corona:impfstoff

Bei speziellen Artikeln des nichtalltäglichen Bedarfes, wie bei medizinischen Produkten und Medikamente zeigen sich Engpässe in der Versorgung. In verschiedenen Fabriken muss die Fertigung eingestellt werden, weil die Lieferkette aus dem fernen Osten unterbrochen ist. Jetzt melden sich lautstark die Schlaumeier, die immer schon gewusst haben, dass man es verabsäumt hat wichtige Güter, vor allem die Lebensmittelversorgung und Produkte des täglichen Bedarfes, sowie Artikel zur Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung, lokal in Europa zu produzieren.  Es sei ein Gebot der Stunde, die Produktion aus anderen Kontinenten nach Europa zu verlagern. Könnte ich die verschiedenen Aussagen dieser Schlaumeier ein paar Jahre zurückverfolgen, so gehören viele darunter zu jenen, welche massiv verlangt haben, dass es für den Handel keine Beschränkungen geben soll. Das Heil sei in der Globalisierung zu finden. Niemand von uns kann sich von den Vorteilen der Globalisierung ausschließen. Man müsste sich nur in der eigenen Wohnung umsehen. Die gebräuchlichsten Artikel, wie das Smartphone, der Fernseher, auch Bekleidung kommen aus dem Fernen Osten. Vor kurzer Zeit haben wir es noch geschätzt, wie günstig diese Produkte sind. Die eine und andere Träne verloren, weil bei uns durch die Auslagerung der Produktion zigtausende Arbeitsplätze verloren gegangen sind. Dabei gab es den Trost, wir schaffen den Ausgleich an Arbeitsplätzen damit, dass wir neue Produkte entwickeln.

Ich bin gespannt, aus welcher Himmelsrichtung die ersten wirksamen Medikamente zur Behandlung des Coronavirus kommen und welche Nation zuerst den vorbeugenden Impfstoff entwickeln wird. Werden wir dann wieder alle guten Vorsätze über Bord werfen und die Herstellung der Corona Medikamente und des Impfstoffes dorthin auslagern, wo am billigsten produziert wird? Der Mensch lernt wenig aus Krisen und vergisst sie schnell.

covid-19/10

23. 04 : 2019

Frühmorgens auschecken, unser Zug fährt um 8.31 in Strasbourg ab. Er fährt über Stuttgart, München, Salzburg nach Villach und wir werden um 16.43 in Villach ankommen. Wie in Prag, werden in der Bahnhofshalle die Bahnsteige, wo die Züge abfahren, erst in letzter Minute angezeigt. Zuhause wurden wir mit einer Politzner (Kärntner) Osterjause überrascht.

Bei der Reise unter dem Motto, „Weltanschauen, reisen zu Land und Leuten mit dem Zug“, legten wir mit dem Eisenbahn 2.329 Kilometer zurück. 

     

22. 04 : 2019 ostermontag

Am Vormittag besteigen wir ein Ausflugsschiff und genießen die Bootsfahrt auf der Ill. Vom Boot aus und mit einem Audioguide lassen sich die Sehenswürdigkeiten gut betrachten, wie das protestantische Viertel oder die Festungsanlagen Vauban zur Verteidigung der Stadt. Die Fahrt führt rund um die Innenstadt und hinaus in das EU-Regierungsviertel. Vin der Größe der Glasbauten, wie EU- Parlament, -Ratshof und – Gerichtshof bin ich überrascht. Der deutsch -französische Fernsehsender Arte, ein bevorzugter Sender von uns, hat hier sein Studio. Zu Mittag bestellen wir eine Spezialität des Elsass, einen Bauernschmaus mit Selchfleisch und Selchwürstel, als Beilage Kartoffel und Sauerkraut. Bei den großen Portionen können wir ein Drittel nach Hause, Warmbad Villach, mitnehmen. Für Heimweh sorgt ein WhatsApp von der Nachbarin, ein Foto von der Katze Sissi auf der Loggia.

