Zeit für…

…heiße Schokolade.

Große Hoffnung auf eine zwischenzeitliche Abkühlung setzte ein Café in einem Durchgang, von der Getreidegasse zum Grünmarkt. Täglich um 9 Uhr stellte eine Serviererin einen Plakatständer mit der Werbung, „Zeit für eine heiße Schokolade“, vor der Geschäftstür auf. Damit hat sich das Café klar von anderen Hinweisen, „hier gibt es Eiskaffee“, abgehoben. Eine wirkliche Abkühlung fand man in den Nobel- Boutiquen von Louis Vuitton, Prada oder Escada. Eine kühle Auszeit verbringen, verbunden mit einer Wein- oder Genussmittelverkostung, konnte man im Magazin: Bistro oder Mikis Tastery, wenn auch danach viele ohne etwas Einzukaufen das „Weite“ suchten.

Die meisten Besucher bevorzugten die Sitzplätze im Freien, doch kaum war ein Bier, ein Coca-Cola, eine Pizza oder ein Stück Torte am Tisch, dann war man von einem Wespenschwarm umschwirrt, welche mitnaschen wollten. Wie man sich im Sommer beim Essen im Freien der Wespen erwehren kann, lernte ich im Innenhof vom Stadtwirt kennen. Auf jedem Tisch hatte der Gastronom kleine, mit Sand gefüllte Gläser und darin steckte ein Räucherstäbchen. Jeder Gast konnte bei Bedarf das Räucherstäbchen anzünden, die Wespen wurden vom Duft in die Flucht geschlagen.

Dampflock…

Die Printmedien haben ihre Titelseiten ganz flächig mit den Bildern von den Waldbränden vereinnahmt, diesmal war es von der Feuersbrunst in Europa. Vor Jahrzehnten kannten wir aus der Berichterstattung die Buschbrände in Australien. Der Waldbrand im Kanaltal kam der Grenze von Kärnten schon sehr nahe. Die Berichterstattung in den Regionalzeitungen wird umso ausführlicher, je näher ein Geschehen dem Bundesland rückt. Über die Jahrzehnte habe ich zu meiner Zufriedenheit noch keinen Waldbrand größeren Ausmaßes erlebt. In der Kindheit konnten wir vom Politzner Berg aus beobachten, wie im Frühjahr und im Herbst entlang der Bahnstrecke von Zeit zu Zeit an der Böschung ein Brand aufgeflammt ist. Diese lokalen Brände wurden vom Funkenflug der Dampflock ausgelöst und erloschen von selbst. Bei einer Fahrt in die Steiermark, zu einem Ferienlager von der Jungschar, wurde der Zug von einer Dampflokomotive angetrieben. Damals konnte man die Zugfenster noch händisch öffnen und schließen, je nach Bedarf. Keinesfalls durfte im Waggon Zugluft herrschen, dann wurde man von den Mitreisenden zurechtgewiesen. Aus dem offenen Fenster habe ich mich hinausgelehnt, um möglichst hautnah die Landschaft zu erleben. In der Unterkunft habe ich beim Hemdenwechsel gesehen, dass das weiße Hemd schwarz von dem Rußpartikel der Dampflock war.  

Weiterlesen →

Auswirkung…

…der langanhaltenden Dürrezeit .

Es ist Zeit für eine ganz private Rückschau auf die Hitzewelle in diesem Sommer. Die täglichen Apelle von den Umweltschutzorganisationen, den Klimaaktivisten und den Aufrufen der Grün Parteien, diesmal den Klimawandel ernst zu nehmen, haben etwas an Intensivität verloren. Die verheerenden Waldbrände in Südost Europa sind eingedämmt und durch die Niederschläge versiegt. Zurückgeblieben sind tausende Hektarflächen an verbranntem Waldbestand, dazu kommt die Dürre unter der die meisten Waldkulturen in Mitteleuropa leiden. Bei den Aufforstungen geht es jetzt darum, die richtige Mischung aus hitzebeständigen Bäumen zu finden. Schattenspende Bäume kehren in das Stadtbild zurück, das Modewort dafür heißt Schwammbäume. In der Villacher Innenstadt bilden sie eine ganze Alee, vom Bahnhofsplatz bis zum Hans-Gasser-Platz. Wer die Augen offenhält sieht, dass die Sitzgelegenheiten unter den Schwammbäumen immer gut besetzt sind. Nicht möglich ist es in der Innenstadt neue Grünflächen, in Form von Parks zu schaffen. Dies würde einen radikalen Eingriff in die Baustruktur erfordern. Eine Radikalität, wie wir es aus der frühen Neuzeit kennen. Um Platz für die Erweiterung der mittelalterlichen Städte zu schaffen wurden die Festungsmauern niedergerissen. Ein berühmtes Beispiel ist die Errichtung von Palais und die Planung der Ringstraße in Wien. Die Hitzewelle hat vielerlei Vorschläge auf den Tisch gebracht.  Derzeit genießen wir die etwas kühleren Herbsttage.

