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In den vergangenen Monaten habe ich einiges aus philosophischer Sicht über das Spannungsfeld zwischen Tier und Mensch gehört. Was sie untereinander unterscheidet, aus philosophischer, nicht aus biologischer Sicht. Von biologischer Seite würden wir uns nur durch ein zwei Gene unterscheiden. Ironisch betrachtet, zwei Gene bei mir anders und ich wäre eine blöde Kuh, wie man es oft fälschlicher Weise von der Kuh behauptet. Es geht mir so, dass ich zwischen wissenschaftlichen und philosophischen Thesen, sowie meinen persönlichen Erlebnissen mit unserer Wohnungskatze Undine vergleiche.

Ein Anlass dazu war eine Universum Fernsehdokumentation: Ein  Fernsehfilm über das Tier- und Pflanzenleben im Jahreskreislauf, im Nationalpark Nockberge in Kärnten. Durch die Nockberge führt eine Panoramastraße und die Nockberge sind vom Frühjahr bis in den Herbst ein beliebtes Ausflugsziel. Wir haben schon selbst Wanderungen in den Nockbergen unternommen. Sobald der erste Schnee fällt wird die Nockalmstraße gesperrt und  ist erst wieder Anfang Mai geöffnet. Diese Region ist für den Wintertourismus  nicht erschlossen, es gibt keine Skilifte. So sind die Tiere unter sich und dies macht Eindruck. Ganz toll fand ich die Winteraufnahmen und  wenn es Frühling wird, die Tierbeobachtungen.

Winterstarre

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In aller Munde, genauer gesagt auf allen PC und Handys ist Facebook installiert. Wie diese Plattform in das Leben der Benützer eindringt und steuert, Zeit und Aufmerksamkeit verlangt, kann ich gut in der Aula der Uni und auch in den Hörsälen beobachten. Ähnlich den Kettenrauchern werden am PC oder am Handy permanent die neuesten Post gelesen oder geschrieben. Wahrscheinlich verliert ein Jugendlicher und teilweise auch die Senioren an Image, wenn sie nicht so und so viele Facebookfreunde haben.Viele private Schnappschüsse, die zumeist Ausnahmesituationen zeigen, werden auf Facebook und YouTube hochgeladen. Meinem dafürhalten trägt dies über Jahre zum Öffentlichkeitsbild dieser Person, positiv oder negativ, bei.

Durch die alltägliche Verwendung der digitalen Medien wird ein neues Zeitverständnis notwendig, eine neue Form der Zeitplanung. Hat man früher Termine und Verabredungen auf  Wochen oder Tage voraus geplant, so heißt es heute: „Wir telefonieren noch  miteinander“. Man trennt sich ohne einen konkreten Termin zu vereinbaren, weil man ja jederzeit telefonisch erreichbar ist. Dies macht eine Tagesplanung äußert  anstrengend und wird auch seine Folgen in der Lebensplanung haben. Bei einer Lehrveranstaltung erlebte ich, dass für die Arbeitsgruppe ein Facebookforum eingerichtet wurde. Über diese sollten die Beiträge und die Terminplanung abgewickelt werden. Um  einen gemeinsamen Termin vor der UNI- Bibliothek zu organisieren hat es 35, fünfunddreißig, Post auf Facebook gebraucht, obwohl am Ende der Vorlesung die Möglichkeit bestand, diesen Termin persönlich auszumachen.

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Hätte der „Ötzi“, ich meine den Mann im Eis, damals ein Handy gehabt, hätte er vielleicht überlebt, wäre aber nicht so berühmt geworden. „Berühmt zu werden“, ist der Antrieb für die Selbstdarstellung in Verbindung mit den digitalen Medien. Auch dies hat eine lange Tradition, wir kennen die geschönten Porträts von Fürstbischöfen, Kaisern und Adeligen in den Museen. Die Selbstporträts in der modernen Malerei werfen zumeist einen kritischen Blick auf sich selbst. Ein neuer Sendungstyp, die Talkshow, wurde im Fernsehen in den 90er Jahren  geboren. In diesen Sendungen können sich Menschen von der Straße zu Themen wie Beziehung, Seitensprung und Sex ganz offen äußern. Zu den Vorreitern zählte RTL mit seiner Sendung der „Heiße Stuhl“, die „Barbara Karlichshow“, hat bis heute viele Zuschauer.

