omikron:blackout II

Die Elektrifizierung in größerem Ausmaß begann um etwa 1880. Wie würde der Familienalltag in der Wohnung, der Berufsalltag in der Firma ohne Strom funktionieren? Und wie würde man eine Woche ohne Strom über die Runden kommen?

Als Gedankenexperiment zeichne ich meinen ersten Lebensabschnitt, die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, ohne Strom nach. Kindheit und Jugend verbrachte ich auf einen Bauernhof. Der Alltag ohne Strom hätte damals gut funktioniert, es hätte nur keine maschinelle Unterstützung der Arbeiten gegeben. In den Wintermonaten geht es hauptsächlich um die Fütterung der Tiere, dazu Arbeiten rund um das Holz, sei es Schlägerungen im Wald oder Holzmachen für den Küchenherd und Kachelofen. Der Jahreszeit angepasst begann das Tagwerk mit der Morgendämmerung, die Kühe konnten händisch gemolken werden, die Wasserversorgung kommt aus der eigenen Wasserquelle und kommt ohne mechanische Pumpen aus. Bei der Fütterung der Schweine und der Schafe spielt der mit Holz beheizte Dämpfer für die Herstellung der Erdäpfel Maische eine wichtige Rolle. Die Gerätschaften zur Verarbeitung der Milch ließen sich händisch betreiben, wie der Rührkübel zur Herstellung der Butter. Es gibt einen Vorrat an selbstgeernteten Feldfrüchten, wie Kartoffel, Kraut, Wintersalat, Obst, Rohnen und Sauerkraut. Verschiedene Mehlsorten sind nicht in kleinen Packerln zuhause, sondern in großen Schubladen. Auch das Brot selbst zu Backen ist möglich. Ergänzt werden die Feldfrüchte durch geselchte Fleischwaren, wie Speck und Würste, dazu der eigene Apfelmost in Fässern zu 300 und 500 Liter. Die große Stube, das Schlafzimmer der Eltern und zugleich das Wohnzimmer, lässt sich mit einem Kachelofen beheizen. In der Küche steht ein Holzherd, der Sommer wie Winters die Küche und das Wasser für die Katzenwäsche erwärmte. Fortbewegung und Transport spielten eine untergeordnete Rolle, es gab die Pferde, die Menschen sind kaum über das Tal hinausgekommen.  

omikron:blackout

Corona Pandemie war gestern, jetzt will man das Leben wieder genießen. Plötzlich zeigen sich am Kärntner Himmel die sprichwörtlichen dunklen Gewitterwolken und als Vorbote fegt ein Sturm durch die Straßen, der Reklame- und Einkaufszettel aufwirbelt. Diese Gewitterwolken entpuppen sich als neues Bedrohungsszenario. Mitten in die Partystimmung platzieren findige Medienmacher, ob dahinter auch geschäftliche Interessen stehen ist ungeklärt, ein neues Bedrohungsszenario, das Blackout der Stromversorgung.

Institutionen wie das Bundesheer, die Polizei oder die Feuerwehr gingen in die Öffentlichkeit um ein düsteres Bild an die Wand zu malen, das Blackout der Stromversorgung. Vom Zivilschutz wird schon lange dafür plädiert für einen Katastrophenfall einen Vorrat an Konserven, Kerzen, Streichhölzer, Nudeln, Trinkwasser und Medikamente anzulegen. Seit der Corona Pandemie neu hinzugekommen ist ein Vorrat an Kloopapier. Nützlich ist ein Gaskocher, eine Petroleumlampe und wer es besonders toll haben will Akku Boxen mit viel Strom für das geliebte Smartphone. Wie lange die Funknetze aktiv sind, hängt von ihren Notstromreserven ab. Für Ö1 Hörer gibt es Transistorradios, bei denen man mittels Kurbeln Strom erzeugen kann.

