speck:seiten I

Die bäuerlichen Direktvermarkter gerieten im letzten Jahrzehnt in den Verruf, dass ihr Angebot nicht gesundheitskonform ist, dass viele Produkte zu fett und kalorienreich sind. Versteckte Fette in den Lebensmitteln sind ein rotes Tuch. Die meisten Speisen würden uns ohne Fettgehalt nicht schmecken oder sind wir seit Kindheitstagen darauf trainiert? Ähnliches sagt man vom Zucker, vieles was wir zu uns nehmen enthält zu viel Zucker. Einstmals war es üblich den Kleinkindern ein  Stück Schokolade oder einen Lutscher in den Mund zu schieben und sie waren beruhigt. Heute wenden sich die meisten Eltern mit Grauen ab wenn man fragt, ob man dem Nachwuchs ein Stück Schokolade geben darf.

Um das Image von fetten und deftigen Lebensmittel zu verlieren schließen sich immer mehr Bauern unter der Dachmarke Biobauern zusammen. Dazu gibt es eigene Biobauernmärkte und Biobauernerntedankfeste. Wer sonst liefert uns natürliche Produkte, außer die klein strukturierten Landwirtschaften? Die Lebensmittelindustrie macht damit Werbung, dass ihr Gemüse frisch nach der Ernte verarbeitet wird. In der freien Natur wächst es unter kilometerlangen Folientunnel heran.

Südtirol, eine Region die auf derselben geografischen Höhe wie Kärnten liegt und durch das mediterrane  Klima eine von gottgesegnete Gegend bildet. Bei einem Besuch im Spätherbst waren im Norden die Bäume übervoll von leuchtenden roten und gelben Äpfeln. Weiter südlicher, die Reben behangen mit weißen und blauen Weintrauben. Die Südtiroler produzieren auch den unverwechselbaren Südtiroler Speck. In Südtirol ist  alles zweisprachig, Speck Alto Adige. Beim Erwerb von einem Stück Speck gab es dazu eine Broschüre über die Herstellung und den richtigen Genuss des Speckes. Erwähnenswert ist, dass der Speck fünf Monate reift, wechselnd zwischen geräuchert und luftgetrocknet. Es wird auch beschrieben wie man den Speck richtig aufschneidet, ihn am besten genießt. Die Feinschmeckerkultur betrifft nicht nur den Verzehr von Wein und Käse, bei diesen Produkten kennen wir dies schon länger, jetzt erfasst die Sommelierleidenschaft auch den profanen Speck. Inzwischen ist ein würziger Speck ein Genussmittel, auf gleicher Augenhöhe mit dem Prosciutto.

Schneidbrettl

2 Gedanken zu „speck:seiten I

  1. Schnell ist man ein Banause, wenn man nicht weiß, wie etwqas zu verzehren ist und welches Glas zu welchem Getränk zu verwenden und vorzubereiten ist.

  2. Hallo Gerhard!
    Manche Tischmanieren kann ich verstehen, aber die Optimierung schreitet auch hier voran. Wahrscheinlich legen Frauen darauf mehr Wert als Männer.

    Gruss schlagloch.

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