fern:wärme II

Als Radfahrer empfinde ich es befremdlich, dass der Fahrradweg entlang der Bundesstraße B83 verläuft, so ist man gezwungen die Autoabgase einzuatmen. Dies ist ein eigenartiger Genuss, welcher den Radfahrern zwangsverordnet wurde. Bislang verlief der Radweg durch den Naturpark Schütt, entlang der Gail und der Bahnstrecke. Als Ortskundiger benütze ich weiterhin diese Strecke, mir sind die Sträucher und Bäume, die Wiesenblumen und Gräser entlang der Gail angenehmer. Ein Ortsunkundiger ist auf die Hinweisschilder angewiesen und folgt denen. Dies weis ich aus eigener Erfahrung, wenn ich in fremden Terrain unterwegs bin. Beim derzeitigen Trend, bei Eisenbahn- und Autobahnstrecken Lärmschutzwände zu errichten ist es vorstellbar, dass auch zwischen Radweg und Bundesstraße eine Lärm- und Auspuffgase- Schutzwand errichtet wird. So könnten die Radfahrer vor dem Lärm und den Abgasen der Pkw und Lkw geschützt werden.

Bei vielen Autofahrern stößt die Verschmälerung der Fahrbahn auf Ablehnung, seit Jahrzehnten war man gewohnt, auf dieser Strecke mehr Spielraum zu haben. Der Reiseverkehr an die Obere Adria, Grenzübergang Thörl Maglern, ist einstmals über diese Bundesstraße verlaufen. In den Sommermonaten gab es  regelmäßige Staus, von der Grenze bis in den Raum Villach. Arnoldstein war in diesen Jahrzehnten ein zweigeteilter Ort, wo man nur mit Mühe die B83 überqueren konnte. Diese Verkehrssituation war für die Einheimischen eine Belastung. Die Bevölkerung atmete auf, als der Abschnitt der Alpen Adria Autobahn, Villach-Thörl Maglern, für den Verkehr freigegeben wurde. Bei der Gastronomie und dem Handel kam es von einer Stunde auf die Andere zu einem Umsatzeinbruch, als im Juni 1994 der Durchreiseverkehr und damit die Gäste und Kunden ausgefallen sind. In den ersten Wochen nach der Freigabe der Autobahn konnten die Arnoldsteiner Kinder auf der verlassenen Bundesstraße Rollerblades fahren, Federball- und Fußballspielen.

Sportplatz

fern:wärme I

Autofahrer, welche auf der Bundesstraße zwischen Arnoldstein und Villach unterwegs sind spüren, dass die Fahrbahn enger wird. Es gibt einzelne Bauabschnitte, wo die Leitungen für den Transport der Fernwärme von der Müllverbrennung Gailitz nach Warmbad Villach verlegt werden. Das Ende dieser Arbeiten ist absehbar. Beim Vorbeifahren ist man überrascht, welche massiven Rohre für die Fernwärme verlegt werden. Auffallend ist die dicke Ummantelung, die Isolierung, welche den Wärmeverlust verhindern soll. Die Länge der Leitung beträgt geschätzte fünfzehn Kilometer. Einer Zeitungsnotiz entnehme ich, dass der Wärmeverlust bei dieser Strecke vierzig Prozent beträgt.Trotz dieses Handikap wird es für die Kelag, den Kärntner Energieversorger, ein Geschäft sein, die Fernwärme in Villach zu verkaufen. Effizienter, als wenn die Abwärme in die Luft geblasen wird. Ein weiterer Grund warum die Fahrbahn, gegenüber den Jahrzehnten vor der Jahrtausendwende, schmäler geworden ist, es wurde ein zweispuriger Fahrradweg entlang der Bundesstraße angelegt. Zusätzlich gibt es zwischen Bundesstraße und Radweg einen breiten Grünstreifen.

