schlitten:fahren

Auf dem Bauernhof bekamen wir Buben an einem Weihnachtsabend gemeinsam einen Schlitten. Diesen hatte der benachbarte Lech`n Tischler angefertigt. Die Eisenbänder für die Schlittenkufen besorgte sich der Vater in der Schlosserei des Heraklithwerkes in Ferndorf. In Politzen gab es in den 60er Jahren keine asphaltierte Straße, nur einen geschotterten Güterweg. Es war reichlich Schnee und der Güterweg wurde weder gesalzen noch gestreut. Der Weg führte bergab, er war die ideale Rodelbahn. Nur zwei bis dreimal am Tag fuhr ein Auto, wenn, ein VW Käfer. Außer dem Güterweg gab es noch einen Hohlweg, welcher nicht mehr benützt wurde. Der Hohlweg, der steil bergab ging und  vereist war, war für das Rodeln eine Herausforderung.

Einen besonderen Spaß hatten wir, wenn mehrere Rodel einen Zug bildeten. Man lag bäuchlings auf dem Schlitten und hackte mit den Füßen am nachfolgenden Schlitten ein. So bildete man einen Zug, mit einer Lokomotive und mehreren Waggons. Die schwierigste Aufgabe hatte der Lokführer, dieser lenkte. Schaffte er eine Kurve nicht, riss er alle Waggons mit in den Abgrund. Es war jedes Mal ein Höllenritt. Wir hatten keinerlei Schutzbekleidung, trugen auch keinen Helm. Kein Elternteil würde heute ihrem Kind erlauben diesen Hohlweg zu benützen. Der beste Schutz für uns war der viele Schnee. Prellungen, Hautabschürfungen oder ein verstauchter Finger waren kein Grund am nächsten Tag dem Hohlweg fernzubleiben.

Kurvenreich

schi:fahren

Noch nach Jahrzehnten kann ich mich an den Skikurs auf der Flattnitz gut erinnern.Vom Skifahren hatte ich keine Ahnung, ich war noch nie auf Skiern gestanden. Um für mehrere Kinder Schi und Schibekleidung zu kaufen reichte das Geld am Bauernhof nicht. Von der Schulleitung wurden mir ein Paar neuwertige Atomicski mit Sicherheitsbindung und Skischuhe für die Sportwoche zur Verfügung gestellt. Als blutiger Anfänger hatte ich schönere Ski als mancher Mitschüler, von einigen wurde ich darum beneidet. Die Skihose in Keilform und den Anorak besorgten die Eltern, beides konnte ich danach im Winter gut gebrauchen. Auf der Flattnitz wohnten wir im bischöflichen Jugendheim, die Zimmer hatten Stockbetten. Der Umgang während der Ski Woche  zwischen den Professoren und uns Schülern war schon in den strengen 60er Jahren etwas lockerer als im Unterricht. Meine ersten Gehversuche auf den Skiern waren mühsam, ich war der einzige Anfänger. Auf dem Idiotenhügel übte ich mit Eifer und Ausdauer den Stemmschwung, Hinfaller inbegriffen. Die anderen übten den Parallelschwung und benützen den Schlepplift neben dem Jugendheim. Nach Tagen des fleißigen Übens durfte ich den Schlepplift benützen und mühte mich mühsam, einen Stemmschwung nach dem Anderen, über die Piste.

Am letzten Tag fand das Abschlussrennen, ein Riesentorlauf, statt. Jeder stellte sein Können unter Beweis. Ohne ein Tor auszulassen bewältigte ich den Lauf, ich war  ganz stolz. Abends fand die Siegerehrung statt, für die ersten drei Plätze gab es eine große Tafel Suchard Schokolade. Von der Laufzeit her war ich der Letzte von allen. Da ich als blutiger Anfänger den Riesentorlauf ohne Fehler gemeistert hatte, bekam auch ich eine Tafel Schokolade. Darüber kann ich mich noch heute freuen.

