corona:sperre

Jetzt melden sich auffallend ältere Leute zu Wort und beschweren sich darüber, dass man sie während der Corona Epidemie weggesperrt hat. Damit hoffte man, für sie eine Ansteckung zu vermeiden. Nach ein paar Wochen Isolation spürten sie, dass ihnen der Rhythmus des Alltags abhanden gekommen war. In der Pension versucht man einigen Tätigkeiten nachzugehen, soweit die körperliche Gesundheit es zulässt. Einmal wöchentlich zur Gymnastik, einen Spielnachmittag, an einen fixen Wochentag zum Schwimmen. Den Seniorentag in der Therme Warmbad Villach zu genießen, um zwanzig Euro gibt es einen Tageseintritt und einen Mittagsteller. Bei der Ausgabe vom Mittagsteller erlebte ich die Fürsorge der jungen Buffetkräfte. Sie richten den Senioren einen reichlichen Mittagsteller an, so wie es die Meisten von ihnen aus ihrer Familie kennen. Man achtet bei Oma und dem Opa darauf, dass sie reichlich zu Essen haben. Dies trifft auch bei Feiern zu, wird ein höherer runder Geburtstag gefeiert.

Selten werden von dem Durchschnittsbürger Geburtstage in einem Nobelrestaurant gefeiert, wo am Teller ein abstraktes Kunstwerk serviert wird, die eigentliche Essensportion aber klein ist. Bei älteren Leuten hinterlässt dies einen herben Nachgeschmack, sie haben noch Hunger. Vorsorglich wählt man eine traditionelle bürgerliche Gaststätte, von der man weiß, es gibt Hausmannkost und eine gscheite Portion. Bei der Geburtstagsfeier passiert folgendes, zuerst beklagen sich die Älteren lautstark, steht der Schweinsbraten oder das Wienerschnitzel am Tisch, es sei zu viel und zu guter Letzt bleibt am Teller nichts übrig.

covid – 19/29

corona:risiko

Während der Corona Krise gab es für viele Menschen Einschränkungen. Ich muss die umfangreichen Seiten des Lockdowns nicht ausführlich anführen, besonders betroffen waren in den ersten eineinhalb Monaten Berufstätige, Schüler und fast alle Betriebe, quer durch den Handel, das Gastgewerbe und das Dienstleistungsgewerbe. Aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis könnte ich einige Beispiele anführen, dies würde bedeuten, dass ich Erzähltes wiedergebe. Nichts, was ich am eigenen Leib in meinem Alltag gespürt und erlebt habe. Wiedergegeben aus einer gesicherten Position, als Rentner. Was mir, im Falle einer Ansteckung zum Verhängnis hätte werden können, dass ich zur Risikogruppe zähle. Nach derzeitigem Stand nicht zur Hochrisikogruppe, ich habe keine gravierenden Vorerkrankungen. Bei den schockierenden Meldungen, die in den ersten Wochen durch Zeitungen, Fernsehen und anderen Medien verbreitet wurden, war dies eine moralische Stütze. In den Medien wurde auch immer wieder von pumperlgesunden jungen Menschen berichtet, welche schwer am Virus erkrankt sind. Mit der Absicht verbreitet um sicherzustellen, dass sich niemand in Sicherheit wiegt und von den Vorschriften und gesetzlichen Maßnahmen leichtfertig abweicht.

Frei nach dem Bibelwort: Seid wachsam, es weiß niemand wann der Bräutigam kommt, damit ist auch der Tod gemeint. Zum anderem überlegte ich mir, wer weiß von sich, ob er ein intaktes und ein starkes Immunsystem hat. Dies erlebt man erst im Anlassfall.

covid-19/28

corona:zeit

Zur vielzitierten Krise und der schrittweisen Normalität ist es eine Überlegung wert, wie vieles durch das Coronavirus aus der Wahrnehmung verschwunden ist. Vor der Corona Krise gab es Jahr für Jahr eine wochenweise Diskussion über den Sinn und den Unsinn der Zeitumstellung, von der Normalzeit auf die Sommerzeit. Dazu war man mit den Meinungen von Schlafforscher, Mediziner, Psychologen, Landwirten und Wirtschaftsexperten konfrontiert. Dieses Jahr gab es zur Zeitumstellung in den Medien nur einen kurzen Hinweis. Keinerlei Expertenmeinung zu Risiken und Nebenwirkungen für die Menschen, Heimtiere und Nutztiere. Speziell die Kühe, wie lange brauchen sie bis sie sich an die Sommerzeit gewöhnt haben und geben sie weniger Milch? Erst die Schulkinder, lässt der Lerneifer nach und müssen sie durch die Zeitumstellung mit schlechteren Noten rechnen? Der Ausbruch der Coronaepedemie hat all diese Spekulationen aus der Angel gehoben.

