corona:cholesterin

Verlockend groß ist die feine Auswahl auf der Speisekarte beim Mitttag- und Abendessen im Kurhotel. Schon beim Frühstück wirft man einen Blick auf die Speisekarte des Tages. Ein wenig gebremst wird die Freude über das schmackhafte Essensangebot dadurch, dass neben den Gerichten die Anzahl der Kalorien steht, wie es für ein gesundheitsbewusstes Kurhotel notwendig ist. Die Angaben immer noch in Kalorien, weil mit der neuen Bezeichnung Juul über fünfzigjährige kaum etwas anfangen können: Wiener Fiaker Gulasch mit Salzerdäpfeln, Bio Ei, Würstel und Gurkerl (590 kcal); Polentaschnitte mit Grillgemüse und Parmesan (360 kcal)  

Bei der Auswahl der Haupt- und Nachspeisen kommt es manches Mal zu einer Diskussion unter Ehepaaren, zwischen der kalorienbewussten Frau und dem Genuss zugetanen Mann. Ihr Anliegen ist gegen einen zu hohen Cholesterinspiegel vorzubeugen. Hohe Cholesterinwerte bergen mit zunehmendem Alter eine erhöhte Anfälligkeit für Herzinfarkt bis Gehirnschlag. Da kommt es vor, dass der Mann schweren Herzens auf eine Nachspeise verzichtet: Cremeschnitte (260 kcal); Fruchtige Roulade (290 kcal). Die nächsten fünf Minuten ist der Ehemann auf die gesundheitsbewusste Frau sauer. Bei den Sterbefällen in Pandemiezeiten heißt es, der Patient ist mit oder an Corona gestorben. Es sterben in Pandemiezeiten auch Menschen ohne an Corona erkrankt zu sein. Beim Cholesterin verhält es sich ähnlich, es sterben Menschen mit oder an zu hohen Cholesterinwerten und anderseits sterben Menschen mit einem normalen Cholesterinwert. Ich habe das Gefühl es wird versucht, durch die eine oder andere Maßnahme das Sterben für immer zu verhindern.

corona:kinder II

Das Patenwesen ist weit gestreut. Von der Wirtschaftskammer werden Firmenpaten vermittelt, welche Jungunternehmer beim Start in die Selbstständigkeit mit ihrer Erfahrung beraten und krisenfest machen. Gemeinnützige Organisationen suchen zur Finanzierung für Projekte in der Dritten Welt Finanzpaten. Damit werden Wasser- und Stromversorgung oder die Errichtung eines medizinischen Stützpunktes finanziert. Am europäischen Standard gemessen handelt es sich dabei um menschliche Grundbedürfnisse. In der Innenstadt sehe ich auf den Litfaßsäulen das ganze Jahr über Werbung für die Übernahme einer Patenschaft von Kindern in Afrika. Die Slogans gehen zu Herzen: Du wirst Pate und ich werde Lehrer oder Du wirst Pate und ich werde Krankenschwester.

Ein Geistlicher berichtete in Villach über die Gründungen von mehreren Missionsstationen in Indien, wo Kindern aus der ärmlichen Landbevölkerung die Möglichkeit geboten wird eine Schule mit Internat zu besuchen. Mit der Übernahme einer Patenschaft und einem Beitrag von hundert Euro kann man einem Kind den Schulbesuch über ein ganzes Jahr ermöglichen. In unseren Breiten kann man annehmen, dass es bei Sparsamkeit möglich ist mit hundert Euro den Schulbedarf für ein Jahr eines Unterstufenschüler zu finanzieren. Die Bezahlung des Lehrkörpers, sowie Essen und Schlafen wäre in unseren Breiten mit hundert Euro nicht möglich. Viele haben die finanziellen Ressourcen für Jugendliche eine Patenschaft zu übernehmen.

Bei uns kann es tierisch ernst werden, wenn Tierheime und Zoogärten versuchen die Menschen zu animieren eine Patenschaft für ein Tier zu übernehmen. Am besten lassen sich Patenschaften für Tierbabys vermitteln. Dabei wird unser Instinkt angesprochen, dass wir allen kleinen, unschuldigen und hilfsbedürftigen Wesen Unterstützung anbieten.

corona:kinder

Die Schar der Virenkinder ist größer geworden, ebenso der Abstand zu anderen Menschen, der Babyelefant ist gewachsen. Mit dem Wachstum konnte der Urheber des Babyelefanten nicht mithalten und hat sich aus der Politik zurückgezogen. Inzwischen ist auch das Elefantenbaby verendet. In der Pandemie ist es wichtig, dass der Wirkstoff der Impfdosen regelmäßig angepasst wird.

