energie:sparen I

Nachdem sich der Winter bisher in Kärnten geziert hat, hat er uns in den letzten Februartagen doch noch erreicht. In mehrerer Hinsicht, zum einem hat es einige Tage lang bis in Tallagen geschneit, danach Frühtemperaturen um die minus zehn Grad und tagsüber ein eisigen Ostwind. Für unsere Breite sind dies antarktische Temperaturen. An solchen Ausnahmetagen wirft man einen prüfenden Blick in den Kühlschrank, ob die Lebensmittel für die nächsten drei Tage reichen werden? Hinzugekommen ist, dass man sich vergewissert ob der PC, das Handy und der Rasierapparat voll aufgeladen sind. Zu den Behinderungen auf den Straßen könnte es auch zu einem Ausfall bei der Stromversorgung kommen. Im heutigen Leben steht die Handybenützung gleich hinter der Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser.

Mein Citroen hat mich morgens überrascht, nach dem Drücken der Fernbedienung sind der Tankdeckel und die Motorhaube aufgesprungen. Den Motor zu starten war vergeblich, der Motor sprang nicht mehr an. Gänzlich überrascht war ich nicht, weil in den Tagen davor hat das Anlassen des Motors länger gedauert als üblich. Ich hatte vor die Autobatterie zu überprüfen. Jetzt kam mir die Batterie zu vor und versagte ihren Dienst. Verwirrt hat mich die Anzeige am Display, Energiesparmodus, das Starten des Motors war nicht mehr möglich.

Neuschnee

berufs:wahl II

Die Gefahr besteht, wenn jeder Schüler mit einem Tablet versorgt wird, dass man sich für die Beantwortung einer Frage des digitalen Lexikons bedient? Wie sagt man so beiläufig, schlag nach bei Google. Aus meiner Sicht kann man damit eine Frage beantworten, eine Information erhalten, man hat aber keinesfalls Wissen erworben. Wie schnell sich die bequeme Art um Info zu erlangen verbreitet hat, ergab sich bei einem Wortwechsel zur aktuellen Koreakriese. Bei den Kriegsdrohungen von Amerikas Präsident Trump und Nordkoreas Präsident Jim. Verbal wurden beide Präsidenten beschimpft. Keine der diskutierenden Personen hatte eine Ahnung, wie es zur Teilung in Nord- und Südkorea gekommen ist. Auch die Lage der Halbinsel lag im Dunkeln, dass Nordkorea an China andockt und vis a vis Japan liegt, mit einer Einwohnerzahl von ca. 127 Millionen Menschen. Geschichtliche Wissen wurde als obsolet dargestellt, es genügte die Titelschlagzeile einer österreichischen Kleinformatzeitung zu kennen, um sich darüber auszulassen. Die Infos vom Handy wurden mit einem durchschnittlichen Wissen gleichgesetzt. Längeres Studium wird für veraltet erachtet. Wie jemand aus der Runde feststellte, es bedarf keiner Rechtschreibkenntnisse mehr, die Spracheingabe bei Google erledigt dies. Ist dies die neue Wissensgesellschaft auf die wir zusteuern? Ein Motto um mangelndes Wissen zu kaschieren lautet: Wo ein Tablet, dort eine Antwort.

In meiner Jugendzeit in Politzen ob Ferndorf, das Fernsehen wurde gerade populär, gab es vereinzelt Personen, die nicht lesen und schreiben konnten. Sie waren in den Wirren der Kriegs- und Nachkriegsjahre durch die allgemeine Schulpflicht durchgerutscht. Zu allem Überdruss und allen Schulreformen zum Trotz, ist das heutige Lesevermögen von einem Drittel der Schulabgänger katastrophal. Zurück in die 60er Jahre. Ein Analphabet kaufte sich in Ferndorf als einer der Ersten, nach dem Gemeindearzt, dem Betriebsleiter der Heraklithwerkes und dem Volksschuldirektor einen Fernsehapparat. So konnte er sich die Informationen, die aktuellsten Nachrichten, die ansonsten nur über eine Zeitung zugänglich waren, aus dem Fernsehen erhalten. Von der Zeit im Bild um 19.30, die Nachrichtensendung in den 60er und 70er Jahren. Mit diesen Infos beteiligte er sich, er fühlte sich ermächtigt, der Wortführer an den Stammtischen zu sein. Hätte man ihm einen Atlas auf den Tisch gelegt, hätte er Amerika nicht gefunden, aber vom politischen Geschehen in Amerika kannte er die Schlagzeilen.

Es wird eine Gratwanderung und viel Knockout bedürfen, dass die Tablet Generation nicht zu einer Schnellinfogeneration verkommt.

Twitter

berufs:wahl I

Die Situation für die  Jugendlichen, welche heute vor einer Berufswahl stehen, ist im Vergleich zu früheren Jahrgängen schwieriger und unübersichtlicher geworden. Zumeist war früher die Entscheidung angelehnt an den Beruf des Vaters. Mit vierzehn Jahren herrschte  Klarheit, welchen Beruf man erlernen will. Oft gab es eine freie Lehrstelle in der Firma, wo der Vater oder der Bruder tätig war. Hatte der Vater einen Handels- oder Gewerbebetrieb, eine Landwirtschaft, dann war es selbstverständlich, dass eines der Kinder die Firma übernehmen wird. Ähnlich die Kriterien bei den akademischen Berufen, Ärzten, Lehrern oder Rechtsanwälten. Aus den Akademikerfamilien entstammten die meisten Nachwuchsakademiker. Auf den Universitäten studierten in den sechziger und siebziger Jahren zum Großteil die Kinder der oberen Gesellschaftsschicht.

Heute hat sich bei der Berufswahl vieles geändert, weil ein Großteil der Jugendlichen nach der Schulpflicht eine weiterführende Schule besuchen. In den Universitäten tummeln sich gleich viele Kinder von Akademiker und Nichtakademiker. Manches Mal wird von den Eltern sehr viel Energie dafür verwendet, dass der Nachwuchs durch das Gymnasium und eine weiterbildende Schule geschleust wird.
Es ist ein Fortschritt, wenn sich höhere Bildung auf ein breiteres Feld der Bevölkerung verteilt. Ein ewiger Zankapfel ist die Frage, wie gestaltet man einen guten Unterricht, was soll an Lehrstoff vermittelt werden? Wahrscheinlich ist die Diskussion, was soll man den Schülern lernen, was sollen Schüler wissen, so alt, wie es Schüler und Lehrer gibt. Zurzeit sieht man ein Allheilmittel darin, dass man jeden Schüler, ab der ersten Grundstufe, mit einem Tablet versorgt.

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