er:krankung

In der Innenstadt ist man in den 70er Jahren kaum behinderten Menschen begegnet, die Städte waren behindertenfrei. Heute trifft man zumeist an Sonn- und Feiertagen Gruppen von Behinderten aus den Heimen bei verschiedenen Belustigungen, wie Eis essen oder Ringelspiel fahren. Beliebt ist auch der gemeinsame Besuch des Gottesdienstes. Im spirituellen Umfeld entsteht der Wunsch nach Heilung. Ich frage mich, welche Gottesvorstellung  die körperlich oder geistig Behinderten haben? Mir fällt es schon schwer diese zu artikulieren. Die Titelseite einer Kärntner Tageszeitung gestalten zu Weihnachten und zu Ostern Behinderte mit ihren Zeichnungen. Dies sind  Bilder von tiefer Frömmigkeit. Motive welche die Herzseiten berühren, bei welchen sich der Verstand nicht aufhält.

Am Ende des Winters können die meisten Erwachsenen, voran jede Mutter, zwischen einem grippalen Infekt und einer echten Grippe unterscheiden. Dafür zeigt man Interesse, es kann jeden treffen. Grippaler Infekt und Grippe sind erkennbar, bei der Psyche agiert man im unsicheren Terrain. Das erkennt man auch daran, dass man sich von dem Wort Depression verabschiedet hat und jetzt das Wort Burnout verwendet. Diese Bezeichnung hat keine belastete Vergangenheit. Die Zustände der Depression sind seit der Antike bekannt.

Wer unter einem Burnout leidet und dieses überwindet, was je nach Intensivität eine unangenehme Sache sein kann und über schriftstellerisches Talent verfügt, kann daraus einen Bestseller formen. Im Bundesland Kärnten haben darüber einige Betroffene ein Buch geschrieben und in der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese Präsentationen sind zumeist gefragter als Referate über einen gesunden Lebensstil. Vom Teuflischen geht mehr Faszination aus, als vom Göttlichen.

Hohlweg

katzen:klappe II

Will man das Verhalten einer Katze verändern, gibt es einen Kampf auf Biegen und Brechen. Wer hat den längeren Atem, die Katze mit ihrem Gejammer oder der Tierhalter. Zuerst probiert sie es mit einem treuherzigen Blick, dann fordernd und zornig, mit hochgestelltem Schweif und ständigem Miauen. So versucht die Katze das Herz, zumindest die Hand des Katzenbesitzers dazu zu bewegen, die Tür in das Freie einen Spalt zu öffnen. Dabei kann sie genau unterscheiden, welche Person im Haus ihrem Ansinnen, die Tür zu öffnen, bisher entgegen gekommen ist und welche ihr Ansinnen abgelehnt hat. Gibt man dem Liebeswerben der Katze nach, wird sie nie von sich aus die Katzenklappe benützen. Der treuherzige Blick verleitet einen zur Nachsichtigkeit. Man gibt sich schneller einem Katzenblick geschlagen, als dem schmachtenden Blick einer Frau. Bei einer Katze kommt das Gefühl hinzu, sie ist auf unsere Hilfe angewiesen. Dabei verfügen sie, muss es sein muss, über erstaunliche Fähigkeiten und Geschick.

Die automatischen Türen und Tore haben viel mit Bequemlichkeit zu tun, an die man sich schnell gewöhnt. Zuerst hat man die Kosten für ein automatisches Garagentor gescheut mit dem Argument, nach einer Autofahrt tut einem die Bewegung, um das Garagentor zu öffnen gut. Mit den Jahren kommt der eine und andere Gedanke, um wie vieles bequemer wäre es, wenn man im Auto sitzen bleiben könnte. Vor allem, wenn es beim Heimkommen regnet oder schneit. Jetzt bereut man es, die Ausgabe für eine automatische Toranlage gescheut zu haben.

