz berichten wird.  Veranstaltungstipps am besten für eine Woche in vorhinein, damit man sich darauf vorbereiten kann. Auf dieser Strecke werden die neuesten Zuggarnituren zum Einsatz kommen, da die derzeit verkehrenden, in die Jahre gekommenen Zugsgarnituren, für die Höchstgeschwindigkeiten nicht geeignet sind.

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Die Koralmbahn wird…

…ein Impuls für den Alpenadriaraum.

Seit Monaten wird die Kärntner Bevölkerung darauf vorbereitet, dass die Koralmbahn Mitte Dezember ihren Betrieb aufnehmen wird. Während den letzten Monaten verging keine Woche, dass nicht im Lokalfernsehen „Kärnten heute“ oder in der „Kleinen Zeitung“, die Lokalzeitung, darüber berichtet wurde. Es gab Berichte von den Bauarbeiten, die Länge der Bahnstrecke beträgt 130 km und die Länge des Koralmtunnels beträgt 33 km. Zu Wort kamen Ingenieure, Projektleiter, Verantwortliche von den Baufirmen und leitende Angestellte der ÖBB. Ich kann mich an kein Interview erinnern wo Bauarbeiter, Bergleute und Tunnelarbeiter zu Wort gekommen sind. Bei meinem Verständnis und meinem Interesse an technischen Meisterleistungen beeindruckt mich der Bohrkopf, einer wird am Bahnhof Groß Sankt Florian ausgestellt, welche Gigantomanie. Dieser Bohrkopf hat einen Durchmesser von zehn Meter, wiegt hundertneunzig Tonnen und fräste sich mit einer Tagesleistung von etwa dreißig Metern durch die Koralm, die Tunnellänge beträgt dreiunddreißig Kilometer.  Spontan kommen mir beim Anblick dieses gigantischen Bohrkopfes die Bilder von einem Film über die Errichtung des Gotthard-Scheiteltunnel in den Schweizer Alpen in den Sinn. Er wurde 1882 eröffnet und ist fünfzehn Kilometer lang. Die Arbeitsbedingungen waren damals viel dramatischer. Das meiste Material wurde mit Sprengstoff aus dem Berg gesprengt, händisch auf Hunte verladen und aus dem Tunnel transportiert. Bei den Sprengungen entstanden giftige Gase, welche nur unzulänglich abgesaugt wurden. Die giftigen Gase und der viele Staub zerstörten bei einem großen Teil der Bergleute die Lungen. Bei den Sprengungen gab es Verletzte durch herumfliegende Gesteinsbrocken.

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