13. November : 2021 / II

Ich hoffe mein Impfzertifikat 3/3 behält seine Gültigkeit über den Winter 2021 / 2022, dazu habe ich noch eine Grippeimpfung bekommen. Am Nebentisch im Café, mit zwei Meter Corona Abstand, telefoniert ein Herr und diskutiert zur Corona Pandemie. Er vermeidet den Kontakt mit Ungeimpften und beginnt mit niemandem ein Gespräch, wenn er nicht geimpft ist. Der Der Angerufene klagt nach der Coronaimpfung über grippeähnliche Symptome. Die Impfbefürworter und die Impfgegner prallen in der Familie aufeinander und versuchen jeweils die Anderen zu überzeugen. Eine dreifache Mutter will sich und ihre Kinder nicht impfen lassen, weil ihr Vertrauensarzt davon abgeraten hat. Als Genesen würde eine Impfung das Immunsystem unnötig herauszufordern. Die Kinder hält sie von jeder Impfung fern. An Vertuschung ist es unmöglich zu überbieten, wenn sich der Schwiegervater, welcher im Haus wohnt, heimlich den Hausarzt aufgesucht hat, um sich gegen Corona impfen zu lassen.

In den Familien gibt es Streit wegen der Coronaimpfung, dieser ähnelt dem Streit, wenn es darum geht wer die beste Partei ist. Diskutieren und Politisieren ist unter zu Hilfenahme von Argumenten möglich, aber nicht aus reinen Emotionen. In der Mitte des November 2021 stellt sich die Frage, wer soll gerettet werden? Die virunable Bevölkerung, die Wintersaison, das Weihnachtsgeschäft oder Menschenleben. Wer sind eigentlich die Coronatoten, gestorben mit oder an Corona, wenn die ältere Generation vollständig geimpft ist? Mit dem Museum Villach vereinbart, dass ich zur Coronapandemie 2021 noch Texte nachliefere. Dort sind meine Berichte und Tagehafte in kundigen Händen. Für mich wünsche ich wieder ein spannendes Buch, das Letzte war eine Biographie über Martin Luther. Aus dem Tagebuch…

13. November : 2021

Beim Blick aus dem Kur Café in Warmbad Villach dunkelt es um siebzehn Uhr schon. Es ist der 13. November, ein Samstag. Eine unbeliebte Zahl, dieses Gefühl wäre bei mir an einem Freitag noch stärker. In diesen Tagen wird für die Verwerfungen oft das Datum verantwortlich gemacht. Heute wurden über dreizehntausend neue Coronafälle gemeldet, wieder die dreizehn, vor einem Jahr wäre dies eine unvorstellbare Zahl gewesen. Ich frage was hilft noch, was nützt und schützt uns jetzt vor einer Ansteckung. Es ist wie im Lotto, alles ist möglich. In diesem Fall kann man überall und von jedem angesteckt werden. Besonders gefährdet ist die Partnerin, sie erhält erst Ende November die dritte Impfung. In mir ist der 30. 6. 2021 gut verankert, an diesem Tag sagte der Bundeskanzler Kurz, die Pandemie ist für alle Geimpfte vorbei. Selbst die optimistische Nichte Barbara hat gesagt, es eine ungute Zeit. Zu der Bedrohung durch die Coronaviren gesellt sich eine Schlechtwetterfront und am Himmel dämmert eine neue Wolke an Verordnungen herauf, ein Lockdown für Ungeimpfte. Wie kann dies kontrolliert werden? Die Politik will der Wirtschaft, im besonderem der Tourismuswirtschaft, eine Gefälligkeit erweisen und folgt nicht ihren wissenschaftlichen Beratern. Bis es zu spät ist.

