villacher:kirchtag II

In der  Kirchtagswoche gibt es allerlei Aktivitäten wie: I bin a Kirchtagsladen. Die Geschäfte der Innenstadt gestalten Schaufenster mit Bezug zum Kirchtagsgeschehen. Dafür genügt eine Palette leerer Villacher Bierkisten im Schaufenster. Das Villacher Bier spielt beim Kirchtagsgeschehen eine wichtige Rolle. Klettern die Temperaturen auf dem Bierthermometer über die dreißig Gradmarke, dann ist ein kühles Bier gefragt, um diesen Wert herunterzukühlen. Mit dem Bierdeckel kann jeder eine Vorauswahl treffen, will er noch ein Kleines oder ein Großes.

Ein Höhepunkt ist die Prämierung der besten Kirchtagssuppe. Welche Gastwirtschaft oder Restaurant kocht die beste Kirchtagsuppe? Eine kulinarische Spezialität im Raum Villach, Gailtal, Rosental und Gegendtal, als Suppeneinlage dienen fünf verschiedene  Fleischsorten. Als Zuspeise gibt es ein Stück Kärntner Reindling. Jeder Gastwirt, jede Hausfrau hütet ihr persönliches Rezept für die Suppe und den Reindling. Um die Kirchtagssuppe in die heutige Eventkultur einzubauen werden von einem Gremium die verschiedenen Kirchtagssuppen verkostet und ein Sieger gekürt. Gleiches passiert beim Schaufensterwettbewerb. Humorvoller geht es bei der Kür der schönsten Lederhose zu.

Bei der großen Zahl von Schaustellern, Gastronomen und Vergnügungsbetrieben geht es um die besten Standplätze entlang der Drau und der Innenstadt. Dabei wird auf die langjährige Tradition gepocht, seit wie viel Jahren man am Villacher Kirchtag teilnimmt. Ein Heer von Helfern ist tageweise damit beschäftigt, das Autodrom, das Riesenrad, die Schießbuden, die Hochschaubahn und das Ponyringelspiel aufzubauen. Das Aufstellen der Eventzelte besorgen die Arbeiter vom Zeltverleih und für die Montage der technischen Ausstattung gibt es einen neuen Berufszweig, den Eventtechniker. Die Mittagssonne setzt allen Schaustellern und Besuchern zu. Am Villacher Hauptplatz befindet sich die Genussmeile, ein Schmankerlwirt reiht sich an den Nächsten. Dazwischen befinden sich die Bühnen für die Auftritte der Volksmusikanten. Am Nachmittag des Kirchtagssamstag gibt es den farbenprächtigen Trachtenumzug mit etwa siebzig Trachtengruppen aus dem Alpen Adria Raum.

Saure Suppn.

villacher:kirchtag I

In den Sommermonaten stehen in Kärnten die Veranstaltungen Kopf. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, Veranstaltungen mit kulinarischen Genüssen: Gackern, dabei dreht sich alles um Hendln; Honigfest, zu Ehren der fleißigen Bienen; Speckfest, mit dem butterweichen Gailtaler Speck; Brotfest, verbunden mit der Besichtigung von alten Getreidemühlen; Gulaschfest, nicht nur in Ungarn. Abseits von leiblichen Genüssen unterhalten viele andere Events, Einheimische und Gäste: Nachtwasserschishow, mit tollen Lichteffekten; Strandflohmarkt, für Badehosen- und Bikiniträger;  Literarische Drau Schifffahrt, mit Kärntner Nachwuchsautoren; Nacht der Klostergärten, Gespenstergeschichte inklusive; GTI-Treffen, Gummi, Gummi; Wer es ländlich will, Wischbamaufstellen.

