Der Vater…

…verschwitzt und abgekämpft.

Es gibt Zutaten, welche im Kopf einen Schub in die Vergangenheit auslösen. Dies kann ein Bild, ein Gegenstand, ein Geräusch, ein Duft oder die Begegnung mit einer Person sein, welche man schon lange nicht mehr gesehen hat. Beim Spaziergang, im Villacher Stadtpark hinter der Evangelischen Kirche, ging ich an den Mitarbeitern vom Gartenbauamt vorbei. Diese sind gerade mit dem Servicewagen vorgefahren und haben verschiedene Gartengeräte ausgeladen. Mechanische Handmähmaschinen, Holzrechen, Krampen und auf der Wiese stand ein fahrbarer Rasenmäher. Eine braungebrannte Arbeiterin war dabei den Benzintank des Rasenmähers zu befüllen. Ich roch den Duft von Benzin und sah, wie sie aus einem Kanister mit Hilfe eines Trichters das Benzin in den Tank füllte. Zu dem Benzingeruch kam das Glucksen und Schlappern des Benzins wie es in den Trichter floss. Augenblicklich erinnerte ich mich an ähnliche Situationen bei der Heumahd, den Geruch des Benzins, weiters das Schlappern und Glucksen. Ähnlich war es im Sommer vor sechzig Jahren, vormittags auf dem Feld, auf der Sonnseite von Politzner Berg beim Benzinnachfüllen in den Reform Motormäher.

Weiterlesen

Beweise…

…Mariä Himmelfahrt

Mit Kunstinstallationen in den Gotteshäusern versucht die katholische Kirche das österliche Geschehen um Tod und Auferstehung den Menschen näherzubringen.  In der Stadtpfarrkirche Villach setzt Markus Orsini- Rosenberg mit seiner Installation einen spirituellen Denkanstoß. Beim Betreten des Kirchenschiffes habe ich als Erstes die Flusssteine am Boden wahrgenommen. Vorsicht Steine, über diese könnte ich stolpern mit schlimmen Folgen. Andererseits, hier hat mir jemand Steine in den Weg gelegt um mich aus dem gewohnten Alltag herauszureißen. Normalerweise ist an einem Sonntag in der Kirche alles „beim Alten“. Mein nächster Blick sucht den Altar, dieser ist verhüllt mit einem weißen Leinen, der vergoldete Engel davor ist tröstlich. Unter den aus Sperrholz ausgeschnittenen Formen habe ich ein Kleeblatt entdeckt, ein Glücksklee! An Gott glauben zu können ist ein Geschenk, so wie es der Fund eines vierblättrigen Kleeblattes auf der Wiese ist.

Teil der Installation sind großformatige Tafelbilder, sie weisen auf den Wandel in der Natur hin, vom Erblühen und vom Vergehen der Vegetation. Dies ist nahe bei der Osterbotschaft vom Tod, von der Auferstehung und das Weiterleben im Jenseits. Um dieses Thema ging es in einer vorösterlichen Gesprächsrunde während einer Langlaufwoche im Bildungshaus Osttirol. Damals gab es im Lienzerbecken eine durchgehende Schneedecke, man konnte von Silian bis Oberdrauburg langlaufen. Heute glaubt mir dies niemand mehr, außer ich zeige ihm zum Beweis ein Foto. Die Berichte von der Auferstehung und von einem Weiterleben im Jenseits werfen immer auch die Frage auf, gibt es dafür Beweise?

Ein Theologe der Cusanus Akademie leitete die Gesprächsrunde. Für sich glaubte er an die Auferstehung nach dem Tod, an ein Weiterleben im Jenseits und dass er dort Gott begegnen wird. Er würde sich aber nicht wundern, wenn Gott nicht da wäre.

Heute feiert die katholische Kirche die Himmelfahrt Mariens.

Zugbegleiterin…

…Lob über das Extraservice.

