DAS . ÜBEL

Es ist heute selbstverständlich, dass man täglich eine halbe oder eine Stunde lang zur Arbeit fährt. Wenn es einen Stau gibt oder schlechte Straßenverhältnisse sind, dann dauert es länger. Auf der Fahrt zur Arbeit ist man unter vielen anderen  unterwegs, für die der Tag auch mit einer Autofahrt beginnt. Nach Arbeitsschluss, meistens ist es am Abend wiederholt sich dieser Vorgang in die andere Richtung. Man verlangt von den Menschen, dass sie flexibel sein müssen, weil immer weniger im Wohnort eine Arbeit finden. So verbringen wir viel Zeit beim Autofahren, ohne produktiv zu sein und verfahren auch Zeit, in der wir uns erholen und entspannen könnten. Viele verbringen auch ihre Freizeit am liebstem im Auto und fahren irgendwo hin.
 
Das Übel ist, dass wir die Arbeitsplätze von den Wohnplätzen trennen. Das Schönste für Menschen ist, wenn Arbeiten und Wohnen im selben Haus möglich ist. In der Landwirtschaft erleben wir dies noch oder bei Handwerkern, wie Schuster oder Bäcker. Die Menschen sind viel glücklicher, weil sie auf das Auto verzichten können. In der Gründerzeit wurden die Arbeiterwohnhäuser in der Nähe der Fabriken errichtet und so für einen kurzen Arbeitsweg gesorgt.
 
Zusammenwachsen.

24.11.06 07:56 verlinken / 1 Kommentar / kommentieren

 

ZU . ALT

In einem Fernsehfilm wurde ein Berufstaucher entlassen, weil er für seinen Beruf zu alt war, er war Jahrgang 1951. Er begibt sich auf Arbeitssuche, findet aber keinen Job. In der Zeitung liest er, dass in seiner Hafenstadt ein Taucher bei der Arbeit tödlich verunglückt ist. Am nächsten Tag meldet er sich bei der Werft und bewirbt sich um die Stelle des verunglückten Tauchers. Die erste Frage beim Einstellungsgespräch gilt seinem Alter und er sagt Geburtsjahr 1961 statt 1951. Der Chef verlangt sein Taucherbuch, dieses hat er absichtlich zu Hause liegen gelassen. Er verspricht es, vor seinem erstem Einsatz vorzuweisen. Zu Hause fälscht er das Geburtsjahr in seinem Taucherbuch. Wie sein Leben weiter verläuft weiß ich nicht, auch nicht, ob man mit fünfundfünfzig Jahren zum Tauchen zu alt ist.
 
Mein Gedanke ist, dass viele ältere Bewerber auf dem Arbeitsmarkt keine Chance bekommen sich vorzustellen und zu beweisen, weil alle Bewerber die über fünfzig Jahre sind, schon vorher aussortiert werden. Von Vorzimmerdamen, die um die Dreißig sind. Für diese ist die fünf eine Horrorzahl, weil das erinnert sie daran, dass sich ihre drei in eine fünf verwandeln wird. Da vertreibt man dieses Gespenst indem am es tötet, es in den Papierkorb wirft.
 
Die Macht der Jahreszahl. 

21.11.06 12:26 verlinken / 8 Kommentare / kommentieren

 

GRAD . MESSER II

Neben der Lufttemperatur, die äußere Temperatur, gibt es auch die Körpertemperatur, die innere Temperatur. Sprechen die Menschen von der Hitze, dann meinen sie die Sommerhitze. Spreche ich von der Hitze, dann meine ich die innere Hitze, die im Körper auftritt und nicht mit dem Fieber zu verwechseln ist. Diese innere Hitze reinigt die Gedanken, es ist eine Kettenreaktion, ein inneres Feuer. Diese Hitze kann nicht mit einem Fieberthermometer gemessen und nicht mit Aspirin bekämpft werden. Die Haut bleibt kühl, egal ob es draußen Winter oder Sommer ist.
 
Jetzt machen die Gemeinden eine Rückschau auf die Sommerveranstaltungen, auf die Kultur- und Gesundheitswochen. Für viele Veranstalter ist der Gradmesser, ob eine Veranstaltung erfolgreich war oder nicht, die Besucheranzahl. Oft geschieht es, dass man bei der Programmerstellung den Wunsch hat, viele Besucher anzusprechen. Ein Garant für viele Besucher ist, wenn man einen Chorabend mit mehreren Chören veranstaltet oder wenn man einen Vortrag über Rückenschmerzen plant.
 
Bei den Veranstaltungen könnte man einen äußeren und inneren Gradmesser einsetzen. Einen äußeren Gradmesser für die Besucherzahlen und einen inneren Gradmesser für den Inhalt der Veranstaltung.
 
Der Wirkungsgrad.        

17.11.06 08:50 verlinken / kommentieren

 

GRAD . MESSER

Im Spätherbst denkt man bei dem Wort Gradmesser an einen Thermometer. Dies kann ein Zimmer- oder Außenthermometer sein. Die traditionellen Quecksilberthermometer werden heute von den digitalen Wetterstationen abgelöst. Wir haben es schon lange verlernt das Wetter aus den eigenen Beobachtungen selbst vorher zu sagen. Wir verlassen uns auf den Wetterbericht vom Radio oder vom Fernsehen. Dabei kommt es oft zu großen Unsicherheiten in der Wettervorhersage. Der Wetterbericht in den Weltnachrichten unterscheidet sich meistens von der Wetterprognose bei den Landesnachrichten. Jeder präsentiert ein anderes Wetter.
 
