NACHBAR . SCHAFTSpricht  man heute vom Terror und von der Terrorbekämpfung, dann denken wir an den Terror im Irak, Afghanistan oder Israel. Von diesen Ländern kommen täglich Meldungen von neuen Terroranschlägen und ihren Opfern im Fernsehen. Dieser Terror hat für unser tägliches Leben weniger Auswirkungen als der Streit den ein Nachbar vom Zaun brechen kann. Dies kann die Unhöflichkeit sein, dass der Nachbar alle Abfälle, welche von Passanten auf seiner Wiese landen aufklaubt und seinem nächstem Nachbarn auf die Wiese wirft. Es muss nicht das große Zerwürfnis sein, wo es um das Versetzen von einem Zaun geht, zugunsten des eigenen Vorteiles. Es genügt das Pflanzen von Ziersträuchern nahe an der Grundgrenze und den damit verbundenen Laubabfall. Dies sind die alltäglichen Begebenheiten, die einen Terroralarm in der Nachbarschaft auslösen können.
 
Man kennt die Situation, dass man sich am Wochenende auf der Terrasse entspannen will, und einer der Nachbarn fängt an den Rasen zu mähen oder beginnt in seiner Garage mit Schlosserarbeiten. Verschärft wird diese Situation dadurch, wenn es sich um Leute handelt die in Pension sind und die Möglichkeit hätten, lärmintensive Arbeiten während der Werktage durchzuführen. Oft will ein Wohnungsnachbar dem Nächsten durch extreme Lautstärke seine Musikvorlieben mitteilen. So kann eine Spirale der Gewalt beginnen, wo der eine Nachbar beginnt den Anderen zu terrorisieren.
 
Der Terror in der Nachbarschaft.     
31.5.07 18:58 verlinken / 7 Kommentare / kommentieren

 

PARTY . RAUMEs wird behauptet, dass das Leben in der Stadt viele Vorteile hat und Abwechslung bietet. Diese Aussage wird durch den steigenden Städtetourismus und den Zuzug von Menschen in die Stadt bestätigt. Wer hat die Möglichkeit die Vorteile des Stadtlebens zu nützen?  Die Pendler kommen in der Früh zu ihrer Arbeitsstelle in die Stadt und verlassen sie nach Arbeitsschluss wieder rasch. Die Stadtbewohner sind schneller an ihrem Arbeitsplatz und ziehen sich nach der Arbeit in ihrer Wohnung in einem  Wohnblock zurück. Dort kann es vorkommen, dass zur Kommunikation unter den Mitbewohnern im Internet eine Plattform für einen Meinungsaustausch errichtet wird. Es lädt jemand zu einer Frühlingsparty in den Partyraum und niemand von den Hausbewohnern kommt. Menschen die von den Tälern zu Veranstaltungen in die Stadt kommen schätzen diese mehr, als solche welche das Angebot vor der Haustüre haben.
 
An den Wochentagen trifft man am Hauptplatz viele Pensionisten, die zu einem  Cafe unterwegs sind und Hausfrauen beim Einkaufen. Ist Schulzeit, dann strömen Gruppen von Schülern am Morgen und zu Mittag durch die Stadt. Die Männer sind Mangelware und bei der Arbeit.
 
Allein im Partyraum
 
29.5.07 12:15 verlinken / 4 Kommentare / kommentieren

 

ROTE . PUNKTEDie neuen und markanten Punkte in der Draustadt sind rot. Der rote Würfel, ein Zubau zum Kongresszentrum, über die Drau die rote Brücke zur Gewerbezone Ost und die rote Leuchtschrift „Atrio“ vom  Einkaufszentrum. Ich sitze unter der roten Brücke, wo der Abfluss vom Ossiachersee in die Drau mündet im Schatten eines Baumes. Im Blickfeld die Kläranlage „Villach :klärt“, der sanfte Rücken des Dobratsch und die breiten Schultern der Gerlitze. Auf der Wasseroberfläche dreht sich ganz langsam der Blütenstaub, daran merkt man, dass das Wasser der Drau fließt. In diesem Mündungsdreieck vermischen sich die Stimmen von den Radfahrern, die nach einer Auskunft fragen, mit denjenigen die Antwort geben, mit dem Klicken und Kreischen der Shimano Schaltungen und dem Surren der Fahrradketten. Von der Brücke hört man das Holpern der Autoreifen und den dumpfen Schlag der Stossdämpfer. Hier kann man die Drau riechen, es riecht nach Schlamm.
 
