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EIN GESUNDES, GUTES und bald „MASKENFREIES“ NEUES JAHR 2021 !

Verunsichert fühle ich mich, wenn in der Wettervorhersage vor einem Sturm oder Orkan gewarnt wird und dieser trifft nicht ein. So erlebe ich die aktuelle Situation in der Pandemie. In den letzten Monaten habe ich beobachtet, wie schnell sich die Prioritäten bei den Medien ändern können. Waren die Neuinfektionen bei uns im unteren Bereich, dann haben die Bundesregierung und die Zeitungen gerne mit dem Finger auf andere Staaten gezeigt und deren schlechtere Entwicklung an den Pranger gestellt. Vortrefflich eigneten sich eine Zeitlang die Vereinigten Staaten von Amerika als Buhmann, den man öffentlich ausgepeitscht hat. Damit hat man auch einen Großteil der US-Bürger, die nur ihr eigenes bescheidenes Leben führen, mit ausgepeitscht. Getroffen sollte die Staatspitze werden, aber man schwingt großflächig die Peitsche.

Noch nie habe ich so viel Ungewissheit erlebt wie in diesem Jahr. Die Unsicherheiten während des Geschäftsleben waren leichter einzuschätzen. Einerseits ist dies nicht verwunderlich, da Fragen nach der Kaufkraft, einer neuen Konkurrenz oder zugkräftigen Rennern kalkulierbar waren. Unterstützt durch die jahrzehntelange kaufmännische Erfahrung und durch Informationen aus der Fachpresse. Anders zeigt sich die Lage bei der Corona Pandemie. Selbst Statistiker und Virologen, welche die Politiker im Gesundheitswesen beraten wählen Formulierungen, die auch genau das Gegenteil bedeuten könnten. Zumeist geht dies einher mit einer Drohung, mit erhobenem Zeigefinger, der nichts anderes ausdrückt als die Unfähigkeit etwas Konkretes zu sagen. Dies beklagt bereits eine breite Schicht der Bevölkerung, dass die Politiker zu viel mit Phrasen: Es könnte, wenn nicht, wir appellieren und so weiter, agiert. Neu hinzugekommen sind Aussagen zur Wirksamkeit des Corona Impfstoff und den Vorbereitungen zur Impfung.

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corona:sturm

Gerade in dramatischen Zeiten wie wir es jetzt durch die Corona Pandemie erleben, plant man von einer Woche zur nächsten. Spannend, wie weit man den Mut hat sich Termine für das nächste Jahr vorzunehmen. Mein Wahlspruch nach dem Lockdown im Frühjahr war Vorhaben, Besuche, Besichtigungen und Erholungen nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern kurzfristig umzusetzen. So verbrachte ich ein Wochenende im von Touristen entvölkerten Venedig, besuchte ein Literaturseminar, ein Konzert in Salzburg und verbrachte im Spätherbst gemeinsam mit der Lebensgefährtin eine Woche am Meer, kurz bevor Slowenien zur roten Zone erklärt wurde und über Österreich der zweite Lockdown verhängt wurde.

Was werden wir in der ersten Jahreshälfte 2021 bezüglich der Gesundheit, der Wirtschaft und der persönlichen Freiheit erleben. Die Zeichen in der Pandemie stehen derzeit auf Sturm, wieviel Sturm vertrage ich? Mir geht es ähnlich einem Baum, der sich gerne von einem leichten Wind hin und her wiegen lässt, eine Massage für die Blätter liebt. Wird der Wind kräftiger, kommen auch die Äste in Bewegung, so wird dies vergleichbar mit einer Gymnastik für meine Gelenke, verknorpelt und zu steif drohen sie zu brechen oder zu schmerzen. Kritischer wird es bei einem Sturm, dann ist der ganze Baum gefordert. Nicht der Stamm der steif und unbeweglich ist wird den Sturm unversehrt überstehen, sondern welcher sich geschmeidig mitbewegt, durchlässig ist.  So ähnlich dürfte es auch im Sturm der Pandemie sein, nicht derjenige welcher sich steif gegen sie wehrt, sich in der Wohnung verbarrikadiert wird die Pandemie überstehen, sondern wer durchlässig ist. Dies will heißen, lassen wir den Großteil der Meldungen zur Pandemie an uns vorbeiströmen. Wir müssen uns durch den Dauerbeschuss an Meldungen seitens der Medien stromlinienförmig durchmanövrieren. Was bei einem Orkan in einem Waldgebiet passiert, ob standhaft oder entwurzelt, der Ausgang ist unterschiedlicher Natur, hängt von gewissen Voraussetzungen und glücklichen Umständen ab. Die Vorhersagen bei einem Coronaviren Orkan sind ähnlich zu werten.