Für die Autofahrer, welche jahrzehntelang die Bundesstraße zwischen Arnoldstein und Villach benützt haben, bedeutet dies eine Umstellung ihrer Fahrgewohnheiten. Vor der Errichtung des Radweges war die Fahrbahn in manchen Bereichen vierspurig, auf jeden Fall dreispurig. Man konnte bei Bedarf gefahrlos zu einem Überholvorgang ansetzen. Jetzt bedarf es der ganzen Aufmerksamkeit, dass man nicht über die Mittellinie oder die Randlinie fährt. Kommt es zu einer Begegnung mit einem Lkw, die zumeist am Strich der Mittellinie daherkommen, rückt man aus Respekt mit dem Pkw zum Straßenrand. Erschwerend für die Autofahrer ist, dass trotz des bestehenden Fahrradweges immer noch Radfahrer mit „Rennräder“ auf der Fahrbahn unterwegs sind. Normalerweise ist die Benützung des Fahrradweges vorgeschrieben, die Straßenbenutzung nur erlaubt, wenn es sich um eine Gruppe von Rennfahrern handelt.

Radtraining

fußgänger:allergie

Kinderärzte empfehlen den Eltern von asthmatischen Kindern bewusst ein allergenes Umfeld, wie einen Viehstall am Bauernhof aufzusuchen. So werde das Immunsystem trainiert. Daran gab es bei mir keinen Mangel, da ich bis zum Erwachsen werden auf einem Bergbauernhof verbracht habe. Neben meiner Schul- und Berufsausbildung tatkräftig bei allen Arbeiten mitgeholfen habe. So als Zweitberuf den eines Landwirtes erlernt habe. Ergänzend muss ich anmerken, dass die allergischen Reaktionen auf die Blütenpollen der Sträucher und Gräser seit der zweiten Lebenshälfte akut sind. Die Symptome sind lästig, kann ich aber unter vergesslich ablegen. Eine Immunisierung gegen diverse Pollen hat meine Hautärztin nur bei drohendem Asthma und akuten Atembeschwerden empfohlen. Diese Immunisierung würde über Jahre dauern und stellt eine Belastung für den Organismus dar.

Inzwischen weiß man, dass der Aufenthalt im Gebirge und am Meer Erleichterung für Pollenallergiker bringt. Im alpinen Bereich gibt es weniger blühende Pflanzen und die salzhaltige Meeresluft stärkt und beruhigt die Atemwege. Neuerdings werden in Kurzentren, aber auch ambulant, Behandlungen in Salzinseln und Salzgrotten angeboten. Dort kann man in entspannter Haltung eine Einheit Himalajasalz inhalieren. In einem Folder wird darauf hingewiesen, dass der Salzgehalt in den Salzgrotten um ein Vielfaches höher ist als am Meer. Stark frequentiert wird diese Therapieeinrichtung von männlichen Rauchern und Personen mit Atemwegserkrankungen. Nachweislich führt dies zu einer Erleichterung, ohne Nebenwirkungen. Diese Therapie ist auch für Kinder ideal und man ist überrascht, eigentlich schockiert, wie viele Frauen mit ihren Kindern in die Salzgrotte kommen. Immer häufiger leiden Kinder bereits im Schulalter an Allergien, Neurodermitis und Atembeschwerden. Liegt die Ursache an unserer kranken Umwelt oder an falscher Ernährung im Kindesalter?

Beim Abholen von einem Nachbarn in der Salzinsel bin ich mit der Inhaberin in das Gespräch gekommen. Dabei habe ich mir die Hilfe bei verschiedenen Indikationen angesehen. Plötzlich ist mir eingefallen, dass ich als Radfahrer unter einer spezifischen Allergie leide, nämlich gegenüber Fußgänger, die den Fahrradweg benützen. Meine Frage an die Besitzerin der Salzinsel war, ob die Inhalationen auch gegen eine Fußgängerallergie wirken? Die junge Frau hat bedächtig den Kopf hin- und her gewiegt und gemeint, ihr wäre eine diesbezügliche Wirkung nicht bekannt. Eine der wartenden Frauen hat gemeint, in diesem Fall würde nur eine Therapie bei einem Psychotherapeuten nützen.

Radfahrerallergie