EIGEN . TRAUM

Bei der Landbevölkerung, aber auch Teilen von der Stadtbevölkerung gehört ein eigenes Haus zum großen Lebenstraum. Manche Menschen kennen seit ihrer Kindheit nur das Leben in einem Wohnblock, andere können sich ein Leben nur in einem Eigenheim vorstellen. Jeder versucht in seinem Leben den Traum von seiner persönlichen  Wohnung zu finden. Die Weichenstellung erfolgt meistens im erstem Lebensdrittel, nach der Berufsausbildung und der Familiengründung. In unseren Breiten wird der einmal ausgewählte Wohnsitz nicht oft gewechselt, außer; wenn es unbedingt notwendig ist. Selten wechseln Menschen im Pensionsalter den Wohnsitz, meistens werden sie  aus gesundheitlichen Gründen dazu gezwungen, kaum freiwillig.  Öfter gewechselt wird der Wohnsitz angeblich von den Amerikanern und Australiern.
 
Welches Grundstück und Haus man sich leisten kann entscheidet das vorhandene Kapital. Die Baugrundstücke mit schöner Aussicht, in Stadtnähe und doch in ruhiger Lage sind nicht für alle erschwinglich. Wer glaubt, dass ein schönes Haus mit schöner Aussicht schon zu einer glücklichen Familie führt, irrt sich oft. Leicht vergisst man in unserer materiell orientierten Gesellschaft, dass man Glück und Zufriedenheit nicht mit Geld kaufen kann. Viele Familien sind in einem  bescheidenem Haus glücklicher als andere in Luxusvillen.
 
Der Traum vom Eigenheim.

25.2.06 08:16 verlinken / kommentieren

 

HEIMAT . ORT

In den Nachrichten hören wir oft,  wenn von einem Unglücksfall berichtet wird, als Beispiel ein Wohnungsbrand, die Rettungskräfte, wie Feuerwehr, Polizei und Rettung sind vor Ort. Wenn es sich um eine regionale Katastrophe handelt, wie in den vergangenen Tagen bei den großen Schneefällen im Bad Ausseer Land, dann sind nicht nur die Rettungsmannschaften vor Ort, sondern auch die Politiker sind vor Ort zu einem Lokalaugenschein.
Der Heimatort ist für uns etwas selbstverständliches, man wächst sozusagen in das Aussehen und in die Unzulänglichkeiten des Heimatortes hinein. Das größte Geschenk von einem Heimatort ist, sich in ihm geborgen, verstanden und geliebt zu fühlen. Wenn man den Heimatort verlässt oder wechseln muss, dann kommt man manches mal zu einem Lokalaugenschein zurück, gibt gute Ratschläge oder bedauert verschiedene Ereignis, um dann wieder abzureisen. Jeder sehnt sich nach einem Ort wo er daheim sein kann. Vielleicht sollte man sich Heimat nicht kaufen, nur leihen, dann kann man sie nicht verlieren. Überhaupt kann man sich mehrere Orte als Heimatorte auswählen, dann kann man wechseln, und ist nicht untröstlich, wenn man einen Ort aufgeben muss oder wegziehen muss. Heimat kann auch eine Sitzbank sein, wie für mich eine Holzbank in der Oberschütt neben der Kirche. Wenn ich zur Seite schaue sehe ich  die Dobratschabbrüche und nach vorne den Mittagskogel. Diese Bank kann ich nicht besitzen, in der nächsten Stunde werden sich andere darauf ausruhen, und doch ist dies für mich einer der schönsten Heimatorte. Auch die Erde ist uns Menschen als Heimat nur geliehen. Unser Körper ist eine Leihgabe der Erde, den wir einmal der Erde zurückgeben müssen. Alles Leben ist nur geliehen.
 
Wo ist der Kostümverleih.