Eine kleine Gruppe von Touristen vertieft sich in die Schautafel und versucht auf deutsch/englisch zu erfragen, wo die nächste Toilette ist. In cirka einen Kilometer gibt es ein Cafe. Bei der Frage nach dem Silbersee zeigt man ihnen mit den Fingern fünf Kilometer und klappt beide Händen auf und zu, wie das Maul eines Krokodil.
 
Von Punkt zu Punkt.
24.5.07 17:43 verlinken / 7 Kommentare / kommentieren

 

BAR . FUSSViele haben schon Pläne für den Urlaub oder sind bereits verreist. Dabei mögen es manche bequem und lassen sich verwöhnen. Andere wollen im Urlaub die körperliche Herausforderung, dazu zählt auch das Weitwandern. Im Alpen-Adria Raum gibt es einige Weitwanderwege, so den Karnischen Höhenweg oder den Weitwanderweg an die obere Adria.  Eine andere Art der Weitwanderung, barfuss über die Alpen, ist die Attraktion in einem Alpen Adria Einkaufszentrum. Auf dem Boden der Piazza ist eine Panoramakarte vom Alpen Adria Raum und das Gebiet von Kärnten stark vergrößert, sodass die größeren Gebäude, wie Fabriken, Wohnanlagen ersichtlich sind. Auf diesem Panorama soll man sich nur barfuss bewegen. Bei der Suche nach dem Wohnort und nach dem eigenem Haus ist die Kunst des Kartenlesen gefragt. Am schnellsten kann man sich am Verlauf der Flüsse, wie der Drau, der Gail oder der Möll orientieren. Auch die Autobahnen sind auf der Karte gut zu sehen und können zur schnellen Standortbestimmung beitragen.
 
Um das eigene Haus zu finden muss man sich weit nach vorne bücken, manchen würde man dies auf Grund ihres Alters nicht mehr zutrauen. Da passiert es, dass drei Generationen mit ihren Köpfen am Boden zusammenstoßen, jeder will die Nase vorne haben.
 
Barfuss über die Alpen  
22.5.07 14:11 verlinken / 6 Kommentare / kommentieren

 

SCHNUPFEN . MRTIn den nächsten Jahren wird es oft der Fall sein, dass die Arbeit des Chirurgen bei einer Operation von einem Roboter erledigt wird. Der Chirurg wird den Roboter mit einer Maus dorthin steuern, wo geschnitten, entfernt und genäht werden muss, besser verschweißt oder geklebt wird. Bei der schon heute sehr fortschrittlichen MRT Untersuchung stellt sich manchmal für den Radiologen die Frage, ob das Untersuchungsergebnis zu einer Krankheit führen wird oder ob der Körper sich selbst regeneriert. Oft trifft bei einer Vorsorgeuntersuchung ein, dass Krankheitssymptome festgestellt werden, von denen der Patient bis jetzt nichts gemerkt hat. Da stellt sich die Frage, überlässt man den beginnenden Krankheitsverlauf den Selbstheilungskräften des Organismus oder verordnet man Medikamente. Kommt ein Patient vom Land mit Kopfweh zum Hausarzt, dann wird ihm ein Schmerzmittel verschrieben. Werden am Wochenende Alkoholisierte in das Krankenhaus eingeliefert und klagen über Kopfschmerzen, dann wird eine Computertomografie gemacht.
 
Die Sinnhaftigkeit bei Halswirbelbeschwerden ein MRT zu machen ist für den Laien nachvollziehbar. Schwerer nachvollziehbar ist die Ansicht einer Radiologin auch bei Schnupfen ein MRT zu machen.
 
