Radfahrer…

…und E-Bike Fahrer.

Die Zugverbindung von Villach nach Salzburg und in die umgekehrte Richtung wird vielfach von den Radtouristen, welche den Alpen Adria Weg befahren, genützt. Zumeist für die etwas beschwerlichen Teilstücke und für die Durchfahrt durch den Tauerntunnel. Steilstücke stellen für den überwiegenden Teil der Radfahrer kein Hindernis mehr da, benützen doch fast alle ein E-Bike. Es ist eine Überlegung wert, in Zukunft zwischen Radfahrer, solche welche sich nur mit Muskelkraft vorwärtsbewegen und E-Bike Fahrer zu unterscheiden. Noch einmal überraschte die Zugbegleiterin mit der Bitte, sich rechtzeitig zum Ausstieg zu begeben, um keine Verzögerungen bei der Weiterfahrt zu verursachen. Die Fahrtzeit ist knapp kalkuliert, nur so können in Salzburg die Anschlüsse zu den internationalen Verbindungen nach Wien, Innsbruck oder München erreicht werden.

Spannend ist für mich das Verhalten der Mitreisenden im Zugabteil zu beobachten oder auch die Bekleidung ist oft einen Hingucker wert. Als Jugendlicher war eine Fahrt mit dem Zug, wenn wir zum Einkaufen in die Draustadt fuhren, etwas Besonderes. Mir wurde das Sonntagsgewand angezogen und bis wir die Bahnstation in Ferndorf erreichten, waren wir eine schwache Stunde zu Fuß unterwegs.  Ich kann mich nicht erinnern, dass damals jemand mit einer schmutzigen und löchrigen, blauen Jogginghose mit gelben Streifen in den Zug zugestiegen wäre.

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Mandl…

…geformt und trocknen.

Der Vater trug immer stabile Arbeitsschuhe und um die Füße wickelte er Sommer wie Winter seine Fußfetzen, die höheren Temperaturen im Sommer spielten keine Rolle.  Die Fußfetzen waren größere Stücke von einem verschließenden Hemd. Er trug, mit Ausnahme am Sonntag, keine Socken. Auch ich trug Werktags Schuhe und dazu von der Schwester handgestrickte Wollsocken. Im Sommer gehörte eine kurze Lederhose dazu, sie war unempfindlich und komfortabel beim Tragen. Mit ihr konnten wir uns überall hinsetzen, egal ob auf den Grasboden, einen Stein oder auf einen Ast. Auch unsere schmutzigen Hände konnten ihr nichts anhaben. Nach einer Speckjause massierten wir die Speckscharte in die Lederhose ein, dies hielt das Leder geschmeidig. Auf den Feldern verstreut gab es mehrere Wasserquellen mit kühlem Trinkwasser. Zumeist ein kleiner Tümpel, welcher aus der Erde mit Wasser gespeist wurde. Mit den Händen oder mit einem Blechhäferl schöpften wir daraus kühles Wasser um unseren Durst zu stillen. Bei der Feldarbeit gehörte es zu unseren Aufgaben als Kinder, die Erwachsenen mit Wasser zu versorgen. Eine Dreiliter Blechkanne füllten wir bei einer Wasserstelle ab und machten die Runde bei den Erwachsenen.

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Der Vater…

…verschwitzt und abgekämpft.

Es gibt Zutaten, welche im Kopf einen Schub in die Vergangenheit auslösen. Dies kann ein Bild, ein Gegenstand, ein Geräusch, ein Duft oder die Begegnung mit einer Person sein, welche man schon lange nicht mehr gesehen hat. Beim Spaziergang, im Villacher Stadtpark hinter der Evangelischen Kirche, ging ich an den Mitarbeitern vom Gartenbauamt vorbei. Diese sind gerade mit dem Servicewagen vorgefahren und haben verschiedene Gartengeräte ausgeladen. Mechanische Handmähmaschinen, Holzrechen, Krampen und auf der Wiese stand ein fahrbarer Rasenmäher. Eine braungebrannte Arbeiterin war dabei den Benzintank des Rasenmähers zu befüllen. Ich roch den Duft von Benzin und sah, wie sie aus einem Kanister mit Hilfe eines Trichters das Benzin in den Tank füllte. Zu dem Benzingeruch kam das Glucksen und Schlappern des Benzins wie es in den Trichter floss. Augenblicklich erinnerte ich mich an ähnliche Situationen bei der Heumahd, den Geruch des Benzins, weiters das Schlappern und Glucksen. Ähnlich war es im Sommer vor sechzig Jahren, vormittags auf dem Feld, auf der Sonnseite von Politzner Berg beim Benzinnachfüllen in den Reform Motormäher.