Die Geschäfte haben wieder geöffnet und nach vier Wochen Shopping Abstinenz stellt man fest, dass viele Wünsche, die vor der Krise vorhanden waren, vergessen sind. Der Wunsch nach einer neuen Lampe, Couch oder Matratze ist bedeutungslos geworden. Plötzlich entdeckt man, dass diese Dinge noch Jahre ihren Dienst versehen werden und dies keinerlei Einschränkung der Lebensqualität bedeutet. Manches ist für den Alltag weniger notwendig als man es gewohnt war, der Besuch eines Caféhauses, des Lesesaal oder des Rückenstudio. Von allen Wünschen und Bedürfnissen geblieben ist der Wunsch, gesund zu bleiben. Aus dem Tagebuch…

covid-19/27

corona:single

Als Einzelner hätten wir keine Chance eine solche Krise zu bewältigen. Inzwischen sind Risse in der Gesellschaft aufgetreten, die Meinungen zur den Verordnungen sind unterschiedlich. Waren alle Schließungen notwendig und hätte es nicht genügt, die Risikogruppe in Quarantäne zu versetzten ? In den ersten Wochen der Pandemie haben wir, als die dramatischen Bilder aus Oberitalien gezeigt wurden, Angst bekommen. Die Särge von den Coronatoten wurden in den Sporthallen gestapelt und dann per Lkw in andere Landesteile abtransportiert. So wurde es uns über Wochen in der Zeit im Bild 2 gezeigt. Einen Rettungsanker habe ich im aufkommenden Frühling gesehen, da die hellen und warme Tagen sich positiv auf die Stimmung auswirken. In der Natur konnte man beobachten wie sich das Grün der Gräser, der Blumen und der Blätter ausgebreitet haben. Das Leben der Natur hat sich durch den Virus nicht stoppen lassen. Um wie viel dramatischer hätte man die Berichte in der Zeitung, im TV und die Reden vom Bundeskanzler empfunden, wenn es Herbst gewesen wäre? Der Winter vor der Tür gestanden wäre, die Bäume die Blätter verlieren, die Gräser verdorren und die Tage kürzer und dunkler werden. Diese äußeren Umstände hätten bei vielen Krisenstimmung und Bunkermentalität ausgelöst und die Seele verdunkelt.

Trotz des vielgepriesenen Singledaseins und der Ich-AG ist der Mensch, noch immer so viel Neandertaler, dass er sich in der Gemeinschaft am stärksten fühlt. Wie hätte ein einzelner Urzeit Mensch mit den primitiven Jagdwerkezeugen ein Bison erlegen können? Nur als Gruppe konnten sie ein Bison erlegen. Auch das Coronavirus werden wir nur als Gemeinschaft  die zusammenhält und sich gegenseitig unterstützt, eindämmen können.

covid-19/26

corona:firma

Inzwischen hat sich in Kärnten einiges verändert, die Ausgangsregeln hat man aufgehoben, es gibt Erleichterungen beim Umgang mit anderen Menschen. Die Möglichkeit sich zu infizieren steht immer noch im Raum. Zurzeit werden die Infizierten weniger und es gibt nur wenige Neuinfektionen. Auch wenn der Besuch eines Café oder Restaurant wieder erlaubt ist, Bibliotheken und Schulen geöffnet wurden, die Normalität ist es nicht. Eine neue Normalität kann ich mir nicht vorstellen, ist eine Wand grün, dann ist ein neues Grün eine fragwürdige Aussage. In den vergangenen Wochen hat man sich viel per Telefon oder über das Internet unterhalten, Kurse über Video- Konferenzen besucht. In diesem Zustand einen Meilenstein in der Kommunikation gesehen. In Krisenzeiten braucht der Mensch die Gemeinschaft, sehnt sich nach persönlichem Kontakt mit anderen Menschen. Wer sucht nicht nach einem Unterschlupf beim Nächsten, wenn einem das Leben Prügel vor die Füße legt? Bei der Vorstellung ich hätte diese Wochen als Single durchtauchen müssen, hätte dies bestimmt der Psyche zugesetzt. Etwas zu spüren bekommt die Psyche in der Krise soundso. Auch bei der Frage, welche Richtung wird die Pandemie nehmen und wie sicher sind wir vor einer neuen Infektionswelle?

Entspannt war ich, als meine vierzigjährige Firmenchronik, Papier- und Buchhandlung Supersberger in Arnoldstein, nach einer Bearbeitungszeit von etwa einem halben Jahr einen Platz im Kärntner Landesarchiv gefunden hat. Vier Ordner zur Firmengeschichte sind angereichert mit vielen originalen Schriftstücken, Flugzetteln, Dokumenten, Aus- und Einnahmerechnungen und Unterlagen zum Ortsmarketing. Dazu gesellten sich meine Arnoldsteiner Porträts und – Gespräche, sowie Leserbriefe zur Ortsentwicklung. Auf meine Anfrage an das Kärtner-Landesarchiv zwecks Übernahme meiner Firmengeschichte erhielt ich innerhalb von einem Tag eine Antwort. Mit dem Hinweis, dass im Archiv sehr wenig Material zur lokalen Gewerbegeschichte vorhanden ist, freuen sie sich meine Ordner zu übernehmen. Die Übergabe der Firmengeschichte liegt jetzt sechs Wochen zurück.

covid-19/25