Seelenheil…

…beten für Jakob den Reichen.

Vor einem halben Jahrtausend hat der Kaufmann Jakob Fugger in seinem Handelsunternehmen eine doppelte Buchhaltung verwendet, wahrscheinlich als Erster nördlich der Alpen. Seine kaufmännische Ausbildung erhielt er in jungen Jahren in Venedig. Die Verwendung der doppelten Buchhaltung unterstützte ihn dabei, erfolgreicher als andere Handelshäuser und Bankinstitute zu sein.  Damit konnte er auf die damals gefährlichen Bargeldtransport verzichten. Für jeden Kunden und jeden Lieferanten wurde ein eigenes Konto eingerichtet und die Kassen ein- und –Ausgänge im Kassajournal umgebucht.  In der Stadt Augsburg hatte „Jakob der Reiche“, nach Aussage eines Biographen, der reichste Mann der Weltgeschichte, seine Firmenzentrale. Bei meinem Besuch in Augsburg sah ich, dass der Reichtum nicht überall gleich verteilt ist. In die Lokalbahn stieg ein Herr ein und sammelte aus den Abfallbehältern im Zug die Pfandflaschen, um bei einer der nächsten Haltestelle den Zug wieder zu verlassen. Wieder zuhause in Warmbad erregte mein Bericht über den Besuch der Fuggerei, eine Sozialsiedlung seit über einem halben Jahrhundert am meisten Aufsehen.  

Weiterlesen

Bruno Kreisky…

…Polit-Stratege.

Dem politischen Strategen Bruno Kreisky gelang ein weiterer Clou, er verkürzte den Grundwehrdienst auf sechs Monate. Damit sicherte er sich die Wählerstimmen der Jungwähler.  Damals vertraute man darauf, dass die USA einen großen militärischen Schutzschirm über Europa spannt und wir darunter unbesorgt leben können. Genauso wie die Küken bei Gefahr unter die Flügel der Henne flüchten Die Europäer haben in einem Glashaus gelebt und plötzlich wirft aus dem Osten jemand Steine auf das Glashaus und auch der Schutzschirm ist brüchig geworden. Ein weiteres Zuckerl der Kreisky Regierung war das Heiratsgeld und das Baby Geld von etwa tausend Euro. Einige Paare haben sich zwecks der Heiratsprämie entschlossen zu heiraten. Heute ist von diesen „Kreiskyzuckerln“ nicht mehr viel übriggeblieben. Verfolgen wir die Geschichte der Republik Österreich so wurden beständig „Geldgeschenke“ an das Wahlvolk verteilt, um die Wähler an eine Partei zu binden.

Weiterlesen

Göttliches Sein…

Hans Jonas verweist darauf, dass sich der göttliche Grund des Sein sich dem Zufall des endlosen Werdens anheimgegeben hat. Im Abenteuer von Raum und Zeit hielt Gott nichts von sich zurück. „…wenn Gott und Welt einfach identisch sind, dann stellt die Welt in jedem Augenblick und jedem Zustand seine Fülle dar und Gott kann weder verlieren noch gewinnen. Vielmehr damit Welt sei und für sich selbst sei, entsagte Gott seinem eigenen Sein.“[1] „Jeder Artunterschied, den die Evolution hervorbringt, fügt den Möglichkeiten von Fühlen und Tun die eigene hinzu und bereichert damit die Selbsterfahrung des göttlichen Grundes.“[2] „…, dass das Bild Gottes an unserem Ort des Universums in Gefahr ist, wie nie zuvor, und zwar im unzweideutigsten Erdensinne. (…) Dass es hier das absolut Unzulässige gibt, nämlich, dass der Mensch sich selbst zerstöre. Keine unbedingte Pflicht, dass es den Menschen geben soll, ist begründbar aus dem kosmischen Werdezufall, dass es ihn gibt.“[3] (…) „In unseren unsicheren Händen halten wir buchstäblich die Zukunft des göttlichen Abenteuers auf Erden, und wir dürfen Ihn nicht im Stiche lassen, selbst wenn wir uns im Stiche lassen wollten.“[4]Hans Jonas richtet einen leidenschaftlichen Appell an die Menschen, die Erde nicht durch Umweltverschmutzung und Ausbeutung der Rohstoffe zu zerstören. Die Menschheit nicht durch einen nuklearen Krieg auszulöschen. Mit unserem Verhalten gegenüber der Umwelt steuern wirauch die Schöpfung. Würden wir als Menschheit scheitern, wäre auch das göttliche Abenteuer auf der Erde gescheitert.