In drei Wochen kommt der Krampus, nur auf ausdrücklichem Wunsch, es soll den Kindern keine unnötige Angst eingeflößt werden. Obwohl ich feststelle, dass durch das Surfen auf dem Smartphone der Grauspegel in die Höhe schnellt. Das Krampus Treiben wird wohl pandemiebedingt abgesagt werden. Die Krampusse haben durch das Coronavirus eine mächtige Konkurrenz bekommen. Aus dem Tagebuch…

wasser:krise

Seit einem Jahrzehnt wird versucht den privaten Autoverkehr einzudämmen. Die Menschen dort, wo die nötige Infrastruktur besteht dazu zu bewegen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen. Ein Zuckerl, dass vielen Pendlern schmecken soll ist das neue Klimaticket. Würde ich noch im Berufsleben stehen und in einem Ballungszentrum leben, dann wäre es für mich selbstverständlich ein öffentliches Verkehrsmittel für die Fahrt zur Arbeit zu verwenden. Aus meiner Berufszeit in Arnoldstein weiß ich, dass der Ort von Villach an das öffentliche Verkehrsnetz schlecht angebunden war. Inzwischen verkehrt die S-Bahn in regelmäßigen Abständen.

Bei meiner Zugfahrt im Juli, mit dem Eurocityzug nach Kassel, gab es in Österreich keine FFP2 Maskenpflicht. Als der Zug die Grenze nach Deutschland passierte mussten wir alle die FFP2 Maske aufsetzen. Bei der Rückfahrt eine Woche später war es umgekehrt, ab Kufstein konnten wir die FFP2 Masken abnehmen.

Die treibende Kraft für die Abkehr vom Auto sind in den Regierungen die Grünen. Sie stehen für grüne, blühende Landschaften. In diesem Sommer sind wegen dem Ausbleiben von Regenfällen in einigen europäischen Regionen die Felder nicht mehr grün geworden. Die Trockenheit führte soweit, dass einige Seen und Flüsse unter akutem Wassermangel litten. Das verursachte Einbußen bei der Stromerzeugung in Fluss Kraftwerken und führte teilweise zu Einschränkungen im Schiffsverkehr. Auf dem Rhein mussten die großen Frachtschiffe pausieren oder mit weniger Fracht über den Rhein schippern. Unsere Flusskreuzfahrt von Mainz nach Wien wurde zwei Tage vor Beginn abgesagt. Der Donauabschnitt zwischen Nürnberg und Passau war wegen Niedrigwasser für das Flusskreuzfahrtschiff nicht befahrbar. Man könnte annehmen, dass wir ungehalten über diese kurzfristige Absage gewesen sind?  Bei uns war eine Woche vor Reiseantritt vorhersehbar, dass die Partnerin an der Reise nicht teilnehmen wird können. Der Reiseveranstalter für die Flusskreuzfahrt zeigte trotz einer ärztlichen Bestätigung keine Kulanz und bestand auf den vollen Reisepreis. Wie ein Fingerzeig von oben kam die Absage.

auto:bahn lll

Am späten Nachmittag fuhren wir mit der S-Bahn von Klagenfurt nach Villach zurück und wir waren nicht überrascht, dass der Zug gut besetzt war. Viele Schüler waren unter den Fahrgästen. Wir bemühten uns einen Sitzplatz zu ergattern. Eine Frau war so höflich und hat zwei Taschen, welche sie auf dem Nebensitz deponiert hatte, zur Seite gestellt. Ich bedankte mich für das Platz machen, sie benützt den Zug täglich für die Fahrt von und zur Arbeit. Seitdem das Klimaticket eingeführt wurde hat die Zahl der Fahrgäste nach ihrer Beobachtung zugenommen. Das heute der Zug so bumvoll ist, hat auch sie überrascht. Auf ihrem Schoß hatte sie ein Buch über gesunde Ernährung. Nach meinem Dafürhalten interessieren sich hauptsächlich Frauen für gesunde Ernährung, für Bio Lebensmittel. Mein Ansatz ist, sind alle anderen Lebensmittel welche kein Biozertifikat, kein Biopickerl haben giftig? Derzeit gibt es einen Hype bei Bio Lebensmitteln, weil die Supermarktketten eine Umsatzsteigerung wittern.    