Bei Schnupfen zum Röntgen.   
18.5.07 13:43 verlinken / kommentieren

 

VER . WESENAuf den ersten Blick ist es oft nicht klar ersichtlich, dass man älter wird. Man gewöhnt sich an den Alterungsprozess, sodass man glaubt, man sehe immer gleich aus, genauso wie vor zehn Jahren oder zwanzig Jahren. Wer Glück hat dem sagt jemand in einer netten Runde, der Albert wird nicht älter, der sieht immer gleich aus. Besonders gut tut dieses Lob dann, wenn es aus dem Munde einer charmanten Dame kommt. Ist man aufmerksam dann merkt man, dass die Haut an den Händen, Armen oder Beinen nicht mehr so glatt ist wie früher. Schaut man nach dem Aufstehen in den Spiegel sind die Falten vom Schlafen noch im Gesicht. Bis man sich an diese Veränderungen gewöhnt hat und glaubt, alles ist beim Alten.
 
In einer Partnerschaft kommt ein anderes Phänomen hinzu, dass man  die Veränderungen beim Partner merkt und sagt, du hast dich verändert, du bist älter geworden. Die eigenen Veränderungen nimmt man nicht wahr und denkt sich, ich bin so wie immer, wie vor zehn Jahren. Dann kommt es vor, dass die Partnerin über den Partner sagt, er ist nicht mehr so agil wie früher. Sei es, dass er zwischen dem Heimkommen und der Arbeit im Garten eine Pause einlegt und nicht mehr sofort wenn er von der Arbeit kommt im Garten loslegt. Er ist mit den Jahren nicht mehr so belastbar. Alles braucht jetzt länger, das Auswechseln einer Glühbirne oder die Renovierung eines Kellerraumes.  
 
Vom wachsen und verwesen. 
15.5.07 13:33 verlinken / 4 Kommentare / kommentieren

 

MACHT . VERLUST IIIFür den Mann gibt es verschiedene Machtsymbole, dies kann ein interessanter Beruf sein, eine erfolgreiche Karriere in einem Betrieb oder eine verantwortungsvolle Stellung in der Gemeinde. Mit einem erfolgreichen Mann verbindet man auch ein tolles Auto, die Beziehung zu einer attraktiven Frau und eine schöne Wohnung. Zu den Machtsymbolen gehört der Besitz des Führerschein oder eine akademischer Titel. Schon öfters hat ein Autofahrer nach einem belanglosen Unfall aus Scham und aus Angst vor dem Verlust des Führerscheins Selbstmord begangen. Bei einem schwerem Verkehrsdelikt wird einem der Führerschein entzogen. Da kann es vorkommen, dass man sich zurückzieht und sich von den Freunden abkapselt um nicht darauf angesprochen zu werden. Man fühlt sich als halber Mann.
 
Vom Führerscheinentzug zum Verkehrsinfarkt.   
11.5.07 07:57 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren

 

MACHT . VERLUST IIDer Machtverlust ist nicht nur ein Problem für Politiker und Vorstandsmitgliedern, sondern betrifft auch den Arbeiter und Angestellten. Wir erleben, dass Menschen die in Pension gehen sich zurückgesetzt oder wertlos fühlen, weil sie aus dem Arbeitsprozess ausgeschieden sind. Manche kommen für einige Zeit immer wieder an ihren Arbeitsplatz um mit den ehemaligen Kollegen zu reden. Es werden Erlebnisse ausgetauscht, bis sie den Anschluss verlieren oder man sich nichts mehr zu sagen hat. Es kommt vor, dass im Unternehmen plötzlich neue Leute in der früheren  Abteilung arbeiten und über die Ausführungen und Erinnerungen des ehemaligen Mitarbeiters milde lächeln. Länger trifft man sich noch im Gasthaus bei einer Runde Bier und plaudert mit seinen früheren Arbeitskollegen bis die neuen Mitarbeiter am Firmenstammtisch sitzen. Dann spüren sie, dass sie aus der Arbeitswelt endgültig ausgeschieden sind, der Faden zu den ehemaligen Arbeitskollegen abgerissen ist. Manche spüren auch einen Stich in der Herzgegend.
 
