er:krankung II

Bei einer inneren Erkrankung ist man zunächst bestrebt diese äußerlich zu verbergen. Dies können organische, wie auch seelische Beschwerden sein. Den einen und anderen gelingt es durch Kleidung oder etwas Makeup sichtbare Mangelerscheinungen zu verbergen. Menschen die ihre Beschwerden, wie Zittern der Hände, Hinken beim Gehen, Hautausschläge im Gesicht nicht unterdrücken können, habe ich immer bedauert. Manchmal lässt sich dies im Alltag mit der Bekleidung Kaschieren, beim Aufenthalt im Thermalbad wird dies öffentlich. Wie schnell man zu einer bedauernswerten Person wird erlebte ich, als sich nach dem Auftragen von Picato Gel auf der Kopfhaut, starke Reaktionen einstellten. Wo vorher eine leichte Rötung war, reagierte die Hautoberfläche jetzt mit Blasenbildung und Wund werden. Der Anblick lässt schlimmes vermuten. Wenn möglich trage ich in der Reaktion- und Genesungszeit eine Kopfbedeckung. Beim Gottesdienst habe ich die Kappe abgelegt und meine vorsätzlich geschädigte Kopfhaut war für die Hinteren sichtbar. Kurz darauf äußerte sich eine Männerstimme dazu: Wenn man so etwas sieht, ist man froh, dass man gesund ist.

Ein Gesundheitsrisiko ist in der Grippesaison das Händeschütteln nach dem Friedensgruß des Priesters: Der Friede sei mit euch. Wochenweise berichten die  Medien davon, wie schnell durch einen Händedruck eine Infektion übertragen werden kann. Da frage ich mich, ob dieses Händeschütteln mit den Banknachbarn seitlich, vorne und hinten, für die Influenzazeit ausgesetzt werden soll? Steckt hinter meinem Vorschlag eine glaubensschwache Person? Für ältere und immun schwache Personen ist es eine Überlegung wert.

Grippeimpfung

er:krankung

In der Innenstadt ist man in den 70er Jahren kaum behinderten Menschen begegnet, die Städte waren behindertenfrei. Heute trifft man zumeist an Sonn- und Feiertagen Gruppen von Behinderten aus den Heimen bei verschiedenen Belustigungen, wie Eis essen oder Ringelspiel fahren. Beliebt ist auch der gemeinsame Besuch des Gottesdienstes. Im spirituellen Umfeld entsteht der Wunsch nach Heilung. Ich frage mich, welche Gottesvorstellung  die körperlich oder geistig Behinderten haben? Mir fällt es schon schwer diese zu artikulieren. Die Titelseite einer Kärntner Tageszeitung gestalten zu Weihnachten und zu Ostern Behinderte mit ihren Zeichnungen. Dies sind  Bilder von tiefer Frömmigkeit. Motive welche die Herzseiten berühren, bei welchen sich der Verstand nicht aufhält.

Am Ende des Winters können die meisten Erwachsenen, voran jede Mutter, zwischen einem grippalen Infekt und einer echten Grippe unterscheiden. Dafür zeigt man Interesse, es kann jeden treffen. Grippaler Infekt und Grippe sind erkennbar, bei der Psyche agiert man im unsicheren Terrain. Das erkennt man auch daran, dass man sich von dem Wort Depression verabschiedet hat und jetzt das Wort Burnout verwendet. Diese Bezeichnung hat keine belastete Vergangenheit. Die Zustände der Depression sind seit der Antike bekannt.

Wer unter einem Burnout leidet und dieses überwindet, was je nach Intensivität eine unangenehme Sache sein kann und über schriftstellerisches Talent verfügt, kann daraus einen Bestseller formen. Im Bundesland Kärnten haben darüber einige Betroffene ein Buch geschrieben und in der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese Präsentationen sind zumeist gefragter als Referate über einen gesunden Lebensstil. Vom Teuflischen geht mehr Faszination aus, als vom Göttlichen.