22.2.06 07:59 verlinken / kommentieren

 

FREILAND . HENDL . (HUHN)

Besonders schmeckt  mir am Sonntag das Mittagessen, wenn es gebackene Lavantaler Freilandhendl gibt. Seitdem in der Südsteiermark und Slowenien tote Schwäne, welche mit dem Vogelgrippevirus H5NI infiziert sind,  gefunden wurden, ist die Freilandhaltung von Geflügel im Länderdreieck  Steiermark, Slowenien und Kärnten verboten. Diesem Verbot dürften auch die Lavantaler Freilandhendln zum Opfer fallen. Man kann sagen, die Viren sind unseren Vorsorgemaßnahmen immer einen Schritt voraus. In der Zeitung konnte man lesen, dass für die sechzigtausend wichtigsten Kärntner von der Landesregierung zur Vorsorge Tamiflutabletten gekauft wurden. Ich frage mich, wer oder wann gehört man zu den wichtigen Kärntnern. Das Schreiben von einem Weblog dürfte wohl nicht dazu gehören. Der Kontakt zwischen den Hühnern und den Wasservögeln muss verhindert werden. So versucht man zu verhindern, dass das Vogelgrippevirus durch die Hühner auf den Menschen übertragen wird.
 Als Kind hatte ein jeder von uns am Bauernhof seine Lieblingshenne, die er gefüttert und gestreichelt hat, und ihre Eier vom Nest geholt. Damals wurden beim Schlachten den Hühnern mit einer Hacke der Kopf abgetrennt. Der Mutigste von uns erwischte den abgehackten Kopf und lief damit den anderen Kindern hinterher. Dies gehörte zu den Freilandspielen. Danach überließ man den Hühnerkopf der Katze.
 
Schwein muss man haben. 
 
 
 

18.2.06 12:31 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

HEIMAT . HAUS

Wie wir als Erwachsene eine Wohnung oder ein Haus wahrnehmen wird geprägt von unserem Leben im Haus der Kindheit und der Jugendzeit. Das Haus meiner Kindheit ist ein historisches Gebäude, welches schon im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt wird, mit dicken Steinmauern und kleinen vergitterten Fenstern. Ein Trakt ist in den Hang hinein gebaut, darin ist der Keller mit seinen Rundbögen und Lehmboden. Darüber befinden sich die Getreidekammern, mit riesigen Holzschreinen. Der Trakt wird durch einen Durchgang mit Gewölbe, da kann ein Pferdefuhrwerk durchfahren, geteilt. Auf der anderen Seite des Durchganges liegen die Schlafräume mit den mächtigen Holzdecken. Als Kinder waren wir immer irgendwo in den Räumen unterwegs, spielten verstecken und waren für die Erwachsenen unauffindbar. Aus einem kindlichem Instinkt heraus, wer will schon immer erreichbar sein. Die Kindheit gilt es gegenüber den Erwachsenen solange als möglich zu verteidigen. Insgeheim hofften wir irgendwo zwischen den Schränken oder in einem Mauerspalt einem Zwerg oder einer Fee zu begegnen. Wir waren fest davon überzeugt, dass hier vor langer Zeit Heinzelmännchen und Zauberer gewohnt haben. Abends beim Einschlafen konnten wir das eine und das andere Geräusch im Haus hören oder an der Wand im Schlafzimmer ein Gespenst sehen.  
Noch stärker prägte mich der Aufenthalt in einem Internat, ein adaptiertes Schloss, auf einem Hügel über dem Zollfeld. Für einen zehnjährigen Buben war dies ein riesiger Bau mit drei Stockwerken und mit so vielen Fenstern, wie das Jahr Tage hat. Es ist ein Vierkantbau mit einem Innenhof, darin ein Springbrunnen und umlaufende Säulengänge auf allen Stockwerken. Das Stiegenhaus mit reichverzierten Stiegengeländer hat die Breite von einem modernen Einfamilienhaus in einer Reihenhaussiedlung. Unser Kopf reichte gerade über die Brüstung aus behauenen Steinen und wir blickten hinab in den Innenhof. Das große Eingangstor aus massiven Holz konnte ich als Zehnjähriger nur mit viel Kraft öffnen, um vorbei an der Pförtnerin in das Schloss einzutreten. Wenn sich das Tor mit einem lauten Schlag geschlossen hat, dann war ich vom Schloss verschluckt. Als Kind ist man sich darin klein vorgekommen, nur die Anwesenheit von anderen Kinder hat dieses Gefühl abgeschwächt. Die Räume, egal ob dies das Studierzimmer oder der Schlafsaal war, hatten alle eine Raumhöhe von ca. 330 cm, mit ganz hohen Türen. Wenn ich in den Schulferien nach Hause gekommen bin, dann bedrückten mich die niederen Räume im Neubau. So hatte ich als Kind das Gefühl, ich könnte zu Hause am oberen Türrahmen anstoßen und bückte mich instinktiv. Am meisten vermisste ich die Bibliothek im Schlossturm. Zuhause war ich immer nur körperlich, gelebt habe ich in meiner Fantasie. Ich fühle mich unwohl, wenn in modernen Wohnbauten die  Räume nur 220 cm hoch sind und jeder cm2 ist verplant. Manches mal sind die Schlafzimmer sehr klein, wie Schlafcontainer.
 