Das aktuelle Bild hat keinen Alternativtext. Der Dateiname ist: 20250417_081736-scaled.jpg
Weiterlesen

Ein Sandkorn…

Viele Künstler, Maler und Autoren erhoffen sich durch ihre Werke persönliche Unsterblichkeit. Diese Hoffnung hege ich auch und sehe in der Archivierung meiner Bücher in der Deutschen Nationalbibliothek,[1] für mich, ein Sandkorn von Unsterblichkeit. Ähnliches erwarte ich mir von der Langzeitarchivierung meines Blog, www.schlagloch.at , durch das Marbacher Literaturarchiv.[2] „Denn es gibt keine Notwendigkeit, dass überhaupt eine Welt sei. Warum Etwas ist anstatt Nichts, diese unbeantwortete Frage der Metaphysik sollte davor schützen, Dasein schlechthin als Axiom zu unterstellen und dann seine Endlichkeit als angefallenen Makel oder als Kürzung seines Rechts. Vielmehr ist die Tatsache von Dasein überhaupt das Mysterium der Mysterien“.[3] „Aber man beachte, dass mit dem Leben zusammen der Tod kam und dass Sterblichkeit der Preis ist, den die neue Möglichkeit des Seins für sich zu zahlen hatte. Wenn ständige Dauer das Ziel wäre, hätte Leben erst gar nicht beginnen dürfen…“[4] (…) Die Heraufkunft des Menschen bedeutet die Heraufkunft von Wissen und Freiheit und mit dieser höchst zweischneidigen Gabe weicht die Unschuld des bloßen Subjekts sich selbst erfüllenden Lebens, der Aufgabe der Verantwortung unter der Disjunktion von Gut und Böse“.[5]


[1] http://dnb.ddb.de [2] http://www.dla-marbach.de/ [3] Seite 395, Hans Jonas , Das Prinzip Leben, 2. Auflage 2011, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main [4] Seite 391, Hans Jonas, Das Prinzip Leben, 2. Auflage 2011, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main [5] Seite 393, Hans Jonas , Das Prinzip Leben, 2. Auflage 2011, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main

Unsterblichkeit…

„Statt sie, die Endlichkeit, zu verleugnen, beanspruchen wir unsere Vergänglichkeit: …ja wir bestehen darauf, dem Nichts uns gegenüberzustellen und die Kraft zu haben, mit ihm zu leben. So wirft sich der Existentialismus, dieser extreme Spross der modernen Stimmung oder Verstimmung, ohne die Sicherung eines geheimen Rettungsseiles in das Wasser der Sterblichkeit.“ [1] Der Nihilismus und der Existentialismus sind neue philosophische Strömungen in der Gesellschaft. Ob das Bedürfnis des medial vernetzten Menschen, von sich permanent Alltagsfotos, Selfies, in das Internet hochzuladen, eine Gegenströmung zum Existentialismus darstellt, ist des Nachdenkens wert. Auf Instagram, ein kostenloser Online-Dienst zum Teilen von Fotos und Videos, werden laut einer Statistik aus dem Jahr 2016, in jeder Minute mehr als 1,1 Millionen Fotos und Videos gepostet und damit täglich ca. 26,4 Millionen Beiträge hochgeladen.[2] Neben Instagram gibt es noch weitere soziale Netzwerke, wo Fotos und Videos hochgeladen werden können. Ist das Präsent sein im World Web, wenn auch vom großen Teil der Benutzer unbewusst, ein Versuch etwas von sich in einem Paralleluniversum zu speichern? Um später einmal als Vierzigjähriger, sich selbst im Internet als Vierzehnjährigen zu begegnen?

Weiterlesen