Weiterlesen →

Der Glaube…

Bei einem Gespräch über Gott, den Glauben und religiöse Werte, argumentieren landläufige Christen damit, es wird noch etwas Höheres als das menschliche Wesen geben. Dieses Höhere wird nach dem allgemeinen Verständnis mit Gott gleichgesetzt. Gott möchte man aber nicht mit seinen Alltagssorgen überhäufen. Kommt es zu krassen Situationen, bei einer Bergwanderung kommt man vom markierten Weg ab und es gelingt nicht die Markierung wieder aufzunehmen, begnügt man sich mit einem Stoßseufzer: Lieber Gott hilf! Handelt es sich um eine brenzlige Situation die Kurzform: Um Gotteswillen! Wohl dann, wenn ein Kind mit seinem Fahrrad auf einem Weg über die Böschung hinauskommt und nur noch der Strauch das Kind vor einem Sturz in den Bach bewahren kann. Das sind Kurzgebete, ausführlicher wird der landläufige Christ bei der Sonntagsmesse, deren Besuch sein Markenzeichen ist. In den sechziger und siebziger Jahren gehörte der Besuch der Sonntagsmesse zum Glaubensleben dazu. Der Gang zur Kirche verlangte das Anlegen eines Sonntagsgewand und vielleicht ergab sich das eine oder andere Treffen mit Freunden und Bekannten. Ich stelle die Hypothese auf, dass der Glaube an einen Gott, ein höheres Wesen von den Memengenen seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergereicht wird. Es braucht Gottvertrauen und Nervenstärke um so fest an Gott zu glauben, dass man seine Unterstützung in verschiedenen Situationen, nach menschlichem Ermessen, für sicher hält. Oder folgen wir der These des österreichischen Philosophen Walter Weiss, der den Glauben an Gott als Trostmaschine30 für den Menschen bezeichnet.  

Übergehen wir zwei Fragen, welche als die religiösen Fragen bezeichnet werden: Woher kommen wir und wohin gehen wir? Die größere Herausforderung ist, ob ich Jesus Christus als Gottessohn anerkenne und an sein Versprechen über ein Weiterleben nach dem Tod glaube. Meister Eckhart: „Aus dieser Lauterkeit hat er mich ewiglich geboren als seinen eingeborenen Sohn in das Ebenbild seiner ewigen Vaterschaft, auf dass ich Vater sei und den gebäre, von dem ich geboren bin.31

  

Weiterlesen →

Bertrand Russel…

Es ist ersichtlich, dass Bernd Russel ganz bewusst und pointiert bestimmte Bibelstellen ausgewählt hat und sich nicht darum gekümmert hat wie die damalige Exegese mit diesen Bibelstellen umgegangen ist. Weiter geht es im Vortrag mit dem Bibelzitat: „Der Menschensohn wird seine Engel aussenden. Diese werden aus seinem Reich alle Verführer und Übeltäter sammeln und werden sie in den Feuerofen werfen.22“ Für Bernd Russel ist die ganze Lehre vom Höllenfeuer, als Strafe für die Sünde, eine grausame Lehre.“23  Erst seit einigen Jahrzehnten wird die Lehre vom gütigen und verzeihenden Gott für die breite Bevölkerung verkündet. Wie begegnet man heute dem Vorwurf von Russel?24 …, „dass in den so genannten Epochen des Glaubens als die Menschen an die christliche Religion in ihrer vollen Ganzheit wirklich glaubten, gab es die Inquisition mit ihren Foltern, wurden Millionen unglückseliger Frauen als Hexen verbrannt und im Namen der Religion an unzähligen Menschen alle erdenklichen Grausamkeiten verübt“. Welches Argument könnte dafür sorgen, dass man sich nicht vom christlichen Glauben und der katholischen Kirche abwendet und zum Antichristen wird?  Meine Zuflucht ist, dass nicht alle Priester der katholischen Kurie an diesen Grausamkeiten beteiligt waren und gutgeheißen haben. Ich denke auch an die Willensfreiheit, welche uns Gott eingeräumt hat, uns für Gut oder Böse zu entscheiden.   

Zum Ende des Vortrages zitiert Bernd Russel aus seiner Sicht zwei Gründe, warum die Menschen an Gott glauben: „Menschen glauben an Gott, weil man sie dies von frühester Kindheit an gelehrt hat. Der Wunsch nach Sicherheit, nach einer Art Gefühl, dass es einen großen Bruder gibt, der sich um einen kümmert“.  Bei den zwei Gründen die Bernd Russell nennt, warum die Menschen an Gott glauben, steckt auf jeden Fall ein wahrer Kern. In den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts war eine christliche Erziehung von Kindesbeinen an normal, heute gibt es dabei eine große Erosion. „Der große Bruder“ spielt aus meiner Beobachtung auch heute eine Rolle. In zahlreichen Kirchen, wie in der Nikolaikirche in Villach, liegen bei den Seitenaltären Gästebücher auf, wo sich die Hilfesuchenden mit einer Bitte an Gott wenden können. Davon wird reger Gebrauch gemacht. 

  

Weiterlesen →