Meine Leidenschaft…

… für das Zugfahren.

Der letzte Halt vor Salzburg ist die Bahnstation Golling-Abtenau, danach liegt die kleine Ortschaft Bad Vigaun. Dort habe ich zwei Kuraufenthalte absolviert, zur Stärkung der Rücken- und Hüftmuskulatur. Schlussendlich bedurfte es nach Jahren das Implantat einer Hüftprothese. Eine Besonderheit der Kur war die Ausgangsregelung für das Wochenende. Um den Kurgästen mehr Freiraum in der therapiefreien Zeit zu ermöglichen, hatten wir die Möglichkeit samstags und sonntags dem Mittag- und dem Abendessen fernzubleiben. Voraussetzung dafür war, am Samstagmorgen beim Frühstück ein Vitalpaket für das Wochenende mitzunehmen. Das Vitalpaket umfasste Äpfel, Birnen, Bananen, Müsli Riegel und eine kleine Flasche stilles Mineralwasser. Mir verschaffte dies die Möglichkeit mit dem Fahrrad die Stadt Salzburg zu besuchen, dort zu flanieren und gustieren. Bei der zweiten Kur benützte ich den Zug um die Sonntagskonzerte in der Großen Aula der Theologischen Universität zu besuchen. Die Jahre um die Jahrtausendwende verbrachte ich gemeinsam mit der Lebensgefährtin die Weihnachtsfeiertage in Salzburg.

Zwanzig Jahre später besuchte ich an der Philosophischen Theologischen Universität Salzburg Vorlesungen zu speziellen Fragen der Metaphysik bei Professor Clemens Sedmak. Für manche Bekannte war es unvorstellbar, dass ich dafür die beschwerliche Zugreise nach Salzburg auf mich nehme. Dies wäre nicht der nächste Weg.  Für meine Horizonterweiterung habe ich dieses Hindernis ungefragt auf mich genommen. Meine Leidenschaft für das Zugfahren wurde vor Jahrzehnten dadurch genährt, dass es mitunter zu einem interessanten oder kurzweiligen Meinungsaustausch mit einem Mitreisenden gekommen ist.

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