    

  

Anschließend spazieren wir durch das  romantische Petite France Viertel der Ill entlang. Wir lassen es uns am Platz Zix bei einem Eisbecher gut gehen und horchen dem Drehorgelspieler zu. Bei der Melodie Heidi haben die Menschen in den Gastgärten rundum mitgesungen. Alles ist heute auf den Beinen, extravagante Französinnen, Afrikaner, ein Kinderchor und Stadttouristen. Die Hundebesitzer, die Paare mit Kinderwagen, die Eingehängten, die Rucksackträger, die Brustbeutelträger, die Schulterfreien, die Handyfotografen. Die Sonnenhutträgerinnen, die Sonnenbrillenträger, die Speisenkartenleser und die Stadtplanleser. Die eleganten Straßenmusikanten im schwarzen Anzug und Krawatte, und einem Köfferchen unter dem Arm. An einem Tisch sitzt ein Mann, vor sich einen Aperol Spritzer, er macht keine Fotos mit dem Smartphone, er macht keine Notizen, er telefoniert nicht. Mit einem schwarzen Filzstift porträtiert er die Musiker auf einem A4 Zeichenblock.

   

21. 04 : 2019 ostersonntag

Am Nachmittag bei Starboocks Coffe am Gutenbergplatz ein paar Notizen. Gutenberg hat eine kurze Zeit in der Stadt gelebt, in Strasbourg erschien die erste deutschsprachige Tageszeitung. Mit der Verbreitung des Buchdruckes hat sich die ganze Gesellschaft verändert. Rechts und links vom Platz nimmt die Polizei Aufstellung, beim Gutenbergdenkmal versammeln sich Türken mit Fahnen und Transparenten. Sie demonstrieren für eine demokratische Türkei. Nach und nach verflüchtigen sich die Demonstranten, dafür werden die Flaneure mehr. Alle in kurzärmlige Blusen, T-Shirt und kurze Hosen. Die Kinder verschaffen sich Abkühlung indem sie in die großzügige Brunnenanlage steigen. Der Gutenbergplatz ist einer der zentralen öffentlichen Plätze, außer vor der Kathedrale. In der Nähe ist der Bus- und Straßenbahnhof, in den Seitenstraßen haben sich Obdachlose „einquartiert“.

Beim Besuch der Ostermesse in der Kathedrale am Vormittag wurden von der Polizei die Taschen kontrolliert und das Militär sicherte den Vorplatz. Zahlreiche Menschen sind mit Blumen und Grünpflanzen unterwegs, dies gehört hier zum Osterbrauchtum. Bei einem Osterbesuch übergibt man diese den Gastgebern.

       

Beschaulich ist das Treiben im Goethepark in der Nähe der Universität. Goethe hat hier studiert und sich das erste Mal verliebt. Das französische Schulwesen forciert talentierte Schüler, gewährt ihnen Stipendien und den Aufenthalt in eigenen Instituten. Als Gegenleistung erwartet der Staat einen zwei bis fünfjährigen Staatsdienst. So sichert sich der Staat eine Elite für das Beamtentum.

20. 04 : 2019 karsamstag

Das Zimmer im La Grand Hotel am Bahnhof in Strasbourg ist renoviert, geräumig und funktional eingerichtet, das Frühstück ausreichend. Morgens kaufe ich im Bahnhof die FAZ, unter strenger Bewachung von Soldaten mit Maschinengewehren. In der Bahnhofstrasse verbringen viele Randfiguren ihre Nächte und Tage am Trottoir, teilweise mit einem Hund als Gefährten. Ziellos erkunden wir die Altstadt, schmale Gassen, gut erhaltene Fachwerkshäuser, viele Touristen und ebenso viele Restaurants, Cafés und Pizzeria. Trotz Suche finden wir keine Konditorei im Wiener Stil, was die Frau bedauert. In der Nähe der Kathedrale häufen sich die Souvenirshops und Imbissbuden mit Krepps und Flammkuchen. Für die nächsten Tage muss meine Garderobe ergänzt werden, ein schöner Vorwand um im Kaufhaus Galerie Lafyette zu gustieren. Bei vielen Restaurant gibt es mittags Warteschlangen, bei einer Pizzeria ist im Freien ein kleines Tischen frei, sehr freundlich.

    

Zuhause in Politzen trifft sich jetzt die Verwandtschaft zu Osterjause, ein wehmütiger Gedanke. Am Abend nehmen wir in einer Klosterkirche an einer Auferstehungsfeier bei. Der Innenhof wird für mich ein Ort der Auszeit.