würde:rechte

Die zweite Bibelstelle, welche nach meiner Intention auch gegen das Solidaritätsprinzip verstoßt: „Das Gleichnis von dem anvertrauten Silbergeld“.

Ein Kaufmann geht auf Reisen und vertraut seinen Dienern einen Teil seines Vermögens an. Dem Einen gibt er fünf Talente Silbergeld, dem Anderen zwei und dem Dritten einen. Der mit den fünf Talente Silbergeld erwirtschaftet noch fünf dazu, der mit den Zwei erwirtschaftet zwei dazu. Der mit einem Talent Silbergeld vergrub dieses in der Erde. Nach langer Zeit kehrte der Kaufmann zurück und verlangte Rechenschaft. Der mit den fünf Talente Silbergeld sagte: „Herr fünf hast du mir gegeben und weitere fünf habe ich dazugewonnen“. Der mit den zwei Talente Silbergeld sagte: „Herr zwei hast du mir gegeben und weitere zwei habe ich dazugewonnen“. Zu beiden sagte der Herr: „Über weniges wart ihr treu, über vieles werde ich euch setzen“. Dann kam der Diener welcher ein Talent erhalten hat und sagte: „Herr du bist ein strenger Mensch, aus Angst vor dir habe ich das eine Talent Silbergeld versteckt, hier hast du es wieder“. Der Herr sagte zu ihm: „Du bist ein fauler und schlechter Diener“. Er befahl nehmt ihm das eine Talent weg und gebt es dem, der zehn Talente hat. Denn wer hat dem wird gegeben und wer nichts hat, dem wird auch das genommen, was er hat.  […]

Es passt nicht zu den Leitsätzen der katholischen Soziallehre, dass denjenigen, welche fast nichts haben auch dieses noch weggenommen wird und denen gegeben wird, welche im Überfluss leben. Hinzufügen möchte ich, dass beide Gleichnisse mehrdeutiger sind, als hier dargestellt.

ÜBUNG zur LV: Menschenwürde und Menschenrechte


würde:rechte

Gibt es in den Evangelien Gleichnisse, welche mit den Vorstellungen der katholischen Soziallehre schwer vereinbar sind?

Ein wesentlicher Pfeiler der katholischen Soziallehre ist das Solidaritätsprinzip. Es gewinnt im neuen Jahrtausend immer mehr an Bedeutung, weil die Kluft zwischen den Ärmsten und den Wohlhabenden sich vergrößert, bekannt unter dem Schlagwort Nord-Süd-Gefälle. Ein Beispiel im Kleinen wäre den Pullover, die Schuhe oder das Fahrrad, Gebrauchsgegenstände die nicht mehr benützt werden an Notdürftige weiterzugeben. In der katholischen Soziallehre wird jede Person aufgefordert zum Gemeinwohl etwas beizutragen und in Not geratenen Personen zu helfen.

Bibelstellen, welche nach meiner Einschätzung dem Solidaritätsprinzip zuwiderlaufen finden sich bei Matthäus, Kapitel 25: „Das Gleichnis von den klugen und den törichten Jungfrauen“.

Zehn Jungfrauen gehen mit ihren Lampen dem Bräutigam entgegen. Die Törichten nehmen nur ihre Lampen mit, die Klugen noch zusätzlich Öl.  Als der Bräutigam lange nicht kommt schlafen sie alle ein. Um Mitternacht erscholl der Ruf, der Bräutigam kommt. Da standen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. Die Törichten baten die Klugen gebt uns etwas von eurem Öl, sonst gehen uns die Lampen aus. Die Klugen erwiderten, dann reicht es für keinen von uns, geht zu den Händlern und kauft welches. Währenddessen kam der Bräutigam und die Klugen gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde verschlossen. Als die anderen zurückkamen riefen sie: Herr mach uns auf. Er aber rief: Ich kenne euch nicht […]

Nach meinem Verständnis der katholischen Soziallehre verhalten sich die klugen Jungfrauen gegenüber den törichten Jungfrauen unsolidarisch, da sie das Öl nicht mit ihnen teilten.

