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Ich lese interessiert Reisetagebücher aus früheren Zeiten oder in den Tagebüchern von Literaten und Künstler. Darin bleibt es nicht aus, dass sie mit der eigenen Person oder mit ihrem schöpferischen Prozess unzufrieden sind. Aber auch die Euphorie und die Erfolge spiegeln sich in den Tagebüchern wieder. Ein Einschnitt kann eine  persönliche Krankheit oder wenn man von der Obrigkeit missverstanden wird, werden. Auch, wenn sich der sogenannte Volkszorn gegen einen Künstler erhebt.

Eine Frage ist, wie steht es um die Lesbarkeit der Aufzeichnungen, wird die Schrift für die Nachkommen noch zu lesen sein? Nach Aussage von Pädagogen soll die Schreibschrift abgeschafft werden und in Zukunft nur die Druckschrift unterrichtet werden. Der PC, das Handy und viele andere elektronischen Geräte lassen sich mit der Druckschrift gut bedienen. Das Verfassen der Aufzeichnungen und Speicherung am PC ist aber keine Garantie dafür,  dass diese Berichte auch gelesen werden. In einem Kommentar zum Blogbeitrag heißt es: „…wahrscheinlich interessiert sich dafür kein Schwein“. Ein anderer Aspekt betrifft die „Lebensdauer“ der elektronischen Speichermedien, manche schätzen sie auf fünfzig bis hundert Jahre. Im Vergleich dazu setzt man die Lagerfähigkeit eines Buches bei fünfhundert Jahre an.

Mir ist es nur mehr teilweise möglich Briefe und Dokumente der Großelterngeneration zu entziffern, weil sie in Kurrentschrift abgefasst wurden. Für einen Bericht über den Nationalsozialismus in Arnoldstein wurden mir Briefe, von einem im Dachau inhaftierten Arnoldsteiner, zur Verfügung gestellt. Ich bemühte meinen Schwager, damit er mir diese Briefe in Schreibschrift überträgt.

Tagebücher am Tablett geschrieben verlieren viel persönliches, die Handschrift ist etwas Einmaliges. Werden Tagebücher in Buchform veröffentlicht, vermitteln ein paar eingefügte Faksimileseiten Tagebuch Atmosphäre. Mir ist es wichtig meine Gedanken und Beobachtungen zuallererst mit dem Bleistift oder dem Kuli zu Papier zu bringen. Zumeist erfolgen die Aufzeichnungen in gehetzter Form, da die Gedanken schneller kommen, als ich schreiben kann. Dadurch entsteht der Eindruck eines flüchtigen Schreibstils, manches ist schwer zu lesen. Wer sich eingelesen hat, kann meine Handschrift prima lesen.

Gotische Schrift

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Nach der Veröffentlichung meines Beitrages, Handke Handschrift, gab es einige Kommentare zur Frage, warum schreiben wir ein Tagebuch? Kann die heutige Schreibschrift von den Nachkommen noch gelesen werden und wer von den nächsten Generationen hat überhaupt Interesse an den Notizen? Vieles wird heute durch die Social Media dokumentiert.

Zu diesen Fragen gibt es unterschiedliche persönliche Zugänge. Die Motive und Überlegungen werden verschieden sein. Von meinen Wahrnehmungen glaube ich, dass diese bei den allgemeinen Bestandsaufnahmen durch den Rost fallen. Die Tagebuchschreiber haben es ungemein schwer, erfolgen diese in einer ausführlichen Sprache. Von vielen Lesern wird dies als weitläufig, abwertend als abschweifend gesehen. Heute, wo zumeist in einer verstümmelten Sprache kommuniziert wird. Dazu gesellen sich eine Vielzahl von Icons. Gehört man zu einer Facebook oder zu einer WhatsApp Gruppe bedauert man es öfters, dass jeder Schahs veröffentlicht wird.

Waren die Zeiten für Tagebuchschreiber schon einmal besser? Mit meinen Beobachtungen bemühe ich mich die Skurrilität unseres Alltagslebens einzufangen. Details, welche von den großen Medien bei ihrer Berichterstattung in sträflicher Weise vernachlässigt werden. Auch Fragen zu stellen, kindische, absurde und manche mögen meinen, verrückte Fragen. Hier ist jeder eingeladen darauf zu antworten. Mir geht es nicht darum mein persönliches Leid oder Seelenmüll nach außen zu stülpen. Meine Orientierung zielt darauf, abseits vom Mainstream Vorkommnisse zu erfassen. Wer nicht in den Seitenblicken vom TV und den Zeitungen vorkommt, wird gerne übersehen, der Herr und die Frau niemand.

