Gott ist…

Die Lehre der Gnosis, welche in den ersten Jahrhunderten nach Christus stark verbreitet war besagt, dass Gott und der Mensch zusammengehören, aber durch die Welt getrennt sind. Die Welt ist durch einen Demiurg erschaffen. Mit dem Pneuma hat der Mensch, als Teil der Welt, einen „göttlichen Funken“. Das Bestreben des Pneumas ist, zu Gott zurückzukehren. Hans Jonas folgert, „…dass in mehr als einer Hinsicht die griechisch-römische Welt der ersten christlichen Jahrhunderte Parallelen mit der Moderne aufweist. (…) Der gemeinsame Zug, den es zu betonen gilt, ist die radikal dualistische Stimmung, die der gnostischen Haltung als ganzer zugrunde liegt…“[1] „Der Dualismus besteht zwischen Mensch und Welt und parallel zwischen Welt und Gott.  (…) In dieser dreigliedrigen Polarität gehören Mensch und Gott gegenüber der Welt zusammen, sind aber, dieser wesenhaften Zusammengehörigkeit zum Trotz, eben durch die Welt getrennt. (…) In Ihrem theologischen Aspekt besagt diese Lehre, dass das Göttliche der Welt fremd ist und keinen Anteil am physischen Universum hat; dass der wahre Gott, absolut transmundan, durch die Welt weder offenbart, noch auch nur angezeigt wird…[2] (…) „Die positive Ergänzung liegt in der Tatsache, dass das wahre Wesen des Menschen das Wissen ist, das Wissen um sich selbst und um Gott.“[3] 

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Rudi Dutschke…

„Wissenschaft als persönliches Erlebnis[1], darüber zu Ihnen zu sprechen, bin ich aufgefordert worden. (…) Denn eigentlich gehört vom wissenschaftlichen Tun doch nur an die Öffentlichkeit, was dabei herausgekommen, nicht was in einem vorgegangen ist. (…) Und dabei geht es nun einmal subjektivierend zu, das Persönliche mischt sich ein und damit die Zeitgebundenheit“[2] Verstehe ich Hans Jonas richtig, dann bringt er damit zum Ausdruck, dass es beim wissenschaftlichen Arbeiten nicht nur eine rationale, sondern auch eine emotionale Seite gibt. Letztendlich fließt auch diese in das Denken mit ein.

„Nach dem Betreten des Hörsaals steht man als älteres Semester plötzlich in einer Runde von jungen Studenten, ist etwas verunsichert und weiß nicht, wie man sich artgerecht verhalten soll. Die Anspannung ist da. Egal was kommt, höflich und locker bleiben. Seniorstudenten sind eine Ausnahme und werden von den Jungen kritisch beäugt. Ein Einsteiger Tipp, nicht die vorderen Reihen wählen, die Eingeweihten sitzen in den hinteren Reihen. Bis zu dem Augenblick, wo die Professorin oder der Professor den Hörsaal betritt, ist es spannend wie in der Grundschule. Der Professor fordert uns auf, in die vorderen Reihen zu wechseln, damit seine Stimme geschont wird. Im Berufsleben, als schrulliger Papierwarentandler, hatte ich mit dem Lehrpersonal viele geschäftliche Berührungspunkte. Dabei zu oft das Gefühl, Lehrer erwarten, dass ihre Meinung ohne Widerspruch akzeptiert wird. Außer beruflichen Fortbildungskursen habe ich nach dem Schulabschluss keinen Unterricht mehr genossen.

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Wie die mediale Überreizung…

… die Lebensgestaltung beeinflussen wird.

Aktuell gibt es viele Firmenneugründungen, zuallererst bei den Startups im IT-Bereich. Hier hoffen viele eine geniale Idee in Algorithmen zu verwandeln. Eine App für das Smartphone zu entwickeln, welches jeder Handybesitzer herunterladen wird. Ein Vorschlag von mir, soundso viele Atemzüge pro Tag und damit bewegt man sich im gesunden Bereich, eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation. Wer nicht so Technik affin ist, der könnte im praktischen, im alltäglichen Bereich fündig werden. Ein Serviceleistung, welche anderen Menschen das Leben leichter macht. Wo gibt es da eine Lücke? Heutzutage fehlt es oft an Personal für die einfachsten Handgriffe. Viele wollen partout nicht oder können nicht mehr selbst beim Haus oder im Garten handanlegen. Spaziere ich durch die Randgebiete von Villach, dann stehen bei jedem dritten Haus ein Servicewagen von einem selbstständigen Hausbesorger, Gartenprofi und von Firmen, welche im Winter die Schneeräumung vornehmen. Die Sparte von Reinigungs- und Hausbesorger Diensten hat immer Saison. Diese Beispiele entsprechen meiner Lebensgeschichte, nicht mitreden kann ich in der Welt der jungen Erwachsenen bis zu einem Alter von dreißig Jahren. Diese unterscheidet sich gänzlich von meiner Zeit als junger Erwachsener, ohne Fernseher und Smartphons.

