OSTER:dank

Mit dem Rücken lehne ich an die Kirchenmauer in Schruns, der Brunnen auf dem Kirchenplatz plätschert im Sonnenschein. Wärmt die Institution Kirche die Menschen, dies ist eine wichtige Frage. Viele Menschen klagen über die menschliche Kälte in unserer materiellen Welt. Strahlt die Kirche soziale Wärme aus, dann müsste sie viel Zulauf haben. Im Evangelium wird vom Haus Christi gesprochen und in einem Haus ist es heimelig und warm. Ich setzte mich auf eine Bank neben dem Brunnen. Meinen Banknachbar halte ich für einen zeitungslesenden Touristen mit Sonnenbrille und einem abgestelltem Wanderrucksack. Nach einiger Zeit sehe ich, dass der Rucksack mehrere Bierflaschen enthält, aus denen der vermeintliche Tourist immer wieder einen Schluck trinkt. Wer nimmt sich seiner an, wie christlich sind wir dann. Reden wir über das Christentum, so reden wir von unserem westlichen Standpunkt aus. Der Wohlstand wie wir ihn kennen ist die Ausnahme und nicht die Regel. Der Banknachbar hat Vertrauen zu mir gefasst und ersucht mich, auf den Rucksack mit seinen Habseligkeiten aufzupassen. Er  muss im Ort etwas erledigen. Eine halbe Stunde vergeht.
 
Entlang der Strasse nach Schruns stehen die Ankündigungen für das Milkafestival. So werden das Montafon zum Milkafon und die Montafonerkühe zu Milkakühen. Der Schnee auf der Silvretta ist nicht mehr weiß sondern lila. Alles ist lila, der Schianzug, das Mofa und die Häuser. Die Gedanken werden lila und der Himmel wird ein lila Himmel sein. Amen. 
 
Ein Theologe spricht bei den Ostergesprächen über „Das Reich Gottes auf  der Welt“. Er beharrt nicht auf den Dogmen der Amtskirche. Für ihn bedeutet das Reich Gottes keine Erfüllung im Jenseits, hier auf dieser Welt soll die Botschaft Jesus seine Wirkung zeigen, sich erfüllen. Reden wir über Bibelstellen dann betrachten wir diese aus der Sicht eines satten Europäers. Die Auslegung der Bibelstellen entspricht dem Zeitgeist.
3.4.19.. Aus dem Tagebuch

ALLEN MEINEN LESERINNEN UND LERSERN EIN ERHOLSAMES UND GLAUBHAFTES OSTERFEST.

20.3.08 10:46
 
 

2 Kommentar(e)     

weichensteller / Website (22.3.08 13:05)
Das Reich Gottes wurde immer schon hier in der Welt beginnend verstanden. Jesus sagt, es ist mitten unter euch, wie ein Senfkorn, und Jesus hat nicht zu Engeln gepredigt.
Der Vorbehalt, das kirchliche Bibelverständnis sei zu zeitgeistig, ist amüsant und könnte auf den undogmatischen Theologen zutreffen. Ansonsten besteht die Kirche jedoch auf dem Vorwurf gegen die jahrhundertealte und weltumspannende Tradition und kommt damit gut zurecht.

petros / Website (22.3.08 16:44)
…ein glaubhaftes Osterfest auch dir!LG
Petros

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