grund:einkommen

In Europa schmelzen die Arbeitsplätze dahin, ein Klimawandel bei den vorhandenen Arbeitsplätzen. Nach den Schlagwörtern Wohlstand für alle, Vollbeschäftigung und unbegrenztes Wirtschaftswachstum, gibt es ein neues Schlagwort: Bedingungsloses Grundeinkommen für alle (BGE). Die Eckpunkte sind, jeder Erwachsene erhält ein monatliches Einkommen von € 1000.–, unabhängig davon, ob er einer Erwerbsarbeit nachgeht oder nicht. Dafür entfallen sonstige Sozialleistungen. Wobei die verschiedenen Proponenten für BGE bis jetzt keine gemeinsame Basis und Strategie haben. Die Beträge für das BGE differenzieren zwischen € 800.–bis zu € 2.500.–. Die einen wollen den Betrag schon ab dem ersten Tag nach der Geburt auszahlen, andere mit der Volljährigkeit. Nach dem Motto wer bietet mehr, erhofft sich jeder Zirkel mehr Zulauf und Mitglieder für die eigene Plattform. Die Stimmung gleicht einem Wahlkampf, wo auch die Wahlversprechen in die Höhe geschraubt werden, um mehr Stimmen zu lukrieren. Was umgesetzt wird, ist marginal. Ziel ist es, dass bei einer Absicherung der Grundversorgung jeder seinen persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten nachgehen kann. Man geht davon aus, der Mensch ist ein Wesen, welches aus sich heraus lernen und sich beschäftigen will. Bei Eigenversuchen, abseits der allgemeinen Schulpflicht, wurde festgestellt, dass Kinder wissbegierig sind und von sich aus Rechnen, Schreiben und Lesen lernen wollen. Darunter wird es einzelne Ausnahmen geben, welche phlegmatisch sind oder einfach nicht lernen wollen. Ähnliches kann ich mir beim Streben nach Arbeit vorstellen, wo ab einem bestimmten Alter der Wunsch entsteht, etwas Sinnhaftes zu leisten.

Ob es möglich sein wird unsere Infrastruktur zu erhalten, wie wir es gewohnt sind, wird sich weisen. Zum Anderem werden diejenigen, die Gutes leisten, sich dies gut bezahlen lassen. Einen geschickten Handwerker zu bekommen ist schon heute eine Seltenheit. Welcher Betrieb wird dann noch Professionisten ausbilden? Wahrscheinlich wird man für eine Lehrstelle einen Beitrag bezahlen müssen und nicht wie heute eine Lehrlings Entschädigung erhalten. Die Einführung des BGE wird wahrscheinlich die Stunde der Zuwanderer. In dieser Situation ist die Entwicklung der Lebensmittelpreise offen.

park:platz II

Ich hatte einen italienisch Sprachkurs gebucht und fuhr mit dem Pkw nach Florenz. Bislang kannte ich nur den Stadtverkehr der Kleinstadt Klagenfurt, die Stadteinfahrt in Florenz war faszinierend. Die Autobahn mündete in eine Stadtautobahn mit fünf Fahrstreifen. Ich fuhr am äußersten Fahrstreifen und versuchte, schaltete die Ampeln auf grün, einen Formel eins Start hinzulegen, wie meine Autonachbarn. Mit hoher Geschwindigkeit steuerte man auf die nächste Ampel zu, um dann bei Rot Grand Prix reif abzubremsen. Bei Grün startete man mit qualmenden Reifen in den nächsten Rennabschnitt. Meinem geografischen Gedächtnis folgend, erwischte ich die passende Ausfahrt, um vor dem nächsten Rätsel zu stehen. Statt drei Straßen, wie auf dem Stadtplan eingezeichnet, gab es sechs Straßen. Instinktiv benützte ich die Straße ganz rechts und hatte Glück. Auf dieser Straße war es ruhiger und ich konnte mich entspannen. Ich fand einen Parkplatz, für die nächsten vierzehn Tage, ganz in der Nähe meiner Unterkunft.

Es war ein Privatzimmer, von der Sprachschule vermittelt. Ich wohnte mit anderen Studenten bei zwei älteren Damen. Als erstes machten sie mich darauf aufmerksam, beim Zusperren der Wohnungstür alle Riegel vorzuschieben. Als nächstes zeigten sie mir Urlaubsfotos von ihrer Fahrt durch Österreich. Die Reise lag einige Jahrzehnte zurück. Unter anderem waren sie auch am Fuße des Großglockners, in Heiligenblut. Die Unterrichtssprache war ausschließlich italienisch, weil es von der Herkunft der Sprachschüler keine gemeinsame Sprache gab. Mexikaner, Schweden, Holländer, Franzosen, Österreicher, ein bunter Haufen.

