park:platz II

Ich hatte einen italienisch Sprachkurs gebucht und fuhr mit dem Pkw nach Florenz. Bislang kannte ich nur den Stadtverkehr der Kleinstadt Klagenfurt, die Stadteinfahrt in Florenz war faszinierend. Die Autobahn mündete in eine Stadtautobahn mit fünf Fahrstreifen. Ich fuhr am äußersten Fahrstreifen und versuchte, schaltete die Ampeln auf grün, einen Formel eins Start hinzulegen, wie meine Autonachbarn. Mit hoher Geschwindigkeit steuerte man auf die nächste Ampel zu, um dann bei Rot Grand Prix reif abzubremsen. Bei Grün startete man mit qualmenden Reifen in den nächsten Rennabschnitt. Meinem geografischen Gedächtnis folgend, erwischte ich die passende Ausfahrt, um vor dem nächsten Rätsel zu stehen. Statt drei Straßen, wie auf dem Stadtplan eingezeichnet, gab es sechs Straßen. Instinktiv benützte ich die Straße ganz rechts und hatte Glück. Auf dieser Straße war es ruhiger und ich konnte mich entspannen. Ich fand einen Parkplatz, für die nächsten vierzehn Tage, ganz in der Nähe meiner Unterkunft.

Es war ein Privatzimmer, von der Sprachschule vermittelt. Ich wohnte mit anderen Studenten bei zwei älteren Damen. Als erstes machten sie mich darauf aufmerksam, beim Zusperren der Wohnungstür alle Riegel vorzuschieben. Als nächstes zeigten sie mir Urlaubsfotos von ihrer Fahrt durch Österreich. Die Reise lag einige Jahrzehnte zurück. Unter anderem waren sie auch am Fuße des Großglockners, in Heiligenblut. Die Unterrichtssprache war ausschließlich italienisch, weil es von der Herkunft der Sprachschüler keine gemeinsame Sprache gab. Mexikaner, Schweden, Holländer, Franzosen, Österreicher, ein bunter Haufen.

Um die zugeparkten Parkflächen zu reinigen wandte man in Florenz folgendes Verfahren an. Am Wochenende musste ich mein Auto auf die andere Kanalseite stellen, da zu Wochenbeginn der hiesige Parkplatz gereinigt wurde, danach wieder zurückstellen.

Hüben und Drüben.

park:platz

Parkplätze in der Innenstadt gehören zu den gefragten Dingen. Ich vermute, je mehr Einwohner eine Stadt hat, umso schwieriger ist es einen freien Parkplatz zu finden. Zumeist gibt es nur kostenpflichtige Parkplätze, Tiefgaragen oder Parkhäuser. Ich krame in meinem Gedächtnis und schildere in Erinnerung gebliebene Parkplatzpannen.

An einem verlängerten Wochenende besuchte ich die Hafenstadt Triest an der Oberen Adria. Über fünf Jahrhunderte gehörte sie zum Habsburgerreich. Man findet in der Innenstadt Bauten wie auf der Ringstraße in Wien. Beeindruckend ist auch die Piazza dell’Unità d’Italia, welche das Meer in die Stadt hereinnimmt. Nach dem 2. Weltkrieg verlor Triest sein Hinterland, die Stadt und der Hafen dümpelten vor sich hin. Nur wenige Kilometer entfernt verlief die Grenze zum ehemaligen Jugoslawien. Ein Jahrzehnt lang wurde zwischen den Siegermächten gestritten, ob Triest bei Italien bleibt oder ob es zu Jugoslawien wandert. Ein Aufflammen der Kämpfe zwischen dem Westen und dem Osten stand kurz bevor. Vor der Einfahrt in die Stadt liegt das Schloss Miramar. Den Spuren von Altösterreich und der Stimmung von Fulvio Tomizza wollte ich in Triest nachgehen. Das Hotel lag zentrumsnah, in der Nähe vom Hotel befand sich auf einem größeren Grundstück eine Tankstelle. Man muss sich in die achtziger Jahre zurückversetzen und der in Italien üblichen Geschäftsstruktur. Es gab keinerlei Bezug zu aufgeräumten Werkstätten in Österreich oder Deutschland. Die Tankstelle stand auf einer Gstetten, auf gut österreichisch, mit viel ungenützter Fläche. Ein idealer Platz, um mein Auto für die nächsten drei Tage abzustellen.

