“Es ist eine große Last ein Tagebuch zu führen, aber auch eine große Freude es geführt zu haben.” John Ruskins
Auswirkung…
…der langanhaltenden Dürrezeit .
Es ist Zeit für eine ganz private Rückschau auf die Hitzewelle in diesem Sommer. Die täglichen Apelle von den Umweltschutzorganisationen, den Klimaaktivisten und den Aufrufen der Grün Parteien, diesmal den Klimawandel ernst zu nehmen, haben etwas an Intensivität verloren. Die verheerenden Waldbrände in Südost Europa sind eingedämmt und durch die Niederschläge versiegt. Zurückgeblieben sind tausende Hektarflächen an verbranntem Waldbestand, dazu kommt die Dürre unter der die meisten Waldkulturen in Mitteleuropa leiden. Bei den Aufforstungen geht es jetzt darum, die richtige Mischung aus hitzebeständigen Bäumen zu finden. Schattenspende Bäume kehren in das Stadtbild zurück, das Modewort dafür heißt Schwammbäume. In der Villacher Innenstadt bilden sie eine ganze Alee, vom Bahnhofsplatz bis zum Hans-Gasser-Platz. Wer die Augen offenhält sieht, dass die Sitzgelegenheiten unter den Schwammbäumen immer gut besetzt sind. Nicht möglich ist es in der Innenstadt neue Grünflächen, in Form von Parks zu schaffen. Dies würde einen radikalen Eingriff in die Baustruktur erfordern. Eine Radikalität, wie wir es aus der frühen Neuzeit kennen. Um Platz für die Erweiterung der mittelalterlichen Städte zu schaffen wurden die Festungsmauern niedergerissen. Ein berühmtes Beispiel ist die Errichtung von Palais und die Planung der Ringstraße in Wien. Die Hitzewelle hat vielerlei Vorschläge auf den Tisch gebracht. Derzeit genießen wir die etwas kühleren Herbsttage.
WeiterlesenDer Glaube…
…an Gott.
Bei einem Gespräch über Gott, den Glauben und religiöse Werte, argumentieren landläufige Christen damit, es wird noch etwas Höheres als das menschliche Wesen geben. Dieses Höhere wird nach dem allgemeinen Verständnis mit Gott gleichgesetzt. Gott möchte man aber nicht mit seinen Alltagssorgen überhäufen. Kommt es zu krassen Situationen, bei einer Bergwanderung kommt man vom markierten Weg ab und es gelingt nicht die Markierung wieder aufzunehmen, begnügt man sich mit einem Stoßseufzer: Lieber Gott hilf! Handelt es sich um eine brenzlige Situation die Kurzform: Um Gotteswillen! Wohl dann, wenn ein Kind mit seinem Fahrrad auf einem Weg über die Böschung hinauskommt und nur noch der Strauch das Kind vor einem Sturz in den Bach bewahren kann. Das sind Kurzgebete, ausführlicher wird der landläufige Christ bei der Sonntagsmesse, deren Besuch sein Markenzeichen ist. In den sechziger und siebziger Jahren gehörte der Besuch der Sonntagsmesse zum Glaubensleben dazu. Der Gang zur Kirche verlangte das Anlegen eines Sonntagsgewand und vielleicht ergab sich das eine oder andere Treffen mit Freunden und Bekannten. Ich stelle die Hypothese auf, dass der Glaube an einen Gott, ein höheres Wesen von den Memengenen seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergereicht wird. Es braucht Gottvertrauen und Nervenstärke um so fest an Gott zu glauben, dass man seine Unterstützung in verschiedenen Situationen, nach menschlichem Ermessen, für sicher hält. Oder folgen wir der These des österreichischen Philosophen Walter Weiss, der den Glauben an Gott als Trostmaschine30 für den Menschen bezeichnet.
