Die Not…

…bringt manche Fortschritte.

Not macht erfinderisch. So kann man die Situation am Bauernhof beschreiben, ging es darum ein kaputtes Teil zu reparieren. Bei der Getreidemühle war ein Zapfen gebrochen, der die Zufuhr vom Getreide zu den Mühlsteinen reguliert hat. In diesem Jahrzehnt war vieles aus Holz und der Vater konnte auf dem Holzbock den Zapfen wiederherstellen. Bei der Melkanlage ist ein Stück Gummischlauch brüchig geworden. Dann wurde mit einem Stück Gartenschlauch die Zeit, bis wir in die Stadt gekommen sind den Schlauch zu besorgen, überbrückt. Im Sommer mussten die Schönwettertage dazu benützt werden um die Heuernte einzubringen. Nach der Sendung „Autofahrer unterwegs“ kam im Radio der Wetterbericht. Dabei war es am Esstisch in der Küche muxmäuschenstill damit kein Wort verlorenging. Unabhängig davon hatten wir eine eigene Wetterstation im Hof, dies war das metallene Brunnenrohr. Hier floss Tag und Nacht das Wasser von der eigenen Quelle. Begann das Eisenrohr zu schwitzen, dann konnten wir annehmen, dass sich das Wetter in zwei bis drei Tagen ändern wird. Auch die Äskulapnatter die im Gemäuer hauste, welches den Hang beim Brunnen stützte, zeigte sich öfters. Während der Heusaison ging es gnädig  her, weil das Wetter war immer für eine Überraschung gut. Beim Motormäher war das Kupplungsseil gerissen, da versah ein Spagat gute Dienste. Ich glaube, dass aus der Not heraus manche Fortschritte gekommen sind. Not macht erfinderisch, dies könnte auch bedeuten, es regt die Kreativität des Menschen an.

Gibt es dafür…

In den letzten Jahren habe ich die Erfahrung gemacht, wie schnell Vorhaben zerschlagen werden, wenn es mit der Gesundheit, der körperlichen Kraft zu Ende geht. Anderseits verlieren eigene Wünsche an Bedeutung, wenn man jemandem zur Seite steht und diese Person im Lebensalltag unterstützt. Es bleibt, die Freude im Leben an kleinen Begebenheiten zu erfahren. Kein Vergleich zu früher, wurde man an einer Reise gehindert, weil erkrankt oder etwas Wichtiges ist dazwischengekommen. In diesem Fall sah man darin einen Aufschub für ein paar Monate, dann können wir die Reise nachholen.

Vom Lebensende her gedacht erscheint mir die Aufregung, als ich damals zum Bundesheer einrückte, über die gestohlene Lebenszeit als überreizt. Der Wehrdienst dauerte einst neun Monate. Die Gedanken drehten sich darum, wieviel sinnvolles hätte ich in diesen Monaten im Beruf leisten können. Denke ich jetzt auf mein Leben zurück, dann erinnere ich mich an Zeiten die ich sorglos mit Spaß und Unsinn verbracht habe, vielleicht macht dies das Leben aus.   

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Kehrtwende…

…für jeden spürbar.

Bei der ersten Ölkrise musste sich jeder Autobesitzer für einen Autofreien Tag in der Woche entscheiden und diesen mit einem „Pickerl“ auf der Windschutzscheibe sichtbar machen. Ich wählte den Mittwoch als autofreien Tag, am Wochenende wollte ich mit dem Auto etwas unternehmen.  Den älteren Österreichern ist der Ausspruch des damaligen Bundeskanzler Kreisky in Erinnerung: „Die Männer sollen sich nassrasieren und keinen Elektrorasierer verwenden“. Dies wäre ein Beitrag zum Energiesparen, seit damals ist dies ein gesellschaftliches Kernthema. In die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts fiel auch die Abstimmung über die Inbetriebnahme des Atomkraftwerk Zwentendorf. Um nicht gegen das Volk zu regieren veranstaltete Kreisky eine Volksabstimmung über die Inbetriebnahme das Kernkraftwerk Zwentendorf.

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Ölpreisschock…

…heute.

Bei der derzeitigen unsicheren geopolitischen Lage werden Verhältnisse an die Oberfläche gespült, welche ansonsten im Unerforschten ruhen. So rückte der steigende Benzinpreis in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Der Ölpreis ist ein Marker wo viele mitreden, vorsichtig formuliert, oder wüst ihre Meinung zum Besten geben. Nichts bringt die überwiegende Anzahl der Autofahrer so in Rage, wie steigende Spritpreise. Mit einer Ausnahme, wenn der Fahrer der vor einem steht bei Grün keinen Rennstart hinlegt. In den achtziger Jahren erlebte ich in Florenz auf der vierspurigen Stadtautobahn, sprang die Ampel von Rot auf Grün, Formel Eins Atmosphäre. Mit quietschenden Reifen setzten sich die wartenden Autos in Bewegung, um bei der nächsten Ampel bei Rot abrupt abzubremsen.  Kurze Zeit haben wir gedacht, dass die Beobachtung des Benzinpreises der Vergangenheit angehört, weil die Zukunft der E-Mobilität angebrochen ist. Dabei wäre es angebracht die Strompreise zu beobachten und eventuell den Stromanbieter zu wechseln, in der Art wie wir es von den Handytarifen kennen. Das Handy ist zu einem fixen Bestandteil des Alltags geworden und fest in unseren Alltag integriert. Dazu gehört, dass die Handytarife genau studiert werden. Wer für den Lebensmitteleinkauf zuständig ist, durchpflügt täglich die Flugblätter Der Supermarktläden, Nach den günstigsten Milch- und Butterpreisen oder den Aktionen bei den Teigwaren. In der Fernsehwerbung unterbieten sich die Telefonanbieter bei den Handytarifen, wobei die großen Lebensmitteldiskonter auch dabei ihren Fuß im Geschäft haben.

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Seelenheil…

…beten für Jakob den Reichen.

Vor einem halben Jahrtausend hat der Kaufmann Jakob Fugger in seinem Handelsunternehmen eine doppelte Buchhaltung verwendet, wahrscheinlich als Erster nördlich der Alpen. Seine kaufmännische Ausbildung erhielt er in jungen Jahren in Venedig. Die Verwendung der doppelten Buchhaltung unterstützte ihn dabei, erfolgreicher als andere Handelshäuser und Bankinstitute zu sein.  Damit konnte er auf die damals gefährlichen Bargeldtransport verzichten. Für jeden Kunden und jeden Lieferanten wurde ein eigenes Konto eingerichtet und die Kassen ein- und –Ausgänge im Kassajournal umgebucht.  In der Stadt Augsburg hatte „Jakob der Reiche“, nach Aussage eines Biographen, der reichste Mann der Weltgeschichte, seine Firmenzentrale. Bei meinem Besuch in Augsburg sah ich, dass der Reichtum nicht überall gleich verteilt ist. In die Lokalbahn stieg ein Herr ein und sammelte aus den Abfallbehältern im Zug die Pfandflaschen, um bei einer der nächsten Haltestelle den Zug wieder zu verlassen. Wieder zuhause in Warmbad erregte mein Bericht über den Besuch der Fuggerei, eine Sozialsiedlung seit über einem halben Jahrhundert am meisten Aufsehen.  

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