STADT . JÄGER

Bei dem Wort Jagdausflug denkt man an mehrere Jäger, welche mit einem Gewehr bewaffnet  in einem Geländewagen in den Wald fahren um ein Wild zu schießen. Es kann auch eine Jagdreise in die Ukraine sein um Rotwild zu jagen oder ein Flug nach Kanada um einen Bären zu erlegen. Gibt man mehr Geld aus, kann man an einer Großwildsafari in Afrika teilnehmen.  Dabei geht es auch um das zur Schaustellen der prachtvollen Jagdwaffe. Guten Ruf genießen die Jagdwaffen aus Ferlach.
 
Ein Stadtbummel ist ein Jagdausflug, wenn man den Begriff ausweitet. Wir durchstreifen die Fußgängerzone und halten Ausschau nach einem Wild, in diesem Fall nach einem Stück Ware. Nach einem Capuccino um € 2.20 entdecken wir die erste Jagdbeute, eine Dose hausgemachter Keks zum Preis von € 3.90. Das Jagdfieber ist ausgebrochen und eine zweite Dose wird mitgenommen. Im Menschengetümmel geht es in der Fußgeherzone weiter. Für das trübe und windige Wetter braucht es einen blauweißen Schal. In einem Schaufenster sieht man die Schuhe, welche man schon immer haben wollte, der zweite Jäger schießt sich einen Mantel von der Stange. Im regnerischem Wetter erstickt die Lust auf weitere Jagdabendteuer. Die Jagdbeute wird im Kofferraum verstaut und wir fahren aus der Stadt.
 
Die Einkaufsjäger kommen.      
 

 8 Kommentar(e)     

Gerhard (19.12.07 21:36)
Hallo Schlagloch, mir fallen hier solche Begriffe wie
erlegen, verschlingen, in Besitz bringen, an sich reissen, ergattern, sich einverleiben…ein, alles recht mechanische, kopflose, autonom-triebhafte Handlungen ein.
Wer ist frei von diesem Haben-Trieb? Vielleicht würden uns ausserirdische Wesen genau an diesen Verhaltensweisen erkennen und festmachen? Das sind die, die immer einverleiben müssen…
 

 

Mo / Website (19.12.07 22:44)
Lieber Schlagloch,

in der Großstadt blasen die Geschäfte insbes. im Advent zur Jagd. Vermeintliche Schnäppchen werden uns im TV als Hallali entgegengebrüllt.

Im Advent fallen in Dortmund insbes. unsere holländischen Nachbarn ein, die busseweise herangekarrt werden. An den Wochenenden sind es täglich bis zu 80 Busse, deren Insassen den Weihnachtsmarkt stürmen…besinnlich ist anders…..

Dir wünsche ich ruhige und harmonische Festtage.

Herzlich
Mo

 

schlagloch
Hallo Gerhard!
Ganz frei von diesem „Habentrieb“ dürften wenige sein, aber wahrscheinlich sind wir noch immer die Jäger der Urzeit. Alles was es zum „normalem“ Leben braucht ist notwendig. Vielleicht meldet sich einmal ein Ausserirdischer in diesem Blog…

Dir wünsche ich ein Weihnachtsfest nach deinen Vorstellungen, Danke für das Kommentieren und Lesen, und ein spannendes neues Jahr.

Gruss schlagloch.

PS. Am 24. 12. gibt es einen Blogbeitrag, mit dem ich mir selbst ein Weihnachtsgeschenk mache.

 

schlagloch
Hallo Mo,
ich habe gerade beim freizeitpilger.20six.de folgendes gelesen :

Weihnachtsmarkt – was für ein Stress
Ich war heute in Düsseldorf auf’m Weihnachtsmarkt und muss sagen, einerseits hat sich wenig geändert, geändert haben sich aber die Besucher. Ich habe bereits vor ein paar Wochen über die Prognosen dieses Marktes berichtet – nun konnte ich es hautnah spüren. Bewegen braucht man sich gar nicht mehr – die Schlange nimmt einen einfach mit. ( Auszug)

So hat jeder seine „besinnlichen“ Adventerlebnisse. Danke für die Weihnachtswünsche und für Dich ein harmonisches Weihnachtsfest im Familienkreis.

Gruss schlagloch.

 

Gerhard (20.12.07 22:25)
Danke Schlagloch für Deine Wünsche! Dir wünsche ich ähnliches!
Ich werde Weihnachten allerdings so nehmen wie die Tage x und y. Es interessiert mich nicht sonderlich.

Auf weitere interessanten Studien von Deiner Seite…

 

Isabella / Website
Hallo schlagloch!

Die Zeiten haben sich wohl geändert, Jagd ist (war) doch weitläufig Männersache. 😉 Die Jagd in den Einkaufszentren ist eher die Domäne der Frauen. Männer weihlen zwischenzeitig wahrscheinlich wirklich mitten der „echten Trophäen“ in den Savannen Afrikas. Frauen hingegen stürmen (Ramsch-)Wühlregale, voll mit Sachen, die sie nicht brauchen, aber das Gefühl dieses oder jenes Stück ergattert zu haben beflügelt. Nach so einem Glücksfang wird die Jagd erst spannend 😉
An die Grenzen stößt man dennoch auch hier mit der prachtvollen Waffe – dem Inhalt Geldtasche oder dem Guthaben der Bankomatkarte. So wie mit dem leeren Magazin einer Waffe …
Der Erfog jener Jagd scheint mir eher, nur das zu erbeuten, was vorher schon auf der Einkaufsliste stand.

Ich bin nun mal selber Frau und kann nur noch anmerken, dass man keinesfalls in Schablonen denken soll – niemals.*grinsel*

Ich wünsche dir ein geruhsames Weihnachtsfest und in diesem Sinne für das Neue Jahr eine erfolgreiche Jagd 😉 und alles erdenklich Gute!

LG Isabella.

 

schlagloch
Hallo Isabella!
Baut man deshalb so viele Einkaufszentren um das Jagdrevier für die Frauen ständig zu erweitern? Danke für die Wünsche und uns allen wünsche ich eine gute Blog-Jagdsaison 2008.
Gruss schlagloch.


Rosenherz (21.12.07 21:30)
Lieber Schlagloch,danke für deinen Besuch in meinem Weblog und die guten Wünsche, die ich weiterreiche auch an dich!

Advent und Weihnachten – Die Jagdsaison ist eröffnet. Schürzenjäger, Abfangjäger und Einkaufsjäger sind unterwegs. Nach Weihnachten werden die Schnäppchenjäger kommen.

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