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Beweise…

…Mariä Himmelfahrt

Mit Kunstinstallationen in den Gotteshäusern versucht die katholische Kirche das österliche Geschehen um Tod und Auferstehung den Menschen näherzubringen.  In der Stadtpfarrkirche Villach setzt Markus Orsini- Rosenberg mit seiner Installation einen spirituellen Denkanstoß. Beim Betreten des Kirchenschiffes habe ich als Erstes die Flusssteine am Boden wahrgenommen. Vorsicht Steine, über diese könnte ich stolpern mit schlimmen Folgen. Andererseits, hier hat mir jemand Steine in den Weg gelegt um mich aus dem gewohnten Alltag herauszureißen. Normalerweise ist an einem Sonntag in der Kirche alles „beim Alten“. Mein nächster Blick sucht den Altar, dieser ist verhüllt mit einem weißen Leinen, der vergoldete Engel davor ist tröstlich. Unter den aus Sperrholz ausgeschnittenen Formen habe ich ein Kleeblatt entdeckt, ein Glücksklee! An Gott glauben zu können ist ein Geschenk, so wie es der Fund eines vierblättrigen Kleeblattes auf der Wiese ist.

Teil der Installation sind großformatige Tafelbilder, sie weisen auf den Wandel in der Natur hin, vom Erblühen und vom Vergehen der Vegetation. Dies ist nahe bei der Osterbotschaft vom Tod, von der Auferstehung und das Weiterleben im Jenseits. Um dieses Thema ging es in einer vorösterlichen Gesprächsrunde während einer Langlaufwoche im Bildungshaus Osttirol. Damals gab es im Lienzerbecken eine durchgehende Schneedecke, man konnte von Silian bis Oberdrauburg langlaufen. Heute glaubt mir dies niemand mehr, außer ich zeige ihm zum Beweis ein Foto. Die Berichte von der Auferstehung und von einem Weiterleben im Jenseits werfen immer auch die Frage auf, gibt es dafür Beweise?

Ein Theologe der Cusanus Akademie leitete die Gesprächsrunde. Für sich glaubte er an die Auferstehung nach dem Tod, an ein Weiterleben im Jenseits und dass er dort Gott begegnen wird. Er würde sich aber nicht wundern, wenn Gott nicht da wäre.

Heute feiert die katholische Kirche die Himmelfahrt Mariens.

Zugbegleiterin…

…Lob über das Extraservice.

Mit der Eröffnung der Koralmbahn wurde auch der Taktverkehr nach Salzburg verbessert, statt früher alle zwei Stunden, fährt jetzt stündlich ein Zug von Villach nach Salzburg. Dabei zeigt sich, dass die Verfügbarkeit von modernen Zuggarnituren mit der Erweiterung des Zugsverkehrs nicht mithalten konnte. Nach der Abfahrt von Villach versuchen viele Fahrgäste in die Internetverbindung der ÖBB einzusteigen. Dabei kommt es zur Ernüchterung, in den Zuggarnituren funktioniert das Wlan nicht, Funkstille. Nach der Begrüßung der neu Zugestiegenen weist die Zugbegleiterin daraufhin, dass in dieser Zugsgarnitur bei der Fahrt nach Salzburg kein Wlan zur Verfügung steht. Die Zugsgarnitur stammt aus den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts, da wusste noch niemand etwas über Wlan und Internet. Es kann und wird auch keine Internetstruktur eingebaut, da diese Garnituren, sobald neue Garnituren geliefert werden, ausgetauscht werden. Dann wird auch bei dieser Verbindung, Abfahrt um 8.3o in Villach, Wlan zur Verfügung stehen. Mit der nächsten Ansage ließ die Zugbegleiterin aufhorchen: Sie empfahl, einen Blick durch das Zugfenster auf die vorbeiziehende Landschaft zu werfen. Diese Eindrücke, welche die vorbeiziehende Landschaft bietet, steht den Filmen und Videoclip am Smartphon auf keinen Fall nach. Ihrer Ankündigung ließ sie Taten folgen und verwies während der Fahrt auf vorbeiziehende Berggipfel. An den Haltepunkten verlor sie ein paar Worte zu den Örtlichkeiten.

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