Mit der Eröffnung der Koralmbahn wurde auch der Taktverkehr nach Salzburg verbessert, statt früher alle zwei Stunden, fährt jetzt stündlich ein Zug von Villach nach Salzburg. Dabei zeigt sich, dass die Verfügbarkeit von modernen Zuggarnituren mit der Erweiterung des Zugsverkehrs nicht mithalten konnte. Nach der Abfahrt von Villach versuchen viele Fahrgäste in die Internetverbindung der ÖBB einzusteigen. Dabei kommt es zur Ernüchterung, in den Zuggarnituren funktioniert das Wlan nicht, Funkstille. Nach der Begrüßung der neu Zugestiegenen weist die Zugbegleiterin daraufhin, dass in dieser Zugsgarnitur bei der Fahrt nach Salzburg kein Wlan zur Verfügung steht. Die Zugsgarnitur stammt aus den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts, da wusste noch niemand etwas über Wlan und Internet. Es kann und wird auch keine Internetstruktur eingebaut, da diese Garnituren, sobald neue Garnituren geliefert werden, ausgetauscht werden. Dann wird auch bei dieser Verbindung, Abfahrt um 8.3o in Villach, Wlan zur Verfügung stehen. Mit der nächsten Ansage ließ die Zugbegleiterin aufhorchen: Sie empfahl, einen Blick durch das Zugfenster auf die vorbeiziehende Landschaft zu werfen. Diese Eindrücke, welche die vorbeiziehende Landschaft bietet, steht den Filmen und Videoclip am Smartphon auf keinen Fall nach. Ihrer Ankündigung ließ sie Taten folgen und verwies während der Fahrt auf vorbeiziehende Berggipfel. An den Haltepunkten verlor sie ein paar Worte zu den Örtlichkeiten.

Weiterlesen

Badhofgastein…

…alle waren freundlich.

Ihr Einfamilienhaus steht in der Ortschaft Hirtenberg. Der Name kam mir bekannt vor, weil für mich die Hirter Munitionsfabrik ein Begriff ist. Dabei wurde die Dame sehr emotional, weil die Fabrik in ausländischem Besitz ist und die Erzeugung von Munition eingeschränkt wurde. Dem Ort wurde dadurch seine Lebensgrundlage entzogen. Von jeder Familie hat ein Mitglied in dieser Fabrik gearbeitet. Sie nannte einen grünen Politiker als Ursache, dass die Munitionserzeugung reduziert wurde. Er hat im Parlament Anfragen gestellt, wer die Abnehmer der Hirter Munitionsfabrik sind und ob dies mit dem Status eines neutralen Staates vereinbar sei? Die Hirter Patronenfabrik ist politisch unter die Räder gekommen. Mein Bezug zur Hirter Munitionsfabrik liegt etwas länger zurück. In den siebziger Jahren leistete ich einen Teil meines Präsenzdienstes im Gruppenkommando II in der Glacis Straße in Graz ab. Ich bekleidete den Posten eines Schreibers im Vorzimmer eines Obersts. Dieser war für die Beschaffung von Verpflegung, Bekleidung und Munition für Südösterreich zuständig. Eine der Aufgaben als Schreiber bestand darin, Firmenvertreter beim Oberst anzumelden und sie dann in das Besprechungszimmer zu begleiten. Zumeist holte ich auf Wunsch noch Getränke und Knapper Gebäck aus der Offizierskantine.

Weiterlesen

Arnulf Rainer…

Mein Radius mit der Bahn zu verreisen ist kleiner geworden, so nehmen die Beiträge zu den Erlebnissen beim Zugfahren ab. In den letzten Jahren trägt dazu auch bei, dass sich das Verhalten der Bahnreisenden verändert hat. Es reisen jetzt mehr Jugendliche mit der Bahn und die Meisten zücken nach dem Niedersitzen das Smartphon. Dazu gehören die Kopfhörer zum Musik hören. Begehrt sind die Abteilplätze wo ein Tisch zur Verfügung steht, dort lässt sich der Laptop gut platzieren. Der Gedankenaustausch während der Zugfahrt mit dem zufälligen Sitznachbar wird immer seltener. Die Kommunikation findet außerhalb des Zugabteiles statt, man bleibt in seiner Online Blase. Erst kürzlich habe ich von einer Frau, welche in der anderen Sitzreihe saß gehört, dass sie sich bei ihrem Sitznachbar für das Gespräch während der Fahrt bedankt hat. Dabei bedauernd festgehalten, dass es kaum noch solche Gelegenheiten gibt.

Weiterlesen