Übergehen wir zwei Fragen, welche als die religiösen Fragen bezeichnet werden: Woher kommen wir und wohin gehen wir? Die größere Herausforderung ist, ob ich Jesus Christus als Gottessohn anerkenne und an sein Versprechen über ein Weiterleben nach dem Tod glaube. Meister Eckhart: „Aus dieser Lauterkeit hat er mich ewiglich geboren als seinen eingeborenen Sohn in das Ebenbild seiner ewigen Vaterschaft, auf dass ich Vater sei und den gebäre, von dem ich geboren bin.31
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Bertrand Russel…
… der Wunsch nach Sicherheit.
Es ist ersichtlich, dass Bernd Russel ganz bewusst und pointiert bestimmte Bibelstellen ausgewählt hat und sich nicht darum gekümmert hat wie die damalige Exegese mit diesen Bibelstellen umgegangen ist. Weiter geht es im Vortrag mit dem Bibelzitat: „Der Menschensohn wird seine Engel aussenden. Diese werden aus seinem Reich alle Verführer und Übeltäter sammeln und werden sie in den Feuerofen werfen.22“ Für Bernd Russel ist die ganze Lehre vom Höllenfeuer, als Strafe für die Sünde, eine grausame Lehre.“23 Erst seit einigen Jahrzehnten wird die Lehre vom gütigen und verzeihenden Gott für die breite Bevölkerung verkündet. Wie begegnet man heute dem Vorwurf von Russel?24 …, „dass in den so genannten Epochen des Glaubens als die Menschen an die christliche Religion in ihrer vollen Ganzheit wirklich glaubten, gab es die Inquisition mit ihren Foltern, wurden Millionen unglückseliger Frauen als Hexen verbrannt und im Namen der Religion an unzähligen Menschen alle erdenklichen Grausamkeiten verübt“. Welches Argument könnte dafür sorgen, dass man sich nicht vom christlichen Glauben und der katholischen Kirche abwendet und zum Antichristen wird? Meine Zuflucht ist, dass nicht alle Priester der katholischen Kurie an diesen Grausamkeiten beteiligt waren und gutgeheißen haben. Ich denke auch an die Willensfreiheit, welche uns Gott eingeräumt hat, uns für Gut oder Böse zu entscheiden.
Zum Ende des Vortrages zitiert Bernd Russel aus seiner Sicht zwei Gründe, warum die Menschen an Gott glauben: „Menschen glauben an Gott, weil man sie dies von frühester Kindheit an gelehrt hat. Der Wunsch nach Sicherheit, nach einer Art Gefühl, dass es einen großen Bruder gibt, der sich um einen kümmert“. Bei den zwei Gründen die Bernd Russell nennt, warum die Menschen an Gott glauben, steckt auf jeden Fall ein wahrer Kern. In den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts war eine christliche Erziehung von Kindesbeinen an normal, heute gibt es dabei eine große Erosion. „Der große Bruder“ spielt aus meiner Beobachtung auch heute eine Rolle. In zahlreichen Kirchen, wie in der Nikolaikirche in Villach, liegen bei den Seitenaltären Gästebücher auf, wo sich die Hilfesuchenden mit einer Bitte an Gott wenden können. Davon wird reger Gebrauch gemacht.
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Bertrand Russell…
…bin kein Christ.
Bertrand Russell, * 18. Mai 1872 Wales; † 2. Februar 1970 Wales, war ein britischer Philosoph, Mathematiker und Religionskritiker. 1950 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Er gilt als einer der Väter der analytischen Philosophie. Er verfasste eine Vielzahl von Werken zu philosophischen, mathematischen und gesellschaftlichen Themen. Zusammen mit Alfred North Whitehead veröffentlichte er die „Principia Mathematica“, über die Grundlagen der Mathematik. Russell war Atheist und Rationalist. Seine Ansichten über Religion hat er in dem Essay, „Warum ich kein Christ bin“, zusammengefasst. Russell hielt diesen Vortrag am 6. März 1927 für die National Secular Society.
