… Weikhard Uhr.
Kurz vor Graz informierte mein Zugnachbar die Bekannten, dass er um soundso Uhr in Graz ankommen wird. Sollte er sich verspäten, würde er sie informieren. Mit der Zunahme der Reisegeschwindigkeit hat sich auch die Kommunikation entwickelt. Vor Jahrzehnten war es unmöglich seine Ankunft in Echtzeit bekanntzugeben. Eine Möglichkeit war, eine Woche davor über das Festnetztelefon seinen Besuch, mit der festgelegten Ankunftszeit, anzukündigen. Heute können wir jede Verspätung, sei es, weil man am Bahnhof eine Selchwurst ist, in Echtzeit weitergeben. Diese Echtzeitmitteilungen führen auch zu Problemen, dass fix zugesagte Verpflichtungen abgesagt werden.
Damit zu kämpfen hatte zum Jahresanfang eine Nichte, welche in der Pfarre St. Paul ob Ferndorf mit der Organisation der Sternsinger betraut war. Für den Besuch der Bewohner wurden mehrere Sternsinger Gruppen gebildet, drei Jugendliche als „Die Heiligen Drei Könige“ und ein Erwachsener als Begleiter. So ziehen sie zwischen Neujahr und Heiligen drei König von Haus zu haus. So erfreulich der Einsatz der Jugendlichen sich für die Sternsingeraktion darstellte, es kam zu Schwierigkeiten. Morgens, wenn sich die Teilnehmer beim Pfarrhof trafen klingelte das Handy: Dem einem Jugendlichen war am Morgen übel, ein anderer fuhr lieber mit der Mamma in das Einkaufszentrum, ein anderer möchte mit dem Freund in das Hallenbad gehen. Wie soll es gehen, wenn plötzlich mehrere der Heiligen drei Könige ausfallen? Diese kurzfristigen Absagen hat es vor Jahrzehnten nicht gegeben, wenn die Zusage beim Sternsingen der Jungschar mitzuwirken gegeben wurde, dann war man am Treffpunkt da.
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