Vollmilchschokolade

energie:sparen II

Das Gute an den Startschwierigkeiten war, ich hatte bis zum Besprechungstermin in Spittal an der Drau reichlich Zeit, einen Zeitpuffer. Wenn mir der Pannendienst vom Automobilclub innerhalb der nächsten halben Stunde Starthilfe geben konnte, so schaffte ich es zeitgerecht von Villach nach Spittal. Es ist nachvollziehbar, dass ich auf der Autobahn etwas mehr Gas gab. Die Fahrbahn war feucht und spiegelte sich in der Sonne. Dazu kam die Unsicherheit ob die Fahrbahn an exponierten Stellen eisig oder rutschig sein könnte? Ich wurde gewarnt, als auf der Gegenfahrbahn von weitem mehrere Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht erkennbar wurden. Es herrschte ein Blaulichtgewitter. Beim Näherkommen sah ich auf der anderen Seite verkeilte und quer stehende Autos. Die ersten Rettungsfahrzeuge trafen ein. In gemäßigterem Tempo fuhr ich weiter. Am Unfall waren über zehn Autos beteiligt, Lkws und Pkws, mit mehreren Verletzten und einem Totem. Als Unfallursache nimmt man an, dass einige Autofahrer vor der Einfahrt in einen Tunnel durch die tiefstehende Sonne so geblendet wurden, dass sie aufeinanderprallten. Die starke Blendung habe ich dann ein paarmal auf der Fahrt von Spittal nach Klagenfurt erlebt.

Vom Energiesparen war in der letzten Vorlesung zur Geschichte des Universums nicht die Rede. Es wurde die Frage erörtert, welche Zukunftsaussichten hat unsere Milchstraße? Insbesondere unser Planetensystem mit der Sonne als Fixstern. Die Zeiträume, in welchen sich wesentliches in unserem Sonnensystem verändern wird, sind für uns jetzt und für weitere Millionen Jahre irrelevant. Zum Nachdenken hat mich angeregt, dass die Sonne sich weiter erwärmen wird, zu einem roten Riesen anschwillt und sich die Erde einverleiben wird. Schon viele hunderte Millionen Jahre vorher wird durch die steigenden Temperaturen alles Leben auf der Erde sein Ende finden. Kann dies Gottesplan sein, dass seine Geschöpfe, um es drastisch auszudrücken, bei lebendigen Leibe verbrennen? Wie ist dies mit dem Schöpfungsmythos und der Lehre der katholischen Kirche vereinbar?

Blaulichtgewitter

energie:sparen I

Nachdem sich der Winter bisher in Kärnten geziert hat, hat er uns in den letzten Februartagen doch noch erreicht. In mehrerer Hinsicht, zum einem hat es einige Tage lang bis in Tallagen geschneit, danach Frühtemperaturen um die minus zehn Grad und tagsüber ein eisigen Ostwind. Für unsere Breite sind dies antarktische Temperaturen. An solchen Ausnahmetagen wirft man einen prüfenden Blick in den Kühlschrank, ob die Lebensmittel für die nächsten drei Tage reichen werden? Hinzugekommen ist, dass man sich vergewissert ob der PC, das Handy und der Rasierapparat voll aufgeladen sind. Zu den Behinderungen auf den Straßen könnte es auch zu einem Ausfall bei der Stromversorgung kommen. Im heutigen Leben steht die Handybenützung gleich hinter der Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser.

Mein Citroen hat mich morgens überrascht, nach dem Drücken der Fernbedienung sind der Tankdeckel und die Motorhaube aufgesprungen. Den Motor zu starten war vergeblich, der Motor sprang nicht mehr an. Gänzlich überrascht war ich nicht, weil in den Tagen davor hat das Anlassen des Motors länger gedauert als üblich. Ich hatte vor die Autobatterie zu überprüfen. Jetzt kam mir die Batterie zu vor und versagte ihren Dienst. Verwirrt hat mich die Anzeige am Display, Energiesparmodus, das Starten des Motors war nicht mehr möglich.

Neuschnee