LVS: Menschenwürde und Menschenrechte, Prof. Clemens Sedmak, Uni Salzburg


heilige:hemma II

So ist das Leben.

Ein stereotyper Satz, den ich in Gesprächen immer wieder höre. Aber wie ist das Leben und gilt dies für jederlei Leben? Für eine Zeit Soldatin, einen Kfz-Techniker, für eine Heimhilfe oder einen Steinmetz gleichermaßen? Wahrscheinlich sind damit, betrachte ich den Ausspruch genauer, Ähnlichkeiten in unserem Alltag als Mitteleuropäer gemeint. Die Umstände, so ist das Leben, in Nordafrika, im Vorderen Orient oder an der Südspitze von Südamerika kann ich nicht beurteilen. Diese kenne ich gerade einmal aus Fernsehdokumentationen oder aus Büchern mit Reiseberichten. So ist das Leben, hat auch zumeist einen drückenden Beigeschmack.                                                                                                                          

So ist das Leben, habe ich vor kurzem in der Gaststube des Kronenwirt am Domplatz in Gurk aus dem Mund eines älteren Gasthausbesucher gehört. Ich besuche den Gurker Dom nicht jährlich, es könnte sein, dass es Jahrzehnte zurückliegt, dass ich in Gurk gewesen bin. Beim Erfassen meiner Tagehehefte bin ich vor ein paar Tagen auf einen Eintrag gestoßen, dass ich vor dreiunddreißig Jahren in Gurk war. Geht es um eine krisenhafte Situation, passiert irgendwas Unvorhergesehenes in meinem Leben, drängt es mich in den Gurker Dom. Anders die Situation in der Jugend. Damals sind wir als Internatszöglinge zum Ende des Schuljahres, am Namenstag der Heiligen Hemma, den 27. Juni, von Tanzenberg nach Gurk gefahren. Dies war für uns ein schulfreier Tag und im Dom haben wir die Heilige Messe gefeiert. Der Ausflug hat uns viel Spaß gemacht, eine Unterbrechung des strengen Internatsalltag. Bestimmt habe ich zu diesem festlichen Anlass meinen Kärntner Anzug und ein weißes Hemd getragen. Wie auf dem Foto in der Geschichte, Der Schnee ist nicht weiß, zu sehen. Um zu Beten für eine gute Schulnote bei einer Schularbeit, dürfte es zu diesem Zeitpunkt zu spät gewesen sein. Eine Woche vor Schulschluss standen die Zeugnisnoten schon fest, der Klassenvorstand hatte ein Machtwort gesprochen, da kämen alle Fürbitten an Gott zu spät.

dom:gurk

Die Frauen erfahren von den Männern, was der Iman in der Moschee gepredigt hat.

Die Terrasse vom Dom Café in Gurk liegt im Klosterinnenhof, der ist weitläufig und es ist wunderbar ruhig. Diese Beschaulichkeit und so viel Platz habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Diese Stille kann ich gut brauchen, weil sich die täglichen Vorkommnisse bei mir auf körperliche Weise bemerkbar machen. Von Kopf bis zum Fuß, ohne hier einen Arztbrief zu veröffentlichen. Blitze im Auge, Hautausschlag, eine nervöse Blase und ich will mich nicht zu viel mit dem Kranksein befassen. Wer sich ein Leben lang beschwerdefrei fühlen will, der darf nicht altern.

Bei Kaffee und Kuchen greife ich zu meinem Tageheft und darin der Eintrag vor zwei Tagen, dass ich von einer Bekannten eine arabische Süßspeise bekommen habe. Diese hat sie zum Ende vom Ramadan gebacken. Die kleinen Häppchen bestanden aus Sirup, Honig, Nüssen und etwas Blätterteig.  Dazu bemerkte die Bekannte, dass die Süßspeise nichts für Diabetiker ist. Am Ende des Ramadans gehen die Männer in die Moschee, die Frauen beten zu Hause und bereiten ein Festmahl vor. Die Frauen erfahren nach dem Nachhause kommen von den Männern, was der Iman in der Moschee gepredigt hat. Die Übermittlung der Predigt erfolgt von den Männern nach ihrem Gutdünken und was sie für notwendig halten. Auf den ersten Blick würden wir EU-Bürger entrüstet sagen wie rückständig, wie können sich Frauen so unterwerfen und weitere Vorurteile.