Orkanstärke

corona:lage II

Um mir ein Paar Schuhe zu kaufen fehlte mir in Graz einfach das Geld. Im Tag haben wir fünf Schilling Sold bekommen, dies reichte für einen Kinobesuch. In der Belgierkaserne gab es ein Soldatenkino. Mit den beschädigten Halbschuhen machte ich mich auf den Heimweg, von Ferndorf nach Politzen. Nach einer Viertelstunde kam es zum Desaster, beim rechten Schuh ist die vordere Hälfte der Schuhsohle weggebrochen. Der halbe Fuß hatte keine Schuhsohle unter der Fußsohle. Um den rechten Schuh wickelte ich ein Unterleibchen, um auf dem Schnee weiter zu laufen.

Während meiner Lehrjahre war ich im Winter zumeist in Halbschuhen unterwegs, auf dem Weg zur Arbeit, im Geschäft eine Notwendigkeit. Im ersten Lehrjahr hatte ich keinen Wintermantel, ein Hemd, einen Pullover, ein Sakko und dieses zumeist vorne offen. Die zweistündige Mittagspause in den Wintermonaten zu überbrücken war eine Herausforderung. Zeitweise schlenderte ich durch die Stadt, um dann über einem Kanalgitter die Hände und Füße aufzuwärmen. Gut gelaufen ist es, wenn ich im geheizten Speisesaal vom Kolpinghaus bei einer Suppe die Mittagszeit verbringen konnte. In den Wintermonaten ging es um das Durchtauchen, sehnsüchtig erwartete ich den Frühling. Es hat mit dem Verstreichen der Zeit zu tun, in den Lehrjahren und in der Pandemiezeit. Dasselbe Gefühl begleitet mich, die unangenehmen Situationen verstreichen langsamer, die Zeit welche eine Freude macht schneller.

Ein Begleiter das Jahr über war auf dem Bauernhof der Reimmichl Volkskalender. Für ein Geschenk besorgte ich den Kalender für 2021 und habe darin etwas geblättert. Gesucht habe ich nach der Erzählung von Reimmichl, vor einem Jahrzehnt bildete eine volkstümliche Geschichte von ihm einen Schwerpunkt im Kalender. Diese Geschichte war damals gerne dreißig Seiten lang. Das Vorlesen aus dem Reimmichlkalender im Familienkreis, an den Weihnacht- und Neujahrsfeiertagen, war eine Tradition auf dem Bauernhof. Im neuen Kalender gibt es zwei Geschichten von ihm, einmal zwei und einmal drei Seiten lang. Der Kalender zeigt sich in seinen Beiträgen aktuell, es gibt Corona Gedichte und Reportagen zum Tourismus in der Coronakrise.

corona:lage I

In den Monaten der Pandemie mit den verschiedenen Einschränkungen, einmal locker, einmal streng, spürte ich wie lange eine Woche dauern kann. Erst recht, wenn spezielle Maßnahmen mehrere Wochen gedauert haben. Bei den Anordnungen wurde von den Verantwortlichen um jede Formulierung und um jeden Tag getrickst, nur um einen geschönten Terminus zu verwenden. Beim Bundesheer ist es üblich, nähert sich der Tag zum Abrüsten, die Tage zu zählen. Wie ist die Lage: siebenunddreißig Tage. Nähert man sich der magischen Zahl sieben, dann ist man mit den Gedanken zumeist schon zu Hause. Bei der Coronapandemie macht es keinen Sinn die Tage zu zählen, niemand kann heute ihr Ende vorhersagen.

Mein Wehrdienst in Graz, Anfang der siebziger Jahre, dauerte vom 1. April bis zum 31. Dezember. Die letzten vierzehn Tage waren als Urlaub dienstfrei gestellt. Ich konnte Mitte Dezember abrüsten. Damals standen vor den Kasernen keine Autos von den Grundwehrdiener. Heute ist es ein Problem, wo die vielen Autos der Präsenzdiener parken sollen? Beim Kasernenneubau in Villach wird ein Parkplatz für die Autos der Grundwehrdiener miteingeplant. Von Graz fuhr ich Mitte Dezember mit dem Zug nach Hause, nach Ferndorf. Dort kam ich am späten Nachmittag an und vor mir lag ein Fußmarsch von etwa einer Stunde, immer steil bergauf. Nach Politzen führte ein Steig, der von den Schichtlern des Heraklithwerk benützt wurde. Für den Ausgang in Zivilkleidung hatte ich in Graz ein Paar Sommerhalbschuhe dabei, Winterschuhe hatte ich keine. Der Pferdefuß an den Schuhen war, dass in den letzten Wochen die Gummisohlen an beiden Schuhen einen Riss bekommen hatten. Deshalb konnte ich an Regentagen die Kaserne in Zivilkleidung nicht mehr verlassen, weil die Füße nass wurden.