Zu den traditionsreichen Volksfesten zählen in Kärnten die Kirchtage. In anderen Bundesländern werden sie Kirchweihfeste oder Patrozinium  genannt. Auch die unscheinbarsten Dörfer feiern ihren eigenen Kirchtag. Vorausgesetzt, das Dorf verfügt über eine Kirche, zumindest über eine Kapelle. Der Kirchtag findet zu Ehren des Namenspatron der Kirche statt, in der Woche seines Namenstages. Im Juli und im August gibt es in Österreichs südlichstem Bundesland  zumeist eine Hitzewelle, mit Temperaturen bis fünfunddreißig Grad und höher. Diese Temperaturen finden ihren Niederschlag in der heißen Stimmung am Villacher KirchtagIn der ersten Augustwoche wird ausgelassen gefeiert. Über die Plätze und Straßen der Innenstadt sind Schnüre mit kurzen, färbigen Papierstreifen, rot, weis und gelb, gespannt. Der Wind sorgt für die notwendige Bewegung und Aufmerksamkeit. Diese einfache Dekoration verbreitet schon seit Jahrzehnten eine fröhliche Stimmung.

Volksmusik

internetmüll:verbrennungsanlage

Ein Hinweis für die Energieversorgungsunternehmen, welche permanent auf der Suche nach neuen Energiequellen sind, man könnte eine Internetmüllverbrennungsanlage installieren. Darin werden alle Face News, Hass- und Neid Posting verbrannt. Daraus könnte man den Strom für den Betrieb von Laptops und des Internet gewinnen. Auch die gelöschten, personenbezogenen Daten könnten in der Internetmüllverbrennungsanlage verfeuert werden. Das Facebook, mit seinen Meldungen, ob gute oder schlechte, wohlmeinende oder böse, wäre eine Energiereserve für Spitzenstromzeiten. Wahrscheinlich gäbe es einen Energieüberschuß. Die Erstellung von Beiträgen benötigt geistige Energie, welche man in elektrische Energie transformieren könnte. Eine Anregung für ein neues Startup, wie wandelt man geistige Energie in elektrische Energie um?

Unbekannt sind die Energiereserven der Schattenwirtschaft im Internet. Diese sind so geheimnisvoll wie die schwarzen Löcher, von denen man annimmt, dass sie fünfundneunzig  Prozent der gesamten Masse des Kosmos bündeln. Ähnliches könnte sich im Web verbergen und unseren Energiehunger für immer stillen.

Internetmüllverbrennungsanlage.

foto:stopp

Hastig verläuft der Fotostopp bei den Bustouristen aus Fernost, ihnen stehen maximal zehn Minuten zur Verfügung. Vor zwei Monaten habe ich dies bei einer Stadtrundfahrt in Budapest, vor dem Parlamentsgebäude, beobachtet. Die noch kürzere Variante ist, dass der Busfahrer im Schritttempo an einer Sehenswürdigkeit vorbeifährt. Wer will kann sein Foto vom Bus aus machen. Für ein paar Minuten verlagert sich das gesamte Gewicht im Inneren des Busses auf eine Fensterseite. Befindet sich die Sehenswürdigkeit in der Nähe eines Kreisverkehrs, so besteht die Möglichkeit den Kreisverkehr zwei oder dreimal zu umrunden, bevor man ihn verlässt.Unlängst in Budapest erlebt, um einen zweiten und dritten Blick auf die Kettenbrücke zu werfen.

Bereits seit Jahrzehnten haben die Kartografen der Marko Polo Straßenkarten besondere Aussichtspunkte eigens markiert, damit die Touristen hier anhalten. Die schöne Landschaft genießen und die Seele baumeln lassen. Heute entwickeln sich diese Aussichtspunkte zu sogenannten Fotostopp. Zumeist handelt es sich um exponierte Stellen und die Parkmöglichkeit für Reisebusse ist beschränkt. So bleibt für jede Reisegruppe nur ein Minimum an Zeit, weil die nächsten Busse nähern sich schon dem Aussichtspunkt.

Beim Egger Marterl ist es mit der Stille vorbei, es treffen immer wieder neue Gäste ein. Die eine und andere Familie muss mit den Fotos warten, bis die fremden Kinder aus dem  besten Motiv verschwunden sind. Eine sportliche Frau in einem gelben T-Shirt kommt auf ihrem Fahrrad, rechts und links eine gelbe Fahrradtasche, beim Marterl an. Einen Moment glaube ich, dass es unsere Postbotin ist, um mir einen Expressbrief zuzustellen. „Nein, sie hat keine Post für mich“, antwortet sie auf meine Frage. „Sie sei keine Postlerin, wenn dies auch der erste Eindruck vermuten lässt“.

Verwechslung