In unseren Regionen ist es üblich ein Neugeborenes christlich zu taufen und dazu wird eine Taufpatin oder Taufpate bestellt. Schön formuliert sollte der Pate, ein Wunsch der religiösen Gemeinschaften, die Eltern bei der christlichen Erziehung unterstützen. Das Bemühen um ein rechtes Glaubens Leben des heranwachsenden Babys wird bald außer Acht gelassen und erschöpft sich darin, dass die Patin oder der Pate sich zu Ostern mit einem Patengeschenk einstellt. Die Wurzeln für diesen Brauch liegen darin, dass die Christen zu Ostern ihr Taufgelübde erneuern. Nicht mehr durch die Stimme der Patin oder des Paten, sondern mit eigener Stimme bekräftigen. Priester: Wiedersagt ihr dem Teufel? Gläubige: Wir wiedersagen! Dabei ist es körperlich erlebbar, wie eine Fülle von Dämonen aus den Kirchbesuchern zu Hölle fahren. Der Kirchenboden unter den Füßen wirft leichte Wellen. In Kärnten spielt der Reindling, in meiner Kindheit garniert mit einer Silbermünze im Wert von fünfundzwanzig oder fünfzig Schilling, als Patengeschenk eine besondere Rolle. Die Paten werden gebeten das Patenkind zur Firmung und eventuell auch zum Traualtar zu begleiten. Damit endet die offizielle Begleitung, die Patenkinder sind flügge geworden. In Ausnahmefällen kommt es dazu, dass die Patenkinder für die gealterten Paten eine Fürsorge übernehmen. Mit einer Vorsorgevollmacht für die Paten bei einer schweren Erkrankung bestimmte Entscheidungen treffen, was die Art der Behandlung betrifft, bei Bewusstseinsausfällen den Umzug in eine neue Wohnung oder finanzielle Erledigungen regeln.

corona:zahlen II

Muss man sich dafür schämen, beharrt man darauf, dass Meinungsverschiedenheiten nach den geltenden Gesetzen beigelegt werden? Bei solchen Vorkommnissen frage ich mich, falle ich mit meinem Alter aus der Zeit? Verliere ich an Lässigkeit und gehört es heute zum guten Ton, Vereinbarungen und Verpflichtungen nicht mehr ernst zu nehmen? Zumeist ernte ich Unverständnis und insgeheim Ratlosigkeit mir gegenüber, kann sich der Alte nicht von seiner geordneten Struktur trennen. Das letzte Jahrzehnt hatte ich den Eindruck, alles ändert sich rasant. Ich möchte sagen, mit Überschallgeschwindigkeit, sei es in der Erzeugung, in der Kommunikation, beim Verreisen, in der Freizeit. Vieles wurde globaler, alle verloren wir an Bodenständigkeit. Die Gesellschaft war gerade dabei ein weiteres Triebwerk zu zünden, um die zweifache Schallgeschwindigkeit zu erreichen, da mischte sich in das Getöse der Triebwerke ein kleiner Virus. Der Versuch musste abgebrochen werden und man war froh darüber, dass ein Triebwerk halbwegs funktionierte. Panisch horchte man auf jede Veränderung des Triebwerksgeräusch und sah sich vorauseilend um einen möglichen Flughafen um, um die vorhandenen Erfolge sicher auf den Boden abzustellen.

Das kryptische Experiment, mit dem Tauschen der Ziffern, könnten wir auch bei den Jahreszahlen machen. Vertauschen wir die letzten zwei Ziffern, dann hätten wir das Jahr 2012 statt 2021. Gerade wie man die Uhr zur Sommerzeit um eine Stunde zurückstellt, könnte man die Jahre zurückstellen. Es gäbe keine Coronapandemie, die Flüchtlingskrise wäre nicht passiert und das Ibiza Video hätte noch niemand gesehen. Unzählige Personen wären bei dem Gedanken, dass sie wieder zehn Jahre jünger sind erleichtert und würden sich mental besser fühlen.

corona:zahlen

Das Coronavirus beherrscht seit März 2020 unseren Alltag: Unsere Gedanken, unsere Handlungen, die Gespräche innerhalb und außerhalb der Familie, das Verhalten gegenüber anderen Menschen. Der Meinungsaustausch über die Verbreitung der Pandemie ist unter den Geimpften und den Genesenen schwächer geworden. Wir gönnen uns wieder etwas, genießen die Lockerungen der Bestimmungen zur Verhinderung der Pandemie. Wobei vom Gesundheitsminister zwiespältig agiert wird, wir können uns freier bewegen, werden anderseits aber ermahnt, dass wir vorsichtig sein sollen. Es kommen immer neue Coronavirus Varianten in den Umlauf.  Allen voran kennt sich kein Virologe, kein Mediziner genau aus, wie lange die verschiedenen Impfungen für Immunität sorgen werden, derzeit lernen alle dazu. Um eine gute Prognose abzugeben bedarf es bestimmt nicht die Erfahrung einiger Monate, sondern dieselbe Anzahl von Jahren.

Bei höheren Geburtstagen gibt es einen Zahlentrick. Statt 64 Jahren sagt man, man ist 46 Jahre alt oder bei 70 Jahren, man ist zweimal 35 Jahre jung. Große Sprünge können gemacht werden, wenn nach einem runden Geburtstag die Eins kommt. Der einundfünfzigste Geburtstag und die Zahlen werden getauscht, dann ist man gerade 15 Jahre alt oder bei einundsiebzig Jahren, dann ist man gerade 17 Jahre alt. Ob dies ein Lebenselixier wäre, denkt man daran, dass es mit siebzehn Jahren oftmals schwieriger war, als jetzt mit Einundsiebzig. Damals besaß man mehr Mut als heute, obwohl nach einem erfahrungsreichen Leben Grund genug besteht, mutig zu sein. Überhaupt, hat man ein rechtschaffendes Leben geführt, dann kann man den Anforderungen des Alters mutig entgegentreten. Es gibt unterschiedliche Auffassungen, wie weit jeder sich auf Regeln, auf Verordnungen verlassen kann. Genügt die Behauptung, jemand weiß davon nichts oder man hat nichts unterschrieben, um sich über jede Regel hinwegzusetzen?