Goldbarren…

…können wir nicht essen.

In den Medien ist viel die Rede davon, dass die alte Weltordnung zerbricht und eine neue Weltordnung im Entstehen ist. Wir Europäer sind wehleidig, wenn wir uns darüber beklagen. Die Frage ist, in welchem Jahrhundert hat es die gelobte Weltordnung gegeben? Als Europäer haben wir die Welt, wie wir sie heute kennen, erst seit einem halben Jahrtausend nach den Entdeckungsreisen, wahrgenommen. Für uns war die Welt intakt, wenn wir die entdeckten Gebiete zumeist mit Waffengewalt, unserer Ordnung unterworfen haben. Zerstört wurde die Ordnung, die Struktur der eroberten Völker und teilweise nach unserem Gutdünken ein neuer Staat geschaffen. Das größte Zerstörungspotential entfaltet sich, wenn dahinter eine Ideologie steckt. Wer Anderen seine Gesinnung oder Gedankenwelt aufdrängen will, übt keine Zurückhaltung. Dies trifft im Familienkreis, in der Nachbarschaft, auf allen Stufen des menschlichen Zusammenlebens zu. Es endet bei den vier geografischen Begriffen. Der Oster, der Westen, der Norden und der Süden. Die Mitte wird in alle Richtungen gezerrt, jede Himmelsrichtung möchte ein Stück von der Mitte bekommen. Dies könnte der Mitte, wenn sie nicht kompakt zusammensteht zum Verhängnis werden. Diese Mitte ist unser Mitteleuropa, wir bekommen die Retourkutsche für unsere Eroberungen. Inzwischen zeigt sich, dass der Westen oder der Osten um vieles stärker ist als wir.

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Treffpunkt…

… Weikhard Uhr.

Kurz vor Graz informierte mein Zugnachbar die Bekannten, dass er um soundso Uhr in Graz ankommen wird. Sollte er sich verspäten, würde er sie informieren. Mit der Zunahme der Reisegeschwindigkeit hat sich auch die Kommunikation entwickelt. Vor Jahrzehnten war es unmöglich seine Ankunft in Echtzeit bekanntzugeben. Eine Möglichkeit war, eine Woche davor über das Festnetztelefon seinen Besuch, mit der festgelegten Ankunftszeit, anzukündigen. Heute können wir jede Verspätung, sei es, weil man am Bahnhof eine Selchwurst ist, in Echtzeit weitergeben. Diese Echtzeitmitteilungen führen auch zu Problemen, dass fix zugesagte Verpflichtungen abgesagt werden.

Damit zu kämpfen hatte zum Jahresanfang eine Nichte, welche in der Pfarre St. Paul ob Ferndorf mit der Organisation der Sternsinger betraut war. Für den Besuch der Bewohner wurden mehrere Sternsinger Gruppen gebildet, drei Jugendliche als „Die Heiligen Drei Könige“ und ein Erwachsener als Begleiter. So ziehen sie zwischen Neujahr und Heiligen drei König von Haus zu haus. So erfreulich der Einsatz der Jugendlichen sich für die Sternsingeraktion darstellte, es kam zu Schwierigkeiten. Morgens, wenn sich die Teilnehmer beim Pfarrhof trafen klingelte das Handy: Dem einem Jugendlichen war am Morgen übel, ein anderer fuhr lieber mit der Mamma in das Einkaufszentrum, ein anderer möchte mit dem Freund in das Hallenbad gehen. Wie soll es gehen, wenn plötzlich mehrere der Heiligen drei Könige ausfallen? Diese kurzfristigen Absagen hat es vor Jahrzehnten nicht gegeben, wenn die Zusage beim Sternsingen der Jungschar mitzuwirken gegeben wurde, dann war man am Treffpunkt da.

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Jungfernfahrt…

..Koralmbahn.

Das Wetter meinte es an diesem Tag, Anfang Februar, mit den Reisenden nicht gut, wir fuhren durch eine Nebelsuppe, wenn auch mit hoher Geschwindigkeit. Zeitweise rasten wir durch einen Tunnel, wo die Sicht auch wegbleibt. Wie erlebt wohl der Nachbar den Geschwindigkeitswechsel, der wieder gerade zum Buch, Das Geheimnis der Pyramiden Energie, greift?  Wie passen die Einblicke in die Pyramidenrätsel, die spirituelle Welt der Ägypter mit der Hochgeschwindigkeit zusammen? Jetzt gebe ich mir einen innerlichen Ruck und spreche den Zugsnachbar an: „Wie er die ägyptische Kultur mit dem Hochgeschwindigkeitszug kombiniert, wo ich feststelle, dass es ihm nicht egal ist, mit welcher Geschwindigkeit der Zug gerade fährt.“