Zu einer eigenen Sendung wird der Wetterbericht im Fernsehen. Die verschiedenen TV-Sender wetteifern um die beste und spektakulärste Wettershow. Die Präsentatorin des Wetterberichtes ist oft bekannter, auf jeden Fall gestylter, als die Nachrichtensprecherin. Es ist erstaunlich wie viele Wörter und Sätze man verwenden kann um zu sagen, dass es Regen oder Sonnenschein geben wird. Gibt es über einen längeren Zeitraum ein gleichbleibendes Wetter, egal ob Regen oder Sonnenschein, dann versucht man jeden Tag die selbe Prognose mit neuen Wörtern zu beschreiben. Dadurch wird manche Wettervorschau so verwirrend, dass man nach der Vorschau weniger weiß als vorher.
 
Eine verlässliche Art der Wettervorhersage, vor dem Einzug des Fernsehen, gab es am Bauernhof in Politzen. Im Hof ragte ein Eisenrohr aus dem Erdreich und daraus floss das Wasser für den Brunnentrog. War das Rohr außen trocken, so gab es eine  stabile Wetterlage. Fing das Eisenrohr zu „schwitzen“ an, das heißt es wurde außen immer mehr feucht, so deutete dies auf einen Wetterumschwung hin.
 
Außen nass und innen kalt.

14.11.06 07:47 verlinken / 5 Kommentare / kommentieren

 

FÄHR . MANN

Am wildesten rauscht die Gail wenn die Schleusen geöffnet sind. Dieses Rauschen übertrifft das Brummen der Motorräder. Mit meinen Augen nehme ich auf einer Bank bei Federaun das Fließen der Gail wahr und mit meinen Ohren höre ich den Verkehrslärm auf der Südautobahn. Beides ist eine Gefahr für mich, es kann mein Leben zum Einsturz bringen. Das Herz kann mitschwimmen und die Kraft kann aus meinen Füßen fließen. Die Gail und der Verkehr hört nicht auf .

Der Fluss des Lebens gerät in das Stocken, wenn man sich einer Hüft- oder Knieoperation unterziehen muss. Im Park der Orthopädie in Warmbad Villach üben die Patienten nach der Operation die ersten Schritte unter Anleitung einer Therapeutin. Bei Sonnenschein sind dies Schritte in ein neues Leben. Der Therapiegang führt durch den Garten, wo die Herbstblumen verblühen. Einmal vorwärts gehen, einmal rückwärts, einmal seitwärts, einmal nach rechts und links.

Auf der Außenwand der Georgskirche in Faak am See ist ein lebensgroßes Fresko zu sehen, wo Christophorus den jungen Christus durch den Fluss trägt. Ein symbolträchtiges Bild, wobei sich jeder fragen kann, wen trage ich, wer trägt mich oder was trägt mich? Ohne tragen und getragen werden ergibt das Leben keinen Sinn.

Der Fährmann.

10.11.06 12:50 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren

 

BUCHWOCHE . GMÜND

BUCHWOCHE  GMÜND  
 

FRANZ  SUPERSBERGER 


liest aus seinem Mundartbuch

„An schean Tog“  

mit musikalischer Umrahmung.  
 

Samstag, 11. November 2006,  16 Uhr 

Gmünd – Kärnten, Lodronsche Reitschule

6.11.06 18:32 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren

 

ALLES . FLIESST

Vieles wird heute in der Physik neu entdeckt, vieles wurde im letztem Jahrhundert erforscht. Eine Erkenntnis, die von den Griechen erkannt wurde, ist immer noch gültig, dass alles fließt. Im Alltag gehen wir meistens von stabilen Verhältnissen aus. Von festen Möbeln, von massiven Häusern, von stabilen Beziehungen und von dauerhaften Arbeitsverhältnissen. Umso mehr sind wir überrascht, wenn sich die Beziehung oder der Arbeitsplatz als unstabil herausstellen. Wir sprechen von festen Persönlichkeiten oder sicheren Meinungen und dann kann es passieren, dass feste Persönlichkeiten Mühe haben sich stabil zu zeigen. Wenn man überlastet ist kann es vorkommen, dass sich die massive Einrichtung aufzulösen beginnt, der Stuhl als fester Halt zerfließt, in seine Moleküle zerfällt. Ein Sprichwort sagt, dass die Kraft aus den Händen und Füßen fließt. Niemand weiß wohin, sie kommt nicht mehr zurück. Wir wollen alles festhalten, den Besitz, die Beziehung oder die Kontakte und plötzlich zerfließen sie in unseren Händen. Die Gesundheit bleibt nicht ein Leben lang stabil, sie ändert sich mit den Jahren. Oft spricht man von einem fließendem Eindruck, von fließenden Verhältnissen. Es braucht viel Ausgleichvermögen um das Fließen im Alltag auszuhalten. Wir Menschen lieben das Statische, das Stabile. Im Fluss des Leben.

2.11.06 17:03 verlinken / 4 Kommentare / kommentieren

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