Die Selbstsicherheit…

...hat einen Knick.

Das Notrufsystem vom „Roten Kreuz“ erfreut sich bei den österreichischen Senioren großer Beliebtheit. Sie scheuen die monatliche Abogebühr nicht, um im Notfall, sei es Übelkeit, Sturz oder ein Schwächeanfall den Notruf zu betätigen und damit einen Rettungseinsatz auszulösen. Die Reichweite des Notfallsystem ist auf den Wohnungsbereich beschränkt, es braucht eine Basisstation in der Wohnung. Wichtig ist, dass das Armband mit dem roten Knopf Tag und Nacht am Arm getragen wird. Die Senioren tragen das Armband wie einen Schmuck, wie einen zweiten Ehering. Sie haben sich mit der Notrufzentrale des roten Kreuzes vermählt. Im späten Alter noch eine innige Verbindung eingehen, welche aber weniger mit Liebesgefühlen als mehr mit Angstgefühlen verbunden ist.  Es hat etwas mit dem Verschwinden der Gangsicherheit zu tun, dass es bei einem Sturz sofort Hilfe kommt. Eine letzte innige Bindung vor dem Lebensende verbunden mit dem Wunsch dadurch länger zu leben. Ein Sturz im hohen Alter gehört zu den tragischen Unfällen. Neben den möglichen körperlichen Verletzungen fühlt sich die Psyche überfordert. Die Selbstsicherheit hat einen Knick bekommen, das Vertrauen in die eigenen Füße ist erschüttert. Wer bereits in einem Verkehrsunfall verwickelt war weiß um die Selbstüberwindung wieder in ein Auto einzusteigen.

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Im Falle eines Falles…

…klebt Uhu alles.

In kritischen Situationen besteht heute rund um die Uhr die Möglichkeit ein Notsignal abzusenden.  Zumeist setzen wir ohne Handy keinen Schritt vor die Türe, wir könnten bei der nächsten Stufe stolpern. Eine Wanderung oder eine Radtour ist heute ohne ein Smartphon im Gebäck undenkbar. Ich erinnere mich an die panische Reaktion einer Nichte bei einer Wanderung zur Klagenfurter Hütte. Zu dieser Zeit war der Besitz eines Handys noch nicht selbstverständlich und wenn, war es ein Handy mit Tastatur. Nach etwa einer halben Stunde bemerkte die Nichte, sie besaß als einzige ein Handy, dass sie ihr Handy im Auto vergessen hatte. Sie wollte partout kehrtmachen um ihr Handy aus dem, am Parkplatz abgestellten Pkw zu holen. Es könnte bei einem von uns zu einem Schwächeanfall kommen, jemand ausrutschen und sich an der Hand oder am Fuß verletzten.  Mit dem Handy bestünde die Möglichkeit eine Hilfe herbeizuholen.

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Die Not…

…bringt manche Fortschritte.

Not macht erfinderisch. So kann man die Situation am Bauernhof beschreiben, ging es darum ein kaputtes Teil zu reparieren. Bei der Getreidemühle war ein Zapfen gebrochen, der die Zufuhr vom Getreide zu den Mühlsteinen reguliert hat. In diesem Jahrzehnt war vieles aus Holz und der Vater konnte auf dem Holzbock den Zapfen wiederherstellen. Bei der Melkanlage ist ein Stück Gummischlauch brüchig geworden. Dann wurde mit einem Stück Gartenschlauch die Zeit, bis wir in die Stadt gekommen sind den Schlauch zu besorgen, überbrückt. Im Sommer mussten die Schönwettertage dazu benützt werden um die Heuernte einzubringen. Nach der Sendung „Autofahrer unterwegs“ kam im Radio der Wetterbericht. Dabei war es am Esstisch in der Küche muxmäuschenstill damit kein Wort verlorenging. Unabhängig davon hatten wir eine eigene Wetterstation im Hof, dies war das metallene Brunnenrohr. Hier floss Tag und Nacht das Wasser von der eigenen Quelle. Begann das Eisenrohr zu schwitzen, dann konnten wir annehmen, dass sich das Wetter in zwei bis drei Tagen ändern wird. Auch die Äskulapnatter die im Gemäuer hauste, welches den Hang beim Brunnen stützte, zeigte sich öfters. Während der Heusaison ging es gnädig  her, weil das Wetter war immer für eine Überraschung gut. Beim Motormäher war das Kupplungsseil gerissen, da versah ein Spagat gute Dienste. Ich glaube, dass aus der Not heraus manche Fortschritte gekommen sind. Not macht erfinderisch, dies könnte auch bedeuten, es regt die Kreativität des Menschen an.

Gibt es dafür…

In den letzten Jahren habe ich die Erfahrung gemacht, wie schnell Vorhaben zerschlagen werden, wenn es mit der Gesundheit, der körperlichen Kraft zu Ende geht. Anderseits verlieren eigene Wünsche an Bedeutung, wenn man jemandem zur Seite steht und diese Person im Lebensalltag unterstützt. Es bleibt, die Freude im Leben an kleinen Begebenheiten zu erfahren. Kein Vergleich zu früher, wurde man an einer Reise gehindert, weil erkrankt oder etwas Wichtiges ist dazwischengekommen. In diesem Fall sah man darin einen Aufschub für ein paar Monate, dann können wir die Reise nachholen.

Vom Lebensende her gedacht erscheint mir die Aufregung, als ich damals zum Bundesheer einrückte, über die gestohlene Lebenszeit als überreizt. Der Wehrdienst dauerte einst neun Monate. Die Gedanken drehten sich darum, wieviel sinnvolles hätte ich in diesen Monaten im Beruf leisten können. Denke ich jetzt auf mein Leben zurück, dann erinnere ich mich an Zeiten die ich sorglos mit Spaß und Unsinn verbracht habe, vielleicht macht dies das Leben aus.   

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Kehrtwende…

…für jeden spürbar.

Bei der ersten Ölkrise musste sich jeder Autobesitzer für einen Autofreien Tag in der Woche entscheiden und diesen mit einem „Pickerl“ auf der Windschutzscheibe sichtbar machen. Ich wählte den Mittwoch als autofreien Tag, am Wochenende wollte ich mit dem Auto etwas unternehmen.  Den älteren Österreichern ist der Ausspruch des damaligen Bundeskanzler Kreisky in Erinnerung: „Die Männer sollen sich nassrasieren und keinen Elektrorasierer verwenden“. Dies wäre ein Beitrag zum Energiesparen, seit damals ist dies ein gesellschaftliches Kernthema. In die siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts fiel auch die Abstimmung über die Inbetriebnahme des Atomkraftwerk Zwentendorf. Um nicht gegen das Volk zu regieren veranstaltete Kreisky eine Volksabstimmung über die Inbetriebnahme das Kernkraftwerk Zwentendorf.

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