Die hohen kalten Zimmer.
 

15.2.06 17:29 verlinken / kommentieren

 

HEIMAT . ERDE

Heimaterde, ein schmerzliches Wort, ein grausames Wort, ein verbrauchtes Wort, ein missbrauchtes Wort, ein hoffnungsfrohes Wort, ein unbekanntes Wort, ein vergessenes Wort. „Die Heimaterde sei dir leicht“, ist oft der letzte Satz, wenn der Sarg im Grab versenkt wird. „Zur Verteidigung der Heimaterde“ sind schon Millionen von Menschen in den Tod geschickt worden. „Bald wird man die Heimaterde betreten“ hat schon Vielen Hoffnung und neue Kraft gegeben. „Von der Heimaterde Abschied nehmen“, die Heimaterde zu verkaufen oder noch schlimmer, von der Heimaterde vertrieben zu werden stürzt viele Menschen in Elend und Not.
 
Noch einmal schreitet der Bauer über den eigenen Grund, dabei zählt nicht der Geldwert des Boden, dabei zählt allein das Gefühl der eigene Herr zu sein. Der eigene Grund erinnert an die Kindheit, er ist das Heimatgefühl, ihn zu verkaufen, zu verlassen ist schmerzhaft. Es ist der Abschied von der Kindheit, es bedeutet die Erste, die einzige Heimat zu verlieren. Das Verlassen sein beginnt schon mit dem Tod von Vater und Mutter. In der Jugend verlässt man die Heimat um in der Fremde Erfolg zu haben, um anerkannt zu werden. Wenn aber die Brücken zur Heimat einstürzen oder abbrechen, dann erscheint die Heimat als wertvoll. Noch einmal schreitet der Bauer über den eigenen Grund, Heimat zu verkaufen, um woanders eine neue Heimat aufzubauen.
 
An der Heimat vorbeifahren.      
 
 
 

11.2.06 08:04 verlinken / 7 Kommentare / kommentieren

 

Der Narr
 
Er ist brav und fleißig
lehnt sich nicht auf,
geht nach der Arbeit
nach Hause,
trinkt sein Bier und
dreht den Fernseher auf.
Einmal im Jahr
wird er zum Narr.
 
Tauscht den Hut
gegen eine Melone,
setzt sich eine Nase
mit Brille auf, das ist Mut,
geht auf den Maskenball
mit der Melone.
Einmal im Jahr
wird er zum Narr.
 
Heute ist er, sonst
besinnlich und ruhig,
lustig und heiter, gibt
sich fröhlich und charmant.
Küsst Frauen die er
nicht kennt,
spricht mit Onkel und
Tante, die er gestern
noch Unmenschen nannte.
Einmal im Jahr
wird er zum Narr.
 