Strom als Energieträger ist in unseren Alltag so selbstverständlich integriert, dass wir ihn kaum bewusst wahrnehmen. Für unsere Bedürfnisse brauchen wir ihn fast so notwendig wie den Sauerstoff zum Atmen. Beim Atmen agieren wir so selbstverständlich, sodass wir es nicht bewusst wahrnehmen, erst wenn wir damit Probleme haben. Wenn uns vor Anstrengung oder Aufregung die Luft wegbleibt oder wir gegen eine Infektion der Atemwege kämpfen. Die meisten Beschwerden und Erkrankungen der Atemwege gibt es im Winter und stellen sie sich ein Blackout bei der Stromversorgung im Winter vor. In dieser Jahreszeit sei es laut Experten aber am wahrscheinlichsten. Einerseits weil der Strombedarf in der kalten Jahreszeit durchschnittlich höher ist als im Sommer, zum anderem, weil von den Flusskraftwerken im Winter bei Niedrigwasser weniger Strom erzeugt wird. Dann trifft uns ein Blackout des Stromnetzes, was angelblich immer wahrscheinlicher wird. Wobei ein Hackerangriff auf die Steuerung des europäischen Stromnetzes und Ausfälle auf Grund des Kriegs Geschehen in der Ukraine nicht von der Hand zu weisen ist. 

ostern II

Nahe dem Weinort Soos höre ich einige Sätze aus der Bibel, welche zur Gegend passen. Ein Mann liest seiner Frau aus der Bibel vor, während sie auf einem kleinen Campingtisch die mitgebrachten Brote auspackt und die Getränkeflaschen dazustellt. Auf der Campingdecke beschäftigen sich drei Kinder mit einem Memoryspiel. Der Mann stimmt das Vaterunser an und endet mit: “ O Herr segne uns was du uns bescheret hast“. Ich bin jetzt bei ihnen und wünsche ihnen guten Appetit. Ich spreche den Mann auf die Bibelzitate an und schätze, dass die Weinberge für das Vorlesen einiger Bibelstellen besonders gut geeignet sind. Die Weinreben und Weinstöcke, die Arbeit in den Weinbergen, werden von Jesus oft für seine Gleichnisse benützt. Der Wein spielt auch bei den Wundern von Jesus eine Rolle und ist eines der großen Geheimnisse während der Messe: Die Verwandlung von Wein in Jesus Blut, ein Geheimnis des katholischen Glaubens.

Die Abholung von Speisen bei der Wirtshaustür war das Eine, aber auch eine Buchhandlung in Bad Vöslau bot dieses Abholservice an. Kuli, eine Wortschöpfung aus Kultur und Literatur. Während der Lockdown ist an bestimmten Tagen und zu gewissen Zeiten vor der Ladentür eine Kiste mit den bestellten Büchern gestanden. Alle in Papiertüten verpackt und beschriftet. Die Inhaber von kleinen Buchhandlungen sind oft, in Gemeinden wo Kultur über Volksmusik und Brauchtum nicht hinausreicht, Ideengeber und Initiatoren für kulturelle Veranstaltungen. Zeitweise auch literarisch Neues inszenieren. Vor dem dritten Lockdown hatte ich die Möglichkeit, teils aus Neugier, die wirklich kleine Buchhandlung zu besuchen. Die Auswahl an Büchern war dem Geschmack der Inhaberin geschuldet, ich kaufte ein paar Ansichtskarten. Ich gab mich als Buchhändler in Muse zu erkennen, so war ihre erste Frage, ob ich für meine Buchhandlung einen Nachfolger gefunden habe? Mit Zufriedenheit konnte ich dies mit einem klaren und hellen Ja beantworten. Aus dem Tagebuch…

Allen ein frohes Osterfest

ostern

Zu Ostern 2021 erlebte ich in den Weinbergen, auf dem Weg von Bad Vöslau nach Soos, wie viele Menschen den warmen Ostermontag für ein Picknick im Freien genützt haben. In Ostösterreich waren Corona bedingt alle Gast- und Vergnügungsstätten geschlossen. An allen erdenklichen Plätzchen sah ich in den Weingärten Singles, Paare, Familien mit Kindern, mit einem Korb oder einem Rucksack voller Speisen und Getränke bei einem Imbiss. Es gab nach oben keine Altersgrenzen, viele Senioren erinnerten sich dabei wohl an glückliche Jugendjahre, an romantische Zeiten. Damals, als sie mit ihrem Partner zwar etwas unbequem, dafür aber verliebt im frisch sprießenden Gras saßen und ihre vorbereiteten Jausenbrote aus der Alufolie wickelten. Bei den Familien waren es diesmal die Tüten von Mac Donalds, die auf der Wolldecke verzehrt wurden.

