Der Glaube…

Bei einem Gespräch über Gott, den Glauben und religiöse Werte, argumentieren landläufige Christen damit, es wird noch etwas Höheres als das menschliche Wesen geben. Dieses Höhere wird nach dem allgemeinen Verständnis mit Gott gleichgesetzt. Gott möchte man aber nicht mit seinen Alltagssorgen überhäufen. Kommt es zu krassen Situationen, bei einer Bergwanderung kommt man vom markierten Weg ab und es gelingt nicht die Markierung wieder aufzunehmen, begnügt man sich mit einem Stoßseufzer: Lieber Gott hilf! Handelt es sich um eine brenzlige Situation die Kurzform: Um Gotteswillen! Wohl dann, wenn ein Kind mit seinem Fahrrad auf einem Weg über die Böschung hinauskommt und nur noch der Strauch das Kind vor einem Sturz in den Bach bewahren kann. Das sind Kurzgebete, ausführlicher wird der landläufige Christ bei der Sonntagsmesse, deren Besuch sein Markenzeichen ist. In den sechziger und siebziger Jahren gehörte der Besuch der Sonntagsmesse zum Glaubensleben dazu. Der Gang zur Kirche verlangte das Anlegen eines Sonntagsgewand und vielleicht ergab sich das eine oder andere Treffen mit Freunden und Bekannten. Ich stelle die Hypothese auf, dass der Glaube an einen Gott, ein höheres Wesen von den Memengenen seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergereicht wird. Es braucht Gottvertrauen und Nervenstärke um so fest an Gott zu glauben, dass man seine Unterstützung in verschiedenen Situationen, nach menschlichem Ermessen, für sicher hält. Oder folgen wir der These des österreichischen Philosophen Walter Weiss, der den Glauben an Gott als Trostmaschine30 für den Menschen bezeichnet.  

Übergehen wir zwei Fragen, welche als die religiösen Fragen bezeichnet werden: Woher kommen wir und wohin gehen wir? Die größere Herausforderung ist, ob ich Jesus Christus als Gottessohn anerkenne und an sein Versprechen über ein Weiterleben nach dem Tod glaube. Meister Eckhart: „Aus dieser Lauterkeit hat er mich ewiglich geboren als seinen eingeborenen Sohn in das Ebenbild seiner ewigen Vaterschaft, auf dass ich Vater sei und den gebäre, von dem ich geboren bin.31

  

Im europäischen Kulturraum wachsen wir mit religiösen Werten auf, einige der Werte wurden auch in die Menschenrecht Charta übernommen und breiten sich global über die Welt aus, ohne missionarischen Eifer und ohne potenzielle Warnung vor ewiger Verdammnis. Es gibt Extreme bei religiösen Bewegungen, wie bei den Zeugen Jehovas, den Mormonen oder die Hutterer, welche ihre Mitglieder davor warnen die religiöse Bewegung zu verlassen. Mögliche Szenarien wären danach einen Unfall zu erleiden oder der Hölle anheimfallen. In diesem Graubereich, mit der Rache Gottes, kämpfen auch christliche Nonnen oder Mönche, wenn sie ihrem Gelübde untreu geworden sind und aus dem Orden austreten.  

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