 
8.2.06 20:48 verlinken / 4 Kommentare / kommentieren

 

MAUS . GOTTES III

Wir kennen die Bemühungen die notwendig sind, um jemanden mit einer originellen Idee zu überraschen. An Überraschungen fallen mir spontan ein: Eine Wanderung über einen zugefrorenen See, die Beobachtung einer Wildfütterung oder einen Bekannten nach einem Jahr mit einem Besuch zu überraschen. Wer in der Winterlandschaft mit offenen Augen spazieren geht oder Langlaufen, für den hält die Natur immer wieder Überraschungen bereit. Beim Langlaufen in den Gailauen, bei einer Schneehöhe von ca. 70 cm, tiefgefrorenem Boden und Minusgraden entdecke ich im Schnee eine graue Feldmaus. Sie sitzt in einem Schneeloch und sonnt sich. Man sieht es ihr an, dass sie die Sonnenstrahlen genießt. Sie ist nicht getarnt, keine weiße Schneemaus, sondern grau und wohlgenährt. Für mich ist es unvorstellbar woher die Maus gekommen ist, es gibt keine apere (schneefreie) Stelle.
 
Die nächste Überraschung sind die Laute von blökenden Schafen, welche von der Strasse auf die Loipe herüberkommen. Lautes Schafblöcken bei Minustemperaturen und nirgendwo ist ein Bauernhof in Sicht? Das Blöcken der Schafe ist keine Erscheinung, sondern die Realität wie wir die Kreatur behandeln. Ein Sattelschlepper mit Anhänger hat offensichtlich die falsche Abfahrt von der Autobahn erwischt, landet hier in den Gailauen und wendet hier, um wieder auf die Autobahn zurückzukehren. Der Sattelschlepper und der Anhänger ist auf vier Etagen vollgepfercht mit Schafen, welche aus den teilweise offenen Kisten blöken. Ich hoffe, dass die Fahrt für die Schafe bald zu Ende ist.
 
Ein guter Hirte lässt die Herde nicht allein.
 
   
 

7.2.06 18:22 verlinken / kommentieren

 

VOM . GLÜCK

In den Talkshow im Fernsehen kommen oft  Menschen mit schweren Schicksalsschlägen zu Wort. Dazu gehören die Bewältigung einer schweren Krankheit, Scheidung,  der Verlust von Familienangehörigen oder der Verlust von Besitz durch Naturkatastrophen. Viele meistern ihre Schicksalsschläge durch  Motivation und neue Aufgaben. Es werden meist solche Menschen eingeladen, welche die Schicksalsschläge mit Hilfe der Familie und mit Freunden geschafft haben. Wer daran zerbrochen ist oder in Depressionen verfallen ist, wird mit Ratgebern und Sinnsprüchen beschenkt. In den Ratgebern ist alles leicht und in den Gedankenbüchlein alles fröhlich, für den Betroffenen ist alles schwer. Der Nachbar hat die Freude am Leben verloren.
Warum ist es so schwierig in unserem Wohlstand glücklich zu sein? Die meisten sind trotz des Wohlstandes unglücklich. Worin liegt die Lebenskunst in der westlichen Welt glücklich zu sein.
Die Angst vor dem morgigen Tag.
 

3.2.06 09:27 verlinken / 7 Kommentare / kommentieren

 

AB . WERFEN

Zu Jahresbeginn denkt man daran verschiedene Dinge loszulassen, besonders dann, wenn man schon fünfzig plus ist. Dies wird auch in Seminaren über das Altern empfohlen. In der Theorie ist vieles einfach, in der Praxis hält man an Dingen und Gewohnheiten fest. Eine neue Wohnung soll gleich groß sein wie die alte Wohnung und vielleicht ein noch größeres Auto. Alles so, wie man es ein Leben lang gewohnt war. Vieles was im Berufsleben notwendig war wird jetzt überflüssig. Das Loslassen beginnt im Kopf. Jetzt kann man sich von den materiellen Dingen abwenden und den geistigen Dingen zuwenden. Diese bringen oft mehr Erfüllung als das Geldverdienen. Sein Leben damit fortsetzen was einem Spaß macht und zwischendurch auch etwas Neues wagen.

Ballast abwerfen.

1.2.06 11:58 verlinken / kommentieren

Ein Gedanke zu „

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