Um die zugeparkten Parkflächen zu reinigen wandte man in Florenz folgendes Verfahren an. Am Wochenende musste ich mein Auto auf die andere Kanalseite stellen, da zu Wochenbeginn der hiesige Parkplatz gereinigt wurde, danach wieder zurückstellen.

Hüben und Drüben.

park:platz

Parkplätze in der Innenstadt gehören zu den gefragten Dingen. Ich vermute, je mehr Einwohner eine Stadt hat, umso schwieriger ist es einen freien Parkplatz zu finden. Zumeist gibt es nur kostenpflichtige Parkplätze, Tiefgaragen oder Parkhäuser. Ich krame in meinem Gedächtnis und schildere in Erinnerung gebliebene Parkplatzpannen.

An einem verlängerten Wochenende besuchte ich die Hafenstadt Triest an der Oberen Adria. Über fünf Jahrhunderte gehörte sie zum Habsburgerreich. Man findet in der Innenstadt Bauten wie auf der Ringstraße in Wien. Beeindruckend ist auch die Piazza dell’Unità d’Italia, welche das Meer in die Stadt hereinnimmt. Nach dem 2. Weltkrieg verlor Triest sein Hinterland, die Stadt und der Hafen dümpelten vor sich hin. Nur wenige Kilometer entfernt verlief die Grenze zum ehemaligen Jugoslawien. Ein Jahrzehnt lang wurde zwischen den Siegermächten gestritten, ob Triest bei Italien bleibt oder ob es zu Jugoslawien wandert. Ein Aufflammen der Kämpfe zwischen dem Westen und dem Osten stand kurz bevor. Vor der Einfahrt in die Stadt liegt das Schloss Miramar. Den Spuren von Altösterreich und der Stimmung von Fulvio Tomizza wollte ich in Triest nachgehen. Das Hotel lag zentrumsnah, in der Nähe vom Hotel befand sich auf einem größeren Grundstück eine Tankstelle. Man muss sich in die achtziger Jahre zurückversetzen und der in Italien üblichen Geschäftsstruktur. Es gab keinerlei Bezug zu aufgeräumten Werkstätten in Österreich oder Deutschland. Die Tankstelle stand auf einer Gstetten, auf gut österreichisch, mit viel ungenützter Fläche. Ein idealer Platz, um mein Auto für die nächsten drei Tage abzustellen.

Es war Freitagnachmittag und die Tankstelle bis Montag früh geschlossen. Am Montagmorgen wollte ich das geschäftliche Treiben, den Geruch und Lärmpegel eines Wochentages in Triest spüren und ging nach dem Frühstück zu Fuß in die Innenstadt. Für Villacher Verhältnisse gab es erschreckend viele Autos und es war furchtbar laut. Um die Mittagszeit schlenderte ich auf einer Seitenstraße zurück zum Hotel. Mir kommt  ein Abschleppwagen entgegen, dem ich keine größere Aufmerksamkeit schenke. Auf der Ladefläche sehe ich dasselbe Automodell, wie ich es fahre. Als ich vor dem Hotel bei der Gstettn ankomme, steht mein Auto nicht mehr da. Der Pkw auf dem Abschleppauto war nicht nur das selbe Fabrikat, es war mein Auto. Der Hotelportier, von mir in mangelhaften Italienisch darauf angesprochen, zuckte mit dem Schultern und übergibt mir eine Adresse. Garage, sagte er auf schlechtem Deutsch. Mit einem Taxi bin ich zu der Adresse gefahren und habe für eintausend Schilling mein Auto ausgelöst.

Pfandgeld

ganz:gesund

Von fürsorglichen Menschen wird man darauf aufmerksam gemacht, ein runder Geburtstag wäre ein Anlass über ein Testament nachzudenken. Die vielen Glückwünsche könnten einen tieferen Hintergrund haben. Nicht zufällig kommen Rückfragen, ob man wieder ganz gesund ist, gibt es noch Restbeschwerden oder einen chronischen Verlauf? Dies könnte die momentane Genesung in einem anderen Licht erscheinen lassen. Es braucht nur einen gesundheitlichen Stolperstein, wie eine Erkältung und die nächste Gesundheitskrise wird ausgelöst.

Was verbirgt sich hinter dem heutigen Anspruch ganz gesund zu sein?  Wir haben ein Menschenbild welches vom Power geprägt ist. Dabei unterscheiden wir nicht zwischen den verschiedenen Lebensaltern. Der Fünfzigjährige oder der Siebzigjährige soll im Alltag dieselbe Power bringen, wie der Dreißigjährige. Dabei braucht es im Leben eines Fünfundsechzigjährigen, um sich wohl zu fühlen, nicht den Elan eines Fünfunddreißigjährigen. Mit zwei Drittel der früheren Energie ist er bestens bedient. Was bedeutet man ist wieder ganz gesund?  Nichts anderes, als dass man die wichtigsten Tätigkeiten selbst durchführt und ein wenig Spaß und Freude am Leben hat.

Lebensfreude