JA:sagen

In den Burschen steckt der Drang den Mädchen zu imponieren, dies ist nach den Möglichkeiten verschieden. Die einen wagen einen Sprung auf den abfahrenden Zug, verausgaben sich bei einem Fußballspiel, springen von der höchsten Plattform im Freibad, oder raufen mit dem besten Freund um zu siegen. Zu den Möglichkeiten zählen eine rasante Fahrt mit dem Moped durch die Kurven und eine gewagte Fahrt mit dem Snowboard über einen Steilhang. Manche Mutproben grenzen an  Fahrlässigkeit. Standen die Nachbarmädchen vor dem Haus, fuhr der Bursche mit dem Auto so rasant durch die neunzig Grad Kurve, dass nur mehr zwei Räder am Boden waren. War er zu schnell unterwegs, dann endete die Fahrt in der Wiese. Die Schäden an der Karosserie waren für den Mechanikerlehrling eine Nebensächlichkeit. Für den Führerschein war er noch zu jung, das Auto stammte vom Autofriedhof, ohne Zulassung und Kennzeichen. 

Die Liebeserklärungen sind so verschieden wie die Menschen. Die einen machen sie in einer Eisdiele, auf der Draupromenade  bei den Schwänen, bei einer Radtour am Silbersee, beim Tanzen in der Dorfdiele oder im Schulhof in der Pause.  Es passiert auch auf einem mit Herzen verziertem Briefbogen mit eigenen Liebesgedichten. Von der Möglichkeit über das Handy ein SMS „ich finde dich cool“ zu senden, ahnte damals niemand. Partnerforen im Internet waren in den siebziger Jahren unbekannt. Heute kommt es vor, dass man im  Blog den Auserwählten mit der Frage überrascht, „willst du mit mir gehen“ und er antwortet mit ja. Für Amulette und Liebesgetränke wurde viel Geld ausgegeben, heute reicht die Gebühr für den Internetanschluss. 

Liebestrank im Internet.

4 Gedanken zu „JA:sagen

  1. Hallo schlagloch,
    .. na wenigstens ist das Imponiergehabe im Internet nicht so gefährlich wie in freier Wildbahn – dafür ein großes Stück unpersönlicher. Schade drum, da geht wohl einiges an Herzklopfen und Bauchkribbeln verloren, wenn man bei solchen Fragen einen Bildschirm vor sich hat und sich nicht in die Augen blickt. Obwohl … heutzutage wohl vieles leichter über die Tastatur kommt als über die Lippen.
    LG Isabella.

  2. Hallo Isabella!

    Man vertraut heute mehr dem Bildschirm als dem Gesicht. Umgekehrt dürfte es bei einer Trennung leichter über ein Email sein, als bei einer Aussprache. In diesem Fall wollen wir dies nicht wünschen.

    Gruss schlagloch.

  3. Lieber Schlagloch,

    ich habe beim Stöbern in Deinem Blog diesen alten Artikel gefunden.

    Auch wenn es nicht mehr wichtig / aktuell ist, gestatte mir die Anmerkung, dass die von mir gestellte Frage zuerst Tage vorher im „echten“ Leben geklärt wurde, bevor ich sie in Erinnerung an alte Schulzeiten, in denen diese Zettelchen verschickt wurden, in meinen Beitrag aufgenommen habe.

    Immer noch sprach- bzw. stimmlose Grüße
    Mo

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