Fünf Sekunden

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Werden zwischen Pensionisten gute Wünsche ausgetauscht, so steht die Gesundheit an erster Stelle. Spielte mir das Unterbewusstsein  einen Streich, weil ich mich zuerst den Gefahren der Finanzkrise zugewandt habe? Wahrscheinlich aus dem einen Grund, weil ich über Jahrzehnte eine finanziell unsichere Existenz als Selbständiger Papierhändler geführt habe. Dabei war während dieser Zeit die eigene Gesundheit das Wichtigste. Der Fortbestand der Papierhandlung beruhte auf der Annahme, dass ich gesund bleibe. Ein längerer Arbeitsausfall wegen Krankheit wurde von mir nie angedacht und ist glücklicherweise auch ausgeblieben. Manche Korrekturen, die nur der körperlichen Schönheit geschuldet wären, habe ich bewusst unterlassen. So lebe ich schon über  fünfundzwanzig Jahren mit einem Nabelbruch. Dieser wurde erst nach Jahren von einem Internisten bei einer Routineuntersuchung entdeckt. Nach einer Operation hätte ich bestimmt über einen Zeitraum von sechs Monaten keine schweren Gegenstände heben dürfen. Ich spreche jetzt von Papierwaren und Schulbüchern von über zehn Kilogramm. Ich war ganzjährig mit dem Anliefern und Ausliefern von Papierwaren und Schulbüchern beschäftigt. Jeder kann für sich einmal das Gewicht von Papierwaren testen. Für diesen Test werden von mir zehn Pakete Kopierpapier oder zwanzig Stück Atlanten empfohlen. Dies in großem Umfang, weil die Hauptbelastung für diese Tätigkeit auf meinen Schultern gelandet ist. Wie hätte die Papierhandlung  meine operationsbedingte Auszeit verkraften können und in welchem Zeitraum wäre ich wieder belastbar gewesen? So lebe ich aus meiner Sicht mit einer dritten Brustwarze.

Eine leidvolle Erfahrung habe ich trotz alldem gemacht. Es ist einem glücklichen Umstand geschuldet oder verdanke ich es einem Engel an meiner Seite, dass ich dabei nicht geköpft wurde. Ein Lkwzug blockierte schlagartig die ganze Fahrbahn und mir wurde die Sicht durch herumfliegende Teile eines Wohnanhängers genommen. So prallte ich mit dem Auto ungebremst gegen die Vorderreifen des Lkw. Wäre ich weiter Links gewesen, hätte sich mein Auto unter die Ladefläche des Lkw geschoben und ich wäre im wahrsten Sinne des Wortes geköpft worden.

Schutzengel

zu:frieden ll

Um diesen Kreislauf in Schwung zu halten bedarf es  der Konsumenten, welche sich den aktuellsten Produkten zuwenden und kaufen. Liest man von neuen Startups, sind es zumeist frisch entwickelte Apps, welche man auf das Handy herunterladen kann. Wie weit sie sinnvoll sind und ob sie von mehr als einem Drittel der Smartphonbesitzer verwendet werden, ist zweifelhaft.

Wird heute derselbe Mechanismus greifen wie zu den Zeiten der Industrialisierung? Bei der Motorisierung hat zuallererst jeder Hufschmied einfache Pferdewagen mit einem Benzinmotor ausgestattet. Erst später wurden Betriebe gegründet, welche die Autos professionell hergestellt haben. Diese hatten mit einer Pferdekutsche nichts gemeinsames mehr  Ein ähnlicher Trend zeigt sich bei erfolgreicher Software. Hier beherrschen einige große Firmen den Markt. Trotzdem sind die Chancen für junge Softwareentwickler günstig, da es keinen großen Maschinenpark braucht um eine zündende Idee in eine Apps zu verwandeln. Es genügt ein professioneller Laptop.

Oft ist es eine Dummheit, welche eine angenehme Lebenssituation zerstört. Manchmal ist es der Übermut oder einfach der Wunsch nach Veränderung. Was macht den Menschen aus? Hat er die Kraft dazu, soll er etwas Neues beginnen. Anderseits ist es im Leben entscheidend, welche Ausdauer man an den Tag legt. Wer selbst nichts unternimmt wird soundso einmal aus der Illusion, dass alles so bleibt wie es ist, hinausgeworfen. Ist dies einer der Gründe, dass ich beim Radfahren keinen Helm verwende? Mir wird schon nichts passieren oder ist es einfach persönliche Dummheit?

Benzinkutsche.