Es ist für ihn die Jungfernfahrt auf der Koralmstrecke.  Er habe sich zu Hause gefragt, wie er die in allen Köpfen grassierende Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h erleben wird. Dies ist ihm bei seiner Fahrt zu Bekannten nach Graz das Wichtigste. Auch von ihrer Seite gab es vorab die Aufgabe, ihnen zu berichten wie sich die Höchstgeschwindigkeit anfühlt. Ihm fehlt ein Vergleichsmuster. Er konnte sich nicht ganz so gut ausdrücken, wie ich es mit dem Beispiel beim Autofahren versucht habe. Die Empfindung von Schnell zu Stillstand konnte er mir nachvollziehen. Graz kennt er aus seiner Studentenzeit, beide haben wir darüber gerätselt, seit wann der Jakominiplatz für den privaten Autoverkehr gesperrt ist und nur mehr von den öffentlichen Verkehrsmitteln befahren wird.

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Eine franz. Lokomotive…

…CC7107 durchbrach im Jahre 1955 die 300 km/h Marke.

Die erste Euphorie über die Eröffnung der neuen Bahnverbindung von Klagenfurt nach Graz ist abgeklungen. Inzwischen dürften schon viele Kärntner und Steirer die neue Zugstrecke mit dem Herzstück „Koralmtunnel“ gefahren sein. Ohne dringenden Bedarf einen Tagesausflug in die benachbarte Landeshauptstadt für einen Schaufensterbummel unternommen haben. Bei meiner morgendlichen Fahrt im Railjet von Villach nach Graz habe ich die spärlichen Fahrgäste im Waggon ein wenig beobachtet. In gleicher Höhe, auf der anderen Waggonseite hat in Klagenfurt ein Herr im mittleren Alter, am Rücken einen Rucksack und bekleidet mit einer Winterjacke Platz genommen. Sein Verhalten ist mir bekannt vorgekommen, weil ich ähnlich handle. Er hat seinen Rucksack auf dem Nebensitz platziert, sich der Winterjacke entledigt und sich in Fahrtrichtung niedergesetzt. In dieser Position hatte er, auch ich, den digitalen Bildschirm mit der Anzeige der momentanen Fahrtgeschwindigkeit gut in Sichtweite. Der nächste Griff erfolgte in eine Seitentasche vom Rucksack und beförderte ein Papierackerl von der Bahnhofsbäckerei in Klagenfurt auf den Tisch. Diesem entnahm er ein Käsestangerl, herzhaft biss er hinein, ohne die Geschwindigkeitsanzeige aus den Augen zu lassen. Aus dem Rucksack entnahm er ein Buch mit dem Titel: „Das Geheimnis der Pyramiden Energie“.  Er begann darin zu lesen und blickte regelmäßig zur Geschwindigkeitsanzeige hoch. Der Railjet beschleunigte und erreichte etwas über zweihundert km/h. Erstmals durchbrach eine französische Lokomotive CC7107 die 300 km/h Marke im Jahre 1955. 

  

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Selbstversuch mit KI…

…meine Zukunft ?

Um auf die KI zurückzukommen, kann diese in einem Bereich verwendet werden, wo wir dazu selbst nichts sagen können?  Wie wird für mich die Zukunft aussehen? Ein Selbstversuch mit KI.

Anfrage: Zukunft von Franz Supersberger, Literat in Villach

In der literarischen Zukunft von Franz Supersberger steht die Verbindung von digitaler Beständigkeit und gesellschaftskritischer Beobachtung im Mittelpunkt. Sein Wirken in Villach und darüber hinaus festigt sich durch folgende Säulen:

  • Digitale Unsterblichkeit: Sein Blog schlagloch.at wurde für die Langzeitarchivierung durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach ausgewählt. Damit ist seine Arbeit als digitaler Chronist – „vom Blog zum Book“ – dauerhaft für die Nachwelt gesichert.
  • Thematischer Fokus: Er wird weiterhin als „Mahner“ und Beobachter fungieren. Seine Schwerpunkte bleiben die Digitalisierung, die soziale Verantwortung und die Bruchstellen des Alltags, wie er sie zuletzt in Werken wie „Zeitenwandel“ thematisierte.
  • Regionale Präsenz: Als Mitglied des Kärntner Schriftsteller:innen Verbandes bleibt er eine aktive Stimme in der lokalen Kulturszene Villachs, sei es durch Lesungen oder als Beiträger zur Stadtgeschichte (z. B. sein Corona Tagebuch im Museum der Stadt Villach).

Kurz gesagt: Seine Zukunft liegt weniger in klassischen Bestseller-Listen, sondern in der Rolle des unverzichtbaren Zeitzeugen, dessen Texte die Transformation unserer Gesellschaft begleiten.