Geschlechtertrennung…

…in der Synagoge.

Das schmiedeeiserne Gittertor, welches einen Blick in den Innenhof der Synagoge von Augsburg freigab, versuchte ich vergeblich zu öffnen. Zwei, dreimal drückte ich die Klinke nichts rührte sich. Ich kehrte auf den Stufen zum Gehsteig zurück, mein Blick fiel auf den Plakatständer, „Wir haben geöffnet“.  Ich kehrte um und probierte es noch einmal, diesmal wurde das Schloss von der Tür automatisch entriegelt. Der Eintritt in den Innenhof, in das Museum und in die Synagoge war nur nach dem Passieren einer Detektorschleuse möglich. Dem Besucher vor mir wurde sein Schweizer Taschenmesser abgenommen, auf die Abnahme des Smartphons wurde verzichtet. Mehrmals wurde von der Aufsichtsperson darauf hingewiesen, dass in der Synagoge Fotografieren verboten ist. Das Museum zeigt in mehreren Räumen Einblicke in das jüdische Gemeindeleben seit dem dreizehnten Jahrhundert in Augsburg und Bayern. Nach dem Pogrom im Zweiten Weltkrieg wurde die Synagoge stufenweise wiederhergestellt und im Jahre 1983 der große Betsaal eingeweiht.

Von der Frauenempore aus konnte ich einen Blick in die Synagoge machen, die Männer Empore war für Besucher gesperrt. Bei mir dachte ich an eine Geschlechtertrennung wie in einer Moschee. Von dort kennt man, dass es bei den Moslems eigene Gebetsräume für Männer und Frauen gibt, trifft dies auch beim jüdischen Gottesdienst zu? Gelesen und gehört habe ich davon noch nie etwas, diese Frage beschäftigte mich. Dem jüdischen Museum in Augsburg war ein Buchladen und ein Café angeschlossen. Ich nützte die Gelegenheit bei einem Cappuccino mit einer Museumsmitarbeiterin in das Gespräch zu kommen. In der Augsburger Synagoge versammelt sich eine orthodoxe Glaubensgemeinschaft, dabei verlangt es der Ritus, dass die Männer und Frauen während der Messfeier weiträumig getrennt sind. Ist dies nicht der Fall, wird zwischen Männer und Frauen ein Paravent aufgestellt. Der Grund dafür ist, dass die Andacht nicht durch den Anblick des anderen Geschlechtes gestört wird.

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