Hohlweg

droh:wort II

Ein anderes Kapitel, wer übernimmt die geistige Verantwortung wenn jemand vergesslich wird? Diese können sich um die geschäftlichen, zumeist sind es private Dinge, nicht mehr ausreichend kümmern. Normalerweise übernimmt die nächststehende Person diese Aufgabe. Sollte es diesbezüglich eine Lücke geben, ist man gut beraten dafür im Vorhinein eine vertrauenswürdige Person zu bestimmen. Um zu vermeiden, dass man jemanden in die Fänge gerät, welcher nur auf einen finanziellen Gewinn aus ist. Ein gerichtlich bestellter Sachwalter ist nicht immer die beste Wahl, obwohl diesbezüglich in Österreich nachgerüstet wurde. Alles, was der Klient selbst erledigen kann, soll nicht mehr fremdbestimmt ablaufen.

Eine, zumeist verdrängte Frage, kann akut werden. Wer was im Todesfall vom Pflegefall, so weit vorhanden, erben wird? Nicht immer wird die Person, welche sich in der Pflege engagiert hat, bei der Erbschaft bedacht. Die Diskussion um die Erbschaft führt oft zu schweren Zerwürfnissen in der Familie. Mit verschiedenen Tricks wird versucht in den letzten Monaten ein Testament zu erstellen oder andere bei der Sachwalterschaft anzuschwärzen. Zu behaupten, dass sich jene nicht um die pflegebedürftige Person gekümmert haben. Im Familienkreis ist vieles durch das gesetzliche Erbrecht geregelt. Eindeutig ist es bei aufrechter Ehe, sowie beim Vorhandensein von Kindern. Notare empfehlen und dies nicht nur aus geschäftlichen Gründen, zur eigenen Sorglosigkeit ein Testament zu machen.

Manche betreiben ein spezielles Hobby oder besitzen eine Sammlung, deren Fortbestand ihnen viel am Herzen liegt. Mehr, als was mit ihren Sachwerten passiert. Diese Weitergabe frühzeitig zu regeln ist eine seelische Erleichterung. Es ist nicht vorhersehbar wie die Erben damit umgehen werden. Manchen ist es peinlich und viele weigern sich, ein Testament zu machen. Immer ist dabei auch der Gedanke an den Tod dabei. Es ist nachvollziehbar, dass man diesen Augenblick weit von sich schiebt. Genauso wie man es sich immer wieder überlegt ein Hörgerät oder einen Gehstock zu benützen. Man will nicht alt und gebrechlich erscheinen, dies solange als möglich vor anderen verbergen.

Gehhilfe

droh:wort

Wir leben in einer Zeit wo die meisten Menschen älter werden und es gibt dafür Beispiele. Dies nicht allein bei der ewigen Diskussion um das Pensionsantrittsalter oder wie das Pensionssystem finanziert werden kann. Dazu die Fragen aus dem Gesundheitsbereich, was macht das Alter mit den Menschen auf gesundheitlicher Basis. Es tauchen neue Krankheitsdracula auf, neben dem bösartigen Wort Krebs, gibt es neue Drohwörter: Alzheimer und Parkinson. Viel weiß man darüber nicht, der Ausbruch hängt mit dem Älterwerden zusammen. Vergeblich wird versucht den Ausbruch der Krankheit zu vereiteln, zumindest gelingt es das Fortschreiten der Krankheiten zu verlangsamen und in vielen Fällen zu stoppen. Trotzdem gibt es einen Nachholbedarf bei Betreuungseinrichtungen und Pflegepersonal, welche in der Lage sind mit diesen Menschen fachlich und menschlich umzugehen. Angehörige versuchen innerhalb der Familien einen Pflegeturnus einzurichten. Zumeist hat plötzlich niemand Zeit oder es stellen sich nur einzelne Angehörige zur Verfügung, diese sind in den meisten Fällen weiblich.

Nicht jede Familie kann es sich leisten einen Angehörigen in eine diesbezüglich gute Pflegeeinrichtung zu geben. Fehlte es am Geld, war es für die Pflegeeinrichtung bisher möglich, auf das Vermögen des Hilfsbedürftigen zurückzugreifen, einerlei ob Geld- oder Sachwerte.Dieses Gesetz wurde in diesem Jahr außer Kraft gesetzt und die fehlenden Heimgebühren, nach Verwendung der Pension und des Pflegegeldes, werden von der öffentlichen Hand ersetzt. Der Bedarf an Heimplätzen steigt und Geschäftemacher wittern eine Chance hier Gewinne zu machen. Die in den Prospekten gemachten Versprechungen entsprechen nicht immer den wahren Verhältnissen. Oft wird zuwenig oder mangelhaft ausgebildetes Personal in der Pflege eingesetzt.

Wundliegen