Es war Freitagnachmittag und die Tankstelle bis Montag früh geschlossen. Am Montagmorgen wollte ich das geschäftliche Treiben, den Geruch und Lärmpegel eines Wochentages in Triest spüren und ging nach dem Frühstück zu Fuß in die Innenstadt. Für Villacher Verhältnisse gab es erschreckend viele Autos und es war furchtbar laut. Um die Mittagszeit schlenderte ich auf einer Seitenstraße zurück zum Hotel. Mir kommt  ein Abschleppwagen entgegen, dem ich keine größere Aufmerksamkeit schenke. Auf der Ladefläche sehe ich dasselbe Automodell, wie ich es fahre. Als ich vor dem Hotel bei der Gstettn ankomme, steht mein Auto nicht mehr da. Der Pkw auf dem Abschleppauto war nicht nur das selbe Fabrikat, es war mein Auto. Der Hotelportier, von mir in mangelhaften Italienisch darauf angesprochen, zuckte mit dem Schultern und übergibt mir eine Adresse. Garage, sagte er auf schlechtem Deutsch. Mit einem Taxi bin ich zu der Adresse gefahren und habe für eintausend Schilling mein Auto ausgelöst.

Pfandgeld

ganz:gesund

Von fürsorglichen Menschen wird man darauf aufmerksam gemacht, ein runder Geburtstag wäre ein Anlass über ein Testament nachzudenken. Die vielen Glückwünsche könnten einen tieferen Hintergrund haben. Nicht zufällig kommen Rückfragen, ob man wieder ganz gesund ist, gibt es noch Restbeschwerden oder einen chronischen Verlauf? Dies könnte die momentane Genesung in einem anderen Licht erscheinen lassen. Es braucht nur einen gesundheitlichen Stolperstein, wie eine Erkältung und die nächste Gesundheitskrise wird ausgelöst.

Was verbirgt sich hinter dem heutigen Anspruch ganz gesund zu sein?  Wir haben ein Menschenbild welches vom Power geprägt ist. Dabei unterscheiden wir nicht zwischen den verschiedenen Lebensaltern. Der Fünfzigjährige oder der Siebzigjährige soll im Alltag dieselbe Power bringen, wie der Dreißigjährige. Dabei braucht es im Leben eines Fünfundsechzigjährigen, um sich wohl zu fühlen, nicht den Elan eines Fünfunddreißigjährigen. Mit zwei Drittel der früheren Energie ist er bestens bedient. Was bedeutet man ist wieder ganz gesund?  Nichts anderes, als dass man die wichtigsten Tätigkeiten selbst durchführt und ein wenig Spaß und Freude am Leben hat.

Lebensfreude

roboter:auto

Wie sehr sich durch autonom fahrende Autos der Verkehrsfluss und das Verkehrsaufkommen steuern lässt, bleibt abzuwarten. Ein selbstfahrendes Auto wäre für viele eine Einladung ein solches Auto anzuschaffen und würde das Verkehrsaufkommen in den Ballungszentren erhöhen. Ein Ausweg wäre, selbst kein Auto zu besitzen, das Roboterauto steht auf Abruf zur Verfügung. Wie heute Taxis, zu einem wirtschaftlichen Preis. Meine Hoffnung ist, dass mit den selbstfahrenden Bussen eine neue Offensive für den öffentlichen Verkehr startet.

In den ländlichen Regionen könnte das selbstfahrende Auto die Mobilität älterer Menschen erhöhen. Die Versorgung mit dem alltäglichen Bedarf aus dem nächsten Lebensmittelmarkt erleichtern. Heutzutage sind, von der Entfernung her, die meisten Nahversorger zu Fuß nicht mehr erreichbar. Entfallen im öffentlichen Verkehr die Lohnkosten für den Fahrer, müsste diese Einsparung an die Konsumenten weitergegeben werden. Wie bei computergesteuerten Abläufen gibt es keine Ermüdungserscheinungen und keine menschliche Ablenkung.

In meiner Jugend bin ich über viele Jahre mit dem Postbus zur Arbeit gefahren. Heute benütze ich im Stadtverkehr zeitweise den Bus und bei Fernreisen den Zug. Beim Einsteigen in einen autonom fahrenden Bus wird mir das vertraute Grüß Gott des Busfahrers fehlen, eventuell kommt es vom Tonband. In den Roboterbussen wird sich fortsetzen, was heute in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Fall ist. Jeder unterhält sich autonom, mit seinem Smartphone. In meiner Jugend war der Sitznachbar das Smartphone.

Gelbe Postbus