restl:essen

Steht das Ende der Wintersaison bevor oder es beginnt ein längerer Betriebsurlaub ist es in manchen Restaurants üblich, zum Teil wird es zelebriert, dass man zu einem Restlessen einlädt. Zu diesem Anlass versuchen die Köche die schon angebrauchten oder nur mehr kurzfristig haltbaren Lebensmittel abzubauen. Dank der modernen Kühltechnik ist es kein Problem Lebensmittel länger einzulagern, aber legt der Küchenchef Wert auf frische Zutaten, ist es notwendig Beilagen, Gemüse und Salate aufzuarbeiten. Zumeist gibt es ein Buffet, wo man zu einem günstigen Pauschalpreis ausführlich speisen kann. Bei einem Hauben Lokal ergeht die Einladung zum Restlessen nur an die Stammkunden, diese dürfen Bekannte mitnehmen. Ansonsten verkehren wir in einem bürgerlichen Gasthof, im Hauben Lokal befinden wir uns unter den Who’s Who der nahen Draustadt.

In den Cafés der Draustadt hat sich eine neue Gepflogenheit eingebürgert, Frühstücken bis elf Uhr Vormittag. Ich habe auch schon gelesen bis 14 Uhr am Nachmittag. Dies ist ein Termin für Siebenschläfer und für Partylöwen. Wenig Freude haben wir mit dem in der Stadt angebotenen Brunch. Die Zelebration von Frühstück, Mittag- und Nachmittagssnack hat seinen Preis und ist für kleine Esser oder andersherum für Menschen mit wenig Hunger zumeist ein Draufzahlergeschäft. Es ist nichts für Vielfraße, aber man sollte bei der Vorspeise, der Suppe, zwei Hauptspeisen mit Salat und dem abschließenden Käse- und Kuchenbuffet zugreifen können.

Kernöl

ge:leise

Martin Heidegger hat sich damit beschäftigt: „Was heißt denken“? Zumeist schaffen wir es bei einem aktuellen Thema nicht, uns von bekannten Gedanken zu lösen. Im Kreisverkehr eine neue Richtung einzuschlagen, die Spur zu wechseln. Darin liegt  auch die Schwierigkeit  sich von negativen Gedanken und Vorstellungen zu trennen. Die Sorgen drehen sich im Kreis, man findet im Kreisverkehr die mögliche Ausfahrt nicht. Das Schablonendenken lässt sich kaum durchbrechen, wie Züge fahren wir auf vorgegebenen Geleisen dem Ziel entgegen. Eingefahrene Geleise geben Sicherheit, anderseits blockieren sie die Wege für Neues. Ein anschauliches Beispiel für Geleise sind ein Stück Römerstraße zwischen Federaun und Warmbad Villach. Auf einzelnen Abschnitten kann man die Fahrrinnen im Felsgestein sehen. Die Räder der römischen Postkutschen haben sie in das Felsgestein eingefräst.

Wer auf verschneiten Bergstraßen unterwegs ist erlebt, wie sich auf der Straße Geleise gebildet haben. Dies sind vereiste Fahrrinnen. Einerlei, ob beim Hinauf- oder Herunterfahren vom Berg, man ist froh, gibt es keinen Gegenverkehr. Problematisch ist es die Fahrrinnen zu verlassen, das Betätigen der Bremse bleibt wirkungslos. So schlittert man mit dem Pkw den Berghang hinunter, ein gewolltes Lenken des Fahrzeuges  zumeist unmöglich. Bis jetzt bin ich aus solchen Situationen noch immer glimpflich davongekommen. Berüchtigt ist ein Straßenstück am Wurzenpass, dort hat die Straße ein Gefälle von achtzehn Prozent. Am Ende des Steilstückes hat man ein Gegenstück geschaffen, einen sogenannten Ausrollweg. Hier würde das nicht mehr steuerbare, ungebremste Auto durch die Schwerkraft zum Stillstand kommen. Bis heute gibt es dafür keine bessere Lösung.

Bremsweg

fahr:plan

Im Railjet 532 von Villach nach Wien beobachte ich über einen längeren Zeitraum einen Sitznachbar wie er sich abmühte, Zugsverbindungen aus mehreren Fahrplanheftln zu fixieren. Vor sich hatte er die von der ÖBB zur Verfügung gestellten, gesplitterten Fahrplanheftln. Diese zeigen die Verbindungen für jeweils einen Streckenabschnitt an, zum Beispiel Klagenfurt-Salzburg. Wer für die Planung seiner Zugreise diese Heftln benützt, um von Oberdrauburg nach Puchberg am Semmering zu reisen, braucht dazu mehrere. Es gibt keine Gesamtübersicht. Der Pensionist notierte die Umsteigeorte, Ankunfts- und Abfahrtszeiten, fein säuberlich auf einem kariertem Blatt Papier. Heute werden von vielen Zugreisenden, von der jüngeren Generation soundso, aus dem Internet die Fahrpläne ausgedruckt. Dort genügt es, den Abfahrtsbahnhof und den Zielbahnhof, so wie den Reisetag einzugeben. Umgehend erhält man mehrere Vorschläge zu den Zugsverbindungen. Es besteht die Möglichkeit die Fahrkarte auf das  herunterzuladen. Für die Smartphonegeneration ist dies der Alltag. Den Senioren werden Internetkurse angeboten, wo diese das Buchen von Fahrplänen oder das Buchen eines Urlaubszimmer lernen können. Erste Schritte im Web, welche den Alltag vereinfachen sollen.

Ich spreche den Sitznachbar auf seine mühevolle Arbeit an und verweise auf die Möglichkeit der Fahrplanauskunft im Internet. Er stellt sich als pensionierter Bahnhofsvorstand vor. In seiner Berufszeit musste er,  bei der Nachfrage nach Zugsverbindungen, diese aus den Kursbüchern zusammenzustellen. Beim Erwähnen der gedruckten Kursbüchern der ÖBB und der DB kommt er in das Schwärmen. In seiner Berufszeit gab es kein Web und keine online Fahrpläne. Die Zugsverbindungen mussten mit Umsicht aus dem Kursbuch herausgefiltert werden. Heute ist es ein Hobby von ihm, aus analogen Fahrplänen die Verbindungen zu eruieren. Dieses Hobby lässt er sich nicht durch das Internet verdrießen.

Internetabstinenz