Hilfsbereit

katzen:klappe

Eine Katzenklappe kann in jede Tür oder Fenster eingebaut werden. So kann die Katze nach Belieben rein und raus, ohne dass der Stubentigerbesitzer ständig als Türöffner fungieren muss. Hat die Katze einmal den Garten oder den Balkon für sich entdeckt, dann wird sie dort ihren Freiheitsdrang ausleben. Zumeist entscheidet man sich für ein Modell, bei dem es möglich ist tagsüber den Freigang zu erlauben und nachtsüber zu blockieren. Oftmals kommt es vor, dass diesen Hauszugang nicht nur die eigene Katze benützt, sondern auch fremde Katzen. Vielerorts werden die Katzen bei der Kastration gleich gechippt und der Chip ermöglicht es, dass die Katzenklappe elektronisch nur für die eigene Katze freigeschaltet wird.

Spannend verläuft das Training, damit die Katze die Klappe benützt. Dafür werden vom Hersteller in der Gebrauchsanweisung verschiedene Tricks empfohlen. Man soll die Katzenklappe für einige Tage geöffnet lassen, damit sich die Katze mit dem Gerät anfreundet und sich in den Tunnel traut. Bei jungen Katzen geschieht dies ziemlich rasch, für sie ist es ein Sport rein und raus zu springen, eine tolle Gymnastik. Schwierig wird das Klappentraining, wenn die Katze bisher gewohnt war, die offene Haus- oder Balkontür zu benützen. Der Katzenbesitzer bislang als Türöffner fungierte. In diesem Fall wird sie sich weigern die Klappe zu benützen. Die Katze zeigt kein Verständnis dafür, dass sie auf den gewohnten Komfort verzichten soll. Warum soll sie mit ihrer Schnauze am Plexi anstoßen und die Pfoten hochnehmen, um die Klappe zu öffnen?

Magnetverschluss

baby:boomer II

Bei uns hieß es seinerzeit, wir hatten die letzten Tage sehr viel zu tun oder in den nächsten Wochen müssen wir die Wasserleitung im Abschnitt Seltschach erneuern. Dies war es. Über die vielen Aufträge in der Firma hat man sich gefreut und dabei seine Arbeitskraft unter Beweis gestellt. Teenager verkünden heute mehrmals täglich, sie haben Stress. Vielleicht meinen sie damit, sie haben in den nächsten Tagen zwei Schularbeiten oder in der Firma stehen drei Lkw zur Reparatur an. Bei der Babyboomer Generation hat das Wort Stress und Burnout einen schimmligen Beigeschmack. Gleich entsteht ein Krankheitsbild, welches mit Psychiatrie verbunden wird. Hier stößt man auf einen Vorgang des Verbergen. Alle Andeutungen die ein Verwandtschaftsverhältnis zu einer psychischen Krankheit herstellen werden hinter den Vorhang geschoben. Oftmals kann man die psychische Beeinträchtigung, vor anderen und dem Partner, gut verstecken. Dies kostet mehr an Kraft, als die Bewältigung der Krankheit selbst. Eine Ursache für dieses Verhalten ist, weil kaum jemand über die Bandbreite von seelischen Krankheiten Bescheid weis. Schlussendlich wird alles in einen Topf geworfen. Im nächsten Jahrzehnt könnten wir die Ausfahrt aus dem Kreisverkehr schaffen. Jeder, der sich entschließt das verurteilende Denken zu verlassen, kann mit einem Handzeichen den Kreisverkehr verlassen.

Man pflegte verschiedenen Umgang mit der Verrücktheit. In den Landgemeinden wurde es toleriert, wenn jemand ein wenig verrückt war, aber niemanden etwas zu leide getan hat. Bei einem Bauern gute Hilfsdienste leistete. Dafür gab es eine ausreichende Verpflegung und eine Schlafstelle die vor Regen und Kälte schützte. Manchmal war es nur eine Koje im Viehstall und eine Decke. Zumindest war es auch an kalten Wintertagen warm. Gab es bei den Bauern keine Arbeit, sind sie durch das Dorf gezogen, von Haus zu Haus und haben um Kleider und ein wenig Essen gebettelt.

Notunterkunft