…wann?
Befreit man sich von der Leier, dass sich heute die Vorkommnisse überschlagen und dass man darunter begraben wird, ist der Gedanke, was könnte ich im letzten Lebensdrittel machen erlaubt? Radikaler ist die Frage, was würde mir vor meinem Ableben leidtun, dass ich es versäumt habe. Von welchen Aktivitäten würde ich sagen schade, dass ich dies und jenes nicht gemacht habe. Eine herausfordernde Frage, der man sich stellen sollte. Vielleicht gibt es noch die Möglichkeit, wenn es die körperlichen und geistigen Fähigkeiten erlauben, dass das Eine und das Andere noch umgesetzt werden kann. Interessant wäre in Anlehnung an Reiseführer, diese zehn Sehenswürdigkeiten muss man in Weimar oder in Nürnberg gesehen haben, eine solche Liste für jene Dinge aufzustellen, welche man in seinem Leben noch machen möchte. Manche Reiseschriftsteller gehen einen großen Schritt weiter und empfehlen diese 101 Dinge sollten sie in München gesehen haben. Eine solche Togo Liste getraue ich mir nicht zu erstellen. Diese Anzahl an unerledigten Bedürfnissen würde mir Angst machen. Dabei käme mir der Gedanke, wie willst du dies noch schaffen? Im Inneren bewahre ich ein paar offene Vorhaben, welche ich in den nächsten Jahren, ob dies meine letzten Jahre sein werden, umsetzen möchte. Wann die letzten Jahre anbrechen oder schon angebrochen sind, überlasse ich einem Mächtigeren. Darüber zu rätseln, steht einem zweifelnden Gläubigen nicht an, die Entscheidung fällt ein viel Größerer.
Die Coronapandemie hat bei uns für einen Einschnitt gesorgt. Anfang des Jahres 2020 planten wir mit dem Zug einen Städte Tripp nach Paris. Für dieses Vorhaben buchten wir im Jänner die Zugticket für die Hin- und Rückfahrt, sowie in Bahnhofsnähe ein Hotel in Paris. Im Februar erreichte die Coronapandemie Europa und Österreich. Vorbei war der Traum von der Reise nach Paris. Jetzt sind sechs Jahre vorüber, der Wunsch nach Paris zu fahren besteht noch immer, aber inzwischen gibt es Umstände, welche die Reise unmöglich machen.