Mir ist dies aus unserer Kultur bekannt vorgekommen. Meine Seminararbeit zur Lehrveranstaltung „Sinn des Lebens, Sinn der Welt“ habe ich einem Verwandten zum Lesen gegeben. Dabei erwähnt, dass seine Frau für diese Arbeit auch Interesse hat. Ich war überrascht, als ich die Seminararbeit nach wenigen Tagen zurückbekommen habe. Wie ist dies möglich, hat er vergessen sie an seine Frau weiterzugeben? Auf meine diesbezügliche Frage hat er dies damit begründet, dass er findet, der Inhalt sei für die Frau zu schwierig. Er habe ihr einige Passagen erläutert, für das Verständnis der Frau aufbereitet.

wasser:rechte

Laudato Si, die Wasserfrage. Wie gehe ich mit dem Wasserverbrauch um?

In der Einleitung zu Enzyklika Laudato Si erwähnt Papst Franziskus, dass diese einen Stein in der katholischen Soziallehre hinzufügt. Ein Kapitel befasst sich mit der Verfügbarkeit und der Verwendung von Trinkwasser. Dieser Aspekt ist mit den anderen Themen der Enzyklika, wie Klima und Umweltverschmutzung, verbunden. Explizit wird von Papst Franziskus darauf hingewiesen, dass unter den Auswirkungen des Trinkwassermangels und der Umweltverschmutzung am meisten die ärmeren Schichten in den betroffenen Regionen leiden. In der Streitschrift wird aufgezeigt, dass dort, wo reichlich Wasser zur Verfügung steht dieses durch Industrieabwässer, Chemikalien aus dem Haushalt und Pestizide aus der Landwirtschaft verunreinigt wird. Betont wird das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser. Von den wasserarmen Regionen wird Afrika genannt, in der Enzyklika gibt es aber dafür keine Lösungsvorschläge. Sehr global wird von den Ärmsten gesprochen ohne weitere Regionen, außer Afrika, zu benennen.

In unserem Rentner Haushalt achten wir darauf, dass nur biologische Putz- und Waschmittel verwendet werden. Beim Geschirr- und Waschautomaten begnügen wir uns mit den Kurzwahlprogrammen. Ein Vollbad hat Seltenheitswert, wenn, aus einem medizinischen Grund,  ansonsten wird zur Körperreinigung geduscht. Mir ist nichts bekannt, wie der Wasserüberschuss aus dem alpinen Raum in wasserarme Gegenden der Welt transferiert werden könnte.

Wasserverbrauch spielt auch beim Konsumverhalten eine Rolle. Auch wenn im Alltag Wasser gespart wird kann es sein, dass durch großzügiges Konsumverhalten der persönliche Wasserverbrauch steil in die Höhe steigt. Durchschnittswerte an Wasserverbrauch bei der Herstellung von Konsumgütern:

Von der Rohstoffgewinnung bis zur Endmontage werden für ein Auto 400.000 Liter Wasser benötigt. Die Herstellung eines Baumwoll-TShirts verschlingt 4100 Liter Wasser. Die tägliche Tasse Kaffee benötigt 140 Liter und für die Produktion eines Smartphones werden 910 Liter Wasser verbraucht. Auch beim täglichen Speiseplan lässt sich Wasser sparen: Die Fleischherstellung benötigt viel Wasser: Rindfleisch schlägt mit 15.490 Litern, Schweinefleisch mit 4.730 Litern und Geflügel mit 4.000 Litern pro Kilo zu Buche.

ÜBUNG zur LV: Menschenwürde und Menschenrechte