Anzeiger: Kommen wir zu Ihrem neuen Roman „Der Himmel ist ein sehr großer Mann“. Die Hauptfigur ist ein Buchhändler in einer Kleinstadt? 

Peter Zimmermann: Die Geschichte hat mit meiner Hinführung zum Lesen zu tun, das nicht über Schule und Lehrer, sondern über ein Papier- und Schreibwarengeschäft in Arnoldstein, wo ich aufgewachsen bin, erfolgt ist….

stahl:beton II

Auf den Großbaustellen werden kaum Lehrlinge ausgebildet und eingesetzt, weil hier die herkömmliche Maurerarbeit nicht mehr stattfindet. Ein Hotelneubau unterscheidet sich wesentlich von der Errichtung eines Eigenheimes. In der Firma gibt es Maurerlehrlinge in geringer Zahl, weiblichen Maurerlehrling kennt er keinen, die Feinausbildung erfolgt in einer eigenen Lehrwerkstätte. Dort werden den künftigen Maurern die alten Techniken, die händische Errichtung einer Ziegelmauer, das Einputzen von Fensterrahmen und das Verputzen der Innenwände, vermittelt. Frauen sind in ihrer Firma im technischen und kaufmännischen Bereich beschäftigt. Eine fundierte Ausbildung zu einem Maurergesellen erhält man bei den mittelständischen Baufirmen, welche im Bereich Eigenheimbau, der Renovierung- und Sanierung von Altbauten tätig sind.

Hier zeichnet sich ein Bild ab, welches nicht nur für das Baugewerbe, sondern auch in anderen Branchen gilt. Die großen Firmen stellen zumeist nur ausgebildete Mitarbeiter ein, die Ausbildung des Nachwuchses fällt den Klein- und Mittelbetrieben zu.  Großunternehmen stellen Lehrlinge ein, zumeist erfolgt die Ausbildung aber in speziellen Lehrwerkstätten und Lehrlingsakademien. Ob dies dasselbe Berufsverständnis bringt, wie eine kleinräumige Lehre in einem Klein- und Mittelbetrieb? Dort wächst man auf praktische Weise in den Beruf hinein. Dabei wird das kaufmännische und theoretische Wissen durch die Berufsschule vermittelt, für schulische Spätzünder gibt es die Möglichkeit einer Lehre mit Matura.

Lehrlingsentschädigung

stahl:beton

Erledige ich in der Draustadt am Vormittag einen Einkauf oder besuche das Thermalbad, dann bin ich zum Mittagessen zur vereinbarten Zeit zu Hause. Die Frau lobt mich für meine Pünktlichkeit mit der Aussage: „Ich sei pünktlich wie ein Maurer“. Bei einer Geburtstagsfeier bin ich mit einem Maurerpolier, einer europaweit tätigen Baufirma in das Gespräch gekommen. Mit meinem Hinweis, die Feier beginnt pünktlich wie die Maurer, konnte er nichts anfangen. Er spekulierte darüber und vermutete, dass damit der zeitgerechte Arbeitsbeginn gemeint sein könnte. Während meiner Berufstätigkeit wurde der Spruch dann verwendet, wenn jemand auf die Minute genau, zumeist eine Minute zu früh, seinen Laden geschlossen oder mit der Arbeit aufgehört hat. Es gab die Mähr, dass die Maurer, seinerzeit konnte man um zwölf Uhr fast überall die Kirchenglocken hören, den Ziegel und die Kelle fallen gelassen haben, um mit der Mittagspause zu beginnen. Gleiches galt auch für Arbeitsschluss. Die Redewendung, der ist pünktlich wie ein Maurer, konnte sowohl positiv wie auch negativ besetzt sein.

Beim Maurerhandwerk hat sich viel verändert, es gibt kaum noch das traditionelle Handwerk, wie es in den 70er Jahren bestand. Der Tischnachbar war zuletzt bei einem Hotelneubau in Klagenfurt dabei, die Fertigstellung war auf die Stunde genau kalkuliert. Den vorgegebenen Termin gilt es unter allen Umständen einzuhalten. Von ihrer Baufirma wurden die Fundamente, die Außen- und Innenwände in Stahlbetonbauweise hochgezogen. Dabei geht es darum die Schalungen vorzubereiten, das Stahlskelett richtig zu positionieren und danach wird die Schalung mit Fertigbeton ausgegossen. Die Arbeit der Eisenbieger, das Verlegen der Eisenstangen, sei Knochenarbeit und wird kaum von Einheimischen bewerkstelligt. Zumeist ist dies ein kleiner Arbeitstrupp und dieser kommt aus der Türkei oder Serbien. Die Feinarbeiten, wie Innen- und Außenputz auftragen, werden an Subfirmen vergeben. Bei den Großbauten kommt es zu immer mehr Spezialisierungen.

Mischmaschine

alz:heimer

Vieldiskutiert werden in der westlichen Welt Erkrankungen, welche mit der höheren Lebenserwartung zusammenhängen. Auch die, in vielen Witzen veräppelte, Alzheimer Krankheit. Ein zuerst schleichender und langsam fortschreitender Gedächtnisverlust. Ein Gegengift sei, behauptet man, sich geistig fit zu halten. Im Rentenalter wieder neuen Lerninhalten zuzuwenden, am besten in einer Gruppe, dann kommt auch der soziale Aspekt dazu. Kurse werden dafür von Erwachsenenbildungseinrichtungen angeboten. Wie ein sogenanntes Eulentraining, mit Denk- und Rätselaufgaben. Zur Lösung schwieriger Aufgaben wird jetzt von der Generation sechzig plus das Internet eingesetzt. Teils aus Bequemlichkeit, anderseits, wenn Aufgaben zu kniffelig sind. Dann suchen auch jene, welche sich über das Web, das Internet und das Smartphone kritisch äußern, bei Google danach wie ein Schüttelreim zu lösen ist. Diese Generation ist mit Kopfrechnen statt Taschenrechner, mit der Füllfeder statt mit Tastatur erwachsen geworden. Was der Lehrer diktiert hat wurde händisch mit geschrieben.

Wird sich die Alzheimerkrankheit bei den nachkommenden Generationen stärker verbreiten, da das Gehirn weniger gefordert wird? Taschenrechner, Smartphone und Laptop gibt es heute ab der ersten Volksschulklasse. Schafft es die Z-Generation in einem Kreativitätsschub, rechtzeitig bevor sie in das kritische Alter kommt, Medikamente und Behandlungen gegen die neuen Altersgebrechen zu finden? Sterben Bekannte, welche man heranwachsen gesehen hat, wird einem das eigene Alter bewusst. Solche, die jünger waren und aus einer Traueranzeige in der Zeitung in das Gesicht springen. Die Fratze mit dem Glauben an das ewige irdische Leben vom Gesicht reißen. Hinter der sonst lächelnden Gesichtsfassade erscheint ein verängstigtes und blasses Gesicht. Schnell zaubert man ein neues Lächeln auf die Wangen.

Schutzbedürfnis