Die freien Sitzplätze wurden immer weniger, einige Personen standen schon auf der Plattform zwischen den Waggons. Einer eleganten Dame, welche ich im Blickfeld hatte, war anscheinend die Vorstellung, dass sich jemand neben sie setzt unangenehm. Demonstrativ hat sie mit der Einkaufstasche von einem bekannten, hochpreisigen Modegeschäft, in der Klagenfurter Innenstadt den Platz neben sich freigehalten. Während unseres Bummels in der Altstadt von Klagenfurt sind wir auch beim besagten Modegeschäft vorbeigegangen. Ich erinnere mich genau, dass dort ein Damenmantel für den Herbst um € 3.500.– im Schaufenster ausgestellt war.

Meine Nachbarin stieg wie wir in Villach aus und ist in die S-Bahn nach Hermagor umgestiegen. Wie sie vorher erzählt hat, hat sie in Arnoldstein die Volksschule besucht und zu dieser Zeit bei mir, in der Papierhandlung, eingekauft. Beim Zugfahren ergibt sich manchmal die eine und andere nette Begegnung. Nach einem schönen Tag in Klagenfurt und einer unterhaltsamen Hin- und Rückfahrt mit der S-Bahn erfahren wir am Abend in den Nachrichten, dass es beim Ukraine Krieg zu einer weiteren Eskalation von Russland gekommen ist. 

schiebe:fenster II

Nach dem Verlassen der Transportbox verkroch sich Sissi sofort unter dem Tisch im Apartment und ist dort wohl auch über Nacht geblieben. In der Nacht hat sie dem Geräusch nach einmal das Katzenklo benützt. Das Ausstreuen des Trockenfutters auf den Boden morgens lockte sie unter der Eckbank hervor.  Damit war der Bann gebrochen und ihre Neugierde hat gesiegt. Vorsichtig wurde das Apartment Raum für Raum erkundigt. Nach vier Tagen konnten wir zurück in die Wohnung, mit Katze und Kegel, wie es im Volksmund heißt.

Eine Woche später bemerkten wir zufällig, dass eine Stelle, in der Größe von einem halben Handybildschirm, auf der Seitenflanke von der Katze völlig nackt war. Kein einziges Haar, bloße Haut, aber nicht entzündet. Beim Kontrolltermin in der Tierarztpraxis Völkendorf habe ich diese Auffälligkeit angesprochen. Die Tierärztin hat nachgefragt, ob es in den letzten Wochen eine Veränderung in der Wohnung gegeben hat oder ob jemand neu in der Familie dazugekommen ist? Da habe ich von dem kurzen Wohnungswechsel im Zuge des Fenstertausches erzählt. Die Tierärztin erklärte mir, dass die Katze auf diese Übersiedelung oder die Veränderung in der Wohnung reagiert hat. Menschlich würden wir sagen, dass sie aus Nervosität an einer Stelle intensiv das Fell geputzt hat und dadurch sind dort sämtliche Haare diesem Putzen zum Opfergefallen. Dies sei ein instinktives Abreagieren auf ungewohnte Situationen.

Dazu ergänze ich, dass wir bei Situationen welche uns überfordern leicht dazu neigen eine coole Seite an den Tag zu legen. Gegenüber unserer Umgebung behaupten, dass uns dies nicht belastet und wir die Situation leicht meistern. Innerlich kann es ganz anders aussehen. Wir unterdrücken unsere Befürchtungen und dann sieht sich der Körper veranlasst gegen die Überforderung zu wehren. In solchen Situationen kann es auch bei uns zu einem Hautausschlag, bekannt ist die Gürtelrose, zu einer Sehstörung oder zu Herzbeschwerden kommen.