Die öffentliche Smartphonhörigkeit verlangt Aufmerksamkeit im Sekundentakt, in schneller Abfolge werden spaßige Vorkommnisse und konstruierte Kurzvideos zugespielt. Diese Fülle an Ablenkung und Zerstreuung übertrifft bei weitem alles, was wir vorfanden. Ich traue mir keine Vorhersage zu, wie diese mediale Überreizung die weitere Lebenszeit, die Lebensgestaltung und die Lebensentscheidungen beeinflussen wird. Heute benütze ich auch ein Handy und einen PC. Bei kurzfristigen und aktuellen Fragen benütze ich verschiedene Suchmaschinen im Internet. Im Bücherregal habe ich ein 24-bändiges Taschenlexikon von Brockhaus stehen und benütze es gerne. Dort ist die Auskunft prägnant und präzise, soweit das Lexikon aus dem Jahre 2010 auf den letzten Stand ist. Ich gewinne den Eindruck, dass was früher in zehn Jahren passiert ist, dies ereignet sich heute in einem Jahr. 

Am Topf…

…vom Amt hängen.

In der Fastenzeit bemühen sich Menschen aus verschiedenen Altersstufen neu zu orientieren. Wobei ich dabei altersmäßig einen Unterschied mache. In den Powerjahren fällt eine Neuorientierung leicht, da in dieser Zeitspanne nicht daran gezweifelt wird, was man sich in den Kopf gesetzt hat zu erreichen. Dies können Ziele jeder Art sein, ein weiterer Karriereschritt vom Automechaniker zum Leiter der Ersatzteilabteilung, vom Textilverkäufer zum Einkäufer der Herrenabteilung. Solche Beispiele finden sich überall, in der Gastronomie vom Kellner zum Saal Chef, jeder kann in seinem Leben nach solchen Beispielen suchen. Hierbei unterscheiden sich Kopf- von Handberufen nicht. Man beschließt sein eigener Chef zu werden, seine eigene Firma zu gründen. Ein Anstoß dazu kann sein, dass jemand seinen Job verliert. In Österreich gibt es auf dem Weg zur Selbstständigkeit Unterstützung vom Arbeitsmarktservice. Bei meiner Suche nach einem Betriebsnachfolger für das Papier- und Buchgeschäft erlebte ich, dass eine Anwärterin, welche den Laden pachten und weiterführen wollte, dafür die Unterstützung vom AMS bekommen hat. Die Behörde hat für die Schuhverkäuferin die wirtschaftliche Lage meines Handelsbetriebes durchleuchtet. Sie beraten bei der Abfassung des Pachtvertrages und welche Pacht angemessen wäre.

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Die letzten Jahre…

…wann?

Befreie ich mich von der Leier, dass sich heute die Vorkommnisse überschlagen und dass ich darunter begraben werde, ist der Gedanke, was könnte ich im letzten Lebensdrittel machen erlaubt?  Radikaler ist die Frage, was würde mir vor meinem Ableben leidtun, dass ich es versäumt habe? Von welchen Aktivitäten würde ich sagen schade, dass ich dies und jenes nicht gemacht habe? Eine herausfordernde Frage, der man sich stellen sollte. Vielleicht gibt es noch die Möglichkeit, wenn es die körperlichen und geistigen Fähigkeiten erlauben, dass das Eine und das Andere noch umgesetzt werden kann. Interessant wäre in Anlehnung an Reiseführer, diese zehn Sehenswürdigkeiten muss man in Weimar oder in Nürnberg gesehen haben, eine solche Liste für jene Dinge aufzustellen, welche man in seinem Leben noch machen möchte. Manche Reiseschriftsteller gehen einen großen Schritt weiter und empfehlen diese 101 Dinge sollten sie in München gesehen haben. Eine solche Togo Liste getraue ich mir nicht zu erstellen. Diese Anzahl an unerledigten Bedürfnissen würde mir Angst machen. Dabei käme mir der Gedanke, wie willst du dies noch schaffen? Im Inneren bewahre ich ein paar Vorhaben welche ich in den nächsten Jahren, ob dies meine letzten Jahre sein werden, umsetzen möchte. Wann die letzten Jahre anbrechen oder schon angebrochen sind, überlasse ich einem Mächtigeren. Darüber zu rätseln steht mir zweifelnden Gläubigen nicht an, die Entscheidung fällt ein viel Größerer.

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