KI-Hype endet…

…da Gehirn des Menschen siegt.

Bei jedem ausführlicheren Gespräch, egal um welches Sach- oder Themenfeld es sich handelt, landen wir schlussendlich bei der neuen Zauberformel KI. Mir erscheint es fast so, als ist es diesen Algorithmen gelungen, Erde in Gold zu verwandeln. Es gab die Zeit der Alchimisten, die versuchten durch spekulative Mischungen von Metallen und Chemikalien, durch chemische Prozesse, Gold herzustellen. In der Pfanne sollte schlussendlich Gold liegen. Gelungen ist es niemanden, aber so nebenbei hat es doch einige Erfolge in der Chemie oder Physik gebracht. Der Umstand, dass es nicht gelungen ist im Labor Gold zu erzeugen trägt dazu bei, dass heute Gold als Währungsreserve und Geldanlage fest verankert ist. Ob der KI-Hype damit enden wird, dass wir uns schlussendlich damit abfinden müssen, dass das menschliche Gehirn nicht durch KI ersetzt werden kann? Zurzeit bringt die Anwendung von KI in manchen Berufen Einsparungen beim Personal. Nichts befeuert die menschliche Fantasie so, als wenn die Möglichkeit besteht Gewinne zu erwirtschaften und Kosten zu sparen.

Ein Beispiel für den vermehrten Einsatz der KI ist die Auswertung von Röntgenbildern. Zumeist sind es die Laien, welche davon schwärmen, dass ein KI gesteuertes Programm in kürzester Zeit ein viel genauere Diagnose stellen könne, als ein Facharzt. Die Frage, wer die Verantwortung für den Befund übernimmt und mit der Unterschrift dafür haftet, bleibt offen. Eine Gewissensfrage, wer ist damit einverstanden, allein auf Basis eines Befundes durch die KI sich einer Operation zu unterziehen? Auch in diesem Bereich ist einem das Hemd näher als der Rock. Wird darüber abgestimmt, bei der Verschreibung von Medikamenten zu sparen, wären viele dafür. Wird es konkret und einem wird das eine und andere Medikament nicht mehr bezahlt, dann ist es mit der Einwilligung zum Sparen vorbei.

Endloses Warten…

… auf den Abholdienst.

In der Nähe vom Holzschlag angekommen vereinbarten wir mit ihm eine Uhrzeit, wann wir abends abgeholt werden sollten. Nachdem die Autogeräusche verklungen waren, waren wir mit den Bäumen und unserer Arbeit allein. Stundenweit entfernt von jeder menschlichen Siedlung, von jedem Gehöft. In diesen Jahren genügte ein Blick zur Sonne um zu wissen, wann es Zeit für die Mittagspause war und wann sich die Abholzeit näherte. Nach der Mittagspause wurden die ersten Baumstämme gedreht um die Rinde an den restlichen Stellen zu entfernen. Beim Wenden kam es zu einem Missgeschick, ein Baumstamm kam in das Rutschen und der Fuß vom Vater wurde zwischen zwei Baumstämmen eingeklemmt. Er versuchte den eingeklemmten Fuß freizubekommen, die dicken Baumstämme gaben keinen Millimeter nach. Jeder Versuch vergrößerte seine Schmerzen. Der Vater fühlte seinen Knöchel im Schuh gebrochen und wir waren wegen seiner Klagen betroffen. Zu Fuß von irgendwo Hilfe zu holen war aussichtslos und bis zum vereinbarten Abholtermin dauerte es noch Stunden. Der Bruder und ich versuchten mit dem Zapin den hinteren Baumstamm, vier Meter lang, mit einem Durchmesser von etwa fünfzig Zentimeter, wenigsten einen Zentimeter nach hinten zu bewegen.  Der Vater hätte diesen Moment nutzen können, um den Fuß zu befreien. Jeder Versuch hatte zur Folge, dass danach die Schmerzen größer wurden. Nach scheinbar unzähligen Versuchen gelang es uns den Fuß vom Vater zu befreien. Danach folgte das endlose Warten auf unseren Abholdienst. Zu Hause weigerte sich der Vater den Schuh auszuziehen da er befürchtete, dass er am nächsten Tag den Schuh am angeschwollenen Fuß nicht mehr anziehen kann.      

Oberhalb von Hochegg…

…auf der Schattseite.