Dazwischen Spaziergänger mit Hund und verbotenerweise einige Radfahrer. Der Geheimrat W. von Goethe hätte seine Freude daran gehabt, hätte er es erlebt, wie viele Menschen seinem Aufruf zu einem Osterspaziergang gefolgt sind. Bei meinem Spaziergang bereitete es mir Vergnügen, einem Diskurs zwischen einer Spaziergängerin und einem Hundebesitzer zu lauschen. Der Herr äußerte sich gegenüber einer Dame erregt, dass er in der Pandemiezeit als Single kaum die Möglichkeit hat eine neue Freundin kennenzulernen. Im ersten Pandemiejahr versuchte er, bei seinen Einkäufen für seinen Einpersonenhaushalt mit dem Anbandeln im Supermarkt. Er wandte sich hilfesuchend an Frauen ihm bei der Auswahl oder der Suche nach einer bestimmten Sorte von Joghurt behilflich zu sein. Auch die Frage nach einem guten und schmackhaften Brot, brachte trotz mehrerer Versuche, keinen Erfolg beim Kennenlernen. Dieses Frühjahr hat er sich einen Hund angeschafft und hofft bei den täglichen Spaziergängen mit dem Hund, seinem Wunsch eine Freundin zu finden näher zu kommen. Aus dem Tagebuch…

corona:leckerbissen ll

Während der großen Seuchen im finsteren Mittelalter zeigten sich manche Menschen davon unbeeindruckt. Sie ließen sich nicht abhalten dem Essen, der Musik oder dem Theater zu frönen. Musische Vergnügungen könnten ein natürliches Immunmittel in unsicheren und teuflischen Zeiten sein. Damit gibt man eine resistente Botschaft an die Immunabwehr weiter und unterstützt sie bei ihrem Kampf gegen Viren und Bakterien. Nichts macht kränklicher, als wenn man sich mit schlechten Ereignissen in der Nachbarschaft oder in der Familie beschäftigt. Gibt es keine guten Nachrichten oder keinen Trost in Gesprächen, dann steht uns heute eine Fülle von erbaulichen Geschichten oder Musikstücken zur Verfügung. Nichts zerstreut die bösen Gedanken so schnell wie ein kleines Fest. Auch wenn dieses während der Corona Pandemie nur im engsten Kreis gefeiert werden konnte. Deshalb war es im Sommer 2021 an der Zeit meinen runden Geburtstag unter dem Motto Kirchtags Schmankerln, zu feiern. Dazu gehörte eine Gailtaler Kirchtagsssuppe und ein Kirchtagsbratl mit warmem Sauerkraute. In der Einladung habe ich aufgefordert anstatt Geschenke eine Spende für eine karitative Organisation abzuliefern, so wehte über allem ein guter Geist. Eine Teilnehmerin äußerte sich lobend, wie harmonisch die Familienfeier verlaufen sei. Wie rücksichtsvoll die Verwandtschaft miteinander umgegangen ist. Etwas dazu beigetragen hat die vorausschauende Sitzordnung und auch Tiere geben sich friedlich, wenn sie vor einem vollen Futtertrog sitzen. Beobachtet wie entspannt Kühe sind, wenn sie auf der Weide grasen oder in der Gruppe zum Wiederkäuen im Schatten auf einer Wiese liegen. Aus dem Tagebuch…

Um den Impffortschritt anzukurbeln gilt jetzt das Motto: Bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt. Jetzt wurde eine allgemeine Corona Impfpflicht eingeführt, mit Verwaltungsstrafen bei Ablehnung. Als Zuckerl gibt es nach der Coronaimpfung ein Paar Frankfurter mit Senf, Semmel und Coca-Cola.