Dieser Machtverlust betrifft nicht nur Arbeitnehmer sondern auch selbstständige Unternehmer wenn sie in Pension gehen, egal ob Handwerker oder Kaufmann. Einige Zeit lang kann man dem Nachfolger in schwierigen Situationen beistehen, und auf der Strasse wird man von früheren Kunden freundlich gegrüßt. Aber mit jedem Jahr nach der Übergabe werden die Kontakte weniger. Auf der Strasse hört man im Vorbeigehen das jemand sagt, „dies war doch der ehemalige Elektromeister vom Ort, die Jungen können es viel besser“.
 
Vom Machtverlust zum Ortsverlust.      
7.5.07 14:20 verlinken / 2 Kommentare / kommentieren
MACHT . VERLUSTBei Menschen die im öffentlichen Leben stehen, wie Politiker oder Vorstandsmitglieder von Unternehmen kann der Durchschnittsbürger zuschauen, wie sie unter dem Machtverlust leiden, wenn sie zurücktreten müssen. Wird zum Beispiel eine Regierung abgewählt und einige Minister verlieren ihren Posten, dann versuchen sie noch lange in den Medien durch Zwischenrufe für ihre Nachfolger präsent zu sein. Wie sehr Menschen an ihrer Macht festhalten, zeigt sich beim . Abschiednehmen von der Politik vom Ministerpräsidenten in Bayern oder dem englischem Premierminister. Solange es möglich ist zögern sie ihren Rücktritt hinaus um den Eindruck zu erwecken, dass sie selbst den Tag ihres Abschied aus dem Amt bestimmen. Diese Selbstbestimmung wäre vor dreißig Jahren für einen Politiker noch möglich gewesen. Heute, im Medienzeitalter, werden viele Politiker wenn sie Schwächen zeigen von der öffentlichen, besser gesagt von der veröffentlichten Meinung, hinausgedrängt. Die eigenen Parteifreunde leisten der öffentlichen Meinung Schützenhilfe.
 
Wie in unserer Denkweise Macht und Machtsymbole schon bei Kindern verankert sind, zeigte ein Erlebnis bei einem Spaziergang auf der Hochebene von Warmbad. Auf einem freiem Feld, inmitten des Waldes, sind kleine und größere bewachsene Erdhügel, darunter vermutet man vorchristliche Grabstätten. Für Kinder macht es Spaß auf die Hügel zu laufen und herunterzuspringen. Dabei sagte der größere Bub zum Kleinerem: „Dies hier ist ein großer Hügel, hier ist ein mächtiger Mann begraben. Vielleicht war er ein Fürst, ein Richter oder ein starker Krieger, bei den kleineren Hügel sind die gewöhnlichen Leute begraben.“
 
Vom Machtverlust zum Harnverlust.     
 
3.5.07 11:45 verlinken / 3 Kommentare / kommentieren
SORG . LOSVon der Jugend die während des zweiten Weltkrieges groß geworden ist hat man später gesagt, dies war die verlorene Generation. Sie hat keine Möglichkeit gehabt eine unbeschwerte Jugend zu leben, sondern musste mit Schrecken, Hunger und Verzicht aufwachsen. Kann man etwas verlieren, was man nie besessen hat? Von der heutigen Jugend sagt man ebenso dies ist eine verlorene Generation, weil sie zu viel hat. Zuviel an materiellen Zuwendungen, zuviel an Unterhaltung und  Information. Sie hat keine Möglichkeit  jung zusein, sie wird in das Konsum- und Informationszeitalter hineingeboren.
 
Das Verloren sein und das Verlieren können ist eine Zeiterscheinung, eine weitverbreitete Zeiterkrankung, die Ursache vieler weiterer Erkrankungen ist. Wer macht sich nicht Sorgen, dass die Ausbildung nicht reicht, dass er keinen Arbeitsplatz findet oder seinen Arbeitsplatz verlieren könnte. Die Nachfrage nach den Produkten nachlässt oder etwas von seiner Gesundheit verloren geht. Die Sorge um den unerwarteten Verlust von einem Menschen, die Sorge den Anschluss an die Gesellschaft zu verlieren. Die Sorge um ein gutes Gedächtnis oder die Sorge um ein verlorenes Notizbuch.
 
Eine sorglose Nacht. 
30.4.07 12:39 verlinken / 5 Kommentare / kommentieren

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