Sonnenfinsternis…

…Maria Plain.

Dienstag, am 10. August 1999 abends in Salzburg. Nach dem Besuch der Krönungsmesse von W. A. Mozart im Salzburger Dom sitze ich um das Eck im Café Fürst. Kein guter Platz und Zeitpunkt um mir Notizen zu machen. Eine Stunde vor der offiziellen Sperrstunde beginnt das Personal schon emsig im Lokal aufzuräumen. Es herrscht eine Stimmung wie wenige Minuten vor Betriebsschluss, Endzeitstimmung. Zu Mittag waren die Gastlokale in der Stadt zum Bersten voll, auch in der Pizzeria wo wir eingekehrt sind. Hier arbeitet ein Chinese als Pizzakoch. Neben uns hatten Gäste nicht die Geduld zu warten, bis ihnen der Kellner die Speisekarten bringt und haben sich selbstbedient. Der Kellner machte seinen Ärger darüber sichtbar, indem er die Speisekarten zurück in das Regal geworfen hat. So entwickeln sich Spannungen zwischen den Touristen und dem Gastgewerbepersonal. Auswüchse des Tourismus, schon lange findet keine freundschaftliche Begegnung zwischen Gast und Einheimischen, zwischen den verschiedenen Kulturen, statt.  Geht es um das Geschäft verbreiten wir Lügen. Vor Mozarts Geburtshaus ist ein großer Haufen Altpapier, die vielen Japaner nehmen dies nicht weiter zur Kenntnis. Ihr Blick fixiert durch die Linse des Fotoapparates das Geburtshaus von Mozart. Die Schutzbrillen für die morgige Sonnenfinsternis sind in Salzburg ausverkauft. Es wird zweierlei Gruppen von Menschen geben. Eine Gruppe welche keine Brille hat und hofft, dass der Himmel morgen bewölkt sein wird und die andere Gruppe, welche eine Brille ergattert hat und auf einen wolkenlosen Himmel hofft. Es ist eine Frage wie im Leben, auf welcher Seite steht man, gehört man zu den Verlierern oder zu den Gewinnern.

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Sonnenfinsternis…

…und Kreuzfahrtschiff.

Bei der Radtour am Wochenende die Gail entlang, von Villach nach Arnoldstein, erreiche ich vor der Ortschaft Oberschütt eine Bank, die am Waldrand neben der Straße steht. Vor mir breitet sich eine große Wiese aus, den Duft vom gemähten Heu kann ich noch riechen. Ein paar Fliegen und Wespen, ansonsten ist es mucksmäuschenstill. Beim Sitzen blicke ich hinauf zum Dreiländereck. Bei meinen Rundfahrten von Arnoldstein durch die Schütt und zurück habe ich in meiner Zeit als Papier- und Buchhändler bei dieser Bank oft Rast gemacht. Begleitet von vielen Wünschen und Träumen bis am Ende des 2. Jahrtausend sich mit der Lebensgefährtin mancher Traum erfüllt hat. Nach meiner Rückkehr von Salzburg bedurfte es ein mehr an Hausarbeit und der Relaunch der Küche ist fertig. Der Tischler leistete gute Arbeit, die neue Optik hat uns völlig überrascht. Die partielle Sonnenfinsternis konnten wir auf Grund unserer Wohnungslage nicht beobachten. Der Tag trübte etwas früher ein und dem Gefühl nach suchten die Vögel vorzeitig ihre Nester auf. Im digitalen Zeitalter berichtete das Fernsehen live von der Sonnenfinsternis von der Urlaubsinsel Mallorca und von einem Kreuzfahrtschiff.

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Zeit für…

…heiße Schokolade.

Große Hoffnung auf eine zwischenzeitliche Abkühlung setzte ein Café in einem Durchgang, von der Getreidegasse zum Grünmarkt. Täglich um 9 Uhr stellte eine Serviererin einen Plakatständer mit der Werbung, „Zeit für eine heiße Schokolade“, vor der Geschäftstür auf. Damit hat sich das Café klar von anderen Hinweisen, „hier gibt es Eiskaffee“, abgehoben. Eine wirkliche Abkühlung fand man in den Nobel- Boutiquen von Louis Vuitton, Prada oder Escada. Eine kühle Auszeit verbringen, verbunden mit einer Wein- oder Genussmittelverkostung, konnte man im Magazin: Bistro oder Mikis Tastery, wenn auch danach viele ohne etwas Einzukaufen das „Weite“ suchten.

Die meisten Besucher bevorzugten die Sitzplätze im Freien, doch kaum war ein Bier, ein Coca-Cola, eine Pizza oder ein Stück Torte am Tisch, dann war man von einem Wespenschwarm umschwirrt, welche mitnaschen wollten. Wie man sich im Sommer beim Essen im Freien der Wespen erwehren kann, lernte ich im Innenhof vom Stadtwirt kennen. Auf jedem Tisch hatte der Gastronom kleine, mit Sand gefüllte Gläser und darin steckte ein Räucherstäbchen. Jeder Gast konnte bei Bedarf das Räucherstäbchen anzünden, die Wespen wurden vom Duft in die Flucht geschlagen.

Dampflock…

Die Printmedien haben ihre Titelseiten ganz flächig mit den Bildern von den Waldbränden vereinnahmt, diesmal war es von der Feuersbrunst in Europa. Vor Jahrzehnten kannten wir aus der Berichterstattung die Buschbrände in Australien. Der Waldbrand im Kanaltal kam der Grenze von Kärnten schon sehr nahe. Die Berichterstattung in den Regionalzeitungen wird umso ausführlicher, je näher ein Geschehen dem Bundesland rückt. Über die Jahrzehnte habe ich zu meiner Zufriedenheit noch keinen Waldbrand größeren Ausmaßes erlebt. In der Kindheit konnten wir vom Politzner Berg aus beobachten, wie im Frühjahr und im Herbst entlang der Bahnstrecke von Zeit zu Zeit an der Böschung ein Brand aufgeflammt ist. Diese lokalen Brände wurden vom Funkenflug der Dampflock ausgelöst und erloschen von selbst. Bei einer Fahrt in die Steiermark, zu einem Ferienlager von der Jungschar, wurde der Zug von einer Dampflokomotive angetrieben. Damals konnte man die Zugfenster noch händisch öffnen und schließen, je nach Bedarf. Keinesfalls durfte im Waggon Zugluft herrschen, dann wurde man von den Mitreisenden zurechtgewiesen. Aus dem offenen Fenster habe ich mich hinausgelehnt, um möglichst hautnah die Landschaft zu erleben. In der Unterkunft habe ich beim Hemdenwechsel gesehen, dass das weiße Hemd schwarz von dem Rußpartikel der Dampflock war.  

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