Neue Plattformen der Selbstdarstellung, wie Weblogs, YouTube und Facebook verbreiteten sich mit dem Internet. Auf diesen Webseiten ist es für jedermann möglich seine Meinung zu allem und jeden zu äußern. Lange Zeit war dies nur für  Journalisten in Tageszeitungen und im Fernsehen möglich. Blogs, die schon lange eine Rolle bei der Selbstdarstellung spielen, breiteten sich ab dem Jahr 2000 über die westliche Welt aus. Viele Blogger bleiben anonym und erzählen von ihren Problemen, sei es Scheidung, Missbrauchsfälle oder Geschlechtsumwandlung. Alles in ausführlicherer Form als es bei Twitter und Facebook möglich ist. So bunt wie das Leben, von ihren Kochkünsten und Haustieren, aber auch Kommentare zum Tagesgeschehen. In den Blogs kann eine sofortige gegenseitige Kommunikation stattfinden, die Werkzeuge dafür sind die Kommentarfunktion und das Abonnieren anderer Weblogs. Der Blogger nimmt oft eine neue Identität an, die sich von seinem Alltagsleben unterscheidet. Seit über zehn Jahren führe ich dieses Blog. Sollte jemand dazu Fragen haben oder seine Meinung zu den Einträgen äußern wollen, kann er sich gerne der Kommentarfunktion bedienen.

Überlebt.

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Das Handy ist heute der weit verbreitetste Talisman, Glücksbringer, in Österreich. Macht das Smartphon die Menschen glücklicher und freier? Das eigene Handy in Verbindung mit dem Internet signalisiert ich bin jederzeit, oftmals rund um die Uhr und rund um die Welt erreichbar. Diese andauernde Bereitschaft führt zur Abhängigkeit, anderseits gibt es die Möglichkeit an verschiedenen Lebensbereichen gleichzeitig teilzunehmen. Von einem Standort aus kann man verschiedene Lebenssituationen organisieren. Ein Beispiel: Die Mama arbeitet am Samstagvormittag in einem Drogeriemarkt in Villach und begleitet gleichzeitig via Handy ihre achtjährige Tochter auf der Bahnfahrt nach Salzburg zur Oma. Zwischen ihnen ist ein jederzeitiger Kontakt möglich. Das Handy verleitet aber auch Jugendliche dazu, sich auf dieses Kommunikationsmittel zu beschränken. So sendet eine Nichte täglich eine halbe Stunde lang SMS an ihre Freundin, die nur drei Minuten entfernt wohnt. Sie könnte sich mit ihr real treffen. Das Handy ist ein Teil der heutigen Jugendkultur, ein weiteres Sinnesorgan des menschlichen Körpers, vergleichbar mit dem Auge.

Für die Altersgruppe sechzig plus gibt es eigens konzipierte Seniorenhandys. Sie sind einfach in der Bedienung. Ich schließe damit nicht aus, dass ein Teil der Senioren die neuesten Smartphone verwenden. Für die oftmals alleinlebenden und alleinreisenden Pensionisten vermittelt das Handy ein Gefühl der Sicherheit. Damit können sie bei einem körperlichen Gebrechen jederzeit ein Familienmitglied oder jemanden vom Hilfswerk verständigen. Nach meiner Beobachtung sind sie genauso immer online wie die Jugend. Es  könnte im Laufe des Tages ein Sohn oder ein Enkelkind anrufen. Die älteren Menschen werden oftmals mit sozialen Kontakten nicht verwöhnt, so will man keinen Anruf, der den Alltag aufhellt, versäumen. Nur noch Einzelne machen heute eine Wanderung ohne Handy, es könnte ja etwas passieren. Dabei gehen Menschen seit Jahrhunderten in die Berge, früher alle ohne Handy

Fortsetzung folgt…