Am Beginn seines Vortrages definiert Russel was für ihn zum Christsein gehört: Die betreffende Person muss an Gott, die Unsterblichkeit der Seele und an Jesus Christus glauben17. Er will bei seinem Vortrag die Zuhörer über zweierlei informieren: „Erstens, warum er nicht an Gott und die Unsterblichkeit glaube und warum er nicht der Ansicht ist, dass Christus der Beste und weißeste der Menschen war“.18 In der Annahme, dass Gott die erste Ursache für die Entstehung des Universums ist, wie es die Theologie lehrt, zitiert Russel das Gegenargument von John Stuarts Mills: „Wer hat Gott erschaffen? Wenn alles eine Ursache hat, dann hat auch Gott eine Ursache.“ In der modernen Physik wird der Urknall als Beginn des Universums genannt. Ist Gott mit dem Urknall gleichzusetzen? Damit entsteht das Risiko, dass Gott durch eine neuere wissenschaftliche Erkenntnis ausgetauscht würde. Nach Thomas von Aquin: „Nichts bewegt sich, ohne dass es zuvor einen Beweger gibt. Das führt zu einer Regression und Gott ist der einzige Ausweg. Irgendetwas muss die erste Bewegung veranlasst haben, und dieses Etwas nennen wir Gott.“ Verstehe ich Thomas Aquin richtig, dann ist die erste Ursache Gott. Nach meinem Dafürhalten scheitern wir daran, wenn wir nicht akzeptieren, dass es einen unbewegten Beweger geben kann. Kann es sein, dass sich Gott selbst erschaffen hat, aus sich selbst. Folgt man den Argumenten von Bertrand Russell, dann hat die Welt ohne Auslöser und Ursache begonnen, hat das Universum immer schon existiert und hat überhaupt keinen Anfang.19
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Religion…
…und Gemeinschaft II
Im Jahreskreislauf der christlichen Familien und Personen bilden die kirchlichen Feste einen stabilen Rahmen. In den Alpenländern reichen die christlichen Rituale in das profane Leben hinein: Nikolaus, Heiliger Abend, Aschermittwoch, Auferstehungsfeier, Maria Himmelfahrt, Allerheiligen, um einige zu nennen. Das Mitfeiern dieser kirchlichen Feste ist auch eine Abgrenzung zur profanen Welt, wo diese zum Konsumevent verkommen sind. Dazu kommen die ganz persönlichen Sakramente die den Lebenslauf mittragen: Taufe, Erstkommunion, Firmung, Hochzeit und Begräbnis. Diese Rituale stärken auch das Familienleben, sie stehen dafür, dass ein größerer Kreis der Verwandtschaft zusammentrifft. Beim gemeinsamen Beten merkt man, dass einige der Verwandten schon lange nicht mehr am christlichen Leben teilnehmen. Heute sind diese religiösen Feiern einige der Anlässe, wo die Verwandtschaft leiblich anwesend ist und nicht virtuell am Smartphone. Das gemeinsame Rituale zum Leben dazugehören zeigte sich bei Feiern, wo die religiösen Zeremonien durch einen Priester abgelehnt werden. Dort ersetzt man dann den Priester, bei Hochzeiten und Beerdigungen, durch profane Hochzeitsredner und Trauerredner.
Während des Gottesdienstes hat die Wandlung eine besondere Bedeutung, es geht um die leibliche Präsenz Jesus, keine virtuelle. Der Wein und das Brot werden in das Blut und den Leib des auferstandenen Herrn umgewandelt. Mich stört daran, dass das Blut extra hervorgehoben wird, im Leib Christi müsste, so wie bei uns, das Blut integriert sein. Die Aufforderung Blut zu trinken weise ich zurück. Aufgewachsen in bäuerlichen Verhältnisse war es meine Aufgabe als Jugendlicher, beim Schweineschlachten das stoßweise herausspritzende Blut in einer Pfanne aufzufangen. Im Winter bildete sich schnell im Schnee eine rote Blutlache. Die erste Speise vom frisch geschlachteten Schwein, deren zwei Hälften noch körperwarm am Schragen hingen, war eine Blutsuppe.
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