e:bike II

In der Stadt könnte das Fahren mit einem E-Bike auf den Radwegen ein Problem werden. Man ist nicht auf der Fahrbahn unterwegs und doch so schnell wie mit einem Leichtmoped. Schon oft habe ich erlebt wie auf dem Fahrradstreifen Fußgeher unterwegs sind, dabei kommt es zu brenzligen Zwischenfällen. Entscheidend ist die Fahrpraxis und wie sicher man sich als älterer Teilnehmer im Verkehr fühlt. Bin ich mit meinem Trekkingbike unterwegs, habe ich das Gefühl, das Rad und ich sind eine Einheit. Meine Gedanken werden vom Drahtesel sofort umgesetzt. Bei Probefahrten mit dem E-Bike hatte ich das Empfinden, zwischen meinen Wünschen und dem Bike stellt sich der Motor quer. Wie sich die höhere Geschwindigkeit beim E-Radfahren auf die Verkehrssicherheit und die Unfallbilanz auswirken werden, wird sich in drei bis fünf Jahre weisen.

Als kleinen Tribut an das Alter beabsichtige ich ein Fahrrad mit einem tiefen Einstieg anschaffen. Dieser erleichtert das Aufsteigen und Stehenbleiben mit dem Fahrrad wesentlich. Die Herrenfahrräder werden vordergründig mit einer hohen Fahrradstange geliefert. Nach ersten Informationen gibt es Fahrräder mit tiefen Einstieg nur bis zu einer gewissen Rahmengröße. Solche Modelle werden unter dem Begriff Unisex angeboten. Man will den bequemen Herrn nicht in seiner Männlichkeit brüskieren. In einer Radzeitschrift habe ich gelesen, dass in der Redaktion zwei Fahrräder für kurze Besorgungen in der Stadt zur Verfügung stehen. Ein typisches Herrenfahrrad und ein Fahrrad mit tieferem Einstieg. Aus der Beobachtung des Redakteurs entscheiden sich zwei Drittel der Mitarbeiter bei einer Besorgung für das Fahrrad mit dem tieferen Einstieg.

Ausprobieren.

e:bike

Wer die Auslage eines Fahrradhändlers betrachtet, sieht in der vordersten Reihe die Modelle mit E-Motor. Ein Extra sind dabei die Modelle mit den wulstigen Reifen. Stehe ich am Dorfplatz von Gaschurn, im Hoch-Montafon, so kann ich an den vorbeidüsenden Fahrrädern mitverfolgen, wie sich in der Gebirgsregion die Elektrofahrräder durchsetzen. Auch auf dem Illradweg sind die Urlaubsgäste hauptsächlich mit E-Bike unterwegs. Die Hotels stellen vermehrt E-Fahrräder zum Ausleihen zur Verfügung. Man zeigt sich von der trendigen Seite, anderseits will man das Fahrradfahren in einer Wanderregion schmackhaft machen. Was bietet sich für untrainierte Gäste besseres an, als ein E-Bike. Zwischendurch gibt es noch Kämpfer, welche sich mit ihren Mountainbikes taleinwärts plagen. Das steilste Stück erwartet sie am Ende des Tales, die Silvretta Hochalpenstraße. Von Partenen auf die Bielerhöhe mit 2037 Höhenmeter, dazwischen liegen 25 Kehren. Nach der Schinderei den Berg hoch, lauern die wirklichen Gefahren bei der Abfahrt.

Vom Frühjahr bis zum Herbst erledige ich die meisten Besorgungen im Umkreis von zehn Kilometer mit dem Fahrrad, alles was sich damit transportieren lässt.  Zwischendurch fahre ich zum Spaß die Drau und die Gail entlang. Bislang verzichte ich bewusst auf ein E-Bike. Beim Fahren auf dem Drau Radweg habe ich festgestellt, dass in letzter Zeit bei geführten Fahrradtouren zwei Drittel der Teilnehmer ein E-Bike benützen. Dabei ist die Freude den älteren Männer und Frauen in das Gesicht geschrieben, dass sie mit Hilfe der motorischen Unterstützung mit dem Rest der Gruppe mithalten können. Dazu kommt die Lust an der Bewegung in freier Natur.

Ladestation

tropentage:turbohitze III

Manche Verhaltensweisen sind den Tieren angeboren und ändern sich auch in fünfzig Jahren nicht. Mehrere Jahrzehnte erscheinen uns, gemessen an unserer voraussichtlichen Lebenszeit, als lang. Im Sog der Evolution sind sie nicht vorhanden. Fünfzig Jahre später folgen die Kühe bei Federaun heute noch dem Beispiel der Kühe im Drautal. In Federaun gibt es seit einem Jahrzehnt eine Herde von Hochlandrindern. Sie fühlen sich hier sichtlich wohl, jedes Jahr im Frühjahr gibt es Nachwuchs. Gleich neben dem Radweg befindet sich das Weidegebiet, auf zwei Seiten umgeben von Laubbäumen und inmitten der Wiese ein Wassertümpel. Meinem Dafürhalten wird er vom Grundwasser gespeist, ansonsten wäre er sommersüber bei länger anhaltender Trockenheit und bei solchen Turbohitzetropentage ausgetrocknet. Der Wasserstand ist konstant und die Tiefe für die Tiere ungefährlich. Bei meiner Radtour von Villach nach Nötsch konnte ich am Vormittag sehen, wie zahlreiche Kühe mit allen vier Füßen regungslos im Wasser gestanden sind. So haben sie sich bei Tropentemperaturen mit ihrem natürlichen Instinkt Kühlung verschafft. Egal ob Mutterkuh oder Kalb, jede hatte ihre Füße bis zum Bauch im Wasser.

Wer die Kühe nachahmt und die Füße bis zu den Knien in eine mit Wasser gefüllte Badewanne stellt, findet in den eigenen vier Wänden Abkühlung.

Gut beraten.