Die Waldarbeit gehörte in einem landwirtschaftlichen Betrieb schon in den sechziger und siebziger Jahren zu den gefährlichsten Arbeiten. Der Vater hat in den Wäldern des mittleren Drautal Holzschlägerungsarbeiten übernommenem, um zu den Einkünften aus dem Bergbauernhof etwas dazuzuverdienen.  Die Einkünfte aus der Landwirtschaft waren bescheiden und erlaubten keine zusätzlichen Ausgaben. Der Bruder und ich waren fünfzehn und siebzehn Jahre alt und halfen an den Wochenenden dem Vater im Holzschlag. Ein Schutzhelm und andere Sicherheitsbekleidung waren nicht üblich, außer massive Arbeitsschuhe, zumeist arbeiteten wir im steilen Gelände. Eine Stihl Motorsäge war der Stolz des Vaters er pflegte sie wie seinen Augapfel. Dazu weiteres Werkzeug wie Hacken, Zapin, Keile und Schepser. Der Schepser war unser Arbeitsgerät, damit mussten wir die Nadelbäume entrinden, umgänglich schepsen. Der Vater hat mit der Stihl Motorsäge die Bäume gefällt, die Äste entfernt und zu vier Meter langen Bloch abgetrennt. Unsere Arbeit war die Baumstämme mit dem Schepser zu entrinden. Um diese rundum zu Schepsen, wurden sie mit dem Vater gemeinsam mit dem Zapin gedreht. Die geschäpsten Stämme waren extrem rutschig und das Drehen im steilen Gelände ein kritischer Moment.

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Goldbarren…

…können wir nicht essen.

In den Medien ist viel die Rede davon, dass die alte Weltordnung zerbricht und eine neue Weltordnung im Entstehen ist. Wir Europäer sind wehleidig, wenn wir uns darüber beklagen. Die Frage ist, in welchem Jahrhundert hat es die gelobte Weltordnung gegeben? Als Europäer haben wir die Welt, wie wir sie heute kennen, erst seit einem halben Jahrtausend nach den Entdeckungsreisen, wahrgenommen. Für uns war die Welt intakt, wenn wir die entdeckten Gebiete zumeist mit Waffengewalt, unserer Ordnung unterworfen haben. Zerstört wurde die Ordnung, die Struktur der eroberten Völker und teilweise nach unserem Gutdünken ein neuer Staat geschaffen. Das größte Zerstörungspotential entfaltet sich, wenn dahinter eine Ideologie steckt. Wer Anderen seine Gesinnung oder Gedankenwelt aufdrängen will, übt keine Zurückhaltung. Dies trifft im Familienkreis, in der Nachbarschaft, auf allen Stufen des menschlichen Zusammenlebens zu. Es endet bei den vier geografischen Begriffen. Der Osten, der Westen, der Norden und der Süden. Die Mitte wird in alle Richtungen gezerrt, jede Himmelsrichtung möchte ein Stück von der Mitte bekommen. Dies könnte der Mitte, wenn sie nicht kompakt zusammensteht zum Verhängnis werden. Diese Mitte ist unser Mitteleuropa, wir bekommen die Retourkutsche für unsere Eroberungen. Inzwischen zeigt sich, dass der Westen oder der Osten um vieles stärker ist als wir.

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Treffpunkt…

… Weikhard Uhr.

Kurz vor Graz informierte mein Zugnachbar die Bekannten, dass er um soundso Uhr in Graz ankommen wird. Sollte er sich verspäten, würde er sie informieren. Mit der Zunahme der Reisegeschwindigkeit hat sich auch die Kommunikation entwickelt. Vor Jahrzehnten war es unmöglich seine Ankunft in Echtzeit bekanntzugeben. Eine Möglichkeit war, eine Woche davor über das Festnetztelefon seinen Besuch, mit der festgelegten Ankunftszeit, anzukündigen. Heute können wir jede Verspätung, sei es, weil man am Bahnhof eine Selchwurst ist, in Echtzeit weitergeben. Diese Echtzeitmitteilungen führen auch zu Problemen, dass fix zugesagte Verpflichtungen abgesagt werden.

Damit zu kämpfen hatte zum Jahresanfang eine Nichte, welche in der Pfarre St. Paul ob Ferndorf mit der Organisation der Sternsinger betraut war. Für den Besuch der Bewohner wurden mehrere Sternsinger Gruppen gebildet, drei Jugendliche als „Die Heiligen Drei Könige“ und ein Erwachsener als Begleiter. So ziehen sie zwischen Neujahr und Heiligen drei König von Haus zu haus. So erfreulich der Einsatz der Jugendlichen sich für die Sternsingeraktion darstellte, es kam zu Schwierigkeiten. Morgens, wenn sich die Teilnehmer beim Pfarrhof trafen klingelte das Handy: Dem einem Jugendlichen war am Morgen übel, ein anderer fuhr lieber mit der Mamma in das Einkaufszentrum, ein anderer möchte mit dem Freund in das Hallenbad gehen. Wie soll es gehen, wenn plötzlich mehrere der Heiligen drei Könige ausfallen? Diese kurzfristigen Absagen hat es vor Jahrzehnten nicht gegeben, wenn die Zusage beim Sternsingen der Jungschar mitzuwirken gegeben wurde, dann war man am Treffpunkt da.

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